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MORD im HAREM


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Gong - epaper ⋅ Ausgabe 31/2022 vom 29.07.2022
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Bildquelle: Gong, Ausgabe 31/2022

KÖNIGLICH Ramses III. mit der ägyptischen Göttin Isis (o.), als Statue (l.) und mumifiziert für die Ewigkeit (u.)

M ordverjährt nie. Sogar nach 3000 Jahren bleiben die Spuren heiß. Eine Doku rollt den wohl schaurigsten Fall aus dem alten Ägypten wieder auf (siehe TV-Tipp). Das Opfer: Ramses III., einer der letzten großen Pharaonen. Der gottgleiche Herrscher starb im Jahr 1154 v. Chr. unter mysteriösen Umständen. Fiel er einer Intrige zum Opfer? Die als „Tatort“-Kommissarin bekannte Florence Kasumba und Kriminalistikprofessor Thomas E. Gundlach gehen mit einem Expertenteam auf Spurensuche – True Crime im Pyramidenreich!

Erster Schauplatz der Ermittlungen: das Ägyptische Museum in Kairo. Dort ...

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... untersuchte der Paläopathologe Dr. Albert Zink die Mumie des Pharaos im Dezember 2012 mit einem Computertomografen. Auf den ersten Blick schien der Körper unversehrt. Doch eine Zusatzbandage am Hals weckte das Interesse des Teams. Die CT-Bilder waren eine Sensation. „Wir haben eine tiefe Schnittwunde im Halsbereich gefunden“, erinnert sich der Mumienexperte vom Forschungszentrum Eurac im italienischen Bozen. „Der sieben Zentimeter breite Schnitt hat die Luftröhre durchtrennt, die Speiseröhre und die blutführenden Gefäße.“ Eine Verletzung, die sofort tödlich war. Ramses III. wurde ermordet!

WER WAR RAMSES III.?

SEINE REGENTSCHAFT währte von 1187 bis 1154 v. Chr., zählt also zum Neuen Reich. Wie viele Pharaonen verewigte er sich in Bauten, etwa seinem Totentempel in Medînet Hâbu. In seine Epoche fallen die Angriffe der sogenannten Seevölker auf Ägypten.

Die TV-Ermittler fanden weitere Hinweise in einem Papyrus aus dem Ägyptischen Museum Turin. Die Gerichtsakten aus dem 12. Jahrhundert v. Chr. schildern einen Prozess gegen Verschwörer, die Ramses III. nach dem Leben getrachtet haben sollen. Ungeheuerlich! Ein Pharao war Mittler zwischen Menschen und Göttern. Wer ein Attentat plante, setzte also das Wohlergehen des gesamten Volks aufs Spiel.

Der altägyptische Papyrus listet akribisch Verdächtige auf, vor allem Mitglieder der königlichen Familie, Frauen aus dem Harem und hohe Würdenträger des Hofs. Anführerin des Komplotts soll Tiye gewesen sein, eine Nebenfrau des Pharaos. Gab es einen erbitterten Machtkampf um den Thron? Darüber schweigen die Akten. Fest steht: Wie alle Pharaonen hatte Ramses III. viele Frauen, die zusammen im Harem lebten. Aus ihnen wählte der Herrscher eine „Große Königsgemahlin“ aus. Nur deren erstgeborener Sohn folgte ihm auf dem Thron. Doch Ramses III. konnte sich nicht entscheiden. Gleich drei ehrgeizige Frauen machten sich Hoffnungen. Wollte Tiye etwa den Pharao beseitigen und so ihren Sohn Pentawer als Nachfolger etablieren?

Den Tätern auf der Spur

Wie und wo der Mord genau geschah, bleibt Spekulation. Der Harem gilt als wahrscheinlichster Tatort. Dort war der Pharao ungeschützt, die Attentäter konnten sich ihm unauffällig nähern. Im Gerichtspapyrus aus Turin fanden die TV-Ermittler auch Urteile und Strafen. Schuldig! Einige Verschwörer wurden verbrannt, andere durften sich das Leben nehmen. Dazu gehörte Pentawer, der gemeinsame Sohn von Tiye und Ramses III. Ein Vatermörder? Lange galt seine Mumie als verschollen. Könnte es sich um den sogenannten „Unbekannten Mann E“ handeln? Nach hinten verdrehter Kopf, zum Schrei aufgerissener Mund – der Mumie sieht man die Qualen des Todes an. Neue DNA-Vergleiche mit den Genen von Ramses III. bestätigten den Verdacht. „Wir haben eine 50-prozentige Übereinstimmung des Erbguts“, erklärt Dr. Albert Zink. „Das spricht dafür, dass der ‚Unbekannte Mann E‘ der Sohn von Ramses III. war.“ Verurteilt in einem Mordprozess vor 3000 Jahren.

KAI RIEDEMANN