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NACHHALTIG POSITIVE PERFORMANCE: Angstfrei auf dem Weg zum Börsenerfolg


Traders - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 27.02.2020

Viele Trader haben den Traum, an der Börse aus einem kleinen Vermögen ein großes zu machen. Die Erfüllung dieses Traums ist glücklicherweise keine Frage der Bildung: Ob man beim Kampf zwischen Bulle und Bär an den Märkten Gewinn macht oder nicht, hängt vielmehr davon ab, ob man gewillt ist, die Zügel selbst in die Hand zu nehmen und den Niedrigzinsen der Banken die kalte Schulter zu zeigen.


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Bildquelle: Traders, Ausgabe 3/2020

Wer mit seinem Vermögen langfristig vernünftige Renditen erwirtschaften will, der soll es nach allgemeiner Sichtweise in verschiedenen Asset-Klassen arbeiten lassen. Dabei werden von Fachleuten der Branche in der ...

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... Regel die klassischen Investmentvehikel Zinsen, Mieten und Aktien auf die Empfehlungslisten gesetzt. Aus historischer Sicht besteht gerade in Deutschland oft ein Überhang an Zinsanlagen, denn über viele Jahre konnte damit bei sehr geringem Risiko eine ansehnliche Rendite erwirtschaftet werden. Doch spätestens seit dem Aktienmarktcrash nach der Lehman-Pleite im Jahr 2008 liefert diese Anlageklasse kaum noch nennenswerte Renditen. Die Niedrigzinspolitik der Notenbanken hat danach nicht nur die Aktienmärkte beflügelt, sie lässt auch immer mehr Menschen über alternative Anlagemöglichkeiten nachdenken. Denn die teils massiven Kurszuwächse an den Aktienmärkten gehen nicht spurlos an den „Gewohnheitssparern“ vorüber. Schließlich hört man immer wieder von Tradern, die an der Börse zum Millionär geworden sind oder zumindest eine ordentliche Summe beim Handel an den Kapitalmärkten verdient haben. Wer sich selbst ernsthaft die Frage stellt, ob er mit dem Trading Geld verdienen kann, geht schon einmal den ersten Schritt in Richtung eigenverantwortlicher Verwaltung des eigenen Vermögens.Der Start an der Börse ist oft holprig und alles andere als leicht, doch wer einmal versteht, wie dieses Business funktioniert, der kann – auch nebenberuflich – langfristig hohe Gewinne mit den Kursschwankungen an den Kapitalmärkten erwirtschaften. Bevor man voreilig seine Kündigung schreibt oder sein gesamtes Vermögen zum Handeln benutzt, sollte man sich mit einigen grundsätzlichen Fakten auseinandersetzen. Denn schon die zuvor genannte Frage, ob man im Trading Geld verdienen kann, besitzt einiges an Sprengkraft. Fakt ist, man kann mit Trading sehr wohl hohe Renditen erwirtschaften. Fakt ist aber auch: Mehr als 80 Prozent der Trader verlieren langfristig Geld. Des Weiteren ist eine große Anzahl Trader gerade am Anfang mit den Anforderungen in diesem Geschäft überfordert. Die Gründe dafür sind kein Geheimnis.

Zeitrahmen

Da wäre zum einen die von der Werbung versprochene Einfachheit des Tradings. Konto eröffnen, überall auf der Welt traden und Geld verdienen, schnell und einfach. Dabei gleicht der Weg zum erfolgreichen Trading eher einem Marathon. Und wer kann schon von sich behaupten, untrainiert einen Marathon zu absolvieren? Auch wenn Trading keine Raketenwissenschaft ist, braucht es doch Zeit, um die Märkte kennenzulernen und die Korrelation zwischen den fundamentalen Rahmendaten unserer Welt und den Reaktionen der Marktteilnehmer darauf zu verstehen und daran zu partizipieren.

Denkweise

Um bei der eigenen Portfoliogestaltung langfristig erfolgreich zu sein, braucht es ein gewisses Maß an unternehmerischem Denken. Es gibt einen gewaltigen Unterschied in der Denkweise zwischen Unternehmern und Angestellten, der mit Blick auf die Einkommen aus der erbrachten Arbeitsleistung wie folgt beschrieben werden kann: Wenn ein Arbeitnehmer einen Job bei einem Arbeitgeber antritt, wird im Vorfeld ein Vertrag zwischen beiden Parteien unterschrieben. Darin wird vor allem geregelt, dass für eine Arbeitsleistung von x Wochenstunden im Monat eine Vergütung in Höhe von y Euro gezahlt wird. Der Arbeitsvertrag regelt also rechtssicher die Einkommenshöhe und die Rahmenbedingungen der geforderten Leistung. Ein Unternehmer hingegen hat diese Sicherheit nicht. Für ihn besteht permanent die Unsicherheit, ob er aus seiner geleisteten Arbeit Gewinn erwirtschaftet oder nicht. Ein Unternehmer muss deshalb unter anderem Risiken kalkulieren, wirtschaftliche Rahmendaten beachten und sich permanent an ein wandelndes Umfeld anpassen. Genau diese Denkweise braucht auch ein Trader, um an den Kapitalmärkten profitabel zu sein. Er hat ein Gespür für fundamentale Veränderungen und passt sich – genau wie ein Unternehmer – an das Handelsumfeld an. Er kalkuliert Risiken und wird nur dann aktiv, wenn er einen Vorteil auf seiner Seite sieht.

Motivation

Was motiviert Sie, mit Ihrem Kapital an der Börse zu spekulieren? Die Antwort auf diese Frage ist für den nachhaltigen Erfolg immens wichtig. Denn wer den Handel an der Börse nur startet, weil die Werbung es als einfach und lohnenswert plakatiert, geht dieses Projekt mit einer gehörigen Portion Naivität an. Um alle Aufgaben zu erledigen, die auf dem Weg zur Profitabilität warten, braucht es mehr als den Wunsch nach dem schnellen Geld. Sich durch die Gewinne von Top-Tradern der Branche motivieren zu lassen, kann bei richtiger Herangehensweise viel hilfreicher sein. Wer nicht nur sagt: „Was die können, kann ich auch!“, sondern genau hinschaut, kann eine Menge lernen. Denn auch die Besten haben einst mit einem ersten Trade begonnen. Sie haben Fehler gemacht, daraus gelernt und sich immer weiter verbessert. Vom Weg dieser Persönlichkeiten kann man viel lernen. Die richtige Frage zum Handelsstart lautet demnach vor allem: „Was muss ich tun, damit ich es schaffe?“

Rückhalt

Zu guter Letzt kann die Unterstützung durch Familie, Freunde oder einen Mentor eine sehr starke Stütze sein. Denn gerade am Anfang macht man viele Fehler, die im Börsenhandel Geld kosten und sehr häufig emotional belastend wirken. Wer sich der Unterstützung seiner engsten Vertrauten in dieser Phase sicher ist, kann sich viel stärker auf sein Vorhaben konzentrieren und auf die Analyse und Behebung von Fehlern fokussieren. Denn gerade beim Start in den Börsenhandel wird das Handelsergebnis sehr stark von fehlendem Fachwissen und zu geringer Markterfahrung beeinflusst.

Aktives Trading oder Investieren?

Ordentliche Renditen werden dann erzielt, wenn Persönlichkeit und Tagesablauf zum Trading-Stil passen. Beide Parameter müssen harmonieren, weil der Fokus im Trading den Märkten gehört. Wer permanent durch andere Aufgaben – wie Beruf oder Familie – abgelenkt ist, macht Fehler oder verpasst mögliche Handelsgelegenheiten. Wer durch den Zeitdruck im Daytrading permanent unter Zugzwang gerät, wird langfristig schlechte Handelsentscheidungen treffen. Man sollte also herausfinden, was die eigenen Vorlieben sind und wie sie am besten mit dem Börsenhandel in Einklang gebracht werden können. Der Faktor Zeit spielt dabei eine sehr große Rolle: Je mehr Zeit für den Handel verfügbar ist, desto aktiver kann er praktiziert werden. Steht für das Projekt Börsenhandel hingegen nur wenig Zeit zur Verfügung, ergibt es Sinn, stattdessen über klassische Investmentstrategien nachzudenken.
Beim aktiven Trading geht es ganz klar um das Erzielen von Kursgewinnen in mehr oder weniger kurzen Zeiträumen. Die Aktivitäten reichen dabei vom extrem kurzfristigen Scalping über Daytrading bis hin zum Swing- und Positions-Trading auf Tagesbasis. Das Ziel der Aktivität liegt ganz klar darin, aus einer steigenden oder fallenden Bewegung Gewinne zu ziehen.
Vor allem im Daytrading spielt die Komponente Zeit eine große Rolle. Hier wird ein Trade frühestens zum Handelsstart eröffnet und spätestens zum Handelsschluss wieder geschlossen. In der Praxis orientieren sich Daytrader beispielsweise an markanten Vortageshochs oder -tiefs (Bild 1). Ein Ansatz ist hier, sich am Vortagesschlusskurs zu orientieren, wenn der neue Handelstag über dieser Marke eröffnet und sie anschließend testet. Entweder prallen die Kurse nach oben ab und steigen oder die Marke wird durchbrochen und es kommt zu fallenden Notierungen. Im ersten Fall ist die Wahrscheinlichkeit steigender Notierungen höher, während im zweiten Szenario die Wahrscheinlichkeit kurzfristig weiter fallender Notierungen höher ist.
Beim Swing Trading hingegen rückt die zeitliche Komponente in den Hintergrund. Hier kommt dem Bewegungspotenzial die limitierende Rolle zu. So definiert zum Beispiel das bestehende Trendhoch bei einem Trade aus der Korrektur eines Aufwärtstrends das Kursziel für den Trade. Ein enger Stopp zur Absicherung rückt die zeitliche Komponente ebenfalls mit aufs Tableau. In der Praxis arbeiten Swing Trader gern mit Korrekturmustern innerhalb eines Trendverlaufs auf Tagesbasis. Gut funktionierende Vertreter dieser Muster sind beispielsweise hohe bullische beziehungsweise tiefe bärische Flaggen, Dreiecke oder Umkehrstäbe in tiefen Korrekturen (Bild 2).

Swing Trader nutzen Ausbrüche aus solchen Formationen, um in Richtung des übergeordneten Trends zu handeln.
Die Arbeit mit all diesen Komponenten sorgt für zügige Handelsergebnisse, in manchen Fällen auch für emotionalen Druck. Weichen Erwartungen und Handelsergebnisse voneinander ab, sorgt die fehlende Erfahrung gerade zu Beginn einer Trader-Karriere manchmal für eine emotionale Schieflage. In Summe kann man sagen, dass die hohe Handelsfrequenz zu schnellen Resultaten führt und dem Trader das Gefühl gibt, etwas zu tun.
Wer weniger Zeit für die Arbeit am Kapitalmarkt aufbringen möchte, kann seine Rendite als Investor erzielen. Im Gegensatz zum aktiven Trading ist nicht nur der zeitliche Aufwand geringer, sondern auch die Anforderung an das Handelskapital. Bei diesem meist trendfolgenden Handelsstil arbeitet die Zeit für den Händler, denn langfristige Kurszuwächse können auch bei kleineren Konten gute Gewinne erwirtschaften. Mit Blick auf die Investitionen am Aktienmarkt kommen Investoren bei guten Unternehmen oft auch in den Genuss von Dividendenzahlungen als zusätzliche Einnahmequelle. Dabei müssen Sie keineswegs permanent vor dem Bildschirm sitzen: Schon mit ein bis zwei Stunden wöchentlichem Zeitaufwand für Research, Chartanalyse, Ordereingabe und Portfolioüberwachung lassen sich vernünftige Renditen erzielen. Als Handelssignale dienen häufig die bereits beim Swing Trading vorgestellten Kursmuster mit trendfolgendem Charakter. Allerdings werden diese hier oft auf dem Wochenchart gesucht, was den zeitlichen Aufwand deutlich reduziert.

Von der Vorstellung in die Realität

Wie bereits erwähnt, hat man beim Start in den Börsenhandel – egal ob mit Aktien, Rohstoffen oder Währungen – ein bestimmtes Ziel vor Augen. Die Werbung versüßt diese Gedanken noch mit einer Illusion von Einfachheit. Doch nach den ersten Trades kehrt Ernüchterung ein. Denn Mr. Market kennt keine Gnade. Er behandelt jeden Trader gleich. Es gibt keine Schonfrist für einen Neuling am Markt und die oft massiven Kapitalverluste stellen den Rookie auf eine harte Probe.
In dieser Phase sind Emotionen der Dreh- und Angelpunkt des Geschehens. Gier, Angst und Frustration wechseln sich ab. Wenn ein Trade im Minus endet, wird die Schuld zunächst bei anderen oder beim Handelssystem selbst gesucht. Doch wer den Job ordentlich machen will, findet einen Weg, um mit den künftigen – zu Beginn noch unbekannten – Herausforderungen fertigzuwerden. So führt der Weg vom Anfänger über mehrere Stufen zum erfolgreichen Händler.

Anfänger im Trading

Aller Anfang ist schwer, doch der Start in den Handel ist eigentlich recht leicht. Man braucht heutzutage nur ein Handelskonto bei einem Online-Broker, etwas Startkapital und einen Internetzugang und schon kann die erste Order platziert werden. Entsprechend starten viele angehende Händler mit einem gewissen Maß an Naivität ins Trading. Es fehlt ihnen dabei nicht nur an funktionierenden Strategien, sondern es herrscht auch der Glaube vor, man könne den Markt vorhersehen beziehungsweise vorwegnehmen und müsse auf Nachrichten extrem schnell reagieren. So werden zum Beispiel nach einer hervorragend klingenden Unternehmensnachricht, die vor Börseneröffnung veröffentlicht wurde, schnell Aktien des entsprechenden Unternehmens an einem außerbörslichen Handelsplatz gekauft. Der Händler ist der Meinung, dass der Kurswert zur Markteröffnung nur steigen kann. Also warum sollte er warten, bis die ersten offiziellen Kurse deutlich höher hereinkommen, wenn er vor Markteröffnung noch billig kaufen kann? Allerdings kann es dann passieren, dass die Kurse zur Börseneröffnung nur noch fallen. Wie kann das sein? Die Überschrift klang doch so optimistisch! Fehlende oder nicht ausreichend untersuchte Handelsstrategien führen ebenfalls zu Trades mit negativem Ausgang.
In Summe ist der Händler äußerst unzufrieden. Der Handel bekommt eine starke emotionale Note und das Konto gerät in Schieflage. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass viele Anfänger gänzlich ohne Risikomanagement arbeiten. Dieses ist eine extrem wichtige und vom Händler mehr oder weniger kontrollierbare Komponente, um das Handelskapital zu schützen und zukünftig weitere Trades am Markt platzieren zu können. Beispielsweise kann das Risiko auf ein Prozent des Handelskapitals begrenzt werden. So kann der Händler notfalls viele Trades im Verlust beenden und hat weiterhin die Möglichkeit, neue Positionen einzugehen. Aber das Risikomanagement schützt nicht nur das Konto vor dem schnellen Bankrott – es gibt dem jungen Händler auch die notwendige Zeit, zu lernen.

Exemplarischer Handelsablauf

Angenommen, der erste Trade führt zu einem negativen Handelsergebnis. Das wird als schmerzhaft, aber verkraftbar abgehakt. Der zweite Trade trägt dann ein gutes Stück Hoffnung in sich, die sich aber dann durch einen weiteren Verlust in Rauch auflöst. Der Schmerz sitzt nun spürbar tiefer, Selbstzweifel kommen auf. Aber die Hoffnung lebt weiter: Mit dem nächsten Trade will sich der Händler voller Enthusiasmus beweisen, dass er es kann. Doch das Ergebnis ist auch hier ein Verlust. Wut und Zweifel übermannen den Trader und führen zu einem Resignations-Trade. Jetzt oder nie. Der Händler weiß, dass er es kann, und er bekommt den Beweis dafür: Nach drei Verlust-Trades in Folge kommt nun endlich der ersehnte Gewinn. Die Freude ist anfangs groß, doch dann fällt ihm auf, dass der Gewinn viel zu früh mitgenommen wurde. Also wird aus Frustration der Entschluss gefasst, beim nächsten Trade das Ziel viel weiter weg zu legen.
So soll der dicke Gewinn kommen. Trade fünf hat also ein weites Ziel, läuft hervorragend an und der Händler freut sich schon auf das Ergebnis. Doch nach dem anfänglichen Gewinn dreht der Kurs in die Gegenrichtung und holt den Stopp. Erneut herrscht Frustration. Denn es ist offensichtlich, dass der Stopp viel zu nah am Einstieg lag – der Markt lief anschließend genau in den vorher festgelegten entfernten Zielbereich. Die logische Konsequenz aus dieser Erfahrung führt dann im sechsten Trade zu einem deutlich größeren Stopp. Doch auch das bringt keinen Erfolg, sondern nur noch größere Verluste. Wer aus dieser Kaskade die richtigen Schlüsse zieht und aus den Erfahrungen lernt, entwickelt sich zum fortgeschrittenen Trader.

Fortgeschrittener Trader

Nach den Erfahrungen aus den ersten Trades wächst das Verständnis dafür, dass die Entwicklung der gehandelten Märkte nichts mit dem Händler selbst zu tun hat. Die Entwicklungen sind nicht vorhersehbar. In diesem Stadium ist dem Händler oft auch schon bewusst, dass es nicht primär darum geht, den Fokus auf einen festen Gewinnbetrag zu legen. Vielmehr richtet sich sein Handeln darauf aus, Fehler zu erkennen, deren Ursache zu verstehen und zu beheben. Denn der Weg zur Profitabilität ebnet sich nur dem, der die Verlustzone nachhaltig verlässt. Aus diesem Wissen heraus reduziert sich die Anzahl der sogenannten „Meinungs-Trades“. Verluste werden kleingehalten (Tabelle 1) und es wächst die Erkenntnis, dass die Anwendung von Handelsstrategien wie exemplarisch in Bild 4 dargestellt für den langfristigen Erfolg von großer Bedeutung ist und die Parameter eines Trades vor der Positionseröffnung stimmen müssen.
Gewinne und Verluste tangieren den fortgeschrittenen Händler allerdings weiterhin auf einer persönlichen Ebene: Bei Gewinnen herrscht ein Gefühl von Kontrollierbarkeit der Märkte und Verluste verursachen weiterhin Ärger, obwohl die Gründe dafür inzwischen bekannt sind. Allerdings fällt es dem Trader hier und da noch schwer, die eigenen Fehler zu erkennen oder zuzugeben. Ein Trading-Tagebuch wäre hilfreich, doch der Schmerz ist noch nicht groß genug, um Zeit in diese Arbeit zu investieren. Denn bis auf den Verlust auf dem Konto gibt es für den Händler noch keine Konsequenzen. Mit Blick auf die Gewinne sieht es ähnlich aus. Zwar scheint die Schwelle zur Profitabilität erreicht und die Freude über eine steigende Gewinnquote ist groß, doch der fortgeschrittene Händler kann diese Gewinne oft noch nicht duplizieren, denn er kennt die Gründe ihrer Entstehung nicht genau genug. Er glaubt von Zeit zu Zeit immer wieder, dass er es jetzt geschafft hat – doch dann schlägt der Markt zurück und die Gewinne schrumpfen erneut. Mit seiner zunehmenden Erfahrung beginnt er irgendwann, auch das zu hinterfragen – und schafft so den Sprung zum wirklich erfolgreichen Händler.

Erfolgreicher Händler

Wer alle Herausforderungen des Börsenhandels auf sich genommen hat und es schafft, kontinuierlich Geld aus den Märkten zu ziehen, ist einen langen Weg gegangen. Blickt man von hier auf die Anfänge zurück, wird einem erst bewusst, welche Veränderung man durchlaufen hat. Wer so viele Herausforderungen erfolgreich gemeistert hat, hat sich auch als Mensch verändert. Die Gedanken drehen sich nicht mehr primär um Sicherheit und Risiko oder die Frage nach der Gewinngröße. Ein erfolgreicher Händler ist ein Unternehmer. Er hat sich ein perfektes Umfeld für seine Arbeit geschaffen, sucht nach Chancen und kalkuliert Risiken. Der Erfolg macht ihn stark, Meinungen anderer fallen kaum noch ins Gewicht. Es zählt einzig und allein die nachhaltige Anwendung funktionierender Handelsstrategien und die permanente Anpassung an das Marktumfeld. Dazu gehört auch der professionelle Umgang mit Verlustserien. Händler mit diesem Maß an Erfahrung wissen genau, dass die sogenannten Drawdowns zum Geschäft gehören. Statt in diesen Phasen – wie ein Anfänger – emotional zu werden und die Schuld von sich zu weisen, kommen Strategien zur Anwendung, die die Emotionen des Händlers umgehen. Denn auch ein ausgereifter Händler ist keine Maschine. Vor emotionalen Handlungen ist auch er nicht gefeit, weshalb er regelmäßig die Offensivität seines Tradings anpasst. Das beinhaltet auch die permanente Überprüfung der Handelsaktivitäten. Wenn sich der Profitfaktor zum Negativen verändert, wird nach der Ursache gesucht. Liegt der Grund in einer Veränderung der Märkte, passt der erfolgreiche Händler die Trading-Strategien an das neue Umfeld an. Fällt bei der Überprüfung auf, dass der Trader seine Setups fehlerhaft handelt, wird hier nach der Ursache gesucht.
Wissen, Erfahrung und die Kenntnis der eigenen Person zeichnen einen erfolgreichen Trader aus. Trading ist Business. Die Akzeptanz dieser Tatsache trennt die Spreu vom Weizen. Der erfolgreiche Trader hat das verinnerlicht.

Fazit

Nachhaltig Kapital aus den Märkten zu ziehen und den Zinsen die kalte Schulter zu zeigen ist keine Raketenwissenschaft. Jeder Mensch kann ein erfolgreicher Trader werden, wenn er bereit dazu ist, sich anzupassen, aus anfänglichen Fehlern zu lernen und seinen eigenen Weg zu gehen.
Börsenhandel ist ein Unternehmen. Eines der Geheimnisse florierender Unternehmen ist es, zuerst einen Käufer zu finden und dann das passende Produkt herzustellen. Als Trader tut man es dem gleich, indem man schon vor dem Trade weiß, an wen man teurer verkaufen oder von wem man billiger kaufen kann. Man hält es einfach, kennt seinen Markt und kalkuliert die Risiken.

Mike Seidl

Mike Seidl ist gelernter Bankkaufmann und handelt seit Ende der 1990er-Jahre an den Kapitalmärkten. Seit 2013 verwaltet er hauptberuflich sein eigenes Vermögen und gibt in Seminaren und Coachings sein Wissen an Menschen weiter, die ihre finanziellen Ziele eigenständig erreichen wollen.
info@investorschule.de

Am Anfang steht die Erkenntnis

■ Das Sparkonto ist nicht alles
■ Börsenhandel kann sich lohnen

Erster Trade

■ Der erste Schritt ist gemacht!

Anfängerfehler

■ auf Meinungen hören
■ der „Erste“ sein wollen, um zu gewinnen
■ Handel ohne Risikobegrenzung

Erste Gewinnserie

■ Erfolgserlebnis

Lernen aus Fehlern

■ Fehler sind ein „Geschenk“
■ Aus Fehlern zu lernen schafft Verständnis
■ Verständnis schafft Vertrauen und Erfolg

Eigene Strategie

■ Selbstentwickelte Strategien erwachsen aus dem eigenen Handel und formen den Trader

Mit Emotionen umgehen

■ Emotionen beeinflussen den Handel und führen zu falschen Entscheidungen
■ Strategien zur Umgehung emotionaler Fehler bringen den fortgeschrittenen Händler näher ans Ziel

Erreichen der Gewinnschwelle

■ Funktionierende Strategien werden dupliziert und sorgen für eine steigende Gewinnquote

Rückschläge nach einer Gewinnphase

■ Der Kontostand läuft kurzzeitig wieder ins Minus
■ Aus Rückschlägen zu lernen zeichnet einen guten Händler aus
■ Fortgeschrittene Händler suchen nach dem Grund für die Verluste und feilen weiter am Gesamtkonzept

Akzeptanz von Drawdows

■ Verluste gehören zum Geschäft
■ Der Händler akzeptiert Drawdowns und unterscheidet künftig zwischen marktbedingten und händlerbedingten Verlusten
■ Wer die Gründe für Drawdows erkennt, kann seine Strategien anpassen

Passende Strategien zur Marktlage

■ Nicht jede Strategie funktioniert in jeder Marktphase
■ Zu erkennen, wann welche Strategie erfolgreich ist, bietet einen großen Vorteil am Markt

Nachhaltig positive Performance

■ Es wird dauerhaft Gewinn aus den Märkten gezogen
■ Moderate Drawdowns werden als Preis für diese Gewinne akzeptiert