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Münster und der Mond


Münster! - epaper ⋅ Ausgabe 82/2019 vom 29.06.2019

Ladbergen/Münster – Als in der Nacht des 21. Juli vor genau 50 Jahren Neil Armstrong den kleinen Schritt unternahm, der ein großer für die Menschheit sein würde, da saßen auch im Münsterland zahllose Menschen vor dem Fernseher. Was den Wenigsten klar war: Einer der ihren eroberte da gerade den Mond. Denn Armstrongs Familie stammt aus Ladbergen.


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VOLLMOND ÜBER MÜNSTER: 16. Juli 23.38 Uhr 15. August 14.29 Uhr


FOTO: MICHAEL LEMMERHIRT

»WENN LAMBERTIS WEISSE STREBEN…

…glitzern in des Mondes Strahl.« So heißt es im Münster-Lied.
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wenn der Mond im Sommer schon am Nachmittag am blauen Himmel zu sehen ist, wirkt er wie ein Wattebausch. In Vollmondnächten erahnt man schon eher, dass der Mond seine eigene Landschaft hat. Immer noch kaum vorzustellen, dass dort am 21. Juli 1969 zwei Männer in klobigen Schuhen auf dem Boden des Mondes landeten und die ersten Schritte machten. Neil Armstrong war der erste Mann auf dem Mond, Buzz Aldrin folgte ihm. In der Raumsonde saß Michael Collins und sah zu. Die Mission der US-Amerikaner, Apollo 11, ist gelungen.

Das ist jetzt 50 Jahre her. An diesen Moment erinnern sich so gut wie alle, die damals schon auf der Welt waren. Dass Neil Armstrong ein Urenkel eines Ladbergers war, wussten und wissen nicht viele. Mit ihm ist das Münsterland auch irgendwie an der Mondmission beteiligt. Für Stefanie Aufderhaar war das im Jahr 2009 ein Grund, in einer Schülerarbeit für das Schulfach Geschichte Neil Armstrong (1930-2012) als Helden aus Ladbergen vorzustellen. Das ist nun auch schon zehn Jahre her, inzwischen arbeitet Stefanie Aufderhaar beim LWL im Bereich Archäologie.

IM MONDFIEBER

Ihre über 30-seitige Schülerarbeit ist Teil der großen LWLWanderausstellung »Sommer 1969 – Westfalen im Mondfieber « (MÜNSTER! berichtete). Genau wie Stefanies Teddy aus Ladbergen als Exponat in der Ausstellung seinen Platz hat. In Ladbergen gab es viele Jahre lang das Bärenfest. Zu diesem Bärenfest ließ jedes Jahr ein Ladberger jeweils eine Sonderedition an Teddybären produzieren. 2009 war es der Astronautenteddy, auf 59 Stück limitiert. Stefanie Aufderhaar bekam vom Unternehmerstammtisch aus Ladbergen einen als Glücksbringer geschenkt, denn mit ihrer Schülerarbeit wurde sie beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten Landessiegerin in NRW. Der Teddy liegt in der Ausstellung imLWL mit seiner Flagge unter einer Glaskugel.

Der Teddy ist auch das Lieblings-Exponat von Felix Banzhaf, Ausstellungsmacher desLWL -Museumsamtes. Die Ausstellung war in Münster zu sehen und wandert nun durch Westfalen. Die Schau widmet sich der Mondlandung und auch, wie sie die Westfalen erlebten. So gibt es ein großes Bild einer Münsteraner Familie, die sich dieWestfälischen Nachrichten in den Urlaub nachschicken ließen. Und sie lasen von der Mondlandung am Strand im Süden. »Was mich bei der Recherche für meine Schülerarbeit besonders staunen ließ«, erzählt Stefanie Aufderhaar, »war, wie sehr die Mondladung gefeiert wurde. Dass Menschen in den Weltraum fliegen, ist für mich heute selbstverständlich. Jetzt merke ich erst, wie besonders die Mondmissionen waren. Laut meiner Quelle haben mehr als eine halbe Milliarde Menschen die Mondladung im Fernsehen gesehen, es gab ein Staatsdinner und Paraden zu Ehren des Teams rund um Neil Armstrong. Das Team hat zig Länder besucht und für Neil Armstrong wurde sogar ein Museum errichtet«, erzählt Stefanie Aufderhaar. Sie hat einiges für ihre Schülerarbeit zusammengetragen: Friedrich Kötter, Armstrongs Urgroßvater, verließ 1864 Ladbergen und wanderte nach Amerika aus. »Wie ein Drittel aller Ladberger«, sagt Stefanie Aufderhaar. Die Ladberger Auswanderer gründeten den Ort »New Knoxville« in Ohio. Friedrich Kötter heiratete eine Tochter eines anderen Ladberger Auswanderers. Kötters Enkelin Viola Engel heiratete Stephen Armstrong, der schottisch-irische und deutsche Vorfahren hatte. Aus dieser Ehe stammen June, Dean und Neil Armstrong.

DER ARMSTRONG VOM KÖTTERHOF

»Neil Armstrong wurde auch auf dem Kötterhof geboren«, erzählt Stefanie Aufderhaar, nur ist dieser Kötterhof in Wapakoneta in Ohio. Der Hof seiner Vorfahren in Ladbergen heißt auch noch Kötterhof. »Neil Armstrong ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, mit vielen Nebenjobs hat er sich mit 17 Jahren seine Pilotenlizenz finanziert «, weiß Stefanie Aufderhaar. Er ging dann zur Marine, diente im Korea-Krieg, wurde später Testpilot beim Vorläufer derNASA . Dass er eines Tages der erste Mensch auf dem Mond sein würde, war damals noch nicht abzusehen.

Inzwischen führt die 35-jährige Julia Kötter den Kötterhof als landwirtschaftlichen Betrieb, »wie es schon immer war«, sagt sie, nur inzwischen als Nebenerwerbshof. An Neil Armstrongs Urgroßvater erinnert die Inschrift im Holzrahmen der Diele. »Bis etwa vor 20 Jahren sind auch regelmäßig amerikanische Verwandte von uns zu Besuch gekommen«, sagt Julia Kötter. Dean, der Bruder Neil Armstrongs kam einmal mit dem Gemeindedirektor aus Ladbergen. Da gab‘s von den Münsterländer Köttern natürlich einen Schnaps. Die Familie hat inzwischen eine Sammlung aus alten Fotos und Briefen.

TEDDY ARMSTRONG Ladbergens Mondfahrt zum Bärenfest 2009, als die Mondlandung ihren 40. Jahrestag hatte


STRANDLEKTÜRE STATT ONLINENACHRICHTEN »Zwei Menschen auf dem Mond« titelten dieWestfälischen Nachrichten 1969 und die Münsteraner lasen am Strand die nachgeschickte Zeitung aus der Heimat


UNRÜHMLICHES KAPITEL

Einen Bezug zu Münster hatte auch ein anderer, ohne den das Mond-Wunder niemals realisiert worden wäre: Hubertus Strughold. Geboren in Westtünnen, studierte er in Münster Medizin, war Mitglied der AV Cheruscia im CV. Er promovierte in Münster und widmete sich schließlich der Luftfahrtmedizin. Nach dem Krieg war er in den USA der Wegbereiter der moderenen Raumfahrtmedizin. Ohne ihn wäre die Mondlandung undenkbar gewesen. Preise wurden nach ihm benannt, ganze Institute in den USA – bis herauskam, dass Teile seiner Forschung zumindest mittelbar auf Menschenversuchen in den KZ-System der Nazis beruhten. Heute ist er fast vergessen.

ZEITZEUGNISSE Stefanie Aufderhaar zeigte in ihrer Schülerarbeit eine alte Ladberger Postkarte (o.) mit Neil Armstrong und einen Zeitungsartikel vom Besuch des Bruders Dean in Ladbergen


O Mond, du bist mir wie ein später Freund, Der seine Jugend dem Verarmten eint, Um seine sterbenden Erinnerungen Des Lebens zarten Widerschein geschlungen, Bist keine Sonne, die entzückt und blendet, In Feuerströmen lebt, im Blute endet - Bist, was dem kranken Sänger sein Gedicht, Ein fremdes, aber o! ein mildes Licht.

Aus: Mondesaufgang von Annette von Droste-Hülshoff, 1844

NICHT MAL EINE STRASSE

Armstrong selbst hat sich nichts zu schulden kommen lassen, trotzdem merkt man auch in Ladbergen nicht viel davon, dass der Urenkel eines Ladbergers die Raumfahrtgeschichte mitschrieb. Fragt man in der Gemeindeverwaltung, wird man mehrmals weiterverbunden. Das große Gänsehautgefühl kommt nicht rüber. Im Heimatmuseum hängt immerhin seit 1971 eine Urkunde, in der Friedrich Kötter und Neil Armstrong erwähnt sind. Stefanie Aufderhaar reichte als Schülerin einen Antrag ein, auf einen Straßennamen Neil Armstrong. Das wurde nie umgesetzt. Warum, so heißt es aus der Verwaltung, müsste man im Archiv nachschauen.

Bleibt der Blick zum Mond: Der dunkelste Ort im Münsterland und damit der perfekte Ort, um den Nachthimmel zu betrachten, ist übrigens Kattenvenne. Nicht weit weg von Ladbergen, wo eigentlich die Geschichte der ersten Mondlandung begonnen hat.

SATURN V Bei der noch unbemannten Mission Apollo 6 startete die Saturn V Rakete am 4. April 1968 vom Kennedy Space Center. Die Saturn V brachte später die Apollo Astronauten ins All


WER BIN ICH? Tatsächlich steckt Buzz Aldrin, der zweite Mann auf dem Mond, in dem Sicherheitsanzug. Fotografiert hat Neil Armstrong


DER MOND IM NATURKUNDEMUSEUM

Bilderausstellung »50 Jahre Mondlandung« 22 zumeist großformatige Bilder der Mondmissionen, noch bis 27. Oktober.

Live am Himmel: Partielle Mondfinsternis DI, 16. Juli ab 22 Uhr auf den Aaseewiesen (nur bei gutem, wolkenlosem Wetter).

MO, 1, Juli, 19.30 Uhr:50 Jahre Mondlandung – 50 Jahre Lüge? War die Mondlanung nur eine Erfindung? Ein Wissenschaftler beantwortet die Frage…

DO, 4. Juli, 19.30 Uhr:50 Jahre Mondlandung – Mondforschung heute. Prof. Harald Hiesinger berichtet von akteullen Missionen.

SA, 20. Juli, 19 bis 24 Uhr:Langer Abend – 50 Jahre Apollo 11 . Gefeiert wird in 1960er Jahre Kleidung und bei stilechter 1960er Jahre Musik das Jubiläum.

Neue Planetariumsshow ab dem 2. Juli:Über die Apollo-Missionen bis in die Zukunft : Zuschauer begleiten mit der 360°-Projektion die Apollo-11-Astronauten zum Mond und erleben die historische Landung hautnah.

www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de

STEFANIE HOLTRUP, PER MAIL

»Ich werde gleich ins lange Wochenende starten und blättere gerade durch MÜNSTER! – Juni. Jetzt meine Frage. Ist vielleicht ein kleines Sonderheft für die Wanderungen geplant? Ich würde mich sehr freuen und auch viele andere Bekannte wären daran interessiert Wanderungen vor der Tür mit kleinen Highlights und Empfehlungen gebündelt zu haben.«

THOMAS MESER, MÜNSTER

»Ich kann mich noch gut erinnern, wie es an der Hafen-Center-Baustelle vorher aussah. Alles war zugebaut, zum Beispiel mit der alten Post. Man kann ja über Vieles streiten: Aber ganz sicher ist alles besser als der alte Zustand.«

HENNING STENKAMP, PER MAIL

»Ich muss gestehen, ich war gefühlsmäßig immer gegen das Hafen-Center. Aber ich wohne auch nicht im Hansaviertel und habe die Diskussion nur über facebook und die Zeitung verfolgt. Umso interessanter war es, auch mal etwas über die andere Perspektive zu erfahren.

KERSTIN WEY, MÜNSTER

»Ich fand die letzte Ausgabe sehr gelungen. Vor allem der Bericht über das Hafen-Center war interessant.

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Foto u.: Westfälische Nachrichten / Sammlung Krause | Foto o. : LWL / Kainulainen

Fotos: NASA