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Multiboot mit Windows und Linux


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PC Welt XXL - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 25.02.2022

Windows 11 retten und reparieren

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Bildquelle: PC Welt XXL, Ausgabe 3/2022

Zweitsysteme eröffnen zahlreiche Möglichkeiten, beispielsweise gefahrlose Tests neuer Software, Experimente mit Systemeinstellungen oder Tests neuer Windows-Versionen. Wer möchte, kann auch Linux zusätzlich zu Windows installieren und das alternative Betriebssystem ausprobieren.

Die Parallelinstallation ist auch für Nutzer interessant, die aufgrund fehlender Hardwarevoraussetzungen Windows 11 nicht offiziell verwenden können. Mit einem Trick gelingt die Installation trotzdem. Niemand weiß jedoch, wann und ob Microsoft dem einen Riegel vorschiebt. Ein Upgrade von Windows 10 auf 11 oder die Nutzung als alleinigem, produktivem System ist daher auf älteren Rechner nicht zu empfehlen. Einer Testinstallation, auf die man bei Problemen auch verzichten kann, steht jedoch nichts im Wege.

„Windows 11 lässt sich neben 10 installieren, auch wenn der PC die ...

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... Voraussetzungen nicht erfüllt.“

Grundsätzlich läuft die Installation von Windows 10 und 11 ähnlich ab. Auch wenn wir den Schwerpunkt auf Windows 11 legen, gelten die Beschreibungen ebenfalls für die Einrichtung von Windows 10 neben einer bereits installierten Windows-10-Version.

1. Windows-Installationsmedium bei Microsoft herunterladen

Microsoft bietet das Media Creation Tool für Windows 10 und 11 zum Download an. Darüber kann man eine ISO-Datei des Installationsmediums herunterladen, auf DVD brennen oder einen USB-Stick für die Installation erzeugen.

Mit Rufus kann man ebenfalls eine ISO- Datei herunterladen. Damit das funktioniert, muss beim ersten Start die Update- Prüfung aktiviert werden. Nachträglich lässt sich der Update-Check über das Icon „Applikationseinstellungen anzeigen“ im linken unteren Bereich des Fensters aktivieren. Danach genügt ein Klick auf den kleinen Pfeil neben „Auswahl“ und ein weiterer Klick auf „Download“. Ein Assistent führt dann durch die weiteren Schritte.

2. Bootfähigen Installations-Stick mit Rufus anfertigen

Unabhängig von der Herkunft der ISO-Datei lässt sich mit Rufus ein USB-Stick für die Installation erzeugen (Alternative –› Punkt 5). Wählen Sie unter „Laufwerk“ den USB- Stick aus. Er muss neu formatiert werden. Darauf vorhandene Dateien sollten Sie daher vorher sichern. Geben Sie die ISO-Datei nach einem Klick auf „Auswahl“ an. Unter „Abbildeigenschaft“ wählen Sie „Standard Windows 11 Installation (TPM 2.0 + Secure Boot)“. Wenn Windows 11 sich auf Ihrer Hardware wegen fehlender TPM-Unterstützung oder bei abgeschaltetem Secure Boot nicht installieren lässt (–› Punkt 3), wählen Sie „Extended Windows 11 Installation (no TPM / no Secure Boot)“. Zum Abschluss klicken Sie auf „Start“.

3. Alle Hardwarebeschränkungen von Windows 11 umgehen

Damit die Neuinstallation von Windows 11 auch auf offiziell nicht unterstützter Hardware funktioniert, muss das Installationssystem angepasst werden. Rufus kann nur den Check von TPM 2.0 und Secure Boot deaktivieren. Sollte die Installation wegen einer zu alten CPU oder zu wenig RAM scheitern, sind weitere Maßnahmen erforderlich.

Erstellen Sie eine Textdatei mit dem Namen „Bypass.reg“ und dem Inhalt aus der Abbildung auf der nächsten Seite. Wer die Zeilen nicht abtippen möchte, findet eine Reg-Datei zum Download über https://m6u.de/ W11BY. Speichern Sie die Datei auf dem mit Rufus oder dem Media Creation Tool erstellen USB-Stick. Wie Sie die Reg-Datei bei der Installation verwenden, lesen Sie im –› Kasten auf Seite 23.

Der Registry-Patch lässt sich auch direkt in die ISO-Datei einbauen. Eine Anleitung und die nötigen Tools dafür finden Sie über https://m6u.de/W11BY. Hinweis: Wir haben das Verfahren mit Windows 11 Build 22000.194 getestet. Es ist jedoch nicht sichergestellt, dass auch zukünftige Windows-11-Versionen die Registry-Schlüssel berücksichtigen.

4. Laufwerk für die Installation vorbereiten

Jedes Windows- oder Linux-System benötigen mindestens eine eigene Partition auf der Festplatte. Wenn Windows bereits den gesamten Platz für sich beansprucht, müssen Sie die Windows Partition verkleinern. Optimal ist es, eine zweite Festplatte für ein weiteres System zu verwenden. Dann können Sie beide Systeme komplett unabhängig voneinander einrichten und müssen an der Partitionierung nichts ändern.

Eine weitere Option ist die Installation in einer virtuellen Festplatte. Dabei muss an der Partitionierung nichts geändert werden und eine zweite Festplatte ist auch nicht erforderlich (–› Punkt 8).

Partition verkleinern: Die Größe der Partition ändern Sie über die Windows-Datenträgerverwaltung. Alternativ verwenden Sie Minitool Partition Wizard Free Edition (auf Heft-DVD). Das Tool kann Partitionen vergrößern und verkleinern sowie bei Bedarf auch alle Partitionen löschen. Das ist mit der Windows-Datenträgerverwaltung oft nicht möglich.

Bevor Sie loslegen, sichern Sie alle wichtigen Daten. Änderungen an der Partitionsaufteilung sind immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Der Vorgang dauert einige Zeit und wenn währenddessen etwa der Strom ausfällt, kann das Dateisystem beschädigt werden. Auf der Heft-DVD finden Sie dafür das Tool Macrium Reflect Free.

Drücken Sie die Tastenkombination Win-R, tippen Sie hinter „Öffnen“ diskmgmt.msc ein, und klicken Sie auf „OK“. Klicken Sie in der Datenträgerverwaltung mit der rechten Maustaste in der unteren Fensterhälfte auf den Partitionsbalken und wählen Sie im Menü „Volume verkleinern“. Geben Sie hinter „Zu verkleinernder Speicherplatz in MB:“ die gewünschte Größe der neuen Partition an und klicken Sie auf „Verkleinern“. Zweite Festplatte verwenden: Ist ein weiteres Laufwerk verfügbar, erstellen Sie darauf vorab eine Partition für Windows oder Linux. Zwingend erforderlich ist das nicht, weil sich das auch während der Windowsoder Linux-Installation erledigen lässt. Klemmen Sie die bisherige Systemfestplatte vor der Neuinstallation ab. Die Installation erfolgt dann in jedem Fall eigenständig, ohne die erste Festplatte zu beeinflussen.

5. USB-Stick für die Installation mehrerer Systeme

Die Installationssysteme von Windows oder Linux lassen sich über Rufus bequem auf einem USB-Stick einrichten. Allerdings muss der Stick dafür jedes Mal neu formatiert werden, weshalb sich nicht mehrere Systeme von einem Stick installieren lassen. Wer das möchte, verwendet das Tool Ventoy (auf Heft-DVD).

Starten Sie Ventoy2Disk.exe und stellen Sie über „Language“ als Sprache „German (Deutsch)“ ein. Unter „Optionen“ aktivieren Sie „Secure Boot“. Das ist nur für Windows 11 erforderlich, weil sich Windows 10 oder Linux auch bei deaktiviertem Secure Boot installieren lassen. Wählen Sie den USB- Stick aus und klicken Sie auf „Installieren“. Der Stick wird neu formatiert, alle enthaltenen Daten gehen verloren. Ventoy belegt danach eine kleine Partition mit 32 MB, der Rest wird mit dem Dateisystem ExFAT formatiert und steht weiter zur Verfügung. Viele Systeme kommen mit der ExFAT-Partition zurecht, aber nicht alle. Wir empfehlen daher, die Partition mit dem Dateisystem NTFS neu zu formatieren (Kontextmenüpunkt „Formatieren“ im Windows- Explorer). Kopieren Sie die gewünschten ISO-Dateien (Windows und/oder Linux) auf den Stick und booten Sie den PC davon. Beim ersten Start und bei aktiviertem Secure Boot erscheint die Meldung „Access denied“, die Sie mit „OK“ übergehen. Danach drücken Sie eine beliebige Taste, gehen auf „Enroll key from disk“, wählen „VTOYEFI“ und danach „Enroll _This_Key_In_Mokmanager. cer“. Zum Abschluss gehen Sie auf „Continue“, „Yes“ und „Reboot“.

Ventoy erkennt die ISO-Dateien auf dem Stick automatisch und bietet ein Menü für die Auswahl. Darüber starten Sie das gewünschte Installationssystem, die Installation läuft wie gewohnt ab.

6. Windows neben Windows installieren

Wir gehen davon aus, dass der Rechner standardmäßig nur im Uefi-Modus bootet und das Windows zuvor ebenfalls in diesem Modus installiert wurde. Auf die möglichen Kombinationen von Bios/CSM-Modus und Uefi-Modus gehen wir in diesem Artikel nicht weiter ein. Das wäre zwar auch bei Windows 11 weiterhin möglich, bereitet aber wahrscheinlich spätestens beim nächsten Funktionsupgrade massive Probleme. Zudem ist die Parallelinstallation mehrerer Systeme mit Uefi-Firmware deutlich einfacher und weniger fehleranfällig.

Kontrollieren Sie die Bootreihenfolge in den Firmware-Einstellungen. Sie finden Sie Optionen meist unter „Boot“, „Boot Option“, „Boot Order“ oder „Boot Priority“. Setzen Sie das DVD-Laufwerk oder den USB- Stick an die erste Stelle, je nachdem, von welchem Sie booten wollen.

Bei einem Uefi-PC sehen Sie nach, ob eine Option wie „CSM“ oder „CSM and Uefi“ (Compatibility Support Module) aktiviert ist. Stellen Sie „Uefi“ oder „Uefi only“ ein, um den Uefi-Modus zu aktivieren.

Booten Sie den PC vom Installationsmedium und folgen Sie den Anweisungen des Setup-Programms. Im Fenster „Windows aktivieren“ klicken Sie in der Regel auf „Ich habe keinen Product Key“. Der ist nicht nötig, weil bei einem zuvor auf dem Rechner installierten Windows 10 auch Windows 11 automatisch aktiviert wird. Handelt es sich dagegen um neue Hardware, geben Sie den Produktschlüssel ein.

Wählen Sie bei der „Installationsart“ den Eintrag „Benutzerdefiniert: nur Windows installieren (für fortgeschrittene Benutzer)“. Bei der Frage „Wo möchten Sie Windows installieren?“ geben Sie eine freie Partition auf der ersten oder zweiten Festplatte an. Wenn Sie die bisherige Systemfestplatte vorübergehend abgeklemmt haben, steht ohnehin nur ein Ziellaufwerk zur Verfügung. Klicken Sie zum Abschluss auf „Weiter“, um mit der Installation zu beginnen.

7. Bootmanager und Bootmenü anpassen

Bei der Installation neben einem anderen Windows auf derselben Festplatte oder einer zweiten Festplatte integriert sich die neue Windows-Version automatisch in das Bootmenü. Hier wählen Sie aus, welches Windows Sie starten möchten. Weiter müssen Sie nicht unternehmen.

Wurde die Festplatte mit dem Hauptsystem zuvor vom PC getrennt, gibt es mehrere Möglichkeiten. Sie können das gewünschte System über das Bootmenü des Bios auswählen oder die Bootreihenfolge im Bios/ Firmware-Setup ändern, um zwischen den Windows-Versionen zu wechseln.

Wenn Ihnen das zu unpraktisch ist, bauen Sie einen Bootmenüeintrag in den Bootmanager des neueren Systems ein. Starten Sie das neu installierte Windows 11 und dann das Tool Bootice (auf Heft-DVD). Gehen Sie auf die Registerkarte „BCD“ und klicken Sie auf „Easy Mode“. In der Liste der Systeme steht nur „Windows 11“. Klicken Sie auf „Add –› New Windows 7/8/8.1 entry“. Wählen Sie die Option „Partition“, darunter die Festplatte mit dem Windows-10-System und hinter „Partition“ die Windows-Partition. Tragen Sie hinter „OS title“ beispielsweise Windows 10 ein, hinter „Language“ wählen Sie „de-DE“. Auf der linken Seite wählen Sie hinter „Boot language“ ebenfalls „de-DE“. Das Häkchen vor „Metro Boot Manager (Win8) können Sie entfernen. Das Bootmenü starten dann im alten Stil, was einen schnelleren Systemstart ermöglicht.

REGISTRY-PATCH BEI DER INSTALLATION ANWEN DEN

Bei Windows 11 lassen sich alle Hardwarebeschränkungen mit einem Registry- Patch umgehen (–› Punkt 3). Bei einer Original-ISO-Datei von Microsoft wird dieser im Installationssystem angewandt. Kopieren Sie die Reg-Datei auf ein Laufwerk, das vom Installationssystem aus erreichbar ist, beispielsweise den mit Rufus oder Ventoy erstellten USB-Stick.

Booten Sie den PC vom Installationsmedium. Sobald das Fenster „Windows-Setup“ erscheint, drücken Sie die Tastenkombination Shift-F10. In die Eingabeaufforderung tippen Sie Regedit ein und bestätigen mit der Enter-Taste. Gehen Sie auf „Datei –›Importieren“. Navigieren Sie zum Laufwerk, auf dem die Reg-Datei liegt. Klicken Sie diese an und klicken Sie auf „Öffnen“. Danach schließen Sie den Registrierungseditor sowie die Eingabeaufforderung und setzen die Installation fort (–›Punkt 6).

Klicken Sie auf „Save Globals“ und auf „Save current system“. Stellen Sie die Bootreihenfolge im Firmware-Setup so ein, dass der PC standardmäßig von der zweiten Festplatte mit dem neuen Windows 11 bootet. Über das Windows-Bootmenü wählen Sie zwischen den Systemen.

8. Windows-Installation auf einer virtuellen Festplatte

Verwenden Sie eine virtuelle Festplatte (VHD-Datei), wenn keine freie Partition oder zweite Festplatte vorhanden ist. Das von uns vorgeschlagene Verfahren bietet zudem den Vorteil, dass keine Hardwareprüfung erfolgt. Diese wird nur vom Setup-Programm durchgeführt, welches wir aber nicht verwenden. Der Nachteil: Bei Windows 10 war kein direktes Funktionsupdate bei der Installation in einer VHD-Datei möglich, was bei Windows 11 wahrscheinlich auch so sein wird. Wie es trotzdem geht, beschreibt der –› Kasten auf Seite 25.

Schritt 1: Starten Sie Win NT Setup (auf Heft-DVD), klicken Sie auf „VHD>>>“ und dann auf „Erstellen“. Geben Sie über „Durchsuchen“ den Namen und Speicherort für die VHD-Datei an, beispielsweise direkt auf „C:\“ die Datei „Window11.vhd“. Die Datei kann aber an einem beliebigen Ort liegen, auch auf einem USB-Stick oder einer USB-Festplatte. Tippen Sie hinter „Größe der virtuellen Festplatte“ den gewünschten Wert ein. Für Windows 11 sollten das mindestens 64 GB sein, deutlich mehr ist besser. Hinter „Partitionsstil“ wählen Sie „GPT – UEFI“. Klicken Sie auf „OK“, um die VHD-Datei zu erstellen. Die VHD- Datei wird automatisch in das Dateisystem eingebunden und der Laufwerksbuchstabe unter „Installationslaufwerk“ eingetragen.

Schritt 2: Klicken Sie unter „Windows-Installationsdateien auf „Durchsuchen“ und wählen Sie die ISO-Datei des Windows-Installationsmediums. Unter „Optionen“ geben Sie die gewünschte Edition an, beispielsweise „05 – Windows 11 Pro v21H2“.

Schritt 3: Unter „Startlaufwerk“ wählen Sie die Uefi-Partition mit der Bezeichnung „EFI System (ESP)“ in der VHD-Datei aus. Dadurch ist die Installation später auch in Virtualbox startbar (–› Kasten auf Seite 25).

Schritt 4: Klicken Sie auf „Setup“. Die Warnmeldung können Sie bei Windows 10 und 11 mit „OK“ bestätigen, da sie nicht relevant ist. Setzen Sie ein Häkchen vor „Nutze die alte Bootmenü Version“ und klicken Sie auf „OK“. Nachdem Win NT Setup die Dateien übertragen hat, gehen Sie auf „VHD>>>“ und klicken auf „Trennen“. Wählen Sie die in Schritt 1 erstellte VHD-Datei und klicken Sie auf „Öffnen“.

Bauen Sie einen Eintrag für die VHD-Datei in das Bootmenü des installierten Systems ein. Dazu starten Sie das Tool Bootice (auf Heft-DVD).

Schritt 1: Gehen auf die Registerkarte „BCD“ und klicken auf „Easy Mode“. Klicken Sie auf „Add –› New VHD Boot Entry“.

Schritt 2: Hinter „Boot disk“ wählen Sie das Laufwerk und unter „Partition“ die Partition, auf der die VHD-Datei liegt und bei „Boot file“ tragen Sie den Namen der Datei ein, beispielsweise \Windows11.vhd (mit vorangestelltem „\“). Hinter „OS title“ geben Sie dem Bootmenüeintrag einen Namen, beispielsweise Windows 11 (VHD). Bei „Language“ wählen Sie als Sprache „de_DE“.

Schritt3: Entfernen Sie das Häkchen vor „Metro Boot Manager (win8)“ und klicken Sie auf „Save current system“. Klicken Sie auf der linken Site auf den Eintrag für Ihr Hauptsystem. Auch hier entfernen Sie das Häkchen vor „Metro Boot Manager (win8)“ und klicken auf „Save current system“. Dadurch wird die ältere Version des Bootmanagers aktiviert, die schneller startet. Zum Abschluss klicken Sie auf die Schaltfläche „Save global settings“.

Starten Sie Windows neu. Im Bootmenü wählen Sie den neu erstellten Eintrag „Windows 11 (VHD)“. Danach komplettieren Sie das Setup. Es startet gleich mit der Hardwareerkennung und nach einem Neustart beginnt die nächste Phase der Installation mit der Sprachauswahl.

9. Linux parallel zu Windows installieren

Für die Linux-Installation ist eine freie Partition auf der Festplatte oder eine zweite Festplatte erforderlich. Zum Ausprobieren haben wie die ISO-Datei von Linux Mint 20.3 mit Cinnamon Desktop auf die Heft- DVD gepackt. Diese Distribution gilt als besonders einsteigerfreundlich und ähnelt in der Bedienung Windows. Einen USB-Stick für die Installation erstellen Sie mit Rufus oder Sie nutzen Ventoy (–› Punkt 5).

Booten Sie den PC vom Installationsmedium und wählen Sie im Bootmenü „Start Linux Mint 20.3 Cinnamon 64-bit“. Auf dem Linux Desktop lässt sich die Installation über das Icon „Install Linux Mint“ einleiten. Ein Assistent leitet Sie durch die einzelnen Schritte. Ist Secure Boot aktiviert, werden Sie aufgefordert ein Passwort festzulegen. Sie benötigen es einmalig nach dem Neustart, um den Schlüssel in die Uefi-Firmware einzutragen.

Im Fenster „Installationsart“ geben Sie das Ziellaufwerk an. Soll die Installation auf der Windows-Festplatte erfolgen, wählen Sie „Linux Mint neben Windows Boot Manager installieren“. „Festplatte löschen und Linux Mint installieren“ ist für die Installation auf einer zweiten Festplatte gedacht. In beiden Fällen richtet Linux einen Bootloader ein über den sich Linux oder Windows starten lässt.

Wenn möglich, sollten Sie auf für Linux ein eigenes Laufwerk reservieren und die Windows-Festplatte vorübergehend vom PC trennen. Bootloader und Systeme existieren dann unabhängig voneinander. In diesem Fall gibt es nur die Option „Festplatte löschen und Linux Mint installieren“. Nach Abschluss der Installation erfolgt die Auswahl des Systems über die Bootreihenfolge oder das Bootmenü der Firmware.

Tipp: Sollte durch eine nachträgliche Windows-Installation die Linux-Bootumgebung gelöscht werden, hilft Super Grub Disk (auf Heft-DVD) weiter. Die ISO-Datei lässt sich über einen Ventoy-Stick (–› Punkt 5) booten und hilft beim Systemstart.

VHD-DATEI IN VIRTUALBOX STARTEN

Eine virtuelle Festplatte mit einer Windows-Installation lässt sich auch in einem virtuellen PC starten. Das System ist darin allerdings nicht aktiviert, weil die Lizenz nur für die „echte“ Hardware gilt. Der virtuelle PC ermöglicht den gelegentlichen Start des Zweitsystems ohne Neustart des PCs, außerdem lassen sich hier auch Windows-Upgrades durchführen.

Wir gehen davon aus, dass Sie Virtualbox und das Erweiterungspaket (beides auf Heft-DVD) bereits installiert haben. In Virtualbox muss eine virtuelle Maschine für Windows 10/11 konfiguriert sein, die Windows-Installation darin ist nicht erforderlich. Im Installationsassistenten für die virtuelle Maschine erzeugen Sie keine neue Festplatte, sondern Sie geben die in –› Punkt 8 erstellte VHD-Datei an.

Im virtuellen PC lässt sich mit Windows arbeiten wie gewohnt. Allerdings ist die Leistung geringer als beim Start der VHD-Datei über das Windows-Bootmenü. Davon betroffen sind vor allem Anwendungen, die den Grafikchip intensiv nutzen.