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Münchner Oktoberfest


Kirmes & Park Revue - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 21.08.2019
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Bildquelle: Kirmes & Park Revue, Ausgabe 9/2019

Es ist wieder soweit: In München startet die weltberühmte „Fünfte Jahreszeit", das Oktoberfest. Es ist die 186. Ausgabe und dauert vom 21. September bis zum 6. Oktober, reicht also relativ lange in den Monat hinein, der dem Fest seinen Namen gab. Es ist wieder eine „Große Wiesn" inklusive Oide Wiesn (und ohne Zentral-Landwirtschaftsfest), das Festareal nimmt eine Größe von 34,5 Hektar ein. Von den insgesamt 1.067 Bewerbungen konnten 551 zugelassen werden, darunter 167 aus dem Bereich der Schaustellerei.
Das jährliche Wiesn-Ritual startete natürlich schon viel früher, am 8. Juli mit dem Aufbaubeginn der ...

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Es ist wieder soweit: In München startet die weltberühmte „Fünfte Jahreszeit", das Oktoberfest. Es ist die 186. Ausgabe und dauert vom 21. September bis zum 6. Oktober, reicht also relativ lange in den Monat hinein, der dem Fest seinen Namen gab. Es ist wieder eine „Große Wiesn" inklusive Oide Wiesn (und ohne Zentral-Landwirtschaftsfest), das Festareal nimmt eine Größe von 34,5 Hektar ein. Von den insgesamt 1.067 Bewerbungen konnten 551 zugelassen werden, darunter 167 aus dem Bereich der Schaustellerei.
Das jährliche Wiesn-Ritual startete natürlich schon viel früher, am 8. Juli mit dem Aufbaubeginn der 17 Großzelte, eine immer wieder spektakuläre Riesenbaustelle auf der Theresienwiese unterhalb der Schwanthalerhöhe, die Anwohner und Passanten monatelang in Atem hält. Die Auf- und Abbauzeiten wurden in diesem Jahr um je eine Woche verlängert. Und wen es interessierte, der konnte auf Facebook täglich aktuelle News vom Zeltaufbau lesen, eine Berichterstattung, die von den Wiesnwirten erstmals angeboten wurde. Apropos Wiesnwirte: Da gab es bereits im Frühjahr hitzige Diskussionen um Zulassung oder Verbannung von der Wiesn. Wiggerl Hagn, dem Chef des Löwenbräuzelts, wurden fehlerhafte Zahlen zur Umsatzpacht 2017 vorgeworfen. Das Zelt bleibt natürlich auf der Wiesn, jetzt unter der Leitung seiner Tochter Stephanie Spendler. Auch das Weinzelt kam in den Fokus der Presse, nachdem Festwirt Roland Kuffler wegen einer möglichen Vorteilsgewährung mit Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft konfrontiert worden war. Aber natürlich wird auch das Weinzelt wieder mit von der Partie sein. Eine etwas kuriose Bewerbung sorgte ebenfalls für Schlagzeilen: Alfons Schuhbeck, der berühmte Eventkoch, hatte Ambitionen auf ein eigenes Wiesn-Zeit. Dazu kam es bekanntlich nicht, auch wenn der Verzehr von „Ingwer-Hendln" mal was ganz Neues in der Gastrobranche des Oktoberfests gewesen wäre.

Blick über die Wiesn in Richtung Nordosten, 2018


Kaisers „Bayern Tower”: Momentaufnahmen von der Herstellung bei Funtime


Rund ums Bier

Alle Jahre wieder ein Aufreger: die Bierpreise. Die Maß ist in diesem Jahr durchschnittlich um 30 Cent teurer als noch 2018. Die Wirte nennen höhere Kosten als Begründung. Der Spitzenpreis liegt heuer bei 11,80 Euro und wird in sieben Festhallen erhoben. Leidtragende sind dabei natürlich die Bedienungen, deren Trinkgelder sich entsprechend verringern werden. Die billigste Maß wird für 10,80 Euro im Museumszelt auf der Oiden Wiesn angeboten. Es ist der einzige Ausschankbetrieb, der unter der 11-Euro-Grenze geblieben ist. Insgesamt aber ist zu erwarten, dass der Spaß am Bier keineswegs rückläufig sein wird, egal, was es kostet. Spaß am Biertrinken vermittelt auch der neue Sammlerkrug der Wiesnwirte, der Ende Juli vorgestellt wurde. Ein pfiffig-buntes Bavaria-Motiv ziert die mittlerweile 18. Version des Kruges, den zum vierten Mal der Künstler Maximilian Fliessbach gestaltet hat und der für 22 Euro zu haben ist – mit Zinndeckel kostet er 36 Euro.
Um den „Kampf ums Bier" schließlich geht es in einer sechsteiligen Fernsehserie, für die die ARD derzeit die Werbetrommel rührt. „Oktoberfest – 1900" soll sie heißen und von einem fränkischen Brauer erzählen, der um eine Schanklizenz auf der Wiesn kämpft. Und auch die beginnende Emanzipation von Frauen in einer von Männern dominierten Branche soll thematisiert werden. Die unter anderem in Tschechien gedrehte Reihe soll 2020 ausgestrahlt werden – da sind wir jetzt schon gespannt, was dabei herauskommt. Zunächst aber zu dem, was uns bereits in diesem Jahr auf dem Originalschauplatz zu Füßen der Bavaria erwartet.

Neuheiten im Schaustellerbereich

Acht neue Wiesn-Attraktionen stellte Clemens Baumgärtner, der Referent für Arbeit und Wirtschaft, bei der Pressekonferenz am 30. Juli den Journalisten vor:
Eine der auffälligsten ist sicherlich der „Bayern Tower" von Egon Kaiser, ein zweiter „Star Flyer" auf der Wiesn, gestaltet als „größter Maibaum der Welt". In der offiziellen Pressemitteilung der Stadt wird das Karussell folgendermaßen beschrieben: „Ein überdimensionaler Maibaum ragt auf dem Münchner Oktoberfest neuerdings 90 Meter in den Himmel der Bayern. Nicht aus Holz, sondern aus Stahl. Am grünen Kranz am Gipfel dieses brandneuen Kettenfliegers hängen wie bunte Fähnchen 16 zweisitzige Gondeln für schwindelfreie Fahrgäste, die in ergonomisch geformten Schalensitzen und mit Bügelstange und Automatikgurten doppelt gesichert sind. Ein Aufzug zieht den Fahrgaststern mit einer Geschwindigkeit von bis zu zwei Metern pro Sekunde an die Spitze des Turms. Beim Rundflug mit einer Geschwindigkeit bis zu 65 Stundenkilometern lässt sich die Aussicht bis weit ins Bayernland genießen. Egon Kaiser ließ sich das transportable Hochfahrgeschäft in diesem Jahr von der österreichischen Fahrzeugschmiede Funtime bauen und feiert damit stilgerecht auf der Wiesn Premiere. Sehenswert ist die Rückfront des Geschäfts mit allerlei bajuwarischen Reminiszenzen von der Bavaria bis zur Bräurosl, von Ludwig II bis zum Dienstmann Alois Hingerl, vom Münchner Rathaus bis zu Schloss Neuschwanstein." Verantwortlich für die handgemalte Gestaltung ist das Atelier EK. Das Turmgerüst präsentiert sich in Blau/Weiß, modernste LED-Beleuchtung illuminiert die Anlage. Die Wiesn ist zugleich offizieller Premierenplatz für die Anlage. Das Oktoberfest dürfte das erste Volksfest sein, das zwei Karussells dieses Typs gleichzeitig anbietet. Der „Jules Verne Tower" von Goetzke ist nämlich weiterhin dabei, allerdings dürften sich die beiden Riesenkettenflieger nicht ins Gehege kommen. Ihre optische Ausstattung ist absolut konträr, der Standplatz mit größtmöglichem Abstand gewählt: Der neue „Bayern Tower" dreht sich an der Ecke Matthias-Pschorr/ Wirtsbudenstraße unweit der Bavaria.

Blick über die Wiesn 2018 in Richtung Süden


Der Siegeszug des „Dr. Archibald – Master of Time" setzt sich fort. Nach erfolgreichen Gastspielen auf deutschen Spitzenplätzen schaffte es die VR-Abenteuerbahn auch auf die begehrte Theresienwiese: Der Presse-Text stellt die Vorzüge der Anlage perfekt dar: „Ein Dark Ride der nächsten Generation kommt mit „Dr. Archibald – Master of Time" auf das Oktoberfest. Es ist die erste transportable Abenteuerbahn, die durch Virtual Reality-Technik unterstützt wird. Patrick Greier hatte die Idee zu dieser spektakulären Mischung aus Laufgeschäft und Geisterbahn, die er nach dreijähriger Entwicklung und Produktionszeit realisieren konnte und 2018 am Hamburger Dom erstmals vorstellte. Der Fahrgast wird Teil einer Geschichte: Im verfallenen Museum virtueller Welten macht er sich auf die Suche nach dem verschwundenen Dr. Archibald, einem Geschichtsprofessor, Hobbyarchäologen und Erfinder. Mit Hilfe einer hochauflösenden VR-Brille, dem Oculus Rift, taucht er in eine virtuelle 360 Grad-Welt ein, die er als real empfindet. Auf einer Zeitreise begegnet er Dinosauriern, ergründet eine futuristische Stadt, staunt über das geheimnisvolle Atlantis und endet in der Zeit der Industrialisierung. Durch Interaktion wird der audiovisuelle Content in Echtzeit neu erstellt und passt sich immer wieder neu der jeweiligen Position der Besuchel-uondel an. Vor und nach der Fahrt im Virtual Ride sind Spaß- und Hindernis-Parcours mit Wackel-, Wasser- und Soundeffekten, einem Catwalk und einer Röntgensimulation zu durchlaufen. Allein mehrere Feuer-, Wasser- und Raucheffekte, über eine Million LED-Leuchten und zahlreiche interaktive Screens lassen den Dark-Ride zu einem unvergesslichen Abenteuer werden." Die Neuheit steht in der Straße 4 Ost.

Es „coastert"!

Der „Olympia-Looping” ist auch 2019 wieder dabei


Gleich drei Wiesn-Debutanten kommen aus der Sparte „Coaster", zwei davon sind fabrikneu im Einsatz. Zu „Heidi – The Coaster" lesen wir: „Ganz schön kurvig geht es auf 430 Metern Schienenlänge zu in dem funkelnagelneuen Spinning Coaster von Ewald und Christina Schneider. Die Schienenführung von „Heidi – The Coaster" ist zwar baugleich mit anderen Dreh-Achterbahnen, wurde aber vom französischen Hersteller Reverchon um eine aufschwingende Kurve nach der ersten Abfahrt ergänzt. Sensoren an den Schienen gestatten der feschen Heidi die Fahrt akustisch zu „kommentieren". Außergewöhnlich ist der Start: Mittels eines Booster Lifts werden die Gondeln den Aufzugshügel bis auf 13 Meter Höhe hinauf katapultiert. Trotz rasanter Geschwindigkeit von etwa 58 Stundenkilometern ist die Fahrt in den drehbaren Gondeln, in denen bis zu vier Personen nebeneinander sitzen können, familientauglich und von großem Spaßfaktor." Erleben kann man „Heidi" in der Schaustellerstraße, Standplatz Nummer 34.
Auf Familien mit Kindern wartet erstmals in der Straße 2 „Kinzlers Pirateninsel": „Willy und Andrea Kinzler bescheren mit ihrem fabrikneuen Family Coaster kleinen Wiesn-Gästen, die ab sechs Jahren eigenständig auf der Familienachterbahn fahren dürfen, einen Riesenspaß. Wie in einem „echten" Coaster für die großen Leute führt der Schienenweg auf einer Länge von 10 Metern in krasse Kurven und über zwei Etagen in Höhen und Tiefen. In Begleitung ihrer Eltern haben sogar jüngste Wiesn-Fans die Möglichkeit, an diesem besonderen Fahrerlebnis teilzunehmen. Der Family Coaster, ein Fabrikat der italienischen SBF VISA Rides, kommt im Piraten-Style auf das Oktoberfest und lässt mit umweltschonender LED-Beleuchtung nicht nur Kinderaugen strahlen."
Für Volksfest-Kenner und Coaster-Fans ist die dritte Neuzulassung auf der Wiesn 2019 ein guter alter Be- kannter: der „Spinning Racer" von Angela Bruch wurde bereits 2001 von Maurer Rides gebaut und ist seitdem auf ungezählten Veranstaltungen mit seinen drehenden Chaisen ein absolutes Muss. Ihr erstes Oktoberfesl-uastspiel absolviert die Bahn, die „ein Unikat der Freizeittechnologie" darstellt, in der Straße 2 Ost, Platznummer 6.

Fahrspaß für Jung und Alt ist auch in diesem Jahr wieder garantiert


Weitere Neuheiten

Karl Häsler ist zurück: Nach einem Jahr unfreiwilliger Pause durch die Zerstörung des Schaugeschäfts „Encounter" kommt der innovative Schausteller mit einer Neukreation zurück, der „Münchner Ski Party": „Gaudi nach bayerischer Lebensart verspricht Karl Häsler mit seinem neuen kunterbunten Belustigungsgeschäft „Münchner Ski Party". Auf 400 Quadratmetern Aktionsfläche können sich die Partygäste im drehbaren Glas-Irrgarten, auf Vibrations- und Klappböden, im Gummiseil-Hindernisparcours, dem Springbrunnentunnel oder auf der Kippligen Brücke vergnügen. Natürlich sind die Rollende Tonne und der Zerrspiegelgang vorhanden. Schon im Eingangsbereich wird mit Wasser gespielt und naturgemäß darf bei einer zünftigen Ski Party auch die Schneekanone nicht fehlen" (Schaustellerstraße 38).
Erstmals steht die bekannte Wildwasserbahn „Poseidon. Im Reich Der Götter" von Markus Heitmann/ Schneider-Heitmann OhG auf dem Oktoberfest. Die Anlage hat bereits eine bewegte Erfolgsgeschichte im Kirmes-Geschehen hinter sich, ihre Vorzüge sind nach wie vor aktuell: „Die Fahrt in den 13 Booten im Holzstammdesign mit jeweils bis zu fünf Passagieren an Bord führt auf einer Länge von 320 Metern, davon 250 Meter im Wasser, durch eine griechische Tempelruine. Nike, die Göttin des Sieges in der griechischen Mythologie, ragt in der Mitte der Bahn als 15 Meter hohe Statue empor, bewacht von monumentalen Tempelwächtern. Optisch antik, technisch auf neuestem Stand ist die 1986 von der französischen Fahrzeugschmiede Reverchon gebaute und 2001 zur „Poseidon" generalmodernisierte Groß-Wildwasserbahn: Speziell entwickelte Wasserschussgeräte lassen während der Fahrt zehn Meter hohe Fontänen in die Höhe steigen. Aus drei Meter hohen Feuerschalen lodern effektvoll bis zu vier Meter hohe Flammen. Zwei Schussfahrten aus zwölf und sieben Metern Höhe kitzeln die Nerven der Fahrgäste, die dank neuester Sicherheitstechnik unbeschwert die spritzige Fahrt genießen können" (Straße 3 Ost).
Last but not Least: Neuheit Nr.8 ist das Fotostudio „Be Marilyn" von Raoul Lechner. Darum geht es: „Wer kennt nicht das berühmte Foto aus dem Billy-Wilder-Film „Das verflixte 7. Jahr", auf dem der weite weiße Plisseerock von Marilyn Monroe durch die Abluft des UBahnschachts aufgewirbelt wird. Der sogenannte „Monroe-Effekt" ist auch ein alter Jahrmarktsspaß, wenn in Laufgeschäften durch Luftdruck die Röcke der Besucherinnen hochgepustet werden. Raoul Lechner bringt mit seinem professionellen Fotostudio „Be Marilyn" Fotoeffekt und Volksfestgaudi zusammen und lädt alle Dirndlträgerinnen (und nicht nur diese) zum Fotoshooting als „Volksfest-Marilyn" ein. Die Damen, die sich für Aufwind entscheiden, erleben den Thrill, wenn die mächtigen Windmaschinen anlaufen und die Röcke zum Fliegen bringen. Das Fotoshooting auf einer zwei Meter breiten Bühne im Innern des Fotostudios dauert je nach Lust und Laune der Teilnehmenden drei bis fünf Minuten und kann auf Wunsch jederzeit wiederholt werden" (Straße 3, Nummer 12).
Die Neuheiten auf der Oiden Wiesn findet man innerhalb der Zelte: So gibt es im Museumszelt eine nach historischen Vorbildern gebaute hölzerne Kegelbahn, die Bonbon-Manufaktur mit rund 100 Jahre alter Bonbonwalze und Lutschermaschine sowie die Sonderausstellung „Das Deutsche Schaustellermuseum". Das Festzelt „Tradition" lässt den „Maurer-Montag" vergangener Zeiten am 30. September als „Handwerkel-uontag" wieder aufleben. Alle weiteren Infos zur Wiesn gibt es unterwww.oktoberfest.de

Nicht mehr -– oder: Zum letzten Mal

Neuzulassungen beinhalten auch immer Abschiede: Der „Bayern Tower" ersetzt den Propeller „Cyber Space", der „Spinning Racer" die „Alpina Bahn", der „Family Coaster" das „Omni", „Heidi" den „Power Tower". Greiers „Dr. Archibald" betritt statt Blumes „The Tower" die Münchner Bühne. Erwartungsgemäß nicht mehr dabei ist nach einmaligem Gastspiel das „Chaos Pendel" von HP Maier. Dafür kehrt Karl Häsler mit der „Münchner Ski Party" zurück, ohne dass Hempens „Big Bamboo", das 2018 erfolgreich als Ersatz für „Encounter" verpflichtet wurde, wieder weichen musste. In der Liste der Zusagen, die uns das Referat für Arbeit und Wirtschaft kurz vor Redaktionsschluss zukommen ließ, fehlte der „Musik Express", der im vergangenen Jahr auf die Wiesn zurückgekehrt war. Insgesamt wird die Silhouette der Schaustellergeschäfte – trotz zweitem Riesenkettenflieger – etwas niedriger: zwei Propeller weniger, ein Freifallturm weniger, eine Großachterbahn weg.

Verabschiedet sich: das Russenrad von Koppenhöfer / Simon


Es kommt selten vor, aber dieses Mal ist es Fakt: dass man weiß, dass ein bestimmtes Fahrgeschäft definitiv zum letzten Mal auf dem Oktoberfest stehen wird. Es handelt sich um das „Russenrad" von Koppenhöfer/Simon. Es gehört zu den drei ältesten Fahrgeschäften auf der Wiesn. Anders als Kalbs Kettenflieger, der auf die Oide Wiesn abgewandert ist, und Niederländers „Krinoline", die sich seit Kurzem vor dem Eingang des historischen Wiesn-Teils dreht, hat das kleine Riesenrad über all die Jahrzehnte hinweg seinen Standplatz im nordöstlichen Teil der Schaustellerstraße beibehalten, ungeachtet der modernen Konkurrenz rundherum. Nach dieser Saison verschwindet es von der Bildfläche. Das ist an der Kasse des Geschäfts nachzulesen und auch dieSüddeutsche Zeitung berichtete am 27. Juli darüber: „Wegen europäischer Sicherheitsauflagen müsste die 1925 in Thüringen gebaute „Russische Schaukel" mit erheblichem Aufwand umgebaut werden – Bestandsschutz für alte Fahrgeschäfte wie in den anderen Ländern gibt es in Deutschland merkwürdigerweise nicht. Und so haben sich Edith Simon und ihr Bruder Herbert entschlossen aufzuhören. Für sie ist es auch ein rundes Datum. Nach dem Tod des Vaters 1999 haben sie das Fahrgeschäft gemeinsam betrieben. 20 Jahre sind das jetzt, eine runde Zahl." Also: nochmal einsteigen in eine der bunten Blechgondeln des 94 Jahre alten Rades – und anschließend bei einem Bier akzeptieren, dass alles auch mal ein Ende hat.

Runde Zahlen

Zum Schluss wie immer etwas Wiesn-Historie: Vor exakt 40 Jahren drehte sich erstmals ein Rundfahrgeschäft des überaus erfolgreichen Typs „Monster 3" (Hersteller Schwarzkopf) auf dem Oktoberfest: Die Familie Aigner brachte mit der „Riesenkrabbe" einen Klassiker nach München, der 13 Jahre lang nonstopp zu den beliebtesten Karussells der Veranstaltung zählte. Die „Krabbe" wurde optisch im Lauf der Zeit perfektioniert, musste dann aber 1992 dem Hochkarussell „Imperator" weichen. Der Erfolg des Karussells hatte Doubletten zur Folge: Von 1984 bis 1994 gab es mit Kai- sers „Polyp" ein baugleiches Geschäft auf dem Oktoberfest, von 1994 bis 2005 vervollständigte Radlingers „Polyp" das Trio der „Monster 3".
Vor 20 Jahren hingegen debütierte ein Rundfahrgeschäft in München, das immer den Status des Exotischen inne hatte. Der „Hexentanz" (Hersteller Zierer) war bereits 1983 unter Leitung der Oldenburger Schaustellerfamilie Ludewigt in Deutschland auf der Reise, hatte aber als Nicht-Einheimischer keine Chance auf Zulassung zum Oktoberfest. Erst nachdem Christian Fahrenschon das schon fast in die Jahre gekommene Karussell übernommen und liebevoll restauriert hatte, geschah das Wunder: Der „Hexentanz", aufwändig mit Echt-Flammen-Effekten in Szene gesetzt, erhielt einen Platz vor der Kulisse der Paulskirche, dort wo sich seit vielen Jahren der „Star Flyer" dreht. Die Wiesn-Geschichte des „Hexentanz" datiert in die Jahre 1999 bis 2005 (inklusive zweier Aussetzer zur Kleinen Wiesn in den Jahren 2000 und 2004). Dann wurde das Geschäft an die Firma Markmann verkauft, die es ebenfalls neu gestaltete und nach wie vor auf ausgewählten Veranstaltungen präsentiert, zuletzt in Bayern auf dem Straubinger Gäubodenfest. Wie faszinierend dieses verrückt kreisende Rundfahrgeschäft auch heute noch wirkt, war in der Berichterstattung desBR zum genannten Fest kürzlich zu sehen, als das Journalistenteam die Kamera lange auf den „Hexentanz" in voller Fahrt richtete. Wie faszinierend und verrückt der „Hexentanz" immer schon war, belegt auch die Tatsache, dass der erste Artikel zum Thema „Kirmes", den der Verfasser dieser Zeilen jemals veröffentlicht hat, diesem Karussell gewidmet war: im September 1989, vor genau 30 Jahren. Eine runde Zahl: Prost!

Neu vor 40 Jahren: Aigners „Riesenkrabbe” (Aufnahme 1989)


Neu vor 20 Jahren: Fahrenschons Hexentanz


Photos: Norman Vogt, Karl Ruisinger, Archiv Kaiser