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MotoGP: präsentiert: „Das MotoGP-Level ist enorm hoch, jeder Hersteller investiert sehr viel“


Top Speed - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 30.01.2020

„Die Dominanz von Marquez spiegelt die Realität dieser Meisterschaft wider, in welcher der Fahrer einen größeren Unterschied macht als in jeder anderen Rennserie auf der Welt. In der MotoGP-Weltmeisterschaft hat der Fahrer mehr Einfl uss als bei jedem anderen Motorsport- Event. Wenn es nicht ein Phänomen wie Marquez oder vorher Rossi geben würde, wären die anderen nicht auf dem Niveau, auf dem sie sich gerade befi nden“, urteilte Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta über die letzte Saison der Königklasse.


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Bildquelle: Top Speed, Ausgabe 2/2020

Ein Blick auf die Gesamtwertung zeigt, dass der Spanier mit beiden Aussagen recht hat. Einerseits durfte sich ...

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... nicht nur Marc Marquez über erste Plätze freuen, auch Andrea Dovizioso (Ducati), Danilo Petrucci (Ducati), Alex Rins (Suzuki) und Maverick Vinales (Yamaha) feierten 2019 einen oder sogar zwei Siege. Andererseits dominierte der Honda-Chauffeur in eindrucksvoller Art und Weise. Lediglich auf dem Circuit of The Americas blieb Marc ohne zählbares Resultat, bewies aber sofort, dass er ein anständiger und ehrlicher Kerl ist: „Heute habe ich einen großen Fehler gemacht. Bei meinem Team habe ich mich entschuldigt, und ich muss mich auch bei meinen Fans entschuldigen. Wir alle sind Menschen, und wir machen Fehler!“ Bei allen anderen Läufen sah der damals 26-Jährige (* 17. Februar 1993) die schwarzweiß- karierte Flagge ausschließlich auf den Positionen eins oder zwei. In der fi nalen Tabelle hat Weltmeister Marquez unglaubliche 151 Punkte mehr aufzuweisen als Vizechampion Dovizioso. Honda gewann nicht nur die Fahrer-WM, auch in der Konstrukteurs- und Team-Wertung belegte dieses Fabrikat aus Japan die ersten Ränge. Allerdings sorgte in erster Linie die enorme Überlegenheit Marquez‘ für diesen dreifachen Tri- umph. „Leider kam Jorge Lorenzo nicht mit unserem Motorrad zurecht und hat für sich letzten Endes eine Entscheidung getroffen. Wir haben das akzeptiert, aber es war sicherlich der Negativpunkt für uns. Aber wir freuen uns natürlich, dass Marc erneut eine sehr gute Saison und Performance gezeigt hat“, offenbarte Honda-Teammanager Alberto Puig. Der oft geäußerten Vermutung, dass sich die Honda Racing Corporation (HRC) in der Entwicklung mehr oder weniger an Marquez orientiert, widersprach der ehemalige 500er-Fahrer Puig vehement: „Honda baut ein Motorrad, und der Fahrer muss die Fähigkeit zur Anpassung haben. Hinter uns steht eine große Gruppe von Technikern. Anhand der Ergebnisse ihrer Arbeit muss man wissen, wie man sich anpassen und das Beste aus jeder Situation herausholen kann.“ Tatsache ist, Marc Marquez erledigt diesen Job mit Perfektion. 2019 nicht zum ersten Mal, aber auf besonders hohem Niveau. Seine Konkurrenten unterschätzt der außerirdische Racer aus dem katalanischen Teil Spaniens trotzdem nicht: „Yamaha konnte in der zweiten Hälfte der letzten Saison aufholen. In punkto Konstanz ist vor allem Dovizioso immer da. Sie werden starke Konkurrenten sein. Wir werden alle bei null Punkten in die Saison starten. Es gibt keinen Favoriten. Wir arbeiten weiter hart an uns, um noch stärker zu sein.“ Im Konstrukteurs- Klassement belegte Yamaha die zweite Position und Maverick Viñales wurde Dritter in der Fahrerwertung. „Ich denke, die Geschichte von 2019 war etwas anders. Bei uns gab es interne Veränderungen, die Ende letzten Jahres begonnen und uns auf einen neuen Weg gebracht haben. Insofern denke ich, dass wir uns gerade in einer guten Phase befinden. Wir arbeiten weiter an der Zukunft und können 2020 hoffentlich noch besser werden. Uns fehlt aber immer noch etwas, vor allem Power. Es fehlt uns an Höchstgeschwindigkeit. Das macht es unseren Fahrern schwer, insbesondere Honda und Ducati zu bekämpfen. Dennoch sind wir viel optimistischer als vor zwölf Monaten“, sagte Yamaha-Renndirektor Lin Jarvis. Esteban Garcia, Crewchief bei Viñales, äußerte sich ebenfalls positiv: „Ich denke, was das Fahrerische angeht, ist Maverick bereit, um den Titel zu kämpfen. Er arbeitete hart und gewann das Vertrauen zurück, das er verloren hatte. Maverick hat seine Starts, seine Zweikämpfe und seine ersten Runden deutlich verbessert.“ Neben dem Spanier ist Valentino Rossi nach wie vor die Institution im Monster Energy Yamaha Team. Dass der bald 41-Jährige (*16. Februar 1979) am 25. Juni 2017 auf dem TT Circuit Assen seinen 115. und bislang letzten Grand-Prix-Sieg feierte, ändert nichts an den Fähigkeiten und der Popularität des Italieners. nicht mit unserem Motorrad zurecht und hat für sich letzten Endes eine Entscheidung getroffen. Wir haben das akzeptiert, aber es war sicherlich der Negativpunkt für uns. Aber wir freuen uns natürlich, dass Marc erneut eine sehr gute Saison und Performance gezeigt hat“, offenbarte Honda-Teammanager Alberto Puig. Der oft geäußerten Vermutung, dass sich die Honda Racing Corporation (HRC) in der Entwicklung mehr oder weniger an Marquez orientiert, widersprach der ehemalige 500er-Fahrer Puig vehement: „Honda baut ein Motorrad, und der Fahrer muss die Fähigkeit zur Anpassung haben. Hinter uns steht eine große Gruppe von Technikern. Anhand der Ergebnisse ihrer Arbeit muss man wissen, wie man sich anpassen und das Beste aus jeder Situation herausholen kann.“ Tatsache ist, Marc Marquez erledigt diesen Job mit Perfektion. 2019 nicht zum ersten Mal, aber auf besonders hohem Niveau. Seine Konkurrenten unterschätzt der außerirdische Racer aus dem katalanischen Teil Spaniens trotzdem nicht: „Yamaha konnte in der zweiten Hälfte der letzten Saison aufholen. In punkto Konstanz ist vor allem Dovizioso immer da. Sie werden starke Konkurrenten sein. Wir werden alle bei null Punkten in die Saison starten. Es gibt keinen Favoriten. Wir arbeiten weiter hart an uns, um noch stärker zu sein.“ Im Konstrukteurs- Klassement belegte Yamaha die zweite Position und Maverick Viñales wurde Dritter in der Fahrerwertung. „Ich denke, die Geschichte von 2019 war etwas anders. Bei uns gab es interne Veränderungen, die Ende letzten Jahres begonnen und uns auf einen neuen Weg gebracht haben. Insofern denke ich, dass wir uns gerade in einer guten Phase befinden. Wir arbeiten weiter an der Zukunft und können 2020 hoffentlich noch besser werden. Uns fehlt aber immer noch etwas, vor allem Power. Es fehlt uns an Höchstgeschwindigkeit. Das macht es unseren Fahrern schwer, insbesondere Honda und Ducati zu bekämpfen. Dennoch sind wir viel optimistischer als vor zwölf Monaten“, sagte Yamaha-Renndirektor Lin Jarvis. Esteban Garcia, Crewchief bei Viñales, äußerte sich ebenfalls positiv: „Ich denke, was das Fahrerische angeht, ist Maverick bereit, um den Titel zu kämpfen. Er arbeitete hart und gewann das Vertrauen zurück, das er verloren hatte. Maverick hat seine Starts, seine Zweikämpfe und seine ersten Runden deutlich verbessert.“ Neben dem Spanier ist Valentino Rossi nach wie vor die Institution im Monster Energy Yamaha Team. Dass der bald 41-Jährige (*16. Februar 1979) am 25. Juni 2017 auf dem TT Circuit Assen seinen 115. und bislang letzten Grand-Prix-Sieg feierte, ändert nichts an den Fähigkeiten und der Popularität des Italieners.

Marc Marquez (Honda) erledigte seinen Job in höchster Perfektion


Fotos: motogp.com

Doch neben Viñales und Rossi sorgte im vergangenen Jahr ein dritter Yamaha-Fahrer für Aufsehen - Fabio Quartararo. Als MotoGPRookie eroberte der Franzose sechs Pole-Positions und sieben darauffolgende Podiumsplätze. Der 20-Jährige aus Nizza nannte die Ursachen seiner tollen Performance: „Ich setze mich einfach auf das Motorrad und versuche, so schnell wie möglich zu fahren. Von Natur aus habe ich eher einen sanften Fahrstil, ich kann aber auch aggressiv sein mit diesem Motorrad. Franco Morbidelli, Boxenpartner von Fabio im Team Petronas Yamaha SRT, schaffte im Gegensatz zu Quartararo keinen Zieleinlauf mit anschließender aktiver Teilnahme am Pokal-Ritual. „In der vergangenen Saison habe ich gelernt, dass es nicht ausreicht, ein schneller Kerl zu sein. In einem MotoGP- Rennen sind viele andere Aspekte nötig, um erfolgreich zu sein, doch wenn ich diese erzähle, würde ich meine Geheimnisse verraten. 2020 will ich diese Dinge umsetzen“, meinte der Moto2- Champion von 2017. Für die Errei- chung hochgesteckter Ziele, sind Testfahrer heutzutage wichtiger denn je. Lin Jarvis ist sich dessen bewusst: „Wir brauchen einen schnellen Testfahrer. Wir brauchen jemanden, der uns ein genaues Feedback geben kann.“ Rossi wusste genau, wer dafür geeignet ist: „Ich würde es sehr begrüßen, Lorenzo als Testfahrer zu haben. Er ist ein sehr schneller Fahrer. Wenn Lorenzo auf der M1 sitzt, dann ist er stark.“ Valentino hat zweifellos recht, schließlich gewann der Mallorquiner seine drei MotoGP-Weltmeistertitel im Yamaha-Sattel. In eine Gespräch mit ,ServusTV‘ sagte Jorge: „Natürlich werde ich wieder im Paddock sein, aber ich weiß noch nicht, in welcher Funktion. Auf jeden Fall arbeiten wir daran.“ Die drei vollen Erfolge von Andrea Dovizioso (Losail und Red Bull Ring) und Danilo Petrucci (Mugello) reichten bei Ducati „nur“ für Gesamtplatz drei bei den Konstrukteuren. Dovizioso musste sich zum dritten Mal hintereinander mit der Rolle des Kronprinzen - hinter King Marquez - abfinden. „Natürlich können wir nicht komplett zufrieden sein. 2018 haben wir sieben Rennen gewonnen und im Jahr davor sechs. Jetzt waren es nur drei Siege. Also fehlt etwas. Wir waren nicht die Schnellsten und wir haben den WM-Titel nicht gewonnen. Es ist klar, dass wir etwas finden müssen, doch das ist nicht so einfach. Das MotoGP-Level ist enorm hoch, jeder Hersteller investiert sehr viel“, stellte Ducati- Sportdirektor Paolo Ciabatti fest. Unbestrittene Nummer 1 im Team aus Borgo Panigale ist selbstverständlich Andrea Dovizioso. Neben den bereits erwähnten drei Vize- Titeln, belegte der Italiener 2006 und 2007 in den 250er-Gesamtwertungen ebenfalls zweite Positionen. 2004 wurde Andrea Weltmeister in der 125er-Klasse. Dieses hohe Ziel hat der bald 34-Jährige (* 23. März 1986) nach wie vor im Visier: „Natürlich arbeite ich sehr hart, damit ich Weltmeister werde. Die mentale Seite ist sehr wichtig, um ein schneller Fahrer zu sein und Rennen gewinnen zu können.“ Jack Miller, Doviziosos Marken-Kollege im Pramac Team, erlebte 2019 seine bislang beste Saison in der Königsklasse.

Mit 41 Jahren in die neue Saison - Valentino (Yamaha)


Andrea Dovizioso (Ducati) wurde dreimal in Folge Vizeweltmeister


Zwei Siege in 2019, aber auch einige Stürze - Alex Rins (Suzuki)


Der Südafrikaner Brad Binder (KTM) startet ab 2020 in der MotoGP


Allein fünf dritte Plätze beweisen seine verbesserte Performance.
Der Australiers sagte warum: „Insgesamt habe ich viel weniger Fehler gemacht. Im Team gibt es ein sehr gutes Verständnis. Ich hoffe, wir knüpfen dort an, wo wir die letzte Saison beendete haben.“ Jack gehört seit 2015 zum elitären Kreis der MotoGP-Cracks, die Unterschiede in den Rennverläufen von damals zu jetzt, verschwieg Miller nicht: „Heute wird viel aggressiver gefahren, keine Frage. Wenn man sich die Grand Prix von vor fünf, sechs Jahren anschaut, geht es im Vergleich dazu jetzt viel aggressiver zu. Das ist natürlich besser für die Fans, aber es muss auch Grenzen geben.“ Johann Zarco wird 2020 ebenso eine Desmosedici fahren. Der Tscheche Karel Abraham wurde von Reale Avintia Racing regelrecht vor die Tür gesetzt, um den Platz für den Franzosen freizumachen. Johann unterschrieb einen Einjahres-Vertrag jedoch nicht bei dem Team mit Sitz im Fürstentum Andorra, sondern direkt bei Ducati. „Sie erklärten mir, dass Avintia einen komplett anderen Status bekommt. Ich soll die Chance bekommen, wieder um die Top 7 oder Top 10 zu kämpfen. Ducati meldete sich bei mir, dann hatten wir einige Meetings. Schlussendlich konnten sie mich übereugen“, berichtete der 29-Jährige aus der Filmfestival-Stadt Cannes. Während der Testfahrten vom 7. bis 9. Februar 2020 in Sepang beginnt das Ducati-Abenteuer für Zarco mit einer 2019er-Spezifikation. „In den letzten Rennen haben wir Performance verloren, aber insgesamt sind wir glücklich, das Motorrad hat Potenzial. Wir haben das Gefühl, dass wir auf 80 bis 90 Prozent der Strecken in der vergangenen Saison um das Podium kämpfen konnten. Allerdings haben wir es manchmal nicht auf die Reihe gebracht oder das Qualifying war nicht brillant, doch das Potenzial war immer vorhanden.
Wir wollten einige Rennen gewinnen, das haben wir erreicht. In zwei Rennen haben wir gesiegt, was eine gute Leistung war, denn wir haben junge Fahrer und sind immer noch ein junges Team“, resümierte Suzuki-Teammanager Davide Brivio nach Konstrukteurs- Rang vier. Alex Rins absolvierte 2019 nicht nur das dritte Moto- GP-Jahr, der Spanier verbesserte sich in drei Aspekten. Rins holte mit den ersten Plätzen auf dem Circuit of The Americas und in Silverstone seine Premieren-Siege in der Königsklasse. Dass er in Großbritannien Marc Marquez auf den letzten Metern bezwingen konnte, erwies sich als sein absolutes Highlight. „Ich versuchte, Ruhe zu bewahren, und ich wusste, dass Marc im letzten Sektor schneller ist als ich. Die letzte Runde war einfach unglaublich! Vamos!“, freute sich Alex emotional ergriffen. In der Gesamtwertung verbesserte sich der Lockenkopf aus Barcelona auf den vierten Rang. Rins holte außerdem mehr WM-Punkte als im Jahr zuvor. Ungeachtet dessen war für ihn mehr möglich. Acht vierte bzw.
fünfte Plätze und Stürze in verheißungsvollen Positionen verhinderten ein noch besseres Abschneiden des Katalanen. Davide Brivio gab die Marschrichtung für Alex Rins in 2020 vor: „Für die Zukunft brauchen wir mehr Konstanz. Wir müssen das Potenzial besser nutzen. In jedem Rennen müssen wir in der Spitzengruppe dabei sein und um das Podium kämpfen. Uns muss das viel öfter gelingen.“ Joan Mir debütierte in der Königsklasse, der 22-Jährige steigerte sich nach einer verletzungsbedingten Pause vor allem in den letzten fünf Läufen. „Sein fahrerisches Können wurde immer besser, und Joan lernt weiter dazu. Unsere Erfahrung zeigt, dass im Winter oft ein weiterer Schritt passiert und Fahrer wie Mir entspannter zurückkehren, weil es dann die zweite Saison ist und sie alle Strecken mit dem MotoGP-Motorrad schon kennen“, urteilte Brivio über den jungen Mallorquiner. Nicht nur Kennenlernen, sondern auch erfolgreich sein, wollte Johann Zarco mit der KTM. Aber diese Hoffnung erfüllte sich weder für den zweifachen Moto2-Weltmeister, noch für seinen Arbeitgeber. Der Franzose und das Management aus Österreich trennten sich vorzeitig. „Es ist kein Geheimnis, dass wir in der letzten Saison einige Schwierigkeiten hatten. Zu Beginn war alles noch irgendwie in Ordnung, doch es gab ein Projekt mit Johann, das wir einfach nicht zum Laufen bringen konnten. So gab es immer eine Hälfte des Teams, das nicht performte. Eigentlich hatten wir erwartet, dass sich Johann und Pol gegenseitig auf ein anderes Niveau bringen würden“, erklärte KTM-Motorsportchef Pit Beirer. Dennoch erkannte der gebürtige Baden- Württemberger, trotz Platz fünf im Wettbewerb der Konstrukteure, bei Espargaro hoffnungsvolle Aspekte: „Pol war bei einigen Rennen sehr erfolgreich. Mitten in der Saison erhielten wir neue Teile, die wir im Hintergrund mit Dani Pedrosa testen konnten. Wir konnten das Motorrad besser unter Kontrolle bringen. Das resultierte in einer ersten Startreihe in Misano. An manchen Tagen schafften wir es ohne Probleme in die Top 10, an anderen war es schwieriger.“ 2020 gibt es für beide KTM-Teams keine technischen Unterschiede. Pol Espargaro, Brad Binder, Miguel Oliveira und Iker Lecuona erhalten vier identische RC16 aus Mattighofen. Übrigens, im Hinblick auf die von Jack Miller genannte Aggressivität, hat Pol Espargaro keine andere Meinung, verriet allerdings auch ein bemerkenswerten Detail:
„Man kann mit einem MotoGPBike die Kurven nicht immer ganz innen fahren. Das wird heutzutage von den anderen Piloten genutzt, um hineinzustechen. Es wird einfach ans Gas gegangen, womit ein paar Meter gewonnen werden und der Gegner blockiert wird. Das ist kein guter Stil, aber so ist es nun mal. Das ist MotoGP, wir müssen uns darauf einstellen. Wenn dies mit meinem Motorrad möglich wäre, würde ich es genauso machen.“ Nicht nur aufgrund der sechsten und somit letzten Position in der Konstrukteurs- Weltmeisterschaft verlief 2019 für Aprilia frustrierend. Lediglich auf dem Phillip Island Circuit erreichten Andrea Iannone und Aleix Espargaro als Sechster bzw. Zehnter gemeinsame Top- 10-Ergebnisse. „Die Saison war insgesamt schwierig. Andrea verletzte sich in Jerez und in Misano, Aleix erlitt eine Verletzung in Barcelona“, meinte Motorsportchef Massimo Rivola. Der Italiener wechselte Ende 2018 von der Scuderia Ferrari zu Aprilia Racing. Für 2020 wird in Faenza ein komplett neues MotoGP-Bike aufgebaut. „Vor uns liegt ein ambitioniertes Projekt. Da wir wissen, dass wir nicht so groß sind wie unsere Konkurrenten, wird es ein langer Weg. In dieser Welt gibt es jede Menge Arbeit bezüglich der Elektronik. Und diese kann wiederum auf das neue Motorrad übertragen werden. Anders als unsere Gegner haben wir mit dem Motor, der Elektronik oder der Aerodynamik viele Bereiche, in denen wir uns steigern müssen. Dafür brauchen wir etwas Zeit. Wir werden das neue Motorrad erst im Februar zu den Testfahrten in Malaysia zur Verfügung haben“, offenbarte der ehemalige F1- Mann. Neben der Enttäuschung in der WM 2019 folgte für Aprilia Mitte Dezember eine weitere Ernüchterung. Zu diesem Zeitpunkt gab der Motorrad-Weltverband FIM bekannt, dass Andrea Iannone nach einer Doping-Probe, durchgeführt am 3. November 2019 während des Grand Prix von Malaysia, positiv auf das Steroid Nandrolon getestet wurde. Das im sächsischen Kreischa ansässige Institut für Dopinganalytik und Sportbiochemie stellte die verbotene Substanz fest. Der Italiener wurde daraufhin ab dem 17. Dezember 2019 für alle unter FIM-Regie ausgetragenen Veranstaltungen vorläufig gesperrt. Bereits zwölf Monate zuvor sorgte Andrea für einige Ausrufezeichen. Nach einer Schönheits-Operation(!!!) durfte der klassenübergreifend 13-fache Grand-Prix-Sieger damals nicht an den ersten Testfahrten teilnehmen. Hinter der Vermutung, dass mit den Allüren von „Maniac“, so der Kosename des 30-Jährigen, das Aprilia-Dilemma 2019 begann, steht nicht nur ein Fragezeichen! Iannone kann gegen das Urteil der FIM Berufung einlegen und eine B-Probe fordern. „Ich bin total entspannt und möchte meine Fans und Aprilia beruhigen. Ich bin offen für weitere Analysen. Über die Jahre und auch in dieser Saison habe ich mich fortlaufenden Untersuchungen unterzogen, die immer negativ waren. Deshalb habe ich volles Vertrauen, dass es auch dieses Mal einen guten Ausgang nehmen wird“, lautete die Aussage von Andrea via Instagram- Post. Anfang Januar wurde die B-Probe ausgewertet und ebenfall positiv bewertet. Dadurch erfolgt am 4. Februar 2020 die Anhörung von Iannone vor dem Internationalen Disziplinargericht der FIM. Über die Entscheidung dieser Institution berichten wir in der Märzausgabe.

Aleix Espargaro (Aprilia) erhält ein komplett neues Motorrad


www.liqui-moly.de