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MONSTER HUNTER STORIES 2 WINGS OF RUIN


N-Zone - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 21.07.2021

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Bildquelle: N-Zone, Ausgabe 8/2021

Wir können unseren Helden selbst benennen und nach Belieben anpassen.

Mit Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin bringt Entwickler und Publisher Capcom den mittlerweile zweiten Teil der Stories- Reihe auf den Markt. Diese Ableger fokussieren sich nicht, wie die Hauptreihe, auf das Jagen von Monstern, sondern auf die Bindung zwischen den „Monsties“ und ihren Ridern. Monstiesnennt man dabei die Monster, die seit ihrer Geburt eine Bindung zu einem Menschen haben. Zwar ist das Franchise eigentlich für sein Action-lastiges Gameplay bekannt, bei Stories handelt es sich jedoch um ein klassisches, rundenbasiertes Rollenspiel! Und wie der Name schon vermuten lässt, steht hier die Geschichte im Vordergrund. Ob das Spielprinzip aufgeht und die Story von Monster Hunter überzeugt, verraten wir euch in unserem Test.

Jäger vs. Rider

Untypisch für ein japanisches Rollenspiel starten wir unsere Reise nicht als No-Name-Charakter, sondern als Enkel eines legendären Riders namens Red. ...

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... Dadurch müssen wir von Anfang an große Fußstapfen ausfüllen. Gerade erst haben wir unsere Ausbildung abgeschlossen, dürfen uns nun offiziell einen Rider nennen, ein weiter Weg liegt aber noch vor uns.

Bevor wir jedoch die Reise antreten, werden wir per Cutscene Zeuge eines ungewöhnlichen, roten Lichts, das im Vulkan unserer Heimatinsel Hakolo auftaucht. Die großen roten Drachen-Monster namens Rathalos scheinen von dem Licht angezogen zu werden und fliegen über die Insel. Als wir den Vulkan erforschen, um herauszufinden was dort vor sich geht, treffen wir ein Mädchen namens Ena, das uns ein Ei des sagenumwobenen Wächter-Rathalos überreicht. Dieses Monster gehörte zu unserem Großvater Red! Da all die Jäger, die eigentlich zu einem Fest eingeladen waren, nun die Insel unsicher machen und den alten Rathalos mitsamt seinem Ei vernichten wollen, verstecken und beschützen wir den ungeborenen Drachen und ermöglichen dem Elternteil die Flucht. Die anderen Jäger gehen davon aus, dass das rote Licht mit dem Wächter-Monster in Verbindung steht und gefährlich ist. Somit verstärkt sich der Konflikt, der schon immer zwischen Jägern und Ridern herrscht: Jäger sind brutal und verstehen die Monster nicht, während Rider an ihre Monsties gebunden sind und sie wie Haustiere oder Freunde sehen. Der Konflikt wird im Verlauf des Spiels immer wieder aufgegriffen und durch interessante Charaktere transportiert, die nicht grundlos, sondern aus Überzeugung handeln. Allgemein sind die Figuren, gut sowie böse, in allen Fällen glaubhaft und nachvollziehbar geschrieben, was einen Kontrast zu dem optisch eher kindlichen Stil des Spiels erstellt. Auch erwachsenere Themen wie Tod, zwischenmenschliche Konflikte und Verrat sind spätestens ab der Mitte des Titels an der Tagesordnung.

Selbst, nachdem wir unsere Insel verlassen, wissen wir nicht, ob der Rathalos in unserem Ei über die gefährlichen „Schwingen des Ruins“ verfügen wird, wie es eine Legende besagt, oder ob er ganz normal aufwächst. Diese Frage steht bis zum Ende des Spiels im Raum und sorgt ebenfalls für starke Konflikte, da viele Menschen Angst vor der potenziellen Kraft des Drachen haben. Dieser soll mit einem Flügelschlag nämlich die Welt in das Verderben stürzen.

Ein spielbarer Anime?

Die Zwischensequenzen in Monster Hunter Stories 2 sind wunderschön und lebhaft gestaltet. Im Vergleich zum Vorgänger sehen die Charaktere menschlicher aus, da sie über realistischere Proportionen verfügen. Trotzdem ist der allgemeine Stil sehr von Anime beeinflusst, was einige abschrecken könnte, für andere jedoch einen Pluspunkt darstellen wird. Ebenfalls wie in einem Animationsfilm werden viele der Bewegungen und Aktionen der Charaktere durch Soundeffekte untermalt, jedoch nie zu aufdringlich. Ebenfalls aus Serien wie Pokémon oder Digimon: Betont wird oft, wie wichtig die Bindung zwischen Monstie und Rider ist. Diese Beziehungen werden sehr schön inszeniert und erwärmen, wenn auch unterstützt durch das ein oder andere Klischee, das Herz. Der einzige große Störfaktor der Geschichte ist der Fakt, dass unser Held stumm bleibt. Selbst in ernsten Szenen wirkt es oft so, als seien wir nur Zaungast, obwohl wir eine Schlüsselrolle spielen. Abseits dieses Mankos ist ebenfalls nervig, dass die Framerate in der Switch-Version regelmäßig einbricht, und zwar so stark, dass man es kaum übersehen kann. Die Ruckler kommen owohl im Kampf als auch beim Erkunden vor, was die Spielerfahrung durchgehend beeinträchtigt.

Schere, Stein, Feuerball!

Das Kampfsystem in Monster Hunter Stories ist auf dem ersten Blick ganz klassisch rundenbasiert. Auf den Zweiten bietet es jedoch eine einzigartige Tiefe! Die meisten der Attacken, die wir und unsere Widersacher benutzen, sind entweder Technik-, Geschwindigkeits-, oder Kraft-Angriffe. Prinzipiell funktioniert alles nach dem Schere-Stein-Papier-Prinzip: Kraft schlägt Technik, Technik schlägt Geschwindigkeit und Geschwindigkeit Kraft. So muss nur der Verlierer des Schlagabtauschs großen Schaden einstecken, der Gewinner deutlich weniger. Da wir aber nicht allein unterwegs sind, sondern auch noch insgesamt fünf Monsties dabeihaben dürfen, eines davon im Kampf, haben wir auch die Möglichkeit, unsere Verbündeten zu befehligen. Wir können sie aber auch einfach automatisch angreifen lassen. Sollten wir zusammen mit unserem Mitstreiter denselben Gegner attackieren und beide das Schere-Stein-Papier- Spiel gewinnen, entfesseln wir einen Duo-Angriff: Durch diesen nehmen weder Monstie noch wir Schaden. Benutzen wir diesen oft genug, können wir unseren tierischen Freund reiten und mit ihm eine mächtige Spezialattacke auf den Gegner feuern. Diese Moves sind kreativ und dynamisch einzeln für jedes verfügbare Monster animiert und sehr effektiv.

Was am Anfang wie reiner Zufall wirkt, zeigt schnell ein klares System, denn die Gegner gehen stets nach einem Muster vor. So greifen beispielsweise sehr aggressiv aussehende Monster gerne mit Kraft-Angriffen an, wobei welche mit agilem Design wahrscheinlicher Geschwindigkeits- Aktionen wählen. Was jedoch speziell im späteren Spielverlauf oft passiert, ist, dass Monster verschiedene Stadien durchlaufen. Einige werden wütend, andere fliegen oder graben sich ein. Je nach Modus verändert sich die Art des Angriffs, den die Feinde wählen. Hier haben Spieler der klassischen Monster-Hunter-Reihe einen kleinen Vorteil, da sie einschätzen können, wie Gegner vorgehen und den Kampfstil somit in eine der drei Optionen einordnen zu vermögen. So oder so müssen wir uns die Phasen vieler Monster merken (oder sogar nebenbei aufschreiben), denn es gibt eine Vielzahl von Biestern, die Fans der Serie aus verschiedenen Generationen kennen.

Ins Detail

Um das Ganze abzurunden, haben die einzelnen, monströsen Begleiter ebenfalls eine von drei Eigenschaften, weshalb wir ein Team zusammensetzen sollten, welches aus jeder Konfrontation als Sieger hervorgehen kann. Monster Hunter Stories 2 ist kein einfaches Spiel! Missachten wir die Schwächen der Gegner, werden wir per K.O ganz schnell wieder in unser Dorf teleportiert. Wie in der Action-Vorlage fühlt sich jeder Kampf wie ein Bossfight an. Untypisch für das Genre gibt es keine eintönigen Begegnungen, bei denen wir nur mit Hilfe von normalen Angriffen alles platt hauen, wodurch wir dann früher oder später ans Ziel kommen. Praktisch: Sobald wir weitaus stärker als Feinde sind, können wir Kämpfe per Knopfdruck schlichtweg überspringen. Zuerst fragen wir uns, ob das nicht alles zu sehr vereinfacht. Im Endeffekt entfernt es jedoch lediglich das ausufernde Farmen schwacher Gegner und erspart uns so eine Menge Zeit. Obendrauf können wir Kämpfe sogar mit bis zu dreifacher Geschwindigkeit ablaufen lassen, eine erfrischende Abwechslung! Dies ist vor allem praktisch, wenn wir neue Mitstreiter aufleveln wollen, denn auf niedrigen Stufen bekommen sie 500% Erfahrungsbonus.

Wir können die Begleiter in unser Team aufnehmen, zudem ist es aber auch möglich, sie zu opfern, um einen ihrer Skills auf ein anderes Monster zu übertragen. So lassen sich unsere Lieblings-Kumpanen personalisieren, ein Feuer-Monstie kann auf diese Weise sogar das Wasser-Element benutzen. Erklärt wird die Mechanik mit der Übergabe von Genen im Ritual der Überlieferung. Obendrauf bilden die Gene einzelner Biester miteinander Synergien und können Boni auf verschiedene Fertigkeiten erhöhen.

Welche Waffe? Alle!

Normalerweise fragt sich jeder Jäger am Anfang eines Monster Hunter: Welche Waffe werde ich dieses Mal benutzen? In Stories wird uns diese Entscheidung abgenommen, denn wir müssen im besten Fall alle mitnehmen. Es gibt drei verschiedene Waffentypen: schneidende, stumpfe und durchdringende. Da wir immer drei verschiedene Waffen, zwischen denen wir jederzeit wechseln können, mit uns führen, nehmen wir natürlich für jede der Eigenschaften ei-

nen Typen mit, um gegen alles und jeden gewappnet zu sein. Denn die verschiedenen Körperteile der Monster sind, wie in der Hauptreihe, einzeln angreifbar und benötigen verschiedene Kriegswerkzeuge, mit denen man die Areale besonders schnell zerstört kann. Bemerkenswert ist, dass die verschiedenen Waffen selbst bei dem rundenbasierten Spielprinzip komplett unterschiedlich gespielt werden müssen, um effektiv zu sein. Das Großschwert beispielsweise benötigt viele Fähigkeitspunkte, baut sich über mehrere Runden auf und richtet folglich mit einem Schlag hohen Schaden an. Die Detailvielfalt des jeweiligen Kampfstils, in Animation und Ausführung, all das ist so liebevoll umgesetzt wie in der Originalreihe.

Genauso wurde von dort das Prinzip übernommen, dass das Zerstören verschiedener Körperteile uns verschiedene Items beschert und gleichzeitig in manchen Fällen Angriffe schwächen oder sogar unterbinden kann. Sollte man die Originalreihe nicht kennen, freut man sich erst recht über die vielen, nicht alltäglichen Mechaniken im Kampfsystem.

Sind wir Eierdiebe?

Wo bekommt man Monstereier am besten her? Richtig! Aus Monsterbauten. Sind wir in der Overworld unterwegs, finden wir überall in den riesigen Arealen Monsterbauten. Sie begegnen uns in Form von Steinkonstruktionen an Wänden oder im Boden. Betreten wir sie, finden wir uns in kleinen, zufallsgenerierten Dungeons wieder. Am Ende der Tunnel befindet sich stets das Nest eines Monsters, dessen Ei wir frech stehlen! Zwar sind die kleinen Erkundungstouren spannend, da wir nie wirklich wissen was wir treffen oder erhalten werden. Schnell bemerken wir aber, dass es so wenige Bausteine für die kleinen Levels gibt, dass wir gefühlt zu viel Zeit in der gleichen Umgebung verbringen. Nicht nur bestehen die Nester aus den immer gleichen Teilen, auch in der Main-Story sind sie überall zu finden. Das schränkt den Erkundungsdrang viel zu schnell ein, da wir nach 15 von ca. 45 Spielstunden in dieser Hinsicht gefühlt schon alles gesehen haben. Lediglich die Städte und etwas größeren Gebiete in deren Umfeld haben Wiedererkennungswert.

Ein würdiger Nachfolger

Schon im ersten Teil raubten wir Nester aus, ritten verschiedene Monsties und nutzten ihre Stärken zu unserem Vorteil. Durch das Verletzen von Körperteile und den Einfluss, den dies auf den Kampfverlauf hat, entsteht in Kombination mit der vielfältigen Waffen-und-Rüstungsauswahl und dem Personalisieren der Monster eine Tiefe in vielen verschiedenen Bereichen. Ebenfalls ist die Geschichte sehr viel ernster als im Vorgänger, obschon es natürlich auch lustige Momente gibt, die das Ganze auflockern. Technisch gibt es außer den starken FPS-Einbrüchen wenig störende Makel. Der simple, aber passende Anime-Grafikstil sorgt dafür, dass das Spiel trotz manchmal eintöniger Spielwelt und unscharfer Texturen gut aussieht. Gleichzeitig findet das Spiel die perfekte Balance zwischen Anspruch und Simplizität: Wir können theoretisch ewig lange unsere Teams optimieren, das Hauptspiel bekommen wir jedoch mit gutem Schlachtplan auch ohne ewiges Herumbasteln durch. Erst im End-Game gibt es ohne kompliziertere Strateien Probleme, denn hier warten High-Rank-Gegner auf uns. Diese stecken sehr viel mehr Schaden ein und teilen gleichzeitig stärker aus. Wer nach Beendigung des Titels noch nicht genug hat und eine Herausforderung sucht, wird in den Endgame-Dungeons unzählige Stunden Spaß finden.

■ Yannik Cunha & Katharina Pache

MEINUNG

Yannik Cunha

Ein ernster Kern, der perfekt in süßer Schale verpackt wurde!

Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin erweitert das Gameplay des ersten Teils, genau so wie es das sollte! Die Kämpfe sind spaßiger, da sie mehr Tiefgang bieten und das Sammeln der Eier bereitet so viel Spaß wie eh und je. Auch die Story kann sich sehen lassen: Wo ich simple Charaktere mit einfachen Motiven erwartete, war ich beeindruckt von der Tiefe der Figuren. Mindestens genauso positiv überraschten mich die düsteren Themen, die das Spiel immer wieder behandelt – ich ging eher einer eindimensionalen Geschichte aus. Wer gerne unendlich viel Zeit mit dem Perfektionieren seines Teams verbringt, wird mit Monster Hunter Stories 2 die Zeit seines Lebens haben, genauso gut könnt ihr jedoch einfach nur eine schöne Geschichte genießen. Lediglich die FPS-Einbrüche auf der Switch sind sehr störend, sonst hatte ich mit vielen Spielstunden eine sehr gute Zeit.

Infos

Termin: 09. Juli 2021

Genre: Rollenspiel

Hersteller: Capcom

Entwickler: Capcom

Sprache:

Text: Deutsch 

USK-Freigabe: ab 12 

Jahren Preis: ca. 60 Euro

Pro & Contra

▢ Erwachsene Story

▢ Sympathische Charaktere 

▢ Viel Spieltiefe 

▢ Eine Vielzahl an Gegnern 

▢ Schöne Inszenierung 

▢ Viele verschiedene Monster 

▢ Performance-Probleme 

▢ Uninspirierte Umgebungen 

▢Teilweise schwammige Texturen

Wertung

8 Tolles Gameplay und interessante Story – technisch auf Switch aber nicht ganz sauber