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Motocross: Holländer nutzen Heimvorteil kompromisslos aus


Top Speed - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 25.10.2019

Motocross of Nations Niederlande / Assen


Artikelbild für den Artikel "Motocross: Holländer nutzen Heimvorteil kompromisslos aus" aus der Ausgabe 11/2019 von Top Speed. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Top Speed, Ausgabe 11/2019

Calvin Vlaanderen, Glenn Coldenhoff und Jeffrey Herlings (Bildmitte v. l. n. r.) ließen die Holländer jubeln


Das MX of Nations, Rennen des Jahres und gleichzeitig traditioneller Saisonabschluss, fand in diesem Jahr auf der berühmten Motorsportanlage „TT Circuit“ im holländischen Assen statt. Bei Dauerregen mutierte die Sandstrecke in eine Schlammwüste, das nutzten die hochfavorisierten Holländer zum erwarteten Heimsieg.

In Anwesenheit des holländischen Königs Willem-Alexander am Rennsonntag ließ das Team Oranje um Superstar Jeffrey Herlings, Glenn Coldenhoff und ...

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In Anwesenheit des holländischen Königs Willem-Alexander am Rennsonntag ließ das Team Oranje um Superstar Jeffrey Herlings, Glenn Coldenhoff und Calvin Vlaanderen von der ersten Sekunde an keinen Zweifel daran, wer Herr im Sandkasten zu Assen ist. Dabei waren die äußeren Bedingungen alles andere als vielversprechend. Die meiste Zeit goss es wie aus Kübeln und die Strecke verwandelte sich im Laufe des Wochenendes in eine zementartige Masse aus Schlamm und Sand. Der Trend der letzten Jahre setzte sich damit fort, nach Matterley Basin (GB) und Red Bud (USA) im Vorjahr war Assen das dritte Schlammrennen hintereinander.
Pünktlich mit dem Qualifying der MXGP-Klasse am Samstag öffnete der Himmel über Assen seine Schleusen. Davon ließ sich der spanische MX2-Champion Jorge Prado nicht beeindrucken und holte in seinem ersten Rennen bei den großen Motorrädern den Startsieg. Im Ziel konnte sich verdient der Schweizer Yamaha-Pilot Jeremy Seewer durchsetzen, gefolgt vom aktuellen MX1- Champion Tim Gajser und dem Belgier Jeremy van Horebeek. In der MX2-Klasse war es USBoy Justin Cooper, der ebenso überraschend wie deutlich triumphierte und damit die Hoffnungen der Amerikaner auf ein großes MXoN-Comeback nach den schmerzlichen Niederlagen der letzten Jahre befeuerte. Calvin Vlaanderen und der Australier Kyle Webster belegten die Plätze 2 und 3.

Idealpunktzahl mit einem 1-1-Resultat, ergo bester Fahrer – Glenn Coldebhoff


Regenschirme waren unabdingbar (# 4 Jeffrey Herlings)


Auch in der Open-Qualifikation gab es eine Überraschung, der „Veteran“ Kevin Strijbos (BEL) zeigte seine Qualitäten im nassen und tiefen Sand und wurde Zweiter hinter dem blendend aufgelegten Letten Pauls Jonass.
Am nächsten Morgen begann nach der Mittagspause die große Regen-Lotterie. Im ersten Lauf MXGP gegen MX2-Klasse zog wie selbstverständlich der Spanier Prado den Holeshot, am Hinterrad lauerten aber bereits Tim Gajser und Jeremy Seewer. Für die Amerikaner Cooper und Jason Anderson lief bereits zu Beginn alles schief, beide rasselten zusammen und zogen sich Handverletzungen zu. Topfavorit Herlings hatte einen schlechten Start und lieferte eine spektakuläre Aufholjagd. An der Spitze übernahm der Slowene Gajser das Zepter und rettete den Sieg knapp vor dem anstürmenden Herlings in das Ziel. Super Dritter wurde KTM-Star Jorge Prado. Der zweite Lauf brachte den Kampf der MX2-Piloten gegen die Fahrer der Open-Klasse. Wie in den letzten WM-Rennen dominierte der Holländer Coldenhoff gnadenlos die Konkurrenz mit einem Start-Ziel-Sieg. Hinter dem heimlichen Star der holländischen Truppe belegten Pauls Jonass und Sandexperte Shaun Simpson (GB) die Plätze auf dem Laufpodium, als bester US-Fahrer belegte Zach Osborne Rang 5. Bereits nach diesem Rennen lag Holland nahezu uneinholbar in Front, dahinter wurde es dramatisch, fast zehn Teams lagen dicht beieinander.
Der letzte Lauf Open & MXGP musste die Entscheidung bringen und mit Herlings und Coldenhoff brachte Holland das Beste vom Besten an den Start. Zunächst aber schaffte Honda-Pilot Tim Gajser seinen zweiten Holeshot, am Hinterrad den Belgier van Horebeek. Während Herlings wie im Lauf zuvor schlecht aus dem Startgatter kam und von den hinteren Plätzen seine Aufholjagd startete, ging Coldenhoff in Runde 3 innerhalb von wenigen Kurven in Führung und fuhr den Laufsieg sicher nach Hause. Jeffrey Herlings erreichte noch Platz 4, damit ging die Chamberlain-Trophy 2019 an die niemals gefährdeten Niederländer. Der heroische Kampf um die Podiumsplätze brachte am Ende Nachbar Belgien Platz 2 vor den Briten. Die stark eingeschätzten Amerikaner wurden nur Sechste, damit liegt der letzte Nations-Triumph der USA bereits acht Jahre zurück.
Aus deutscher Sicht lieferte das Team um Dennis Ullrich, Tom Koch und Rookie Simon Längenfelder ein hervorragendes Ergebnis als Siebenter ab. Nach Querelen im Vorfeld hatte man für das Team Deutschland unter Teamchef Wolfgang Thomas Schlimmes befürchtet, doch wie so oft beim MXoN kam es ganz anders. Husky-Pilot Dennis Ullrich zeigte bereits in der Quali seine Qualität und startete mit Rang 10 auf dem Open-Motorrad in das Wochenende. Und auch Koch (MXGP) und Längenfelder (MX2) steuerten gute Plätze bei, sodass Deutschland voller Hoffnung in den Renntag startete.
Bei widrigsten Bedingungen zeigte das Trio Biss, allen voran „Kapitän“ Dennis Ullrich, der vor allem in Lauf 1 als Neunter ein großartiges Rennen fuhr. Kollege Simon Längenfelder hatte da noch Pech, schied mit technischem KO aus und sorgte damit für das Streichresultat. Nun durfte kein Fehler mehr passieren. Tom Koch zeigte Nerven aus Stahl, finishte auf den Plätzen 11 und 15 in seinen Läufen. Auch das Nesthäkchen Längenfelder holte als 19ter bei seinem zweiten Auftritt die erhoffte Platzierung und „Ulle“ machte mit Platz 18 im abschließenden Finalrennen den Sack endgültig zu.