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MULTIROOM: Teuflische Brüder


Audio - epaper ⋅ Ausgabe 8/2018 vom 13.07.2018

Sieht aus wie von Raumfeld, ist aber von Teufel: Das trifft auf die beiden aktiven Lautsprecher Stereo M und Stereo L zu. Die bewährte Multiroom-Technologie kommt von Raumfeld, der Lautsprecher aber von Teufel. Eine perfekte Symbiose.


Wo zum Teufel ist Raumfeld hin? Der Autor bittet dieses Wortspiel zu entschuldigen. Aber die Frage ist berechtigt. Ein Blick auf diese zwei Lautsprecher verschafft Klärung, zumindest zum Teil: Der Stereo M und der Stereo L tragen die Handschrift beider Firmen. So verrät ein Blick auf das Bedienpanel die Wurzel zu Raumfeld, die markanten Treiber in Wok- und Koax-Ausführung ...

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Bildquelle: Audio, Ausgabe 8/2018

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... lassen die optische und technische Nähe zur Teufel Definion klar erkennen. Teufel hat also Raumfeld als eigenständige Marke aufgegeben und führt die erfolgreiche Technologie im eigenen Universum fort. Das ergibt Sinn, da Teufel eindeutig der bekanntere und stär kere Brand ist. Und wenn bei einer solchen Aktion klangstarke Multiroom-Speaker wie der One M (AUDIO 7/18) herauskommen, soll es uns recht sein.

Die Wiedergabe war sauber sortiert und feinfühlig gegliedert, nur die sonst stets energische Stimme von Sängerin Grace Slick klang etwas hohl. Nicht dramatisch, es war alles sehr gut zu hören, aber es fehlte ein bisschen die Energie. Was hatte beim One M nochmal so gut funktioniert? Genau, Kari Bremnes mit ihrem Song „Spor“ aus dem gleichnami- gen Album (1991). Oh, was für ein Wandel! Die Stereo M gab Vollgas. Staubtrockener Bass mit faszinierender Präzision, das kickte und punchte ganz wunderbar. Auch hier kam die räumlich exakte Positionierung wieder einmal voll zum Tragen. Und die mystische Stimme von Frau Bremnes erhielt noch ein paar Facetten mehr als es beim One M. Es war so, als wäre dieses Stück für die Stereo M gemacht – oder umgekehrt.

Beim Test des One M folgten auf Kari Bremnes Thirty Seconds To Mars, also warum nicht auch hier? Das funktionierte wieder ganz prima, nur blieben die Bässe ein wenig hinter unseren Erwartungen zurück. Eigentlich komisch, denn laut Messung steigt die Stereo M recht linear in den Basskeller. Aber irgendetwas fehlte. Ein wandnahe Aufstellung tut dieser kompakten Box gut.

DER APP-CHECK

Was haben wir uns schon über hastig und schlampig programmierte Apps geärgert. Nicht so bei bei App von Teufel. Die Installation und auch die Steuerung von One S, One M, Stereo M und Stereo L lief absolut problemlos. Teufel hat einfach verstanden, dass die App der Dreh- und Angelpunkt eines jeden Multiroom-Systems ist.

APP-BEWERTUNG

DER GROSSE BRUDER

Es wurde Zeit, sich der großen Stereo L zu widmen. Sie basiert im Prinzip auf derselben Technik wie die kleinere Stereo M, ist aber als klassische Standbox ausgeführt und bietet damit Platz für zwei weitere Tieftöner. Hier sind infolgedessen insgesamt sechs 20-cm-Karbonchassis mit der Zwerchfellmassage beschäftigt. Das sieht man im Frequenzgang, und man hört es auch sofort. Der-Mittel-Hochton-Koaxtreiber ist identisch mit dem der Stereo M.

Auch bei der Elektronik zeigen sich keine größeren Unterschiede. Die Class-DEndstufe der Stereo L ist mit einer maximalen Leistung mit 280 Watt angeben, also 90 Watt mehr Dampf als beim kleinen Bruder. Routiniert ging uns die Installation von der Hand, weil a) die App sehr gut programmiert ist und b) wir das nun zum vierten Mal machten und längst gut geübt waren. Wir hätten das auch in unter zwei Minuten geschafft, hätten die IT-Götter nicht das Update erschaffen. Die kleine Zwangspause kam uns aber im stressigen Redaktionsalltag durchaus entgegen und brachte den Puls wieder auf ein normales Level. Derart beruhigt, konnten wir uns ganz entspannt dem Hörtest widmen

DIE KRAFT DER DREI HERZEN : Bei der Stereo L schwingen gleich drei Tieftöner im Gleichtakt. Das drückt ordentlich, aber sicher nicht aufs Gemüt



KARI BREMNES MIT „SPOR“ WAR EINFACH EIN GENUSS


GENAUSO, NUR BESSER

Und die Stereo L tat genau das, was die M schon getan hatte, nur besser. Wir ließen sie durch denselben Parcours gehen wie zuvor, um den direkten Vergleich zu haben. Los ging’s erneut mit Jefferson Airplane mit „Somebody To Love“. Wieder war alles sauber sortiert, die Teufel holte alles aus dieser über 50 Jahre alten Aufnahme heraus. Nur Grace Slicks Stimme blieb etwas energielos. Zur Sicherheit spielten wir noch einen Rockklassiker an, Kansas mit „Carry On Wayward Son“. Strahlende Stimmen im Hörraum, gefolgt von einem saftigen Pfund Rock – das funktionierte prima und machte Spaß

Von Kansas ging’s direkt nach Norwegen zu Kari Bremnes mit „Spor“. Der Song klang wie bereits bei der Kleinen perfekt. Wir konnten uns kaum satthören, auch wenn die Wiedergabe im unteren Bereich leicht füllig geriet. Und die abgrundtiefen Bässe aus dem Titel Walk On Water“ von Thirty Seconds To Mars? Jetzt waren sie da! Aber in einer eher angenehm trockenen Darbietung. Das Extrapfund Bass ging etwas zulasten der Präzision, aber unterm Strich sind das Peanuts.

MESSLABOR STEREO M

Die Stereo M ist im Klangcharakter der großen sehr ähnlich. Der Frequenzgang verläuft von leichten Welligkeiten abgesehen gerade. Die Unterschiede liegen in der Bass-Performance: Die M erreicht eine Grenzfrequenz von 35 Hz, die Bässe sind mit bis zu 93 dB (Stück) etwa halb so laut wie bei der großen. Der Limiter arbeitet ähnlich, nur dass er etwas früher einsetzt.

MESSLABOR STEREO L

In der Grundeinstellung musiziert Teufels große Streaming-Box mit betonten Bässen, die sich aber nach Gusto justieren lassen. Sonst ist der Frequenzgang neutral, nur leichte, winkelabhängige Welligkeiten sind vorhanden. Die bis zu 99 dB lauten Bässe erreichen die 30-Hz-Marke. Im Mittel-Hochton hütet ein Limiter die Teufel vor zu hohen Pegeln (sichtbar an der 100-dB-Klirrkurve).

AUF ACHSE: Der tolle Koax-Treiber aus der Definion verichtet auch in der Stereo M (l.) und in der Stereo L hervorragend seinen Dienst.


Zu welcher Teufel man greift, hängt weniger von der klanglichen Vorliebe, sondern eher vom Platz ab. Stellt man die Stereo M, die gar nicht so klein ist, ins Regal und damit sehr wandnah, gibt das auch mehr Bass, während die Präzision etwas abnimmt. Ganz an die Wand darf sie wegen der Bassreflexöffnung an der Rückseite nicht. Auch die Stereo L sollte nicht an direkt an der Wand platziert werden. Der Grund ist hier jedoch die Tatsache, dass die potent bestückte große Teufel dadurch äußerst basslastig in der Wiedergabe würde. Letztlich ist die Wahl der Box jedoch auch eine Frage des Budgets, denn die L kostet 800 Euro mehr als die M – ein schöner Batzen.

TEUFEL STEREO M

TEUFEL STEREO

FAZIT

Andreas Eichelsdörfer
AUDIO-Chefredakteur


Eine perfekte Symbiose aus Definion-Lautsprechern von Teufel und aktiver Elektronik aus dem Hause Raumfeld – so lautet das Fazit dieses Tests. Die nahtlose Einbindung der beiden aktiven Stereoboxen in ein Multiroom-System mit Sounddecks und -bars, kleinen und mittleren Musiksystemen – das gibt es in der Form zur Zeit nur bei Teufel. Der Klang passt, das Design auch, die App ist super. So geht Multiroom!