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Nachhaltig-kulinarisch zwischen Alster und Elbe


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Slow Food Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 30.11.2021

HAMBURG

Artikelbild für den Artikel "Nachhaltig-kulinarisch zwischen Alster und Elbe" aus der Ausgabe 6/2021 von Slow Food Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Slow Food Magazin, Ausgabe 6/2021

Wie viele Großstädte ist auch Hamburg aus Dörfern zusammengewachsen. In Ottensen sieht man das bis heute: Der westliche Teil Altonas grenzt wie andere Stadtteile an die Elbe und ist geprägt von schmalen Straßen mit enger Bebauung, schönen Häusern aus dem Jugendstil, nordischem roten Backstein und dazwischen modernen Fassaden. Das Herz bilden Spritzenplatz und die Ottenser Hauptstraße, die am Altonaer Bahnhof – unkompliziert mit S-Bahn und auch manchen Fernbahnen erreichbar – startet und sich durch den Stadtteil zieht. Dank seiner kleinteiligen Struktur punktet Ottensen mit vielen verstreuten, individuellen Lädchen und einem umfangreichen kulinarischen Angebot.

Was gibt’s in Ottensen?

Da sind beispielsweise die charmanten Cafés: Im kleinen »mikkels« gibt es wunderbares hausgemachtes Gebäck im Mini-Format, das unter schönen Glas-Cloches angeboten wird. Einige Tischchen laden drinnen und draußen ...

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... zum Verweilen und Genießen ein. Wenn alles besetzt ist, bummelt man weiter, vorbei am Alma-Wartenberg-Platz, an dem sich ein Restaurant ans nächste reiht. Hier liegt auch »Stückgut«, ein Unverpackt-Laden, in dem man nachhaltig und gut einkaufen kann, z.B. täglich eine andere frische Sorte Nussmus.

Richtung Norden geht’s zur »Patisserie« gegenüber der »Fabrik« (einer legendären Veranstaltungshalle für Konzerte, Lesungen bis hin zu Food- und Flohmärkten). Der kleine charmante Laden verführt mit französischen Broten und Gebäck von Eclairs bis zu feinen Tartes. Schon der Anblick der handwerklich hergestellten Köstlichkeiten des französischen Bäckers und Patisseurs Pierre Ouvrard versetzen mich nach Frankreich – der Genuss dann umso mehr, einfach wunderbar!

Zurück ins Herz von Ottensen bummeln wir Richtung Große Brunnenstraße. Hier gibt es im »el rojito« Kaffees aus Lateinamerika, aus solidarischem Handel mit kleinbäuerlichen Kooperativen. Darunter auch die Sandino-Kaffees aus Nicaragua, mit denen der Verein, nach dem das Café benannt ist, mittlerweile über 30 Jahre Bauern in dem Land unterstützt. Im Café mit kleinem Garten im Innenhof kann man die vielen Sorten probieren und den oder die Lieblingskaffees auch kaufen. Im Sommer lohnt sich ein Abstecher auf die andere Straßenseite, wo die »Eisliebe« den Stadtteil mit kreativen hausgemachten Eissorten erfrischt.

Wer die englische Teatime liebt, fühlt sich im »Eaton Place« gut aufgehoben, das südlich vom Spritzenplatz an der Bahrenfelder Straße liegt: Ob Cream Tea mit Scones oder Torten, hier verführt der feine englische Geschmack. Die Queen winkt (als Pappaufsteller) dazu und würde sich in dem very british dekorierten Tearoom wahrscheinlich gar nicht so fehl am Platze fühlen. Zum Mitnehmen der hausgemachten Teemischungen, Kekse, Marmeladen und britischen Lebensmitteln hat das Café in der Ottenser Hauptstraße zusätzlich einen Laden, in dem man stilvoll shoppen kann.

Am Spritzenplatz selbst bekommt man üppige und trendige Torten (auch vegan) im »Liebes Bisschen« und sitzt mit Blick auf den Platz in einer geräumigen Location beim süßen Genuss.

Markt auf dem Spritzenplatz

Auf dem Platz selbst ist gleich viermal pro Woche Markttag, davon zweimal Biomarkt mit einer großartigen Auswahl an guten Lebensmitteln aus der Region. Samstags findet man hier einen Stand des Kattendorfer Hofes, der nördlich von Hamburg liegt und in Demeter-Qualität und als Solidarische Landwirtschaft produziert. Der Hof, ein Tipp des Hamburger Conviviums, verkauft seine Produkte in Hamburg sowie in mehreren Hofläden und lädt auch zu Veranstaltungen auf den eigenen Hof ein. Mittwochs steht auf dem Spritzenplatz der Marktstand des Guts Wulfsdorf: Dieser Demeterhof erzeugt vor den Toren Hamburgs in Ahrensburg Gemüse, Getreide, Fleisch und Milch. Die Milchprodukte aus der Kühltheke am Stand sind besonders zu empfehlen. Auch das Gut selbst ist einen Ausflug wert, um Gemüse zu ernten, Brot zu backen und Kindern die Abläufe auf einem Bauernhof näherzubringen.

Ebenfalls mittwochs gibt es auch den Stand der Metzgerei Dreymann, die auf Gut Wulfsdorf beheimatet ist. Ihr Fleisch und die hausgemachten Wurstwaren in Bioland- bzw. Demeter-Qualität sind erstklassig. Und wer beim Bummel über den Markt akut Hunger hat, kann an einem der Foodtrucks vor Ort Burger, Suppen und mehr genießen.

Die Restaurantszene in Ottensen ist umfangreich, empfehlenswert ist auch die »Kleine Brunnenstraße 1«. Koch und Chef Andreas Steinwandt kocht hier mit seinem Team seit über 15 Jahren saisonale, norddeutsche Küche mit internationalen Details, viel Augenmerk für die eingesetzten Produkte und viel gutem Geschmack. Ums Eck in der »Brasserie La Provence« lässt sich sehr gute französische Küche im gemütlichen kleinen Lokal genießen – unbedingt reservieren, es ist fast immer ausgebucht.

Kreisläufe und Netzwerke

Netzwerken, verknüpfen, Synergien schaffen: Dass diese Slow-Food-Werte in Hamburgs Convivium gelebt werden, zeigen die vielen Tipps von Convivienleiterin Yvonne Assmann, denn immer wieder verweisen Restaurants, Läden und Manufakturen im Gespräch darauf, wie sie untereinander verknüpft sind und miteinander arbeiten.

Das kulinarische Herz im Oberhafen und ein Knotenpunkt des Netzwerkes ist die »Hobenköök«: Dieses Projekt, das 2018 in der Nachbarschaft von Hafencity und Innenstadt an den Start gegangen ist, kombiniert eine Markthalle voller regionaler Lebensmittel mit einem Catering-Service und einem Restaurant, in dem man mittags und abends hervorragend genießen kann, was die Markthalle selbst so hergibt. Dafür geht das Team von Küchenchef Thomas Sampl in der Halle »einkaufen« und stellt immer neue, saisonal geprägte Gerichte aus den verfügbaren Lebensmitteln zusammen. Rund 200 Hersteller sind anzutreffen, darunter viele, die in der Regionalwert AG Hamburg zusammengeschlossen sind – einem lokalen Netzwerk, zu dem auch die »Hobenköök« gehört.

Außerdem ist die Markthalle eine Fundgrube für Spezialitäten kleinerer Manufakturen aus Hamburg und Umgebung und für Produkte der »Hobenköök« selbst, zum Beispiel Gewürzmischungen für die norddeutschen Dauerbrenner Kohl und Bete. Sampl, Mitglied der Chef Alliance, bewegen viele Slow-Food-typische Themen, die er in der »Hobenköök« realisiert: beispielsweise den Hamburger Käsemarkt, der in Kooperation mit dem Hamburger Convivium für Mai 2022 erneut vor Ort geplant ist.

Mit »Smutjes Landgang« bietet Thomas Sampl neugierigen Genießern zudem einen spannenden Spaziergang über den legendären Isemarkt, bei dem er Erzeuger vor Ort mit Kostproben vorstellt. Alternativ kann man mit ihm auch durch die Markthalle der »Hobenköök« streifen und dann bei einem Kochkurs vor Ort selbst aktiv werden.

Nachhaltiger Genuss, ganz slow

Eine höchst genussreiche Adresse für Slow-Food-Fans ist das Restaurant von Chef-Alli-ance-Mitglied Sebastian Junge, das »Wolfs Junge« im Stadtteil Uhlenhorst, ausgezeich-net mit einem grünen Michelin-Stern. Die Küche steht unter dem Motto »land-und handgemacht« – dazu zählen für Sebastian Junge verantwortungsbewusster Konsum, nachhaltiges Arbeiten, der Slow-Food-Dreiklang »gut, sauber, fair« und dass kein Raubbau getrieben wird, weder an Umwelt, Natur und Tieren noch an den Menschen. Seit das Restaurant 2018 eröffnete, bewirtschaftet sein Team selbst kleine Parzellen für den Gemüseanbau, derzeit auf dem südlich von Hamburg lie- genden Wilkenshoff, auf dem mittlerweile im Gegenzug Café und Bistro von Junge betrieben werden. Rund ums »Wolfs Junge« in der Stadt gibt es zudem eine Urban Gardening-Fläche, und Sebas- tian Junge betätigt sich außerdem mit einem Kollegen als Imker. So erschließt er sich und seinem Team immer neue Quellen für, aber auch Wissen um das Entstehen der Lebensmittel. Beim Fleisch geht es Junge um die Verwertung des ganzen Tieres – im Oktober hat das Restaurant dafür die renommierte »Tier- schutz-Kochmütze« der Schweisfurth-Stiftung verliehen bekommen. Handfeste Klassiker von Bratwurst über Bulette bis Schmor- fleisch finden Gäste auf der Karte vom Mittagstisch. Dann besteht auch die Möglichkeit, mal spontan einen Platz zu ergattern. Wer hier gerne abends die ausgezeichnete Küche genießen möchte, sollte hingegen besser vorab reservieren.

Crossover genießen

Das Restaurant »kaalia« im Univiertel besticht mit einem Mix aus klassischer französischer Küche mit indischen Akzenten: Koch Ulf Lindeholz greift auf traditionelle Garmethoden zurück und kombiniert dazu Chutneys, Gewürze und Saucen des Subkonti-nents für eine ganz eigene Geschmackskombi. Die Verwendung von regionalen Lebensmitteln steht in dem kleinen Restaurant im Mittelpunkt, daher versuchen er und Mitinhaberin Wiebke Basse stetig, für exotische Zutaten europäische Quellen aufzutun oder stattdessen regionale Produkte zu verwenden. Seit 2020 gibt es samstags einen Feinkostmarkt im »kaalia«, auf dem man die hochwertigen Lebensmittel ihrer Lieferanten ebenso wie hausgemachte Gerichte im Glas, z.B. Currys, kaufen kann.

Mit solcher Feinkost im Glas haben sich viele Restaurants selbst und ihren Produzenten durch die Lockdowns geholfen und behalten das funktionierende Angebot bei. So auch das »Restaurant Nil«, das mit seiner guten Bistroküche mitten in St. Pauli eine Dauerempfehlung im Slow Food Genussführer ist. Hier kann jeder während der Öffnungszeiten des Restaurants hausgemachte Köstlichkeiten wie z.B. eingeweckte Bouillabaisse oder Pastasaucen kaufen, wenn mal kein Platz zum Genuss vor Ort frei sein sollte.

Fisch in Hamburg

Geheimtipp des Conviviums zum Thema Fisch ist »Fischfeinkost Baier«, ein Geschäft mit Bistro östlich von Hamburg in Börnsen. Für Sebastian Baier ist das Thema »Fisch« ein politisches, er lebt mit seinem Geschäft Nachhaltigkeit. Seine Ware kommt vorwiegend aus lokalen Quellen, es gibt saisonale Einschnitte entsprechend der Laichzeiten, sodass sein Angebot manchmal eher klein ist. Um die Fische komplett zu verwerten, hat Baier Techniken wie »Dry Aging« oder die Herstellung von Schinken und Speck aus Fischfleisch entwickelt – das hauseigene Bistro dient als Versuchsküche und wird vom Convivium unbedingt empfohlen. Mit seiner Initiative »The Good Fish Guys« berät Baier mittlerweile auch die Gastronomie zum Thema, ab Herbst soll es außerdem in der »Hobenköök« eine nachhaltige Fischtheke mit seinem Angebot geben. In Hamburgs Osten ist Baier schon auf Wochenmärkten vertreten, weitere Standorte in anderen Vierteln sind in Planung.

Tante Emma in modern

Plastik-und verpackungsfreies Einkaufen bietet das »Monger« in Hamburg-Hoheluft, ein Lebensmittelgeschäft nach altem Tante-Emma-Vorbild mitten im Wohngebiet, mit dem die beiden Gründerinnen für die Bewohner des Viertels eine Versorgungslücke schließen wollten. Ihr Bioladen ist Mitglied in der Regionalwert AG Hamburg. Das anfangs »radikal regionale« Angebot wurde inzwischen durch Corona leicht erweitert auf manche Bioware aus europäischen Quellen, damit die Kunden für ihren Einkauf nur einen Laden besuchen müssen. Das hauseigene Café wurde während der Lockdowns zugunsten weiterer Ladenfläche aufgegeben. Inzwischeger ist das »Mon--gerDeli« wieder am Start, und im Stadtteil beliebt. Dass mit Corona der gut gebuchte Cateringservice einbrach, nahm das Monger-Team als kreative Herausforderung und stieg in der hauseigenen Küche in die handwerkliche Tofu-Produktion ein. Und zwar so erfolgreich, dass der frische, köstliche Tofu aus Monger-Herstellung mittlerweile auch an anderen Orten Hamburgs zu erwerben ist, beispielsweise in der »Hobenköök«, wo er zudem auch immer wieder auf der Speisekarte landet.

Feinköstliches & Kaffee

In Winterhude hat Anfang des Jahres die »Winterhuder Speisekammer« eröffnet, ein Feinkostgeschäft mit häufig vegetarischem Mittagstisch sowie Catering. In der Frischetheke gibt es vorwiegend handwerklich hergestellte Produkte wie französischen Käse und feine Wurstwaren. Das Sortiment umfasst außerdem selbstgemachte Gerichte im Weckglas, hausgemachte Marmeladen und Honig aus eigener Imkerei, erklärt Koch Jann Tsakonakis, der das Geschäft mit seiner Kollegin Edith Gorny führt – und zusätzlich auf besondere Genüsse wie z.B. frische Trüffel im Herbst setzt.

Wer gern auch mal einen Blick in Manufakturen wirft, kann dies zum Beispiel in »Mr. Hoban’s CoffeeRoastery« tun. Hier werden Spezialitäten-Kaffees hergestellt und nachhaltig veredelt, die fast alle von Inhaber Jan-Cort Hoban selbst importiert werden. Yvonne Assmann vom Hamburger Convivium ist großer Fan des Rwanda-Spezialkaffees, der in Rwanda ein soziales Projekt unterstützt und in der Tasse mit einem blumig-warmen Aroma von Vanille und Orange besticht. Mit den schönen Etiketten, die Mr. Hobans Mutter, eine Künstlerin, gestaltet hat, sind die Kaffees neben außergewöhnlicher Gaumenfreude auch ein toller Hingucker, die man vor Ort, online, in einigen Cafés in Hamburg und in größerer Auswahl auch in der »Hobenköök« findet.

Immer montags und donnerstags wird in Hamburg-Rissen geröstet – je nach Arbeitslage bleibt da auch mal Zeit für Fragen. Kaffee gibt es vor Ort sowieso. Wer anschließend Hunger hat, wird von Mr. Hoban’s sicherlich weitergeschickt: Zur Fleischerei Höpermann in Wedel, die ein großes Sortiment an Biofleisch und im Imbiss neben Klassikern ein gelungenes Pastrami-Sandwich bietet, das der Röster sehr empfiehlt. Samstags ist die Fleischerei übrigens auch mit einem Stand auf dem Biomarkt in Ottensen vertreten.

Hochprozentiges

Kai Elmendorf brennt in neunter Generation Korn und möchte diesem Getränk »die Würde zurückgeben«. Daher werden bei ihm ausschließlich Biozutaten verarbeitet und der Korn bekommt anschließend Zeit, um in Eichenholzfässern zu reifen, milder zu werden und feine Geschmacksnoten zu entwickeln. In der gläsernen Produktion, die Elmendorf vor ca. sieben Jahren nach Hamburg geholt hat, gewinnt man während der Öffnungszeit erste Eindrücke und kann vor Ort die Ergebnisse auch probieren. Für mehr Input gibt es Tastings mit Führung und mehr Hintergrundwissen oder die »Ginschule«, bei der Kai Elmendorf Interessierten vor Ort die Möglichkeit gibt, dieses Getränk, das er ebenfalls im Angebot hat, nach eigenen Geschmacksvorlieben zu brennen.

Die Streuobstwiesen, die alte Apfelsorten wie z.B. Schöner von Nordhausen oder Horneburger Pfannkuchen bewahren und für die feinen, sortenreinen Obstdestillate vom »Edelhof 1514« liefern, liegen zwar nicht in Hamburg, sondern im Harz. Heike und Christoph Siegert, die den Hof als Nebenerwerbslandwirte betreiben, bieten aber ihre Destillate selbst und dazu u.a. Degustationsmenüs im Herzen Hamburgs an. Bei den Menüs werden die feinen Erzeugnisse thematisch – z.B. prämierte alte Apfelsorten, Wildfrüchte oder fassgelagerte Brände mit unterschiedlichen Aromennuancen – im Zusammenspiel mit kleinen Gerichten verkostet.

Erneut schließen sich hier die Kreise, wenn die beiden Slow Food Unterstützer dafür die Lebensmittel aus dem Netzwerk beziehen und ihre feinen Destillate wiederum u.a. im »Wolfs Junge« oder im »kaalia« auf der Karte zu finden sind. ●

Buchtipp

»Das neue Hamburg-Kochbuch. So kochte und kocht die Hansestadt« von Thomas Sampl und Jens Mecklenburg, KJM Buchverlag 2021, 256 Seiten, gebunden, 29,90 Euro.

ADRESSEN

Mit * gekennzeichnete Adressen sind (auch) Empfehlungen von Slow Food Hamburg, Restaurants aus dem Slow Food Genussführer sind mit + markiert. Slow Food Unterstützer erkennen Sie an der Ergänzung (SFU).

Wir empfehlen, sich vor Besuch der Restaurants, Läden etc. online oder telefonisch über aktuelle Öffnungszeiten und eventuelle Corona-Beschränkungen zu informieren.

ESSEN & TRINKEN

1 Hobenköök * +

Speisen von CA-Mitglied Thomas Sampl in und aus der Markthalle, dem kulinarischen Herz im Oberhafen. Stockmeyerstr. 43, 20457 Hamburg, Tel 040. 228 655 38, www.hobenkoeoek.de

2 Wolfs Junge * +

Feine Küche »land-und handgemacht« von CA-Mitglied Sebastian Junge und Team, »gut, sauber und fair«. Zimmerstr. 30, 22085 Hamburg-Uhlenhorst, Tel 040. 209 651 57, www.wolfs-jung e.de

3 Wilkenshoff Café & Bistro *

Das Team vom Spitzenrestaurant »Wolfs Junge« leitet Café und Bistro mit Hofladen. Kampweg 2, 21279 Hollenstedt Ochtmannsbruch, Tel 04165. 218 63 25, www.wilkenshoff.de/hofladen-hofcafe

4 kaalia *

Klassische französische Küche mit indischen Akzenten von Ulf Lindeholz. Rentzelstr. 13, 20146 Hamburg, Tel 0157. 331 208 17, www.kaalia.de

5 Restaurant Nil * + (SFU)

Gute Bistroküche im Szenestadtteil St. Pauli, hausgemachte Köstlichkeiten im Glas für daheim. Neuer Pferdemarkt 5, 20359 Hamburg, Tel 040. 439 78 23, www.restaurant-nil.de

6 Restaurant Klinker *

Die Gäste jeden Tag so bekochen, als wäre es das letzte Abendmahl, verspricht das Team auf der Website. Schlankreye 73, 20144 Hamburg, Tel 040. 357 014 35, www.restaurant-klinker.de

7 Klinkerbar *

Gutes Essen und gute Weine – fokussiert auf europäische Naturweine – im Ableger vom Restaurant. Eppendorfer Weg 58, 20259 Hamburg, klinkerbar.de

8 Restaurant Zeik *

Gehobene Küche mit norddeutschen Wurzeln, international und weltoffen ausgerichtet. Sierichstr. 112, 22299 Hamburg, Tel 040. 466 535 31, www.zeik.de

9 Kleine Brunnenstraße 1

Saisonale, norddeutsche Küche mit internationalen Details und viel Augenmerk für die eingesetzten Produkte. Kleine Brunnenstr. 1, 22765 Hamburg, Tel 040. 399 077 72, www.kleine-brunnenstrasse.de

10 Brasserie La Provence

Sehr gute französische Küche im gemütlichen kleinen Lokal. Eulenstr. 42, 22765 Hamburg, Tel 040. 306 034 07, www.brasserielaprovence.org

11 Restaurant L’unico (SFU)

Italienische Momente mit Pizza und Pasta in der Hansestadt. Wedeler Landstr. 39, 22559 Hamburg, Tel 040. 822 449 24, www.momenti-italiani-tafelbar.de

12 Forrest Cook * (SFU)

Mittagessen für Kitas und mehr bietet das Restaurant für Kinder, das aufgrund von Corona-Bestimmungen derzeit geschlossen ist, aber hofft, bald wieder öffnen zu können. Tel 040. 716 309 04, www.forrestcook.de

ÜBERNACHTEN

13 Auszeit Hotel Hamburg (SFU)

Bauernweide 11, 21149 Hamburg, Tel 040. 70 20 40, www.auszeit-hh.de

KAFFEE, TEE, SÜSSES

14 mikkels

Kleines Café mit hausgemachtem Gebäck im Mini-Format. Kleine Rainstr. 10, 22765 Hamburg, Tel 040. 769 950 72, www.mikkels.de

15 Die Patisserie

Französische Backtradition im Stadtteil Ottensen. Bahrenfelder Straße 231, 22765 Hamburg, Tel 040. 303 915 16, www.die-patisserie.de

16 DeliKate Café – Feinkost (SFU)

Frühstück mit hausgemachten Marmeladen, Espressobar, Kuchen. Schubackstr. 4, 20251 Hamburg, Tel 040. 466 474 22, www.delikate.me

17 el rojito

Kaffees aus Lateinamerika, aus solidarischem Handel mit kleinbäuerlichen Kooperativen. Große Brunnenstr. 68, 22763 Hamburg, Tel 040. 307 648 49, www.el-rojito.de

18 Mr. Hoban‘s CoffeeRoastery *

Spezialitäten-Kaffees, fast alle vom Inhaber selbst importiert und nachhaltig veredelt. Wedeler Landstr. 170, 22559 Hamburg-Rissen, Tel 0151. 275 326 14, www.mrhoban.com

19 Hacienda San Nicolàs (SFU)

Speicherstadt-Kaffeerösterei mit Café. Kehrwieder 5, 20457 Hamburg, Tel 040. 375 186 83, www.speicherstadt-kaffee.de

20 Becking Kaffee (SFU)

Kaffeerösterei-Manufaktur seit 1928. Leverkusenstr. 31, 22765 Hamburg, Tel 040. 851 92 83, www.becking-kaffee.de

21 Eaton Place & Store

Afternoon Tea, Scones, Torten u.v.m. Bahrenfelder Str. 80 (Café), Ottenser Hauptstr. 46 (Store), 22765 Hamburg, Tel 040. 556 418 92, www.eaton-place.de

22 Hamburger Teespeicher (SFU)

Hochwertige Tees, Teeverkostungen. Ladengeschäft in Hamburg-Volksdorf: Weiße Rose 1, 22359 Hamburg, Tel 040. 888 81 86, www.teespeicher.de

23 Liebes Bisschen

Üppige und trendige Torten, auch vegan. Spritzenplatz 5, 22765 Hamburg, Tel 040. 329 678 24, www.liebes-bisschen.de

24 Eisliebe

Hausgemachtes Eis in Ottensen, kreative Sorten. Bei der Reitbahn 2, 22763 Hamburg, Tel 040. 398 084 82

25 Die Kleine Imkerei – Der kleine Honigladen (SFU)

Imker-Beratung und Stadthonig auf Anfrage von Gesa Lahner. Stutsmoor 4, 22607 Hamburg, www.imkermentoring.de

EINKAUFEN IN HH

26 Hobenköök *

Markthalle voller regionaler Lebensmittel mit Catering-Service und Restaurant. Stockmeyerstr. 43, 20457 Hamburg, Tel 040. 228 655 38, www.hobenkoeoek.de

27 Isemarkt

Isestraße, 20144 Hamburg-Hoheluft, Di und Fr 8.30-14 Uhr.

28 Krabbenhandel Friedrichskoog

Nachhaltige Krabben aus Büsum auf dem Isemarkt und dem Hamburger Fischmarkt. krabben-adam.de

29 Austerregion *

Wilde Austern Fr auf dem Isemarkt und Sa auf dem Marie-Jonas-Platz. Tel 176. 471 025 63, www.austerregion.de

30 Käse Kaufmann *

Käse von regionalen und internationalen kleinen Herstellern, darunter auch eine Auswahl von der »Käsestraße Schleswig-Holstein«, u.a. Di auf dem Isemarkt, Sa auf dem Markt am Goldbekufer. Tel 0151. 127 174 57.

31 Biomarkt Ottensen

Spritzenplatz, 22765 Hamburg, Mi 12-18.30, Sa 9.30-15 Uhr, www.bio-wochenmarkt-regionales.de/ maerkte/ottensen

32 Stückgut

Unverpackt einkaufen in Ottensen. Friedensallee 1, 22765 Hamburg, Tel 040. 369 159 61, www.stueckgut-hamburg.de

33 Monger *

Bioladen nach Tante-Emma-Laden-Vorbild, handwerkliche Tofu-Produktion, Mitglied in der Regionalwert AG Hamburg. Wrangelstr. 100, 20253 Hamburg, Tel 040. 431 978 50, www.monger.de

34 Winderhuder Speisekammer *

Das Feinkostgeschäft mit Mittagstisch steht für Nachhaltigkeit, Qualität, Handwerk und Tradition. Alsterdorfer Str. 2, 22299 Hamburg, Tel 040. 716 302 51, www.winterhuder-speisekammer.de

35 Effenberger Vollkornbäckerei (SFU)

Biobrot aus 100 Prozent Vollkorn nach alter Handwerkstradition. Rutschbahn 18, 20146 Hamburg, Tel 040. 45 54 45, www.effenberger-vollkornbaeckerei.de

36 Springer Bio-Backwerk (SFU)

Urgestein unter den Hamburger Biobäckern. Am Stadtrand 45, 22047 Hamburg, Tel 040. 655 99 30, www.springer-bio-backwerk.de

HOCHPROZENTIGES

37 Elmendorf * Traditionsbrennerei seit 1689 für würdevollen (Bio-)Korn und Gin. Alsterdorfer Str. 107, 22299 Hamburg, Tel 040. 467 773 07, www.elmendorf.de

38 Edelhof 1514 * Obstdestillate z.B. aus alten Apfelsorten.Lagerstr. 11, Halle H, 20357 Hamburg, Tel 0172. 402 52 09, www.edelhof1514.de

MUSEEN, KULTUR, INFORMATIONEN

39 Spicy‘s Gewürzmuseum

Am Sandtorkai 34, 20457 Hamburg (in der Speicherstadt), Tel 040. 36 79 89, www.spicys.de

40 Chocoversum

Schokoladenmuseum von Hachez. Meßberg 1, 20095 Hamburg, Tel 040. 419 123 00, www.chocoversum.de

41 Fabrik

Kultur-und Kommunikationszentrum. Bahrenfelder Str. 36, 22765 Hamburg Tel 040. 39 10 70, www.fabrik.de

Weltuntergang Café (SFU)

Blog und Podcast. Gemeinsam machen sich Fiona Thieme und Simon Braun auf eine gastronomische Entdeckungsreise durch Hamburg, Deutschland und die ganze Welt. weltuntergang.cafe

Hamburger Stadtportal

Mit Infos, Reiseführern, Aktuellem, auch Buchung der Hamburg Card für Bus, Bahn und vergünstigte Eintritte. www.hamburg.de

Alles rund um die Hamburgreise

Buchungsportal für Anreise, Unterkunft bis zu Veranstaltungen. www.hamburg-tourism.de

EINKAUFEN ONLINE & AUSSERHALB

Safran & Vanille (SFU)

Premium-Gewürze online, u.a. Safran direkt vom Feld. 22559 Hamburg, Tel 040. 244 387 70, safran-vanille.de

pHenomenal Drinks (SFU)

Hendrik Schaulin stellt Sirups für Tonic und Ginger Ale in Bioqualität her, Online-Shop. 22419 Hamburg, Tel 040. 987 688 96, www.phenomenaldrinks.com

Solvino - Lust auf das Besondere (SFU)

Online-Shop für Delikatessen, Wein, Kaffee und mehr. 22525 Hamburg, Tel 040. 555 663 260, www.solvino.de

Once upon a bean *

Craft chocolate in »bean-to-bar«-Herstellung, nachhaltig und fair. In abwechselnden Schoko-Sets im Onlineshop, auch im Abo möglich. www.onceuponabean.de

Kattendorfer Hofladen *

Dorfstr. 1a, 24568 Kattendorf, Tel 04191. 90 94 36, Sa mit Stand auf dem Biomarkt Ottensen, www.kattendorfer-hof.de

Gut Wulfsdorf

Bornkampsweg 39, 22926 Ahrensburg, Tel 04102. 511 09, Mi mit Stand auf dem Biomarkt Ottensen, www.gutwulfsdorf.de

Metzgerei Dreymann

Bornkampsweg 39, 22926 Ahrensburg, Tel 04102. 66 88 81, Mi Stand auf dem Biomarkt Ottensen, www.bio-dreymann.de

Fleischerei Höpermann

Kronskamp 26, 22880 Wedel, Tel 04103. 28 94, www.fleischerei-hoepermann.de

Fischfeinkost Baier *

Laden & Bistro. Zwischen den Kreiseln 17, 21039 Börnsen, Tel 040. 780 119 69, www.fischfeinkost-baier.de