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„Must have” oder „nice to have“?


Motorboot Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 07.03.2019

NAVIGATIONS-ELEKTRONIK

Artikelbild für den Artikel "„Must have” oder „nice to have“?" aus der Ausgabe 4/2019 von Motorboot Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Motorboot Magazin, Ausgabe 4/2019

Ob einfacher Kartenplotter auf einem sportlichen RIB oder die navigatorische Vollausstattung an Bord einer Hochsee-Fahrtenyacht. Elektronische Navigationsinstrumente sind an Bord einer modernen Yacht heute nicht mehr wegzudenken und gehören dazu.


„Must have?“

Keine Frage – Generationen von Binnenschippern und Seeleuten haben mit „handgemachter“ Navigation ihre Ziele erreicht. Andererseits sitzen jedes Jahr etliche Skipper trotz moderner elektronischer Navigationsgeräte an Bord eben doch mal auf „Schiet“. Das alleinige (Nicht-)Vorhandensein der Technik erlaubt also keinen Rückschluss ...

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... auf Nutzen oder gar die Notwendigkeit navigatorischer High-Tech Ausstattung an Bord.

Einfacher + sicherer = Nice to have!

Tatsache ist aber, das wir im 21. Jahrhundert leben, die technischen Möglichkeiten ausgereift sind und fast jeder von uns ein Navigationsgerät im Auto nutzt, regelmäßig im Internet surft, oder ein Smartphone sein Eigen nennt. Warum sollen nicht auch Boote und Yachten heute so modern sein wie das eigene Haus, das eigene Auto und ebenso vernetzt sein, wie das moderne Leben selbst? Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft (BVWW) stellt sich diese Frage Neubootkäufern und Einsteigern in den Wassersport übrigens nicht. Moderne und vernetzte Elektronik an Bord wird als Selbstverständlichkeit voraus gesetzt, bzw. aktiv nachgefragt.
Eine technische Entwicklung geschieht nicht um ihrer selbst willen, sondern um das Leben bequemer, einfacher und auch sicherer zu machen. Das möglichst schnelle und genaue Ermitteln der eigenen Position und der Bedingungen um das eigene Schiff herum sind dabei in der Seefahrt von je her zentrale Themen. Wer trotz unsichtigen Wetters oder fehlender Peilmarken in wenigen Sekunden einfach seine Position bestimmen kann, fährt sicherer. Wer über eine große Entfernung kommunizieren kann, hat im Notfall ein wertvolles Backup. Wer bei unsichtigem Wetter seine Umgebung und andere Verkehrsteilnehmer orten und einschätzen kann, hat einen deutlichen Sicherheitsvorsprung und kann vielleicht noch seinen Zielhafen erreichen, wenn Andere schon ankern. In der Berufsschifffahrt sind das schon aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung keine Fragen, die diskutiert werden.
Mit der Digitalisierung wurde die Entwicklung platzsparender, kostengünstiger und multifunktionaler Geräte, die eine hohe Genauigkeit und eine große Zuverlässigkeit liefern können, möglich. Daher sind auch anspruchsvolle Geräte für den Wassersportler erschwinglich und nutzbar. Moderne Technik erleichtert dem erfahrenen Skipper aber auch gerade dem Neueinsteiger so im wahrsten Sinne die Orientierung.

Nach-, Um- und Aufrüstung

Moderne Navigationselektronik soll Spaß machen. Spätestens unter dem Gesichtspunkt „Spaß“ wird die Frage: „Brauche ich es?“ durch die Frage: „Kann ich es gebrauchen?“ ersetzt. Hier entscheidet dann der Anspruch des Einzelnen über die erweiterte Ausrüstung an Bord. Dem Petrijünger wird ein moderner Fishfinder mit allen Raffinessen gefallen, das Partyboot wird hingegen mit einem umfassenden Entertainment System ausgerüstet, während der Technik-Fan schon allein aus Interesse vielleicht ein modernes Radargerät oder eine Wärmebildkamera installiert.
Dabei besteht z.T. ein Unterschied zwischen einer Neuausstattung und einer Nachrüstung. Werden beim Kauf eines Neubootes die gewünschten Komponenten des Systems werftseitig installiert und konfiguriert, sollte sich der Eigner im Vorwege Gedanken machen, welche Systemkomponenten für ihn wichtig sind, da eine spätere Nachrüstung zusätzliche Installationskosten verursacht. So ist z.B. die Integration der Motordaten im Multifunktionsdisplay (MFD) bei neueren Motoren i.d.R. entweder schon vorgesehen oder mit wenig Aufwand realisierbar, sodass eine über die navigatorischen Standardfunktionen des MFD hinausgehende Aufrüstung sinnvoll ist. Radargeräte, Wärmebildkameras u.a. benötigen entsprechende Geräteträger, für Musikanlagen müssen Lautsprecher installiert und Kabel verlegt werden. Die Nutzung der Sonar- und Echolotfunktionen des MFDs ist zumeist lediglich von der zusätzlichen Anschaffung und dem Einbau eines entsprechenden Gebers abhängig, sodass eine Komplettlösung hier ebenfalls sinnvoller, kostengünstiger und einfacher realisierbar ist, als die spätere Nachrüstung. Beim sog. „Repowering“, also dem Austausch eines alten Motors gegen einen neuen, kann es z.B. im Zuge einer allgemeinen technischen Modernisierung sinnvoll sein, auch das System der Anzeigen und der Navigationselektronik an Bord gleich mit auf den neuesten Stand zu bringen, um so von den aktuellen, technischen Möglichkeiten zu profitieren und der Wert und den Nutzwert der Yacht zu steigern.

Seemannschaft = „Must have!“

Nicht selten wird in der Diskussion der Einsatz moderner Navigations Technik mit dem Verlust an guter Seemannschaft gleichgesetzt. Doch das ist nicht zulässig. Blindes Vertrauen in die Technik und deren sorglose Nutzung, z.B. ohne begleitende eigene Navigation oder ein Backup wie Seekarten, ein redundantes Zweitgerät o.ä., stellt nicht die Technik in Frage, sondern die Sorgfalt des Nutzers. Moderne Technik kann gute Seemannschaft nicht ersetzen, sie aber sinnvoll unterstützen. In diesem Zusammenhang stellt sich zudem die Frage: Beinhaltet die gute Seemannschaft nicht auch die Forderung, sich alle verfügbaren und sinnvollen Hilfsmittel für die Navigation im Rahmen seiner Möglichkeiten zunutze zu machen? (cs)


(Fotos: Simrad/ Navico)