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MUSIK-STREAMING FÜR GENIESSER


Audio Video Foto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 03.04.2019

Gestreamte Musik klingt nicht gut? Von wegen: AUDIO VIDEO FOTO BILD hatvier Hi-Res-Musikdienste getestet und mit Marktführer Spotify verglichen.


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Bildquelle: Audio Video Foto Bild, Ausgabe 5/2019

Vor nicht allzu langer Zeit hat Neil Young Streaming-Dienste harsch kritisiert: Die gebotene Audioqualität sei die schlechteste der Musikgeschichte, schimpfte der Godfather of Grunge. In der Tat setzten Spotify & Co. eher auf große Auswahl und gute Bedienbarkeit als auf das letzte Quäntchen Klang, denn die Angebote richten sich an Hörer, die ihre Songs gern unterwegs oder nebenbei abspielen.

Klang-Gourmets, denen Sound auf Sparniveau nicht genügt, finden mit ...

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... sogenannten Hi-Res-Diensten Alternativen. Sie bieten Musik in teils drastisch höherer Auflösung als etwa Marktführer Spotify. Mit welchen Datenraten Hi-Res-Dienste arbeiten, zeigt die Grafik rechts sehr anschaulich. Wobei sich schnell die Frage stellt: Ist das auch zu hören? Und vor allem: Was brauche ich dafür?

Turbo-Internet ist Pflicht

Die hohen Datenraten verraten es: Ohne schnelles und stabiles Internet gibt’s kein Hi-Res. Per Festnetz-Internet sind längst nicht überall die erforderlichen konstanten 1,5 bis 10 MBit/s verfügbar, unterwegs reicht das 3G-Handynetz nicht. Für mobiles Hi-Res-Streaming ist ein LTE-Tarif mit guter Netzabdeckung und ordentlich Datenvolumen Pflicht.

Aber Turbo-Internet alleine beschert noch keine klanglichen Offenbarungen. Eine hohe Datenrate ist allenfalls Voraussetzung, aber keine Garantie für Top-Klang – der hängt auch von der Qualität der Aufnahme ab, doch vor allem vom verwendeten Equipment. Mit einem Billig-Kopfhörer vom Wühltisch wird niemand einen Unterschied zu herkömmlichen Streaming-Diensten hören.

Hi-Res-Hardware zu Hause…

Wer noch eine richtig gute Stereoanlage im Wohnzimmer hat, muss nur einen Streaming-Player mit der Anlage verbinden – sofern der den gewünschten Dienst empfangen kann. Solche Geräte gibt’s ab 300 Euro, sie holen sich die Musik per WLAN oder LAN-Kabel aus dem Internet. Wer ohnehin neue Komponenten anschaffen will, bekommt mittlerweile auch Verstärker und Receiver, die Hi-Res-Dienste abrufen können.

Soll keine große Anlage im Wohnzimmer parken, sind potente Aktiv-Lautsprecher mit USB-Anschluss für den PC wie die Nubert nu-Pro X-3000 (1170 Euro) eine gut klingende und vergleichsweise günstige Lösung.

DIE DIENSTE IN DER APP

Bis auf HRA haben alle Hi-Res-Dienste eigene Apps für Android und i-OS. Die bieten einige nützliche und komfortable Funktionen.

Karaoke mit Deezer
Als einziger Hi-Res-Dienst lassen sich bei Deezer auch Liedtexte einblenden.

Tidal bleibt in Bewegung
Videos hat Tidal zuhauf. Die Qualität lässt sich in den Einstellungen festlegen.

Hi-Res-Hinweis bei Qobuz
Praktisch: Hochaufgelöste Musik kennzeichnet Qobuz mit dem Hi-Res-Logo.

WLAN-BOXEN FÜR HI-RES

Teufel Studio L
Für 1500 Euro bekommt man von den Standboxen Spitzenklang serviert.
TESTERGEBNIS gut 1,8

Sonos Play:5
Der Sonos-Lautsprecher (580 Euro) spielt mit fast jedem Dienst und klingt gut.
TESTERGEBNIS gut 2,2

Dynaudio Music 7
Der Dynaudio (1000 Euro) spielt nur Musik von Tidal – aber mit klasse Klang.
TESTERGEBNIS gut 1,6

Yamaha NX-N500
Viele Anschlüsse, guter Sound: Mit den Yamaha (799 Euro) macht man wenig falsch.
TESTERGEBNIS gut 2,0

HIER LÄUFT HIGH-RES-MUSIK
Am einfachsten klappt die Hi-Res-Wiedergabe mit einem PC, der per USB mit High-Res-fähigen Boxen verbunden ist. Die Nubert Nu-Pro X-3000 (oben) etwa sind eine gute Wahl. Für vorhandene Stereoanlagen eignen sich Netzwerk-Player, der Pioneer N-30AE (links) etwa streamt von Deezer, Tidal und Qobuz. Auch mit Android-Handys wie dem LG G7 Thin-Q (rechts) lässt sich High-Res-Musik abrufen und per USB-C-Anschluss an passende Verstärker oder Boxen senden.


Die aufgeräumteste Variante fürs Wohnzimmer sind WLAN-Lautsprecher. Die Randspalte links zeigt testerprobte Boxen, die das Potenzial der höheren Auflösung tatsächlich ausreizen. Die Wiedergabesteuerung klappt ganz einfach per App.

Noch kompaktere Bluetooth-Boxen sind zwar praktisch, aber für Hi-Res-Dienste keine gute Wahl – solche Lautsprecher sind schlicht nicht gut genug, um die klanglichen Feinheiten zu Gehör zu bringen. Zudem kann herkömmlicher Bluetooth-Funk die Hi-Res-Datenraten gar nicht übertragen – das klappt nur mit dem Bluetooth-Standard apt-X-HD, und den gibt’s nur mit einigen teuren Kopfhörern.

…Hi-Res-Hardware für unterwegs

Unterwegs in der Bahn oder am Arbeitsplatz wird’s schwierig mit Hi-Res. Die feinen Klang-Nuancen gehen im Umgebungslärm unter, wenn nicht ein großer Bügelkopfhörer mit apt-X-HD und Noise-Cancelling wie der Sony WH-1000XM3 (300 Euro) die Musik empfangen und Lärm aussperren kann. Natürlich muss auch das Smartphone mit apt-X-HD funken, was einige teure Modelle wie das LG G7 Thin-Q (siehe Bild rechts oben) können.

Wer unterwegs ein Maximum an Klangqualität auf die Ohren will, schließt den Kopfhörer besser per USB-C-Kabel an – bei einem i-Phone müssen aber noch diverse Adapter für die Verbindung sorgen.

Wer unterwegs mit weniger brillantem Klang leben kann, reduziert die Tonqualität und spart so auch Datenvolumen. Musik lässt sich zwar auch im heimischen WLAN aufs Handy laden, aber dann wird der hohe Speicherbedarf zum Problem: Mit 16 GB verfügbarem Speicher und einer Songdauer von 3,5 Minuten lassen sich nur 132 Songs mit einer Hi-Res-Datenrate von 4608 k-Bit/s speichern, in üblicher MP3-Qualität reicht dieser Platz dagegen für rund 1900 Titel.

Klingt’s denn besser?

Die Hi-Res-Dienste spielen ihre Stärken vor allem bei intensiven Hörsessions zu Hause aus: Mit guter Hi-Fi-Ausstattung sind die Unterschiede zur komprimierten Musik von Spotify & Co. klar zu hören. Im Hörtest offenbarten sich deutlich mehr Details: Becken klingen länger aus, Instrumente sind räumlich leichter zu orten, Gesangsstimmen klarer artikuliert. Ein gut aufgenommenes Klavierkonzert versprüht so mehr Dynamik und Nuancen. Die Zahlen lügen also nicht: Während Spotify Musik in einer Datenrate von maximal 320 Kilobit pro Sekunde (k-Bit/s) sendet, liefern Hi-Res-Dienste die 4,5- bis 29-fache Auflösung.

CD-Qualität (1411 k-Bit/s) gibt’s bei den Hi-Fi-Tarifen von Deezer, Qobuz und Tidal, einige Titel liefert Tidal mit bis zu 4608 k-Bit/s („Tidal Masters“). Doppelte Auflösung erreichen Qobuz (Tarife: Studio und Sublime+) und HRA mit 9216 k-Bit/s. Allerdings ist nicht jeder Song in höchster Qualität verfügbar, meist aber zumindest in CD-Auflösung.

Problemlose Bedienung

Generell unproblematisch ist die Handhabung der Dienste – vor allem Deezer hat mit seiner gelungenen App in dieser Hinsicht zu Spotify aufgeschlossen. So bietet Deezer Extras wie die Anbindung an soziale Medien und Nutzerprofile. Über die vernetzt sich der Abonnent mit Freunden oder musikalisch Gleichgesinnten und lässt sich durch Wiedergabelisten inspirieren. Das ist erfolgversprechender als die per Algorithmus generierten Playlists. Alternativ macht auch die auf den Hörgewohnheiten basierende Zufallswiedergabe Flow ordentliche Musikvorschläge.

Bei Tidal und Qobuz geht die Bedienung ein wenig umständlicher, aber immer noch gut von der Hand. Zum Nutzergeschmack passende Musikvorschläge liefern alle Dienste außer HRA, dort gibt’s eine Filterfunktion.[lego]

FAZIT

Im Test zeigte Deezer eine starke Leistung: Die Klangqualität ist top, Angebot, Funktionen und Gerätekompatibilität sind fast auf dem hohen Niveau von Spotify – da kommen die restlichen Kandidaten nicht heran. Einziges Manko: Musik gibt’s lediglich in CD-Auflösung – Tidal, Qobuz und HRA überbieten diese zumindest bei einigen Titeln. Ob sich das für Sie lohnt, probieren Sie am besten mit Ihrer Lieblingsmusik und Hi-Fi-Anlage aus.

HIER LÄUFT HIGH-RES-MUSIK

Am einfachsten klappt die Hi-Res-Wiedergabe mit einem PC, der per USB mit High-Res-fähigen Boxen verbunden ist. Die Nubert Nu-Pro X-3000 (oben) etwa sind eine gute Wahl. Für vorhandene Stereoanlagen eignen sich Netzwerk-Player, der Pioneer N-30AE (links) etwa streamt von Deezer, Tidal und Qobuz. Auch mit Android-Handys wie dem LG G7 Thin-Q (rechts) lässt sich High-Res-Musik abrufen und per USB-C-Anschluss an passende Verstärker oder Boxen senden.

GÜTESIEGEL MIT WENIG WERT

Hinter dem Logo steckt die Japan Audio Society.


Aufpassen beim Kopfhörer-Kauf: Das rechts abgebildete Hi-Res-Audio-Siegel sagt wenig aus. Der Grund: Quasi jeder Kopfhörer kann hochauflösende Musikformate wiedergeben – wie gut, zeigt aber nur ein Klangtest. Das Logo beweist im Grunde nur eines: Der Hersteller hat den (finanziellen) Aufwand betrieben, um es mit seinem Produkt abbilden zu dürfen.



„20 Euro im Monat für Musik-Streaming ist vergleichsweise teuer, die Klangqualität überzeugt aber.“
Lennart Gotta Redakteur


HI-FI-MUSIKDIENSTE IM VERGLEICH

1 DEEZER
HI-FI
Preis: 19,99 Euro mtl.

Etwas überraschend setzt sich Deezer im Hi-Res-Streaming-Vergleich durch – obwohl es nur CD-Qualität gibt. Neben der großen Auswahl überzeugte insbesondere der hohe Bedienkomfort: Gerade die Anbindung an soziale Netzwerke und die Möglichkeit, über eigene Nutzerprofile mit Gleichgesinnten Playlists auszutauschen, kommt Spotify sehr nahe. Auch die auf Hörgewohnheiten basierende Flow-Wiedergabe gefällt. Zudem funktionieren Apps und PC-Software (fast) einwandfrei.

+ Große Musikauswahl, leichte Bedienung

- Nur CD-Qualität, am PC etwas umständlich

2 TIDAL
HI-FI
Preis: 19,99 Euro mtl

Das Angebot an Musik und weiteren Audio- und Videoinhalten bei Tidal ist gewaltig. Umso ärgerlicher, dass Bedienung und Funktion etwas hinterherhinken: Zwar klappt die Verbindung mit Facebook & Co., Freunde können die Musik aber nur mit kostenpflichtigem Abo hören – bei Deezer und Spotify geht das auch mit Gratis-Zugang. Bereits gekaufte Musiktitel lassen sich nicht über die Tidal-Apps für Computer und Smartphones abspielen. Klasse: Den Hi-Fi-Tarif gibt’s auch für Familien.

+ Sehr vielfältiges Angebot, Musik in Hi-Res-Qualität

- Schlechte AGB, etwas wenige Abspielgeräte

3 QOBUZ
STUDIO
Preis: 24,99 Euro mtl.

Ordentliche Musikauswahl, sehr hohe Audioqualität – und trotzdem muss sich Qobuz mit Platz drei begnügen. Für mehr ist der Dienst schlichtweg zu unkomfortabel: Der Austausch mit anderen Nutzern fehlt, Abspielfunktionen wie die Zufallswiedergabe ebenso, und die Suche zeigt Schwächen. Zudem fehlen bei Qobuz Familientarife, die es bei Tidal sogar für Hi-Fi gibt. Ansonsten sind die Preise okay. Pluspunkte gibt’s für die deutliche Kennzeichnung von Hi-Res-Inhalten.

+ Sehr hohe Audioqualität, gute Musikauswahl

- Etwas wenige Funktionen und Abspielgeräte

4 HIGHRESAUDIO
HRA STREAMING
Preis: 199,99 Euro jährl.

Ein Blick auf die Tabelle beweist: HRA kann sich nicht mit den Alpha-Tieren auf dem Streaming-Markt messen. Der Fokus liegt auf dem Download-Kaufgeschäft, da gehören Auswahl und Preise zu den attraktivsten auf dem Markt. Das Streaming-Angebot ist dagegen vergleichsweise klein, dafür gibt’s durchweg mehr als CD-Qualität. Leider sind jedoch auch Bedienung, Funktionsumfang und Gerätekompatibilität kaum konkurrenzfähig, Smartphone-Apps sollen im Mai erscheinen.

+ Sehr hohe Audioqualität

- Wenig Komfort, wenige Abspielgeräte

5 SPOTIFY
SPOTIFY PREMIUM
Preis: 9,99 Euro mtl.

Trotz gehörig Gegenwind von Deezer sitzt der Streaming-König fast unantastbar auf dem Thron: Die Musikauswahl ist gewaltig, Zusatzinhalte wie Hörspiele und Podcasts gibt’s zuhauf, und die Bedienung in den Apps für Android und i-OS sucht ihresgleichen. Hinzu kommt die schier endlose Liste von Lautsprechersystemen und Receivern mit Spotify Connect – da bleiben kaum Wünsche offen. Im Grunde fehlt nur noch die Integration von Hi-Res-Streaming zum Komplettpaket.

+ Riesiges Angebot, sehr komfortabel, viele Geräte

- Kein Hi-Fi-Streaming

HIER GIBT’S: HI-RES-MUSIK ZU KAUFEN

Hochaufgelöste Musik zum Kaufen und Herunterladen finden Sie nicht nur bei Tidal, Qobuz und High-Res-Audio. Das sind die Alternativen

HD-tracks
HD-tracks bietet einen großen Katalog, manche Alben sind sogar mit 352 k-Hz / 24 Bits erhältlich. Verglichen mit HRA etwas teuer, als Ergänzung aber okay.

Bleep
Bleep hat neben CDs und LPs auch Download-Musik. Das Angebot ist etwas exotisch und bedient viele Nischen. Preislich liegt Bleep im Mittelfeld.

7digital
Von Mainstream bis Klassik wird bei 7digital alles geboten. Klasse: Im direkten Vergleich mit HRA sind die Preise teilweise sogar niedriger.