Lesezeit ca. 9 Min.
arrow_back

MYTHOS FOHLENELF


Logo von Sport Bild
Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 48/2022 vom 30.11.2022

SERIE

Artikelbild für den Artikel "MYTHOS FOHLENELF" aus der Ausgabe 48/2022 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 48/2022

So feiert Gladbachs Meister-Mannschaft von 1970 in der Kabine. Hinten von links: ?Hacki? Wimmer, Klaus- Dieter Sieloff, Herbert Laumen, Trainer Hennes Weisweiler (mit Schale), ?Luggi? Müller, Horst Köppel und Hartwig Bleidick. Vorne von links: Co-Trainer Rudi Schlott, Ulrik le Fevre, Peter Dietrich, Günter Netzer, Wolfgang Kleff, Berti Vogts und ?Winnie? Schäfer

Warum Weisweiler Netzer „dat lange Arschloch“ nannte

Warum Vogts als Schlichter „immer der Dumme war“

Wie sich die Stars mit Autokäufen übertrumpften

Im Jahr 1970 holte Borussia Mönchengladbach die erste deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte – obwohl es im Verein knarzte und krachte wie niemals zuvor und niemals danach. Als hätte es den FC Hollywood schon Jahrzehnte vor Bayern München gegeben.

Vor allem der knorrige, visionäre Trainer Hennes Weisweiler (gestorben 1983 mit 63) und Günter Netzer (78), der glamouröseste und wohl genialste Spielmacher der Bundesliga-Geschichte, lebten ihre Abneigung zueinander voll aus. Wenn Weisweiler mit hochrotem Kopf vor Netzer stand, dann herrschte er ihn mit „Herr Netzer“ an. Wenn ihm ausnahmsweise mal etwas an seinem Genie gefiel, sprach er in rheinischem Singsang von „ne äschte Kääl“, einem echten Kerl. Wehe jedoch, er sagte: „Dat lange Arschloch“ – ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Sport Bild. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 48/2022 von Was gegen Costa Rica alles auf dem Spiel steht. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Was gegen Costa Rica alles auf dem Spiel steht
Titelbild der Ausgabe 48/2022 von Füllkrug muss in die Startelf. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Füllkrug muss in die Startelf
Titelbild der Ausgabe 48/2022 von DIE SCHÖNSTEN SEITEN DER WM. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DIE SCHÖNSTEN SEITEN DER WM
Titelbild der Ausgabe 48/2022 von Eine Sitzung brachte für das DFB-Team die Wende. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Eine Sitzung brachte für das DFB-Team die Wende
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
„Wir waren eine kleine Wurst in der Fußball-Landschaft“
Vorheriger Artikel
„Wir waren eine kleine Wurst in der Fußball-Landschaft“
Ein Spiel dauert 90 Minuten
Nächster Artikel
Ein Spiel dauert 90 Minuten
Mehr Lesetipps

... dann herrschte zwischen den beiden Eiszeit, der meist eine Leistungsexplosion folgte. Also machten die beiden aus ihrer Hassliebe zueinander jahrelang, innerlich schmunzelnd, ein Ritual.

In der Meistersaison 1969/70 war Winnie Schäfer, später charismatischer KSC-Trainer (1986 bis 1998), einer der wichtigsten sogenannten Wasserträger von Netzer. Schäfer erzählt: „Eines Tages sprach mich Weisweiler auf der Radrennbahn, unserem damaligen Trainingsplatz, an:

‚Winfried, Sie müssen nicht immer den Jünter anspielen. Sie können auch mal alleine gehen.‘ Mit dem Jünter war natürlich Günter Netzer gemeint.“

Schäfer sprudelt drauflos: „Kaum hatte ich den Platz verlassen, fuhr der Jünter in seinem legendären Jaguar E (den er später an Franz Beckenbauer verkaufte; d. Red.) vor: ‚Komm, lassuns eine Runde fahren.‘ Ich rannte förmlich in seine Richtung, weil ich stolz war, mal in so einem tollen Auto zu sitzen. Günter kam gleich zur Sache: ‚Hör mal: Du musst immer mich anspille (anspielen). Mich! Auch, wenn ich gedeckt bin. Auch, wenn mich der Gegner umbringen will. Sonst kann ich ja gleich in der Kabine bleiben.‘ Ich hatte natürlich gehört, dass Netzer sich beklagt hatte, er schwebe in Lebensgefahr, so brutal gingen seine Sonderbewacher gegen ihn vor. Doch nun sagte er: ‚Wenn ich den Ball bekomme, hebe ich sofort ab. Dann kriegen diese Mörder Gelb – und ich habe meine Ruhe.‘“

Schäfer brachte nicht mehr als ein gehorsames „Ja, ja“ heraus. „Weil ich so überrascht war, wie schnell der Günter wusste, was der Weisweiler zu mir gesagt hat. Bis heute rätsel ich, wie er das erfahren hat. Als wäre er ein Hellseher.“

Schäfer gehorchte natürlich Netzer. Immerhin hatte der durchgesetzt, dass Schäfer 1968 vom rheinland-pfälzischen Amateurklub TuS Mayen nach Gladbach kam. „Klar. Weil der Günter bei uns das Sagen hatte“, erklärt Berti Vogts, trotz seiner 1,68 Meter vielleicht der Größte aller großen Gladbacher. Von 1965 bis 1979 der heimliche Chef, der Strippenzieher. „Weisweiler nannten wir alle nur ‚Chef ‘. Wenn wir Günter meinten, sagten wir ‚King‘. Weil wir wussten, dass wir nur mit dem ‚King‘ siegen konnten. Wenn wir verloren haben, lag es daran, dass der King nicht gut gespielt hatte. Meine Aufgabe war es also, den anderen zu sagen, ohne den Günter wären wir ein Nichts … Er gehörte zu den zehn besten Fußballern der Weltgeschichte. War eine Persönlichkeit, für die man automatisch rannte.“

Wie schwer die Bürde war, ein „King“ zu sein, bekam Schäfer gleich in der Vorbereitung zu spüren. „Wir spielten während eines Trainingslagers bei Hessen Kassel. Trainingslager, das war für den Günter wie Zwangsarbeit. Zur Halbzeit rief Weisweiler: ‚Winfried, Sie kommen rein für den Jünter.‘ Hektisch suchte ich nach einem Trikot, doch es war keines da. Also bekam ich das verschwitzte Hemd von Netzer, das mit der Nummer zehn. Eine Wahnsinnslast. Nach wenigen Minuten hatte ich das Gefühl umzufallen, zusammenzubrechen, so schwer war das.“

Schnell erlebte Schäfer, dass sich nicht nur auf dem Spielfeld alles um Netzer zu drehen hatte, sondern auch an einem normalen Trainingstag. „Vor allem am Montag nach einem freien Sonntag. Da legte sich der Günter gerne längs über die Umkleidebank und stöhnte: ‚Mensch, isch bin kapott.‘ Dann rief er laut nach ‚Charly!!‘ Charly Stock (28 Jahre lang Masseur, Hobbypsychologe und Hobbykoch der Borussen; d. Red.) war sein Freund – hat sofort alles stehen und liegen lassen, sich nur noch um den Günter gekümmert.“

Wobei Vogts da postwendend protestiert: „Wer sagt denn, dass der Günter am Montag schon da war? Er ist doch meist erst am Mittwochnachmittag zum Training gekommen …“ Das Gelächter ist bei solchen Anekdoten kaum mehr zu stoppen. Und Netzer lacht am lautesten.

Bis heute verbindet Schäfer mit Netzer eine Freundschaft. Das war auch diesen Sommer in der „Traube“ von Tonbach im Schwarzwald zu spüren, wo Vogts coronabedingt mit einem halben Jahr Verspätung seinen 75. Geburtstag feierte. Vogts, von 1990 bis 1998 Bundestrainer, hatte 60 gute Freunde eingeladen, neben Jürgen Klinsmann, Sepp Maier, Uli Stein, Uli Hoeneß, Wolfgang Rolff und Wolfgang Overath natürlich viele stolze Träger des Borussen-Trikots aus den glorreichen 70ern, wie Uli Stielike, der jetzt in Marbella lebt. Zwei Tage und Nächte lang lebten die alten, unglaublichen Geschichten auf. Höhepunkt: Wie Vogts zwischen Netzer und Weisweiler immer vermitteln musste. Wenn die drei nebeneinanderstanden, benutzten sie Berti als Sprachrohr, als Mediator.

„Wie in der noch jungen Saison, als der Günter zehn Tage lang einfach verschwunden war“, erzählte Schäfer. „Und Weisweiler verärgert fragte: ‚Wo ist denn dat lange Arschloch?‘“

Als er endlich auftauchte, marschierten sie strammen Schrittes über den Trainingsplatz. Weisweiler rechts, Netzer links, Vogts in der Mitte. Das Gespräch im Wortlaut:

Weisweiler zu Berti: „Frag deinen Kapitän, wo er so lange war.“

Netzer zu Berti: „Sag deinem Trainer, ich war auf Martinique.“

Weisweiler zu Berti: „Frag deinen Kapitän, warum gleich die Karibik.“

„GÜNTER IST DOCH MEIST ERST MITTWOCHNACHMITTAG ZUM TRAINING GEKOMMEN“

Berti Vogts über Günter Netzer

Netzer zu Berti: „Sag deinem Trainer, dass der Arzt gesagt hat, ich müsse Wärme haben, viel Sonne tanken.“

Weisweiler zu Berti: „Frag deinen Kapitän, warum er sich nicht abgemeldet hat.“

Netzer zu Berti: „Sag deinem Trainer, ich musste mich von ihm erholen.“

Vogts stutzte, sah entsetzt Netzer an: „Günter, das sage ich ihm nicht“ – und lief davon.

Heute kann Vogts darüber lachen, sagt: „Danach hatte ich mit beiden Krach. Ich war da immer der Dumme.“

Doch das war nicht so. Vogts hatte oft das letzte Wort. Schon länger hatte er auf Netzer eingeredet: „Das ist doch Scheiße, dass wir uns mehr über ein 5:4 freuen als über ein 1:0. Immer kriegen wir Verteidiger auf die Schnauze, die Stürmer dagegen werden gelobt. Ich habe Lust und nehme eines meiner zwei Angebote an. Der Franz Beckenbauer will mich bei den Bayern haben. Der Johan Cruyff bei Ajax Amsterdam.“ Das zeigte bei Netzer Wirkung.

Nachdem Bayern 1969 unter Branko Zebec Meister geworden war, hörte Weisweiler ganz genau hin, als Netzer lauthals klagte: „Ich habe die Nase voll davon, immer hochgelobter Zweiter oder Dritter zu sein. Wir werden zwar als die jungen stürmischen Fohlen gefeiert, werden zum Mythos verklärt, weil wir die Schalker 11:0 wegfegen, Neunkirchen 10:0. Doch im nächsten Moment geben wir klare Führungen aus der Hand. Unserer viel zu offensiven Spielweise wohnt das Scheitern inne. Wann fangen wir endlich mal an, Fußball wie Erwachsene zu spielen ...?“

Weisweiler knickte ein, überredete 1969 Manager Helmut Grashoff, zwei absolute Abwehr-Felsbrocken zu holen. Aus Stuttgart kam Klaus-Dieter Sieloff zum Spottpreis von 100 000 Mark (ca. 50 000 Euro). Und dann schwänzte am letzten Spieltag Weisweiler sogar das Spiel seiner Gladbacher in Bremen (fast standesgemäß endete es mit einer 5:6-Niederlage), um Köln gegen Meister Nürnberg zu sehen, das direkte Duell gegen den Abstieg. Nach Nürnbergs 0:3 (der Meister musste tatsächlich in die 2. Liga) redete Weisweiler so lange auf Ludwig „Luggi“ Müller ein, bis der genervt auf der nächstbesten Kühlerhaube unterschrieb. Für spottbillige 120 000 Mark Ablöse (ca. 63 000 Euro).

Der Meisterschaft 1970 mit den wenigsten Gegentoren (29) stand nichts mehr im Wege. Genauso wie der Titelverteidigung 1971. Netzer spielte fortan wie aufgedreht. Es ist überliefert, dass Weisweiler gesagt hat: „Jünter, wenn ihre ersten 30 Pässe nicht ankommen, versuchen Sie es mit dem 31sten.“ Wobei Netzer beleidigt abdrehte und gemurmelt haben soll: „Eine Frechheit. Ich spiele nicht mal zwei Fehlpässe hintereinander.“

Auch, dass er langsam und lauffaul sei, widerlegte Netzer spätestens am 14. April 1971, als Bayern am Bökelberg antrat. Die Uhr zeigte die 37. Minute, als

Netzer mit Riesenschritten über den Platz fegte, an drei Gegnern vorbei. Ehe sich Beckenbauer auf ihn stürzen konnte, zog er aus 18 Metern ab, der Ball schlug hinter Sepp Maier zum 1:0 ein, dem ARD-Tor des Monats. Gladbach war nach dem 3:1 die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen.

„Ich kann mich immer noch an die Worte von Franz Beckenbauer erinnern. ‚Sag mal, hast du sie noch alle? Wenn ich den Ball an den Kopf gekriegt hätte, wäre ich tot gewesen.‘ Gott sei Dank hat der Franz den Kopf eingezogen“, sagt Netzer. Fast stolz spricht er über die Expertise des Torjägers Jupp Heynckes (195 Bundesliga-Tore für Gladbach): „Der Jupp ist der Einzige, der mich immer verteidigt. Mein Laufstil sah zwar langsam und behäbig aus. Doch der Jupp sagt: ‚Was ihr da alle erzählt – der Netzer war vielleicht unser Schnellster.‘ In der Schule bin ich über 100 Meter mal 11,6 Sekunden gelaufen.“

Vogts vergleicht Netzers Spiel mit dem auf einer Playstation. „Günter hat Pässe geschlagen, zu denen würde man heute ‚digital‘ sagen. Er konnte gar nicht anders, als mit seinen großen Füßen den Ball mit dem rechten Innenspann nach links zu spielen. Er bediente den pfeilschnellen Jupp Heynckes, Außenstürmer wie Bernd Rupp, Herbert Laumen oder Ulrik le Fevre. Manchmal hat er mit Weisweiler drei Stunden lang das Spiel in den freien Raum trainiert. Bis wir sagten: ‚Ihr könnt uns mal. Wir haben die Schnauze voll.‘ Ja – in solchen Momenten konnten die beiden auch gut miteinander.“

Spätestens bis zum legendären Pokalsieg 1973, als sich Netzer – wieder mal total genervt von Weisweiler – in seinem letzten Spiel vor dem Wechsel zu Real Madrid in der Verlängerung selbst einwechselte. Mit dem ersten Ballkont a k t das 2:1-Siegtor schoss. „Das größte Glück, das einem Fußballer je widerfahren ist. Eine Geschichte, die der Fußball kein zweites Mal schreibt“, sagt Netzer.

Vogts hatte ihm einen letzten Freundschaftsdienst erwiesen. Weisweiler wollte Berti im Pokalfinale die Kapitänsbinde geben. Doch Vogts sagte: „Nein, der Günter ist mein Freund. Wenn der nicht spielt, kann ich nicht der Kapitän sein. Nehmen Sie den Hacki Wimmer.“

Zwei Jahre später befürchtete Vogts, er müsse zum Optiker gehen, als er bei einem Turnier in Alicante den Real-Spieler Netzer und den Barcelona-Trainer Weisweiler sah. „Plötzlich haben die miteinander geflirtet, sich abgeküsst – das war der Hammer. Zwei der größten Persönlichkeiten des deutschen Fußballs in der Fremde vereint.“

Die beiden hatten in Mönchengladbach etwas angestoßen, das auch ohne sie weiterlief. Nach einem Bayern-Hattrick (Meister 72, 73 und 74) war 1975, 76 und 77 wieder die Borussia dran. „Die wollte allen beweisen, dass es auch ohne das lange Arschloch geht“, sagt Vogts mit schelmischem Grinsen.

Der beinharte Verteidiger sah es jedes Mal mit lautem Knurren, dass neben Netzer (1973), Weisweiler (1975) auch Jupp Heynckes (1967 bis 1970 Hannover 96, dann Rückkehr zu Gladbach) die Borussen verlassen hatte. Vogts widerstand bis zuletzt allen Verlockungen, spielte bis 1979, dem zweiten Uefa-Cup-Sieg nach 1975, weiter. Als es mit 33 verletzungsbedingt nicht mehr ging, trat er als Fußballer des Jahres ab, ehe er als Trainer zum DFB ging.

„Ich denke gerne an die alten Freundschaften zurück, wie wir Fußball gespielt haben, wie wir miteinander umgegangen sind. Das wird es nie mehr geben“, sagt Vogts. „Wenn wir auswärts gewonnen haben, sind wir mit dem Mannschaftsbus direkt ins ‚Lovers’ Lane‘ gefahren, der Diskothek von Günter Netzer. Vor Heimspielen sind wir ins Kino gefahren, der Günter im Jaguar hinterher. Ich habe mir dann einen Porsche gekauft. Er hat mich übertreffen wollen, kaufte einen Ferrari. So eine Unverschämtheit.“

Es war wie im Film. Hollywood eben.

Nächste Woche Der Bayern-Boss, der vor dem Krieg flüchtete

Zebras, Teufel und Bestien

Die Gladbacher Mannschaft ist bis heute als „Fohlenelf“ bekannt. Auch andere Klubs werden mit Tiernamen betitelt. 1860 München als die „Löwen“ wegen seines Wappentiers, der MSV Duisburg wegen seiner Ringeltrikots als „Zebras“. Der Begriff „Rote Teufel“ steht für den 1. FC Kaiserslautern. Mitgebracht hatte ihn Klub-Ikone und 54er-Weltmeister Fritz Walter († 81), der im Krieg für die Militär-Mannschaft „Rote Jäger“ gespielt hatte. Der „Teufel“ wurde von der Spielweise abgeleitet. Der FCK spielte, so hieß es damals, „teuflisch schnell“. Einen Namen der Anerkennung bekam der FC Bayern in Spanien verpasst: „Bestia Negra“, die „schwarze Bestie“. Hintergrund war, dass die Bayern nach der Jahrtausendwende zum Angstgegner der spanischen Topklubs Real Madrid und FC Barcelona wurden.