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Nach dem Notfall kam die Liebe


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Das goldene Blatt - epaper ⋅ Ausgabe 34/2022 vom 20.08.2022

Zum He rausnehmen

Jede Woche 8 Seiten EXTRA

Entsetzt starrte Felicitas auf ihre Hand, von der das Blut auf den Boden tropfte. Wie war das nur passiert? Eben noch hatte das Messer in der Paprika gesteckt – jetzt hatte es sich in ihren linken Handballen gebohrt!

Stöhnend und mit zusammengebissenen Zähnen zog sie es heraus. Puh, tat das weh! Ihr wurde ein wenig schwindelig, und es dauerte einen Moment, bis sie sich das nächste Küchenhandtuch schnappen konnte, um es stramm um die verletzte Linke zu wickeln.

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Sie sank auf einen Stuhl und betrachtete skeptisch den improvisierten Notverband, der sich innerhalb kürzester Zeit tiefrot färbte. Und das ausgerechnet jetzt, wo Manuel zu Besuch kommen wollte! Was für eine Katastrophe!

Mit Manuel Kerner würde nachher ohne jeden Zweifel ein höchst attraktives Exemplar von Mann vor ihrer Tür stehen – so charmant, so intelligent, so witzig! Und er hatte ihre ...

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... Essenseinladung für heute Abend tatsächlich angenommen. Musste ihr ausgerechnet zu so einem großartigen Ereignis dieses dumme Missgeschick passieren?

Felicitas wechselte das mittlerweile vollgesogene Handtuch, doch die Blutung wollte nicht aufhören. Wie viel Liter von dem roten Saft besaß ein Mensch überhaupt, überlegte sie. Ungefähr sieben Liter, hatte sie mal irgendwo gelesen. Davon befand sich bestimmt schon eine ganze Menge auf dem Küchenfußboden ...

Bei dem Gedanken wurde ihr ganz komisch im Magen. Trotzdem stand sie auf. Sie musste Hilfe holen, und zwar schnell. Aber das war am Samstagabend nicht so einfach.

Leise vor sich hin fluchend, stolperte Felicitas in den Hausflur, um zaghaft nebenan bei ihrer Nachbarin und Freundin zu klingeln, die auch gleich öffnete. „Was, um alles in der Welt…? Ach du grüne Neune oder besser rote Neune“, hauchte Heidi, als sie auf die dick umwickelte Hand ihrer beängstigend blassen Besucherin blickte. „Was hast du denn da gemacht?“

„Paprika geschnitten. Und es hört nicht auf zu bluten“, stammelte Felicitas. „Es ist bestimmt nicht sehr schlimm, aber schau, es hört einfach nicht auf zu bluten“, wiederholte sie kläglich.

Heidi nickte. „Das sehe ich.“ Sie zerrte hastig eine Jacke von der Flurgarderobe und hängte sie Felicitas um. Dann schnappte sie sich ihre Autoschlüssel, die daneben auf der Kommode lagen. „Ich fahre dich sofort ins Krankenhaus. Du musst in die Notaufnahme, bevor du auch noch den letzten Tropfen Blut verloren hast.“

„Nein, das geht nicht!“, protestierte Felicitas halbherzig. „Manuel kommt doch nachher und…“

Heidi warf ihr einen vernichtenden Blick zu, nahm energisch ihren Arm und zog sie mit sich die Treppe hinab. „Und was hat der gute Mann davon, wenn er dich bewusstlos auf dem Küchenboden antrifft? Romantisch ist das ganz sicher nicht“, erklärte sie, nachdem sie Felicitas auf den Beifahrersitz verfrachtet hatte. „Dies hier ist ein Notfall, Mädchen. Das wird er verstehen.“ Sie fädelte sich geschickt in den fließenden Verkehr ein. „Und wenn er das nicht tut, ist er meiner Meinung nach ein Idiot.“

In der Notaufnahme war es erwartungsgemäß voll, und entsprechend hektisch ging es dort zu. Das medizinische Personal wuselte hin und her, und Durchsagen, die für jeden normalen Mensch unverständlich waren, folgten einander im Sekundenrhythmus, wie es schien. Felicitas nahm das alles nur am Rande wahr. Nachdem sie der Schwester in der Aufnahme erklärt hatten, worum es ging, und der Papierkram erledigt war, setzten Heidi und sie sich in den schon ziemlich vollen Warteraum.

„Fahr doch nach Hause“, murmelte Felicitas mit geschlossenen Augen. „Dann kannst du Manuel abfangen und ihm erklären…“

„Samstags herrscht hier Hochbetrieb!“, erklärte der Pfleger

„Und wie kommst du zurück? Zu Fuß vielleicht?“, konterte Heidi liebenswürdig. Die ältere Frau neben ihnen nickte zustimmend. Äußerlich fehlte ihr nichts, doch sie schwitzte stark und machte einen verängstigten Eindruck.

Der junge Mann gegenüber kam offenbar geradewegs von einer heftigen Schlägerei. Sein Gesicht war regelrecht zerbeult, und er beachtete das besorgte Mädchen an seiner Seite überhaupt nicht, sondern stierte nur wütend vor sich hin.

„Frau Reichel?“ Die männliche Stimme klang nicht unfreundlich, trotzdem war ein müder und gehetzter Unterton nicht zu überhören. „Kommen Sie bitte mit. Schaffen Sie es allein zu gehen oder soll ich Sie lieber stützen?“

„Geht schon“, brachte Felicitas mühsam hervor, erhob sich schwerfällig und folgte ihm in einen der Behandlungsräume. Der Pfleger deutete auf eine Liege. „Der Doktor wird gleich bei Ihnen sein. Das heißt, es dauert vielleicht etwas. Samstags herrscht hier immer Hochbetrieb.“ Und weg war er.

Ächzend setzte Felicitas sich auf die Liege und schaute sich in dem kleinen Raum um. Er war kahl und nur mit dem Notwendigsten bestückt. Ein Blutdruckmessgerät, ein Regal mit Verbandszeug und anderen medizinischen Utensilien, ein Medikamentenschrank.

Fast hätte Felicitas über sich selbst gelacht. Was hatte sie denn in der Notaufnahme einer Klinik erwartet? Eine liebevoll gepflegte Topfpflanze vielleicht, die der Herr Chefarzt seiner Mutter abgeschwatzt hatte, damit es etwas heimeliger in seinem Krankenhaus aussah? Sie seufzte. So ein Mist, inzwischen fing die blöde Hand auch noch an wehzutun! Das Kochen für Manuel konnte sie auf jeden Fall vergessen. Aber wenn der Doktor ihr ein ordentliches Schmerzmittel verabreichte…

Mit einem Ruck wurde die Tür aufgerissen und ein Mann stürmte herein, der kaum so alt war wie sie. Nein, ein wenig älter war er wohl, überlegte Felicitas, als sie die Fältchen in seinen Mundwinkeln bemerkte. Da er in einem weißen Kittel steckte und ein Stethoskop aus seiner Brusttasche lugte, musste es sich um einen Arzt handeln.

Eilig trat er auf sie zu. „Na, und was gibt es hier für mich zu tun? Ah, die Hand. Zeigen Sie mal her“, sagte er nicht eben freundlich.

Schweigend streckte ihm Felicitas die umwickelte Hand entgegen. Er schüttelte missbilligend den Kopf. „Wer hat denn das verbrochen? In so einem Küchenhandtuch wimmelt es nur so von Bakterien. Das weiß doch jedes Kind!“

Felicitas biss sich auf die Lippe. Was für ein arroganter Typ. Der hatte ihr gerade noch gefehlt. Weshalb, meinte er, saß sie wohl hier? Zum Vergnügen, weil sie es so lustig fand? Oder um ihn, den Herrn Doktor, durch ihre Anwesenheit zu belästigen? Sie holte tief Luft.

„Oh, ich hatte gerade keinen sterilen Verband neben der Paprika liegen“, teilte sie ihm kampflustig mit. „Sonst trage ich selbstverständlich stets einen mit mir herum. Neben der Flasche mit dem Desinfektionsmittel natürlich.“

„Nun reden Sie doch keinen Unsinn“, knurrte er ungehalten.

„Und ich bitte auch vielmals um Entschuldigung, wenn diese unsterile Handtuch Ihren gehobenen Ansprüchen nicht genügt“, fuhr Felicitas grimmig fort.

„Lassen wir das“, brummte er, während er das Handtuch erstaunlich behutsam entfernte und sich schweigend die Wunde besah. Das Blut floss zwar nicht mehr in Strömen, aber zum Stillstand war die Blutung keineswegs gekommen. „Das ist ein ziemlich tiefer Schnitt. Womit haben Sie das denn hingekriegt? Mit einem Säbel?“

Es fehlte wirklich nicht viel, dann hätte Felicitas angefangen mit den Zähnen zu knirschen. Jeder wusste zwar mittlerweile, dass der Arztberuf kein Honigschlecken, sondern extrem stressig war. Aber deshalb hatte dieser Weißkittel noch lange nicht das Recht, mit ihr umzugehen, als habe sie nicht mehr alle Tassen im Schrank!

„Ich weiß ja nicht, mit welchem Instrument Sie Gemüse schneiden, aber ich pflege dafür ein gewöhnliches Küchenmesser zu benutzen“, versetzte Felicitas eisig. „In diesem Fall ein sehr scharfes. Ich bin abgerutscht. Das kann passieren, ob Sie es glauben oder nicht.“

„Manuel“, rutschte es Felicitas heraus – dann verstummte sie

Endlich blickte er auf. Seine Augen waren so blau wie die eines Kätzchens und versetzten sie für Bruchteile von Sekunden in einen Zustand der Wehrlosigkeit.

„Doch, das glaube ich durchaus. Sie haben unkonzentriert gearbeitet, nehme ich an.“ Sein Tonfall triefte vor Sarkasmus. Trotzdem konnte sie nicht umhin, die Lachfältchen rund um seine Augen wahrzunehmen. „Wie heißt denn der Glückliche, an den Sie die ganze Zeit gedacht haben?“

„Manuel“, rutschte es Felicitas heraus, bevor sie schnell die rechte Hand vor den Mund schlug.

„So so“, knurrte er nur, während er anfing, geschickt die Wunde zu reinigen, um sie anschließend zu desinfizieren. „Ist er das wert?“

„Geht Sie das vielleicht etwas an?“, schoss Felicitas zurück. Was fiel diesem Doktor ein? Ob er seine Patienten und natürlich besonders seine Patientinnen immer auf diese Art und Weise behandelte?

„Ja“, entgegnete er trocken. „Es geht mich als Mediziner etwas an, wenn das häufiger passiert, weil Sie abgelenkt sind. Dann sollten Sie Ihre Männerbekanntschaften einschränken oder ein paar Konzentrationsübungen betreiben.“

„Sie spinnen ja total“, explodierte Felicitas nun endgültig. „Das hat noch niemand behauptet“, widersprach er unbeeindruckt. „Ich gelte bei den Kollegen allgemein als der realistische Typ.“

Ihre scharfe Antwort ging in einer knackenden Lautsprecherdurchsage unter. Draußen hörte man jemanden schnell laufen. Felicitas atmete tief durch. Dieser Mensch machte sie ganz wuschig. „Hören Sie, wenn Sie mir bitte etwas gegen die Schmerzen geben, damit ich heute Abend…“

„Nein“, unterbrach er sie ruhig. „Was soll das denn nun wieder heißen?“, fragte sie empört. „Sie wissen doch gar nicht, weshalb ich Sie um ein Schmerzmittel bitte.“

Er blickte sie fast ein wenig spöttisch an. „Natürlich weiß ich das. Wie gesagt, ich bin zwar eher der realistische Typ, aber über so viel Fantasie verfüge ich doch.“

„Ach tatsächlich?“, knirschte Felicitas. „Wer’s glaubt …“

„Ja“, beharrte er mit Nachdruck. „Sie bekommen Besuch von Manuel – verzeihen Sie meine Vertraulichkeit, aber so haben Sie mir den Herrn nun mal vorgestellt …“ Felicitas schnappte hörbar nach Luft. „… und Sie wollen ihn nicht enttäuschen. Also ist er ganz neu in Ihrem Leben, sonst wäre besagter Manuel nach dem Missgeschick nicht von Ihrer Seite gewichen, und es wäre kein Problem, ihm Ihre Lage zu erklären. Er hätte eine Pizza kommen lassen, hätte sie Ihnen in mundgerechte Stücke geschnitten, und das wär’s gewesen.“

Immer noch fassungslos starrte Felicitas ihn an. „Sind Sie fertig mit Ihren Mutmaßungen, Herr Doktor?“, krächzte sie schließlich mit vor Empörung rauer Stimme.

„Stimmt’s oder hab ich recht?“, fragte er zurück. Seine blauen Augen strahlten jetzt womöglich noch eine Nuance blauer.

„Ich… es…“, stammelte Felicitas. Am liebsten hätte sie vor Wut beide Fäuste geballt, doch das ging ja zumindest links nicht.

„Ja bitte?“, fragte er, um freundlich fortzufahren: „Also, damit wir uns nicht missverstehen: Sie bekommen natürlich ein Schmerzmittel von mir, das genau das tut, was es soll, nämlich gegen eventuelle Schmerzen helfen, die in der Nacht auftreten können. Aber es wird sie zwangsläufig auch etwas benommen machen. Denn ich weigere mich, Ihnen etwas zu verschreiben, das sie aufputscht, wodurch sie vorübergehend auch den Schmerz vergessen würden, nur um fit für ihr Rendezvous zu sein.“

Das war ja nun wirklich die Höhe! Felicitas holte tief Luft, um ihm eindeutig ihre Meinung zu sagen, doch eine weitere Lautsprecherdurchsage machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Denn ihr Gegenüber horchte kurz auf und erhob sich dann eilig. „Bin gleich wieder da. Und laufen Sie nicht weg“, herrschte er sie an. Ungläubig sah Felicitas ihm hinterher.

Vom „liebenswerten, feinen Dr. Manstein“ sprach die Schwester

Doch er war nicht zurückgekommen. Stattdessen war eine junge Schwester erschienen, die die Wunde sorgfältig verbunden hatte und Felicitas dabei von „Dr. Manstein“ erzählte, bei dem es sich um einen äußerst liebenswerten Menschen, feinen Chef und geradezu begnadeten Mediziner handelte.

Sicherheitshalber hatte Felicitas noch einmal nachgefragt, ob diese lobenden Worte tatsächlich jenem Rüpel galten, der sie behandelt hatte. Das verklärte Lächeln auf dem Gesicht der jungen Frau war aber Antwort genug gewesen.

„Ein völlig unmöglicher Typ“, erklärte Felicitas wenig später mit Nachdruck, während Heidi an dem teuren Rotwein nippte, den ihre Freundin eigentlich für Manuel gekauft hatte. „Ein Unsympath, wie er im Buche steht. So ein grober Kerl dürfte gar nicht Arzt werden. Der verbreitet ja nur Angst und Schrecken unter den Patienten.“

„Möglich“, pflichtete Heidi der Freundin vage bei. „Vielleicht war er aber auch nur erschöpft, überlastet und genervt von all den Leuten, die samstags die Notaufnahme der Kliniken belagern, weil sie sich unvernünftig verhalten haben. Das liest man ja immer wieder.“

„Schon“, räumte Felicitas widerwillig ein, während sie mit aller Macht diese blauen Augen zu ignorieren versuchte, die einfach nicht aus ihrer Erinnerung verschwinden wollten. „Trotzdem geht das so nicht. Allein, wie er mich gemustert hat. Das war irgendwie … also, ich weiß auch nicht.“ Dass es die blauen Augen waren, die sie in höchstem Maße irritiert hatten, verschwieg sie.

„Nun lass mal. Du siehst ihn ja nicht wieder“, tröstete Heidi sie, was Felicitas merkwürdigerweise einen kleinen Stich versetzte.

„Wie Manuel“, sagte sie düster. „Die Nachricht auf meinem Handy war ziemlich deutlich. Er hat nicht einmal gefragt, ob es einen Grund dafür gibt, dass ich nicht zu Hause war. Er ist einfach nur sauer.“

„Dann ist er es nicht wert. Vergiss ihn“, schlug Heidi locker vor.

„Genau das hat dieser Dr. Manstein auch behauptet“, murmelte Felicitas ganz verträumt.

Heidi sah die Freundin mit gerunzelter Stirn an. „Er hat …? Ich dachte, er hat sich um deine verletzte Hand gekümmert.“ Langsam stellte sie ihr Glas ab, während ihre Augen neugierig und wissend zugleich zu funkeln begannen.

„Natürlich hat er das“, versetzte Felicitas fast patzig. „Sehr sorgfältig sogar. Aber er hat das eben nicht schweigend getan. Im Gegenteil, er hat dabei das Blaue vom Himmel … äh… heruntergeredet.“ „Aha“, bemerkte Heidi nur. Felicitas setzte sich abrupt auf. „Was soll das denn heißen?“

„Nichts, nichts“, versicherte Heidi rasch. „Es ist nur … also ich finde es eher ungewöhnlich, wenn ein Arzt in der Notaufnahme sich so ausführlich zu der Beziehung einer Patientin äußert.“

„So war das gar nicht“, widersprach Felicitas schroff.

„Nein?“, Heidis Stimme klang honigsüß. „Wie war es dann?“

„Anders“, behauptete Felicitas und gähnte dann demonstrativ. Dieses Gespräch nahm eine Wendung, die ihr nicht gefiel. Sie war müde. Und durcheinander. Und das lag eindeutig an dieser vermaledeiten Hand und keinesfalls … „Sei mir nicht böse, ich muss dringend in die Heia. Es war wohl doch alles aufregender, als ich dachte.“

„Klar“, meinte Heidi versöhnlich und ohne eine Miene zu verziehen. „Nimm noch eine von den Schmerzpillen, die dir die Schwester gegeben hat, dann schläfst du wie ein Murmeltier. Und morgen sieht die Welt wieder besser aus.“

Heidi hatte recht gehabt. Am Sonntag schmerzte die Schnittwunde zwar noch, und es war ziemlich lästig, mit hoch erhobenem Arm zu duschen, doch es ging.

Der Blick dieser blauen Augen ließen Felicitas nicht los

Und das Problem, mit einer Hand das Frühstücksbrot zu bebuttern zu, löste Felicitas kreativ, indem sie zuerst vom Brot abbiss, um dann mit dem Messer in die Butter zu fahren und es abzuschlecken, sodass Brot und Butter erst in ihrem Mund zusammenfanden.

Dagegen war nichts einzuwenden, fand sie. Schließlich wohnte sie allein, und einen Vorteil musste das alles ja haben! Seltsamerweise meinte sie bei diesen Überlegungen den Blick dieses Dr. Manstein auf sich zu spüren. Und dabei lag in seinen blauen Augen ein spöttisch interessierter Ausdruck und manchmal auch…

Gleich am Montagmorgen machte sie sich auf den Weg zu ihrem Hausarzt. Die junge Schwester in der Klinik hatte sie mehrmals ermahnt, dass die Wunde zu Wochenbeginn noch einmal von einem Doktor angeschaut und neu verbunden werden müsse.

„Ah, Frau Reichel“, wurde Felicitas von der langjährigen Sprechstundenhilfe freundlich begrüßt. Dann fiel der Blick der Frau auf die bandagierte Hand. „Oh, was haben Sie denn da angestellt?“

„Paprika geschnitten. Oder es jedenfalls versucht“, gab Felicitas bereitwillig Auskunft. „Es wäre wohl gut, wenn sich Doktor Wenske das einmal ansieht.“

Die Sprechstundenhilfe schüttelte bedauernd den Kopf. „Oh, das tut mir leid, aber der Herr Doktor hat ab heute Urlaub. Sie müssen mit seinem Vertreter Vorlieb nehmen.“ Sie beugte sich vertraulich über den Tresen. „Aber Dr. Manstein ist äußerst kompetent und ein sehr netter Mensch. Da sind Sie bestimmt in guten Händen.“ „Wie heißt er?“, ächzte Felicitas. „Dr. Manstein“, wiederholte die Frau erstaunt über diese seltsame Reaktion und richtete sich wieder auf. „Kennen Sie ihn?“

„Ja. Nein. Also, ich weiß nicht“, stammelte Felicitas verwirrt. Konnte das sein? Der Dr. Manstein mit den blauen Augen aus der Notaufnahme des Krankenhauses übernahm doch nicht nach seinem anstrengenden Wochenenddienst auch noch eine Hausarztpraxis.

„Er ist der Neffe“, teilte ihr die Sprechstundenhilfe ungefragt mit. „Mütterlicherseits. Also, Dr. Wenskes Schwester ist die Mutter von Bastian… äh… von Dr. Manstein natürlich.“ Sie errötete leicht.

„Wissen Sie, ich kenne ihn schon von klein auf. Er war so ein lieber Bub! Und er hat sich inzwischen gar nicht verändert …“ Felicitas hob verdutzt die Augenbrauen. „Normalerweise arbeitet er ja hier im Krankenhaus“, fuhr die Frau fort. „Aber weil sein Onkel, unser Dr. Wenske, die Praxis wegen der Patienten partout nicht schließen wollte, ist Dr. Manstein in seinem eigenen Urlaub eingesprungen.“ Sie nickte so eifrig, dass die grauen Locken wippten. „Bastian hat sich große Sorgen um seinen Onkel gemacht, denn der soll endlich mal abschalten und sich entspannen. Er hat es ja wirklich bitter nötig.“

Bevor Felicitas das Gehörte sortieren konnte, öffnete sich die Tür zum Behandlungszimmer und eine alte Dame kam heraus. „Auf Wiedersehen, Herr Doktor“, verabschiedete sie sich herzlich von dem hinter ihr stehenden Mann, der sie um Haupteslänge überragte. „Sie haben mir wirklich sehr geholfen.“

„Gern geschehen, Frau Mieler“, entgegnete eine bekannte Stimme, der diesmal der spöttische Tonfall fehlte, sondern die fast liebevoll klang. „Und wenn es doch nicht richtig klappt mit Ihrem Enkel – ich halte hier noch zwei Wochen die Stellung. Sie können also jederzeit wiederkommen und ihn auch mitbringen. Gemeinsam finden wir dann bestimmt eine Lösung.“

In diesem Moment bemerkte er Felicitas. Wie vom Donner gerührt sah er sie an. „Nanu. Statten Sie mir einen Besuch ab, weil ich Sie am Samstagabend versetzt habe?“

„Wohl kaum“, versetzte Felicitas kratzbürstig und ohne zu überlegen, weil sie sich immer noch von ihrer Überraschung erholen musste. „Die junge Schwester hat mir einen absolut perfekten Verband angelegt. Ich habe Sie also überhaupt nicht vermisst.“

„Schade.“ Seine blauen Augen besaßen wirklich eine geradezu hypnotische Anziehungskraft. Da hatte ihre Erinnerung nicht getrogen. Im Gegenteil. Sie schluckte.

Im Plauderton sagte der Doktor: „Was es für Zufälle gibt…“

„Na, ich gehe dann jetzt“, verabschiedete sich Frau Mieler unsicher. „Ich sehe, Sie haben viel zu tun, Herr Doktor. Noch mal danke.“

„Keine Ursache“, erwiderte Bastian Manstein höflich, doch Felicitas hörte am Tonfall, dass er nicht bei der Sache war. Den Blick unverwandt auf sie gerichtet, bemerkte er stattdessen in heiterem Plauderton: „Der gute alte Onkel Viktor ist also Ihr Hausarzt?“

„Sonst wäre ich wohl kaum hier“, entgegnete Felicitas immer noch wenig entgegenkommend.

„Sonderbar. Was es doch für Zufälle gibt, nicht wahr?“ In seinen blauen Augen funkelte es amüsiert.

„Ja“, sagte Felicitas nur, denn ihr war mehr als bewusst, dass die Sprechstundenhilfe jedes ihrer Worte aufsaugte. Und auch ihm schien das jetzt aufzugehen.

„Also, rein medizinische Zufälle meine ich natürlich“, verbesserte er sich und machte damit alles nur noch schlimmer. „Denn es ist natürlich positiv, dass ich Sie jetzt noch einmal persönlich … äh … ich meine, dass ich Ihre Wunde im Auge behalten kann. Vom Anfang bis zum Ende sozusagen.“

„Hm“, machte Felicitas unbestimmt, während die Augen der Sprechstundenhilfe immer größer wurden. Felicitas konnte es ihr nicht verdenken. Denn ein „medizinischer Zufall“, lieber Gott, was war das denn wohl? Ganz sicher würde sie ihrem Chef, also Sebastians Onkel, von diesem seltsamen Wortwechsel berichten!

„Darf ich bitten?“ Bastian Manstein trat zur Seite und lächelte.

„Verzeihen Sie, Herr Doktor, aber eigentlich ist erst Herr Beier dran“, mischte sich die Sprechstundenhilfe jetzt energisch ein. „Es sei denn, dies ist ein Notfall…“

„Äh … nein, das ist es nicht“, räumte Dr. Manstein entschuldigend ein, während Felicitas in eine Kombination aus Kopfnicken und Kopfschütteln verfiel. „Halten wir unbedingt die korrekte Reihenfolge der Patienten ein. Ich hatte für einen Moment vergessen …“

„Ich setze mich dann solange mal ins Wartezimmer“, mischte sich Felicitas überstürzt ein.

„Ja, tun Sie das bitte, Frau Reichel.“ Die Sprechstundenhilfe verzog keine Miene, doch in ihren Augen lag ein amüsiertes Glitzern.

„Ich denke, es ist am besten, wenn ich Sie als letzte Patientin zu Bastian hineinschicke.“ Sie deutete auf die verbundene Hand. „Es scheint mir doch ein recht komplizierter Fall zu sein, der sorgfältig und ohne Zeitdruck behandelt werden will. Wenn ich es richtig sehe, könnte es sich tatsächlich um einen dieser äußerst seltenen medizinischen Zufälle handeln, wie sie in keinem Lehrbuch stehen.“ Jetzt gelang es ihr nicht mehr, ein Lächeln zu unterdrücken.

Mit glühenden Wangen nahm Felicitas im Wartezimmer Platz. Sie ignorierte die neugierigen Blicke der anderen Patienten, die wohl Teile des Gesprächs mit gehört hatten, und schnappte sich eine Zeitschrift und blätterte darin.

Doch irgendwie vermochte sie sich nicht auf die Artikel zu konzentrieren. Bastian Manstein konnte ruppig bis zur Unhöflichkeit sein, doch unter dieser Schale steckte offenbar ein weicher Kern, wie die Episode mit der alten Dame und ihrem Enkel verriet.

Außerdem hatte die junge Schwester im Krankenhaus wie ein Groupie von ihm geschwärmt. Und zwar nicht von seinem Aussehen, sondern von seinem Charakter und seinem Können. Felicitas seufzte tief und schloss für einen Moment die Augen. Wenn er sie in diesem Moment so ansehen würde, wie er es in ihrer Fantasie tat …

Für den Bruchteil einer Sekunde gab sie sich diesem süßen Gefühl hin, dann riss sie sich energisch zusammen. Dies ist nicht die Realität, rief sie sich zur Ordnung, sondern nichts als ein Tagtraum, Felicitas Reichel! Komm auf den Teppich, sonst fällst du dem Doktor noch um den Hals, sobald die Sprechstundenhilfe dich aufruft.

Doch das war leichter gedacht als getan. Denn dieser Mann konnte zwar überaus streng gucken, wie sie am eigenen Leib erfahren hatte, aber irgendwie auch einfühlsam, wie er es eben bei Frau Mieler gezeigt hatte. Da war es nur noch ein kleiner Schritt, sich vorzustellen, dass er auch zärtlich … Himmel, was war denn bloß los mit ihr? Dieser Dr. Bastian Manstein schien sie ja geradezu verhext zu haben!

Bastian wunderte sich: „Manuel war gar nicht besorgt?“

„Frau Reichel“, riss die Sprechstundenhilfe sie aus ihren Gedanken, „Sie können jetzt ins Behandlungszimmer gehen.“ Sie nickte ihr kaum merklich zu, als Felicitas mit klopfendem Herzen auf die Tür zuschritt, die weit offen stand.

Bastian hatte sich vom Schreibtisch erhoben und kam ihr entgegen. Wortlos sahen sie sich sekundenlang in die Augen. Felicitas fühlte, wie sie ein leichter Schwindel erfasste, der nichts mit ihrer Wunde zu tun hatte. „Und was hat Ihr Freund gesagt?“, fragte Bastian plötzlich. „Als Sie mit dem dicken Verband nach Hause kamen?“ „Manuel?“, fragte sie nach. „Richtig, das ist sein Name, wenn ich mich recht entsinne, ja.“

Felicitas hatte sich wieder im Griff. „Gar nichts“, erklärte sie, woraufhin sich auf Bastians Gesichtszügen Ratlosigkeit breit machte. „Weil er nämlich gar nicht da war“, schob sie hinterher.

Irritiert legte er die Stirn in Falten. „Aber er muss sich doch wohl Sorgen um Sie gemacht haben, als Sie nicht zu dem… äh… Rendezvous erschienen sind.“

„Nein“, entgegnete Felicitas ruhig. „Manuel ist nicht der Typ, der sich um andere Menschen Sorgen macht.“ Sie holte Luft. „Außerdem gehört er der Vergangenheit an.“

Und das war keine Lüge. Manuel hatte zwar einen Tag später angerufen, um sich zu erkundigen, was los gewesen sei, doch da war es zu spät gewesen. Denn auch das hatte so geklungen, als wenn er eigentlich eine Entschuldigung von ihr erwartete. Kühl hatte Felicitas ihm deshalb mitgeteilt, dass sie ihn nicht mehr zu sehen wünsche. Daraufhin hatte er ohne ein weiteres Wort die Verbindung abgebrochen.

„Ah“, sagte Bastian nur. Felicitas hatte gar nicht gewusst, dass man in eine so kurze Silbe einen liebevollen Unterton legen konnte. „Na, dann wollen wir mal. Zeigen Sie mir bitte Ihre Hand.“ Brav hielt Felicitas sie ihm hin und war erneut erstaunt, wie zart dieser Mann sie von dem Verband befreite.

„Das sieht schon sehr schön aus“, stellte Bastian Manstein nach einer gründlichen Begutachtung fest, bei der er ihre Hand nicht losließ. „Da hat sich nichts entzündet, das wird bald verheilt sein.“

„Prima. Und danke, Herr Doktor“, sagte Felicitas leise.

„Bitte, bitte, das ist schließlich mein Job.“ Er räusperte sich. „Hören Sie, ich werde Ihnen einen dünneren Verband anlegen können.“

„Fein“, erwiderte Felicitas unbekümmert. Mehr Beweglichkeit würde ihr vieles erleichtern.

„Dann könnten Sie auch wieder besser mit Messer und Gabel umgehen“, erläuterte der Doktor seine geplante Maßnahme.

„Ja, das natürlich auch“, stimmte sie erstaunt zu. „Mich hat das Essen mit einem Löffel allerdings gar nicht besonders gestört.“

„Umso besser“, murmelte Bastian. Dann blickte er sie fest an, und seine blauen Augen glichen tiefen klaren Bergseen, in denen Felicitas unterzugehen glaubte. Wieder einmal schnappte sie nach Luft. Diese Augen würde sie ihr Leben lang nicht vergessen, da war sie in diesem Moment sicher.

„Aber da ist noch etwas … äh. Also, das ist sonst überhaupt nicht meine Art, weil Sie eine Patientin sind“, fuhr er zusammenhanglos fort und lächelte sie geradezu schüchtern an. „Wissen Sie, ich bin nicht so der große Frauenheld. Und viel Zeit zum Üben habe ich bei dem Job auch nicht“, gestand er ungewohnt verlegen. „Sehen Sie mir meine Unbeholfenheit also bitte nach. Es ist … also, eigentlich wollte ich fragen: Wollen Sie vielleicht mit mir essen gehen?“

Felicitas biss sich auf die Lippen, um nicht laut loszuprusten. Da hatte sich der selbstsichere Mediziner schlagartig in Luft aufgelöst, und übriggeblieben war ein zurückhaltender Mann, der eine Frau – und zwar sie! – attraktiv fand! Was für ein herrliches Gefühl!

„Sie wollen demnach nur mit mir essen gehen, wenn ich den Umgang mit Messer und Gabel beherrsche?“, spottete sie leise, während ihr Herz mächtig klopfte.

„Oh, mir würde auch der Löffel nichts ausmachen“, versicherte er. „Es ist nur so, dass ich dachte, es wäre Ihnen vielleicht lieber, wenn Sie mit Messer und Gabel…“

„Ja“, sagte Felicitas, die Bastians alles andere als medizinische Erklärung unglaublich süß fand.

„Ich koche dagegen ganz gut!“, erklärte Felicitas einladend

Er zögerte, bevor er entschlossen weitersprach. „Zu Hause wäre es einfacher. Da wäre das Messer-Gabel-Problem völlig egal.“ Er zuckte mit den Schultern. „Aber, um ehrlich zu sein, ich bin zwar ganz gut in Nudeln, wenn man meinen Nichten und Neffen glauben darf, aber darüber hinaus … also zum Sternekoch reicht es noch nicht.“

Felicitas legte den Kopf leicht schief, strahlte ihn an und nahm jedes Teil seines Gesichts jetzt noch intensiver wahr: die leicht gebogene Nase, die vollen Lippen, die Lachfältchen um die Augen. Und diese blitzblauen Augen. Sie hätte in diesen klaren Bergseen versinken können! „Aha, Sie sind also eher der Spaghetti-Tomatensoße-Typ“, stellte sie fest.

„Ist das ein Problem für Sie?“, fragte er leicht verunsichert.

„Nein“, erwiderte Felicitas amüsiert. „Das ist es überhaupt nicht. Ich koche dagegen ganz ordentlich. Und deshalb schlage ich vor, dass du heute Abend zu mir nach Hause kommst.“ Sie hob die unverletzte Hand, zögerte kurz, dann streichelte sie Bastian sanft über die Wange. „Wenn mir nämlich noch einmal das Messer beim Gemüseschneiden abrutscht, ist gleich ein Arzt im Haus, der alles richtig macht.“ Ihre Blicke versanken ineinander „Das ist wirklich eine sehr gute Idee“, erwiderte Bastian. Dann legte er beide Arme um sie und zog sie ganz nah zu sich heran.

Mit einem zärtlichen Lächeln schaute Felicitas ihm ins Gesicht. „Es ist mehr als das“, verbesserte sie ihn glücklich, während sie sich eng an ihn kuschelte. „Es ist ganz eindeutig einer dieser überaus seltenen medizinischen Zufälle, die man schon deswegen unter gar keinen Umständen ignorieren sollte.“

ENDE

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LADY-KRIMI