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»´N bisschen Frieden« ist eine dramatische Liebesgeschichte mit einer detektivischen Erzählstruktur


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blickpunkt musical - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 15.09.2022
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Ralph Siegel hat seine Leidenschaft fürs Musical mit seinem Herzensprojekt, der Uraufführung von »Zeppelin« in Füssen, mehr als deutlich gemacht. Sein Co-Autor Ronald Kruschak ist eher durch Filmdrehbücher und -produktionen (»Die drei ???«-Filme, »Die rote Zora«) bekannt. Doch er hat auch das Buch für eine neue Musical-Adaption des Schneewittchen-Themas (»Snow White and Me«) geschrieben, welche im Januar Uraufführung in Brno feierte.

Bickpunkt musical: Wie kam es zu Ihrer Beschäftigung mit dem Genre Musical?

Ronald Kruschak:Schon als Jugendlicher hatten mich die »West Side Story«, »Hair« und die Disney-Musicals begeistert. Vor etwa sieben Jahren wollte Stage Entertainment aus meinem Stoff »Snow White and Me« ein Musical machen. Sie gaben sogar ein Konzept für ein Peter-Maffay-Musical bei mir in Auftrag. Aber kurz darauf wurde die Stage ja an einen Fond verkauft und die Eigenproduktion eingestellt. ...

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... Mit dem Gallissas-Theaterverlag, meinem Freund Philip LaZebnik (»The Prince of Egypt«) und der Komponistin Pippa Cleary konnte ich »Snow White and Me« in London entwickeln.

Blimu: Und wie kam es zu Ihrer Zusammenarbeit bei »’N bisschen Frieden«?

RK:Ralph (Siegel) war für einen Stoffvorschlag offen, also arbeitete ich mich in Ralphs Werk ein und schuf eine Story, die ich Ralph pitchte.

Ich wollte gern ein Publikum mehrerer Generationen ansprechen und seinem Werk gerecht werden, denn da ist ja so viel mehr als ›Ein bisschen Frieden‹. Als Ralph und ich uns dann trafen, sprang der Funke sofort über. Wir haben sogar noch zwei weitere Musicals zusammen geschrieben!

Blimu: Sie bringen eine deutsch-deutsche Geschichte auf die Bühne. Automatisch würde man diese Beschreibung mit der Stadt Berlin assoziieren. Warum hat man sich bei der Uraufführung für Duisburg als Spielort entschieden?

Ralph Siegel:Unser gemeinsames Werk »’N bisschen Frieden – Rock’n’Roll Summer« sollte bereits im April 2020 zu einer Erstaufführung in einem kleinen Theater in Hoffenheim das Licht der Welt erblicken, aber die für uns Autoren und Produzenten grauenhafte Pandemie hat uns, wie bei vielen anderen Kollegen, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Zufall entschied aber, dass »Zeppelin – Das Musical«, an dem wir bereits sieben Jahre gearbeitet hatten und das inzwischen in Füssen, trotz langer Anreisen und schwerer Theaterzeiten, von mehr als 50.000 Besuchern euphorisch gefeiert wurde, Vorrang hatte. Der Intendant des Theater am Marientor (TaM) in Duisburg, Wolfgang DeMarco, war so begeistert von »Zeppelin«, dass er es im Herbst nächsten Jahres nach Duisburg bringen möchte, und bei diesen Gesprächen erlaubte ich mir, ihn zu fragen, ob er im Herbst dieses Jahres noch eine Möglichkeit sehen würde, ein anderes Stück, nämlich »NBF«, wie wir aktuell unser Lieblingspferdchen bezeichnen, in den Spielplan aufzunehmen. Ich spielte ihm die Musik vor und erzählte ihm die Story und er war restlos angetan und sofort geistig engagiert. »Ja, wenn wir noch ein paar freie Wochen finden oder sich ein anderes Projekt zerschlägt« – gesagt – passiert – getan – und so spielen wir nun ab dem 20. Oktober bis Ende des Jahres und vielleicht sogar darüber hinaus im Pott, worüber ich mich aus diversen Gründen und alter Verbundenheit mit vielen Freunden hier sehr freue. Die Freude bei Ronald und mir ist mehr als groß, aber der Zeitraum, um nun dieses Stück auch zur Uraufführung zu bringen, ist mehr als kurz. Es bedurfte schneller Entscheidungen und besonders der Zusagen von fantastischen Darstellern, Tänzern, Musikern, Bühnen- und Maskenbildnern und besonders einem guten Regisseur sowie einer hervorragenden Choreographin. Benjamin Sahler und Stephanie Gröning sind eine Garantie für unerwartet gute Regie und Choreographie. Und die Schauspieler und Sänger, wie Heinz Hönig, Markus (›Ich will Spaß‹), Jörg-Tim Wilhelm (Lead-Sänger der »Münchener Freiheit«), Dan Lucas (Sieger von The Voice Senior), aber besonders die Damen Jennifer Siemann (»Sturm der Liebe«), Sonia Farke, Stefanie Black, Madeleine Haipt, sowie Mave O’Rick, Michael Thurner und Angelika Erlacher, zwei Mitglieder von »Dschinghis Khan«, der Bandleader und Arrangeur Wolfgang Norman Dalheimer, bekannt als Leader der »Heavytones«, sowie Dirigent Konstantinos Kalogeropoulos, um nur einige zu nennen, sind mein Dreamteam.

Blimu: Was bedeutet Wiedervereinigung für Sie beide? Sowohl privat als auch politisch?

RS:Für mich bedeutet es: die Wiederzusammenführung von Menschen, die gemeinsam in einem Land aufgewachsen sind und gelebt haben, aber aus drastischen und traurigen politischen Gründen getrennt wurden. Ich habe mich besonders darüber gefreut, denn meine Mutter und Großeltern kamen aus Leipzig und litten sehr darunter. Und ganz speziell war es für Künstler, die wieder vereint auf der Bühne stehen konnten, wie in unserem Stück. Dan Lucas hat unsere Geschichte fast identisch hautnah erlebt und spielt nun irgendwie, als eine der Hauptrollen, sein Leben.

RK:Die Wiedervereinigung hat für mich eine lebensentscheidende Bedeutung. Ohne sie wäre nämlich mein Sohn nicht am Leben. Ich bin Hamburger und habe eine Potsdamerin geheiratet. Meine Frau hatte noch in der DDR ihr Abitur gemacht. Ich wohne jetzt in Potsdam und durch die Familie meiner Frau, durch ihre Freunde und diesen Ort lebe ich mit der deutsch-deutschen Geschichte. Politisch gesehen, bedeutet die deutsche Wiedervereinigung mit dem Niedergang der Sowjetunion und dem Wachsen der EU für mich die größte Revolution der Nachkriegsgeschichte – das größte Glück.

Blimu: Wie sehr und worin haben Sie, Herr Siegel, sich von Ihrem eigenen musikalischen Werk beim Bau der Geschichte inspirieren lassen?

RS:Die Story hat mich in meine eigene Jugendzeit beziehungsweise ersten beruflichen Jahre als Komponist, Texter und Liedermacher versetzt, und es bot sich somit an, auch Lieder, die ich mit den genialen Textdichtern Michael Kunze und Bernd Meinunger schon in den Sechziger-, Siebziger- und Achtzigerjahren geschrieben habe, wenn sie in die Geschichte passten, mit einzubauen. So spürt man auch den Zeitgeist und besonders meine Liebe zu Künstlern wie Bob Dylan oder Donovan, »The Rolling Stones« oder anderen Liedermachern, die meine Arbeit beeinflussten und beflügelten.

Blimu: Inwiefern basiert die Handlung auf Erzählungen von Zeitzeugen?

RK:Ich habe eine Geschichte nach dramaturgischen und emotionalen Gesichtspunkten geschaffen und in den historischen Details dann nachrecherchiert und mit Zeitzeugen besprochen. Ich bin auch Journalist und habe

Erfahrung mit Dokumentar- und Dokudrama-Formaten. Außerdem habe ich Freunde und Bekannte, die schon in der DDR als Künstler gearbeitet haben. Wichtig war zum Beispiel, herauszufinden, wie Musiker vom System drangsaliert wurden, wie gegen sie vorgegangen wurde. Das war einfach Recherche.

Blimu: Spielen bei Ihnen private Erlebnisse als Quelle der Inspiration eine Rolle?

RK:Mein eigenes Leben brachte die Motivation für die Geschichte. Ich habe selbst jahrelang in Bands gespielt und lebe in einer deutschdeutschen Ehe, in einem Bundesland, das früher DDR war. Die Geschichten der Musiker hier haben mich schon immer sehr interessiert. Ich habe also nicht versucht, nachzudenken, was man von Ralph Siegel erwarten würde oder was er erwarten würde. Ich habe erdacht, was Ralph Siegels Songs gut verbinden würde und was eine bewegende Geschichte ergeben würde, die uns in Deutschland etwas bedeutet und alle emotionalen Farben offeriert.

Blimu: Die Vergangenheit wird in Rückblicken aufgegriffen. Weshalb haben Sie sich gegen eine lineare Erzählweise in größeren Sprüngen entschieden?

RK:Die Vergangenheit wird linear erzählt, aber mit Szenen der Gegenwart verbunden. Die Gegenwart gibt den Rahmen und ermöglicht uns eine detektivische Erzählstruktur. Der Musiker Richard Steiner versucht 1979, über die Ostsee in die BRD zu flüchten. Damit fängt das Musical an. Doch er taucht nie wieder auf und gilt als tot. Dreißig Jahre später aber sieht seine Geliebte, die in der BRD auf ihn gewartet hatte, ein Foto eines Straßenmusikers in Brighton und glaubt, dies sei ihr »Ricky«. Mit ihrer Enkelin macht sie sich auf den Weg nach England und schildert der jungen Frau unterwegs in Szenen, wie Richard vom System der DDR bekämpft wurde. Enkelin und Großmutter werden so Detektivinnen der Ereignisse und Geheimnisse der Vergangenheit. Außerdem können wir mit dieser Struktur und dieser Figurenkonstellation ein Publikum mehrerer Generationen ansprechen Wir zeigen zum Ende, was während der Flucht über die Ostsee geschah. Ich bin sehr gespannt auf die Umsetzung. Dieser Showdown dürfte spektakulär werden. Benjamin Sahler hat das Konzept einer multimedialen Inszenierung ausgerufen. Das hat mich gleich begeistert.

Blimu: Die Zuschauenden erleben die Jahre 1967, 1979 und die Gegenwart (30 Jahre später – 2009). Weshalb gerade diese Jahre?

RK:Ralph nahm 1966 mit Michael Kunze und den »City Preachers« die Platte »Warum? – Lieder gegen den Krieg« auf. Das waren großartige, lupenreine Protestsongs, auf der Höhe der Zeit. Und die passen auch zu dem Lebensgefühl und Sound Ostdeutschlands. Also ließ ich unseren DDR-Musiker seine große Liebe Elisabeth aus West-Berlin im Jahr 1967 kennenlernen. Noch heute verbinden wir dieses Jahr mit dem »Summer of Love«. 1979 fand in der DDR zum dreißigsten Jahrestag der Gründung der DDR das sogenannte »Fest der Jugend« statt. Hunderttausende haben daran teilgenommen, darunter viele Bands. In unserer Geschichte spielt die Band unseres Protagonisten auf diesem Festival. Es wird für ihn der Höhepunkt, aber auch Wendepunkt in der Karriere. Daraufhin versucht die Stasi, ihn zu bestechen, selbst IM zu werden. Haben Sie übrigens schon mal was vom »Palast-Hotel« der DDR gehört? Günstlinge aus Ost und West wurden zu erotischen Partys eingeladen und sie durften im Luxus-Hotel absteigen. Da war natürlich jedes Zimmer mit Mikrofonen und Kameras ausgestattet ... Das Hotel wurde 1979 in Betrieb genommen.

Blimu: Wie werden die drei Epochen musikalisch und visuell voneinander abgegrenzt?

RS:Visuell der Zeit und den einzelnen Charakteren bzw. den Persönlichkeiten entsprechend. Musikalisch rockig, vielseitig, teilweise durch die Arrangements erkennbar, eben oft sehr puristisch – Live vorgetragen und vom Gesamtrahmen, das, was man unter angenehmer, aber auch intensiver Rockmusik versteht. »Rock’n’Roll Summer« heißt ja nicht, dass Rock’n’Roll bis zum Umfallen getanzt oder gesungen wird, sondern auch durch Rockballaden, viele Genres, eben auch Musicalpartien wie gesungene, agierende Duette und große Gesangsszenen ergänzt.

Blimu: Wie groß ist der Einfluss der Musik der DDR bzw. wie authentisch ist diese wiedergegeben?

RS:Authentisch – soweit man sich in die Rolle oder Lebenssituation der damaligen Jugend in der DDR hineinversetzen kann. Michael Kunze wurde in Prag geboren und war Jurastudent in München und auch ein Fan der internationalen Liedermacher mit Protestcharakter. Ich war jung, kam aus Amerika, von Donovan,

»Peter, Paul and Mary« begeistert und die späteren Liedermacher, wie Stefan Diestelmann, Wolf Biermann oder »Karat«, waren auch mir bekannt und unüberhörbar.

Blimu: Der Untertitel »Rock’n’Roll Summer« impliziert rockige Klänge. Welche musikalischen Einflüsse gibt es hier?

RS:Folkmusic – Gitarrenrock und Pop – Bill Hailey – »Dire Straits« und »The Doobie Brothers« oder »Santana«

Blimu: Die Flucht aus der DDR würde bereits ausreichend Material für eine Handlung bieten. Wie groß ist der Part im Stück angelegt?

RK:Die Flucht mit einem Schlauchboot über die Ostsee eröffnet das Stück und bietet den dramatischen Höhepunkt zum Ende hin.

Blimu: Der Stasi-Apparat findet in der Handlung seine Erwähnung. Wie wichtig war es, diesen Teil des politischen Apparats aufzugreifen, und welche dramatischen Aspekte sind Ihnen besonders wichtig?

RK:Für uns ist das Allerwichtigste, dass wir einen Abend mit voller emotionaler Bandbreite versprechen können. Wir werden mit dem Publikum lachen, weinen und tanzen. Es wird sehnsüchtig, wehmütig, sehr spannend, lustig und auch sexy. Wir werden uns mit dem jungen Paar identifizieren können und miterleben, wie es ist, wenn die Liebe vom Staat bekämpft wird. Unser Gegenspieler ist ein Vertreter des Kulturbüros, der natürlich auch der Staatssicherheit zuarbeitet. Er wird im Erzählrahmen von Heinz Hönig dargestellt. »’N bisschen Frieden« ist eine dramatische Liebesgeschichte mit einer detektivischen Erzählstruktur.

Blimu: Das Musical ist generationsübergreifend. Drei Generationen stehen in der Geschichte auf der Bühne. Welche zwischenmenschlichen Beziehungen und Konflikte sind Ihnen hier besonders wichtig und weshalb? Wie sind die Rollen charakterlich angelegt?

RS:Es sind Menschen wie Sie und ich, allerdings mit künstlerischen Begabungen und dementsprechend teilweise sehr eigen und charakterstark. Liebe geht über alle Grenzen – und dies zeigt auch die emotionalen Seiten der spannenden Geschichte. Man könnte fast von einem Musical mit Kriminalcharakter sprechen, aber, Gott sei Dank, machen die Musik und die Lieder die Menschen immer wieder glücklich und das sehe ich schon lange, seit ich Musik mache, immer wieder als meine Hauptaufgabe, besonders wenn man Menschen zweieinhalb Stunden im Theater fesseln will und sich wünscht, dass sie mit einem von mir einfach gestrickten Satz lächelnd nach Hause gehen: »Schee war’s«.

RK:Im Zentrum steht die Liebesgeschichte zwischen dem Musiker in der DDR und der jungen Studentin in West-Berlin. Unser Musiker ist ein Idealist, er glaubt, er könne die Gesellschaft verändern. Dann ist da der Gegenspieler von der Stasi, der überzeugt ist, alles richtig zu machen, da er ja die Regeln der Zeit und des Systems vertritt. Aber darüber hinaus stehen drei Frauen dreier Generationen im Fokus. Elisabeth lernen wir als junge Frau kennen und als Großmutter. Ihre Tochter ist eine strenge Geschäftsfrau. Elisabeths Enkelin wiederum träumt davon, Sängerin zu werden. Also ist sie natürlich fasziniert von der Geschichte des Sängers Richard Steiner. Ich wünsche mir, dass junge Frauen mit ihren Müttern und Großmüttern dieses Musical besuchen und sich anschließend inspiriert fühlen, über ihre Gefühle mit- und zueinander zu sprechen.

Blimu: Abschließend an Sie beiden die Frage: Was ist Ihre Botschaft an das Publikum von heute? Was erwartet es im Theater am Marientor bei »’N bisschen Frieden«?

RS:Ein Abend mit Spannung und Liebe, der auch zum Nachdenken anregt, aber auch Freude an Liedern, die voll aus dem Herzen geschrieben sind und von fantastischen Künstlern gesungen, getanzt und herzergreifend vorgetragen werden – ein Abend, den das Publikum so schnell nicht vergessen wird.

RK:Ich glaube, besser kann man es nicht sagen. Nur eines noch: Sie werden überrascht sein. Positiv.

blimu: Vielen Dank für das Interview!

Die Fragen stellten Barbara Kern & Sandy Kolbuch