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Nachhaltig SAUBER


Happy Way - epaper ⋅ Ausgabe 3/2021 vom 11.06.2021

Schrubben, wienern, putzen: Das Ganze macht mit Oko-Mitteln, klugen Refill-Ideen und schicken Utensilien viel mehr Spas. Und fuhlt sich super an. Mach mit!


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Bildquelle: Happy Way, Ausgabe 3/2021

Übers Putzen nachdenken

Warum die meisten Putzmittel eigentlich schmutzig sind und was man dagegen tun kann

Aggressive Chemikalien:

Handelsübliche Putzmittel verwenden oft ziemlich aggressive Zusatzstoff e, die die Lunge stark belasten oder zu Hautzreizungen und Allergien führen. Genauso sauber machen aber auch natürliche Reiniger auf Basis von Zitronensäure oder Essig!

CO2-Aussto.:

Verbraucher zahlen für Putzmittel, die zu 90 Prozent aus Wasser bestehen und ineffi zient transportiert und gelagert werden. Bei einem Refi ll-Pulvermittel wird lediglich das Pulver in einer Mini-Tüte auf die Reise geschickt, was CO2 spart.

55 Tonnen Mikroplastik

werden pro Jahr in Deutschland durch Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel freigesetzt, außerdem rund 23 ...

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... 200 Tonnen gelöste Polymere. Auch hier sind natürliche Inhaltsstoff e wie Zitronensäure und Essig klar im Vorteil!

Plastikmull

Nur 16 Prozent davon wird auch wirklich recycelt. Der Rest wird verbrannt oder landet auf der Müllhalde und infolgedessen oft im Meer. Ja, auch unser Plastikmüll! Denn Deutschland bleibt leider nach neuen Daten des Statistischen Bundesamtes europaweit der größte Exporteur von Kunststoff ab fällen. Und der exportierte Plastikmüll wird nur zu einem Teil recycelt. Der Rest wird unter niedrigen Umweltstandards verbrannt oder deponiert - und landet so in der Natur, in Gewässern und in den Ozeanen. Glasfl aschen haben den Vorteil, dass sie wiederverwendbar und, falls sie kaputt gehen, komplett recycelbar sind.

Wenn Du diesen Artikel gelesen hast, wirst Du es kaum erwarten können, endlich zum Wischlappen greifen zu dürfen, wetten? Denn was finden wir am Putzen denn eigentlich so blöd? Vielleicht sind es die Reinigungsmittel, die auf der Haut jucken und brennen. Gummihandschuhe sind aber auch keine Option (aus Umweltschutzgründen schon gar nicht), weil sie die Hände schwitzen lassen und sich immer ein bisschen eklig anfühlen. Manche Putzmittel riechen außerdem giftig und reizen die Lungen. Und die Flaschen … es gibt Ästhetischeres! Wer hat heute nochmal Putzdienst? Och, nö!

Blitzblanke Idee

Und dann gibt es Moanah. Schon der Name ist eine Offenbarung: Ozean bedeutet das hawaiianische Wort auf Deutsch. Hinter dem schönen Begriff, der direkt an einen feinen Drink denken lässt, verbergen sich Putzmittel mit einer Mission: Möglichst nachhaltig und natürlich für Mensch und Umwelt werden sie produziert, die nachfüllbaren Flaschen aus mattem Glas sehen stylisch aus und wecken die Lust aufs Putzen. Und was sollen wir sagen? Klappt!

Die Ursprünge von Moanah liegen 33 Jahre zurück, als Salar, heute einer der drei Gründer, als politischer Flüchtling nach Deutschland kam. Seine Mutter begann als Putzfrau zu arbeiten, litt aber unter den aggressiven chemischen Reinigungsmitteln, die allergische Reaktionen hervorriefen und sich auf ihre Lungen schlugen. Kurzerhand stellte sie ihre Putzmittel selbst her - mit natürlichen Inhaltsstoffen. Salar wuchs also mit der Idee von grünen Reinigungsmitteln auf. 30 Jahre später griff er, nach seinem Studium längst im Job, diese blitzblanke Idee auf und holte seinen Studienfreund Felix (heute zuständig für die Produktentwicklung) mit an Bord. Die dritte im Bunde, Katharina, musste gar nicht groß überredet werden, das Marketing zu übernehmen. Sie studierte acht Monate auf Hawaii und findet: „Die Hawaiianer haben ein ganz anderes, ein heiliges Verhältnis zur Natur. Sie leben diese Verbundenheit tagtäglich.“ In vielen Start-ups hatte sie schon gearbeitet. „Aber Moanah ist das erste Produkt, bei dem man die positive Auswirkung direkt sehen kann“, erklärt sie. „Man spart pro Refill eine Plastikflasche ein, und für jedes Starterset werden auch noch sieben Plastikflaschen in Zusammenarbeit mit der Organisation Seven Clean Seas aus dem Meer gefischt.“

Aber von vorn. Beginnen wir mit der Nachhaltigkeit. Moanah kommt in Glasflaschen daher, die man immer wieder verwendet. Die eigentlichen Reinigungsmittel (derzeit sind es ein Allzweckreiniger sowie ein Glasund ein Badreiniger) bestehen aus Pulver, das auf Zitronensäure basiert und selbstverständlich frei von Mikroplastik ist. Die gesamten Inhaltsstoffe sind leicht biologisch abbaubar und daher nachhaltig. Es werden keine aggressiven oder unnötigen Chemikalien genutzt und ebenfalls keine überfl üssigen Hilfsstoffe, die nichts mit dem Putzen zu tun haben.

Nachfüllbar Das Starterset von Moanah beinhaltet drei Sprüh-Glasflaschen mit Silikonschutz (Allzweckreiniger, Glas- und Badreiniger), 6 Refills, einen Leinenbeutel und ein Mikrofasertuch. Für 39 Euro, über moanah.com


Putzmunter setzen sich die Moanah- Menschen für eine saubere Umwelt ein


Das Pulver kommt in die Flasche und wird mit 500 ml Wasser aus dem Hahn aufgegossen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man spart Plastik, da man eben nur die Glasfl asche braucht und das Pulver nachkauft. Denn auch bei Plastikfl aschen, die mehrfach benutzt werden, entsteht Mikroplastik, das ins Abwasser gerät und damit unsere Umwelt verschmutzt. Dazu kommt: Man schenkt sich die Transportwege von Reinigern, die zu 90 Prozent aus Wasser bestehen.

Die Refi lls sind jeweils nur zwei bis fünf Gramm schwer und man kann sie bequem in einer Versandtasche aus Altpapier nach Hause bestellen - sie werden ganz fl ach in einem Brief zugestellt. Das spart CO2 und ist daher gut fürs Klima.

„Wir sind bisher deutschlandweit die einzigen, die mit einem Pulver arbeiten“, sagt Katharina. Tabs, die mit Wasser aufgefüllt werden, sind in den Drogerien schon zu fi nden.

Sie brauchen jedoch mehr Energie, um in Form gepresst zu werden, und außerdem Bindemittel, um zu halten und um später im Wasser zu „explodieren“.

Ebenfalls gut fürs Klima: Die Moanah- Produkte sollen möglichst in Deutschland pro duziert werden. Katharina: „Die größte Problematik war, Hersteller zu fi nden, die bereit waren, auch mit unseren anfangs kleinen Abnahmemengen zu arbeiten. Unsere Reinigungskonzentrate in Pulverform werden zum Beispiel in Mainz hergestellt.“

SCHRUBBEN MIT STYLE

Die Flaschen aus mattem Glas werden zurzeit noch in China hergestellt und per Zug und mit CO2-Ausgleich nach Deutschland gebracht. Geschützt werden sie von einem Silikon-Sleeve (nachhaltigere Alternativen sind in Planung) und sehen dadurch stylisch aus. „Uns war das Design wichtig“, sagt Katharina. Weil die Flaschen schön sind, muss man sie nicht im Schrank verstecken, sondern kann sie offen in Bad oder Küche stehen lassen. Man nimmt sie einfach gern in die Hand. Dadurch putzt man automatisch öfter. „Sozusagen ein emotionales Putzerlebnis“, meint Katharina schmunzelnd.

MACH´S DOCH MAL SELBST!

Plastik lässt sich auch in anderen Bereichen des Reinemachens sparen. Zum Beispiel gibt es inzwischen festes Spülmittel, womit jeweils die Plastikfl asche entfällt. Und wir können auch abseits von gekauften Reinigern das Putzen nachhaltig für Mensch und Umwelt gestalten: Es macht Spaß, Reiniger auch mal selbst herzustellen. Gut zu wissen: Neben Zitronensäure sind auch Essig, Natron und Backpulver gute Hausmittel für ein natürlich sauberes Zuhause. Essig kann zum Entkalken von Haushaltsgeräten ebenso genutzt werden wie zum Reinigen von Armaturen oder Böden. Zitronensäure wirkt ähnlich. Für den guten, sauberen Duft lassen sich reine ätherische Öle, zum Beispiel Zitronen-, Orangen-, Pfefferminz- oder Lavendelöl, darunter mischen. Teebaumöl hat eine leicht keimtötende Wirkung. Wer Bad oder Küche desinfi zieren möchte, kann sich ein keimtötendes Spray aus 100 ml Essig und 10 bis 15 Tropfen Teebaumöl in einer Sprühfl asche mischen. Tipp: keine neue kaufen, sondern zum Beispiel eine gerade leer gewordene, gut ausgespülte Glasreiniger- Flasche nehmen.

Weglassen kann man natürlich auch: WCSteine, die in einem Plastikkörbchen daherkommen, braucht man nicht - ganz normales Putzen mit einem WC-Mittel auf Grundlage von natürlichen Säuren ist genauso effektiv. Oder Du machst WC-Tabs selbst: 100 g Natron mit 30 g Zitronensäure (in Pulverform) vermischen. 1 TL Wasser und 5 Tropfen ätherisches Zitronen- oder Orangenöl zugeben. Wenn die Masse kristallisiert, in eine Eiswürfelform füllen und über Nacht trocknen lassen. Die Würfel in einem luftdicht verschlossenen Behälter aufbewahren. Pro Anwendung einen „Tab“ in die Toilette geben.

Fies stinkenden Backofenschaum, bei dem man lüften muss, um den Dämpfen zu entgehen, kannst Du ganz leicht so ersetzen: eine Paste aus einem Päckchen Backpulver und drei Esslöffeln Wasser rund eine halbe Stunde auf den Verkrustungen einwirken lassen.

Luff aschwamm statt Schaumstoff ! Luff a ist nicht nur plastikfrei, vegan und kompostierbar, sondern entfernt auch hartnäckigen Schutz, ohne die Oberfl äche zu zerkratzen. Ca. 4,95 Euro, über waschbaer.de


Kein Mikroplastik Mit jedem Refi ll eine Plastikfl asche sparen - das fühlt sich irgendwie gut an! Falls die Glasfl asche mal doch zu Bruch geht - Mikroplastik gibt´s hier nicht. Glas kann recycelt werden oder zerfällt irgendwann zu Staub.


Festes Spulmittel aus Bio-Pfl anzenöl. Es ist palmölfrei und komplett biologisch abbaubar, da keine Tenside verarbeitet werden. Ca. 6,90 Euro, über avocadostore.de


GESTRICKT ODER AUS LUFFA

Und dann gibt es ja noch die kleinen Helfer: Bei Tüchern, Schwämmen und Bürsten können wir ebenfalls auf die Umwelt achten. Der Trend aus Skandinavien: gestrickte Spültücher - gekauft oder selbst gemacht! Denn herkömmliche Spültücher und Schwämme bestehen oft aus umweltschädlichen Kunststoffen und lösen sich mit der Zeit auf. Dadurch gelangt Mikroplastik ins Wasser! Statt mit Schwämmen aus Schaumstoff lässt sich außerdem prima mit einem Schwamm aus der getrockneten Luffagurke, einem Kürbisgewächs, wienern: Ob mit oder ohne Putzmittel reinigt seine raue Oberfl äche gründlich, ohne Keramikfl ächen, Edelstahl, Kunststoff oder Stahl zu zerkratzen. Und für Spülbürsten aus Holz gibt es Wechselköpfe zu kaufen.

DIE VIELEN LEBEN DES PUTZTUCHS

Bei Moanah liegt jedem Starter-Set ein Mikrofasertuch bei, weil es vor allem fürs Fensterputzen das Putzutensil mit dem besten Ergebnis ist - und darüber hinaus immer wieder in der Waschmaschine gewaschen werden kann. „Außerdem haben wir ein Naturschwammtücherset im Angebot, das zu 100 Prozent aus natürlichen Ressourcen besteht, nämlich aus 70 Prozent Holzzellulose und 30 Prozent Baumwolle“, erzählt Katharina. Die Naturschwammtücher sind frei von Konservierungs- und Schadstoffen und haben ebenfalls ein langes Leben: Man kann sie bei bis zu 95 Grad Celsius waschen. Die guten Stücke werden in Deutschland hergestellt und sind zu Hause kompostierbar und biologisch abbaubar …

Also, wann krempelst Du die Ärmel hoch für eine saubere und nachhaltigere Welt?


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