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Multifunktionsschleifer für die Werkstatt


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Heimwerker Praxis - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 11.02.2022

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Artikelbild für den Artikel "Multifunktionsschleifer für die Werkstatt" aus der Ausgabe 2/2022 von Heimwerker Praxis. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Heimwerker Praxis, Ausgabe 2/2022

Egal ob für eine Reparatur oder ein Neubauprojekt, ohne Schleifarbeiten geht?s nur in den seltensten Fällen. Die Gerätschaften dafür sind vielfältig und in den meisten Fällen auch mobil. Stammleser wissen, dass wir schon unterschiedlichste Schleifmaschinen getestet haben. Für diese Ausgabe von Heimwerker Praxis haben wir trotzdem eine Premiere zu vermelden. Kombinierte Band- und Tellerschleifer hatten wir in über 20 Jahren Heimwerker Praxis noch nie im Test.

Die Testgeräte

Die drei Maschinen von Güde, Ryobi und Scheppach verfügen über ein Oben liegendes Schleifband, das durch einen Klappmechanismus nach Bedarf bis zu 90° in die Senkrechte geschwenkt werden kann. Damit findet sich für jedes Werkstück die ideale Schleifposition. Darüber hinaus sind alle Maschinen mit einem 150 mm durchmessenden Tellerschleifer ausgestattet, der mit Ausnahme der Güde Maschine direkt auf der Motorachse sitzt. Güde treibt den Teller genau wie das Band über einen Riementrieb an. Den nutzen auch Ryobi und Scheppach, allerdings treiben diese Hersteller damit nur das Schleifband an. Die Maschine von Practixx unterscheidet sich schon optisch deutlich von den „Kollegen“. Über seine beidseitig verlängerte Motorachse treibt die Maschine Teller-und Bandschleifer direkt an. Beim Schleifmaterial setzen alle Hersteller auf Standard-Abmessungen, so kann aus einem breiten ...

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Anwendung

Der in der Regel vor dem Tellerschleifer montierte Auflagetisch kann bei Bedarf auch am Bandschleifer angebracht werden. Der Tisch ist im Neigungswinkel verstellbar und alle Hersteller liefern einen Winkelanschlag mit. Damit kann z.B. ganz einfach eine gleichmäßige Fase an ein Werkstück geschliffen werden. Überhaupt zeigen sich die Maschinen in der Anwendung erfreulich vielseitig. Dank recht hoher Bandgeschwindigkeiten lässt sich die Arbeit erfreulich schnell erledigen.

Güde GBTS 400

Güde schickt mit der GBTS 400 das preisgünstigste Gerät und das einzige Gerät in der Einstiegsklasse in den Test. Die Maschine wird für günstige 110 Euro angeboten. In der Bauform ähnelt die Güde Maschine den Wettbewerbern von Scheppach und Ryobi. Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch schon deutliche Unterschiede.

Ausstattung

Der Motor hat eine Aufnahmeleistung von 350 Watt und treibt über einen Riementrieb beide Schleifer an. Dabei ist der Tellerschleifer auf einer Achse mit der Antriebswalze des Bandschleifers montiert. Beide Schleifer verfügen über einen eigenen Anschluss für die Staubabsaugung. Die Band-Geschwindigkeit sowie die Tellerdrehzahl sind mit knapp 5 m/s und 1450 1/min relativ gering. Es werden Schleifbänder der Größe 914 x 100 mm verwendet der Tellerschleifer wird mit 150 mm Scheiben bestückt, der Auflagetisch kann sowohl am Teller als auch am Bandschleifer genutzt werden. der Tisch kann um bis zu 45° abgewinkelt werden. Außerdem liefert Güde einen verstellbaren Anschlag mit um das Werkstück am Schleifer zu positionieren.

Im Einsatz

Stationäre Schleifmaschinen sollten grundsätzlich am besten auf einer Werkbank oder einem stabilen Tisch verschraubt werden. Das trifft insbesondere für den Güde zu, der mit nur 13 kg sehr leicht geraten ist. die Schleifleistungen fallen gegenüber den Wettbewerbern ein wenig zurück. Das liegt auch an der geringen Drehzahl der Schleifmittel, dabei wäre es ein leichtes über den Riementrieb eine passende Übersetzung einzubauen. Wenn präzise Winkel eingehalten werden müssen sollte man auf den festen Sitz des Auflagetisches achten. Der Wechsel des Schleifmittels ist beim Tellerschleifer schnell erledigt. Auch beim Bandschleifer ist der Wechsel kein Hexenwerk. Drei verschiedenen Schraubentypen die gelöst werden müssen, machen das Ganze jedoch recht umständlich. In Punkto Sauberkeit kann der Güde überzeugen. Der eigene Absauganschluss für jedes Schleifmittel sorgt für reichlich Saugleistung direkt am Entstehungsort des Schleifstaubs. Das erspart viel Reinigungsarbeit nach dem Job.

Fazit

Grundsätzlich ist der Güde GBTS 400 ein prima Gerät, insbesondere in Anbetracht des günstigen Preises. Leider bleibt die Maschine wegen der geringen Drehzahl ein wenig hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Practixx PX-BTS-450

Die Marke Praktixx fällt nicht nur mit ihrer interessanten Schreibweise ins Auge. Auch das Design des Testgeräts weicht deutlich von der sonst üblichen Formgebung bei kombinierten Band- Tellerschleifern ab. Wir haben also gleich einmal ein Testgerät geordert. Soviel kann man vorweg schon sagen, es hat sich gelohnt.

Ausstattung

Für den Antrieb sorgt bei der Practixx ein 450 Watt Motor. Über eine beidseitig verlängerte Motorachse wird an der einen Seite der Teller-und an der anderen Seite der Bandschleifer direkt angetrieben. Beide rotieren mit einer Leerlaufdrehzahl von 2850 1/min. das entspricht beim Bandschleifer einer Bandgeschwindigkeit von 9,16 m/s. Beim Schleifmaterial kommen auch hier Bänder mit den Abmessungen 914 x 100 mm und Tellerschleifpapier mit 150 mm Durchmesser zum Einsatz. Das Tellerpad verfügt über einen Klettverschluss. Mit 13,5 kg ist die Maschine recht leicht geraten. Dafür fallen auf Grund der ungewöhnlichen Konstruktion die Abmessungen recht üppig aus.

Im Einsatz

Schon beim Start fällt der ruhige Lauf der Maschine positiv auf. Durch den Direktantrieb gibt es kaum Abdeckungen oder Gehäuseteile die in Schwingung geraten können. Außerdem trägt der Direktantrieb zu sehr guten Schleifleistungen bei. Für die Absaugung sind beide Schleifsysteme mit einem eigenen Staubsaugeranschluss versehen. Kurze Absaugwege sorgen für einen sauberen Arbeitsplatz. Auch der Wechsel der Schleifmittele geht bei der Practixx so schnell wie bei keinem anderen Testgerät. Ein Kritikpunkt unsererseits sind die großen Abmessungen. Um genügend Bewegungsfreiheit, auch bei der Bearbeitung größeren Werkstücken zu haben, benötigt die Maschine viel Platz. Ein weiterer Punkt ist die Befestigung des Auflagetisches. Die geschieht nur über eine Führungsschiene und eine Klemmschraube mit Knebelkopf hier muss man sehr viel Kraft aufbringen um den Tisch so fest zu ziehen, dass sich die Position bei der Arbeit nicht verändert. Unsere Empfehlung lautet die Schraube gegen ein anderes Exemplar aus dem Baumarkt Ihrer Wahl oder gegen eine einfache Maschinenschraube zu tauschen. Dieser Kritikpunkt lässt sich auch auf die anderen Testgeräte dieses Feldes übertragen.

Fazit

Der Praktixx PX-BTS-450 konnte im Test gleich in mehrfacher Hinsicht überzeugen: Trotz des geringen Gewichts hat die Maschine eine gute Standfestigkeit. Der kräftige Motor mit Direktantrieb sorgt für sehr gute Arbeitsleistungen und auch der Schleifmitteltausch ist schnell erledigt. Im Resultat führt das zum – Testsieg!

Ryobi RBDS4601G

Ryobi setzt mit dem RBDDS4601G auf einen klassischen Kombischleifer mit traditionellem Design und – wie es sich für eine gute Schleifmaschine gehört,- viel Gewicht. 18 kg sind eine Ansage. Die sollten in der Werkstatt einen festen Platz haben.

Ausstattung

Das Gewicht bringt die Maschinen über das massive Gussgehäuse mit, in dem der 370 Watt starke Motor untergebracht ist. Auf einer Seite ist direkt der Schleifteller montiert. Die andere Seite treibt über einen Riementrieb den auf dem Gehäuse verbauten Bandschleifer an. Der kann um bis zu 90° aufgestellt werden. in der Wunschposition wird er dann einfach per Klemmschraube fixiert. Schleifband und Schleifteller sind mit 914 x 100 mm und 150 mm Ø Standardprodukte. Beim Schleifteller hat sich Ryobi für ein aufgeklebtes Exemplar entschieden. Für den Staubsauger gibt es einen gemeinsamen Anschluss-Stutzen für beide Schleifer.

Im Einsatz

Beginnen wir gleich mit dem Anschluss des Staubsaugers, denn Hier muss der Heimwerker erst mal tätig werden, weil an den Stutzen mit ca. 57 mm Innendurchmesser kein handelsüblicher Werkstattsauger passt. Aber auch wenn dieses Problem gelöst ist, kann die Absaugung nicht wirklich überzeugen. Da Sie für beide Schleifoptionen gleichzeitig zuständig ist, geht durch Nebenluft viel Saugleistung verloren. Schade. Im Schleifergebnis kann die Maschine jedoch überzeugen. Sie arbeitet schnell und mit ordentlichem Abtrag. Allerdings könnte der Werkstückanschlag am Schleifband ein wenig stabiler sein. Während der Wechsel des Schleifbands zügig von der Hand geht, ist der Wechsel des geklebten Schleiftellers eher mühsam. Bei Ryobi hat man sich zwar für einen hochwertigen Auflagetisch aus Alu-Guss entscheiden, bei der Befestigungsschraube wurde jedoch gespart. Auch hier gilt: am besten austauschen.

Fazit

Dass es sich beim Ryobi RBDS4601 um keine Eigenentwicklung handelt, sieht man schon an der Ähnlichkeit mit anderen Produkten. Grundsätzlich liefert die Maschinen gute Arbeitsleistungen. Auch wenn man sich beim Auflagetisch für eine besseren Qualität entschieden hat, kommt der Kombischleifer nicht an die gewohnt gute Qualität anderer Ryobi Produkte heran.

Scheppach bts900

Den bts 900 bietet Scheppach gleich in vier Versionen mit unterschiedlicher Menge an Ersatzschleifpapier an. Scheint also gut zu laufen. Für uns Grund genug ein Testgerät zu ordern.

Ausstattung

Mit 16,5 kg Gewicht ist der BTS 900 das zweitschwerste Gerät im Testfeld. Das Gewicht sollte für einen festen Stand ausreichen. Im schweren Gussgehäuse ist der 370 Watt starke Motor verbaut. Auf die verlängerte Achse auf der einen Seite direkt der Schleifteller befestigt. An der anderen Seite wird über einen Riementrieb der oberhalb montierte Bandschleifer angetrieben. Der lässt sich bis zu 90° aufrecht positionieren und in der gewünschten Stellung per Inbusschraube befestigen. Teller- und Bandschleifer sind mit einer gemeinsamen Staubabsaugung ausgestattet. Der Auflagetisch kann je nach Bedarf für beide Schleifoptionen verwendet werden. Beim Testgerät kommt ein großer Tisch aus einem Aluminiumprofil zum Einsatz. Das 150 mm Schleifpad für den Tellerschleifer wird per Klettverschluss aufgebracht. Der Bandschleifer wird mit einem Schleifband mit den Maßen 914 x100 mm bestückt. Als Werkstück-Anschlag für das Schleifband wird ein stabiler Stahlwinkel angebaut. Der Auflagetisch kann bis zu 45° geneigt werden. Außerdem liegt für den Tisch ein Parallelanschlag bei, der ebenfalls bis zu 45° in beide Richtungen angewinkelt werden kann.

Im Einsatz

Die Maschinen ist gut verarbeitet und hat im Betrieb ein gutes Laufverhalten. Für den Anschluss eines Werkstattsaugers muss der Heimwerker aber auch hier erst mal Hand anlegen und ein passendes Anschluss-Stück bauen. Auch Scheppach nutzt den Sauganschluss für beide Funktionen gleichzeitig, so dass viel Nebenluft gesaugt wird, was die Reinigungsleistung unnötig stark reduziert. Beim Schleifen zeigt sich die Maschine ausreichend kräftig und bring sowohl beim Schleifen von Holz, als auch bei Metall ordentlich Abtrag. Zum Wechsel des Schleifbands muss nur die untere Bandabdeckung abgebaut werden, dazu müssen lediglich zwei Schrauben gelöst werden. Das Tellerpad ist dank Klettverschluss ebenfalls schnell erneuert.

Fazit

Die bts900 von Scheppach hinterlässt abgesehen von ein paar Detaillösungen einen guten Eindruck. In der Hauptfunktion dem Schleifen zeigt sie gute Leistungen. Der Preis von 140 Euro geht dafür ebenfalls in Ordnung.

So testet Heimwerker Praxis

Auch in diesem Test haben wir natürlich Arbeitsleistungen bewertet. Bei der Auswahl eines für Sie passenden Gerätes, sollte der Fokus jedoch eher auf Bedienkomfort und Ausstattung liegen. Diese beiden Punkte müssen für Ihren Bedarf passen. Die Arbeitsleistungen sind von zu vielen Faktoren beeinflusst, als dass Sie als einzig ausschlaggebendes Kriterium gelten können. Da sind zum Beispiel Papierkörnung, Größe des Werkstücks und damit Auflagefläche, Anpressdruck usw. In diesem Test kommen deshalb auch knapp zwei Drittel der Bewertung über die Punkte Bedienung und Ausstattung zusammen.

Testfazit

Kombinierte Teller-und Bandschleifer hatten wir zum ersten Mal im Test. Unsere Erwartungen waren also bei „Null“. Als Ergebnis zeigt sich, dass die Maschinen durch die beiden Schleifmodi vielseitig einsetzbar sind. Trotz dieser Vielseitigkeit werden sie mit Sicherheit nicht täglich im Einsatz sein. Damit Sie auf der Werkbank also keinen Platz blockieren, empfiehlt es sich die Maschinen auf einem stabilen Brett wie z.B. einem Stück Arbeitsplatte zu verschrauben. Das kann dann mit zwei Schraubzwingen bei Bedarf auf der Werkbank befestig werden und bietet so die nötige Standfestigkeit, denn die ist bei jeder Schleifmaschine gefragt. Von unseren Testgeräten empfehlen wir die Güde eher für Bastler, die ein solches Gerät wirklich nur selten brauchen, und eher kleine Werkstücke bearbeiten. Die beiden Maschinen von Scheppach und Ryobi sind mit kräftigen Motoren ausgestattet und bieten ein ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis. Die positive Überraschung war für uns die Maschine von Practixx. Sie kann sowohl mit Leistung, als auch mit leichter Bedienung und hoher Vielseitigkeit überzeugen.

Jörg Ueltgesforth