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NACHRICHTEN


Binnenschifffahrt - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 16.03.2020

SEEHÄFEN: Lange Wartezeiten für Binnenschiffe

Artikelbild für den Artikel "NACHRICHTEN" aus der Ausgabe 3/2020 von Binnenschifffahrt. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Binnenschifffahrt, Ausgabe 3/2020

Binnenschiffe warten in Rotterdam auf die Abfertigung


© Wägener

Laut dem Bundesamt für Güterverkehr (BaG) kommt es bei der abfertigung von Containerbinnenschiffen in rotterdam und antwerpen immer wieder zu langen Wartezeiten, obwohl beide Häfen an den Seeschiffterminals über separate Umschlageinrichtungen für Binnenschiffe verfügen. Ein maßgeblicher Einflussfaktor seien die begrenzten terminal- und Umschlagkapazitäten. Gerade in den Peak-Zeiten, zu denen mehrere große Seeschiffe gleichzeitig abgefertigt werden müssen, kommt es zu Spitzenbelastungen. Dabei werden See- und Feederschiffe bei bestehenden Engpässen an Umschlagkapazitäten im allgemeinen vorrangig vor Binnenschiffen abgefertigt. Ein weiterer Grund sei, dass Binnenfrachter typischerweise mehrere Containerterminals anfahren. Im Zeitraum von Mitte Juli bis anfang November seien pro Schiffsbesuch in rotterdam durchschnittlich 6,0 bis 7,6 terminals angelaufen worden. Verzögerungen an einer Umschlageinrichtung könnten deshalb schnell zu einem Dominoeffekt führen. Somit kommt es dann also nicht nur an dem betroffenen terminals zu Wartezeiten und Verzögerungen, sondern auch an den folgenden Umschlagplätzen, insbesondere dann, wenn vereinbarte Zeitfenster (Slots) dann nicht mehr erreicht werden können.

RHEINCARGO: Gütervolumen gesteigert, Hafensparte mit Einbußen

Der logistikdienstleister rheinCargo hat in Köln, Düsseldorf und Neuss insgesamt 46,3Mio.t Güter umgeschlagen, 4,7% mehr als 2018 (44,3Mio.t). Mit 22Mio.t Transportvolumen hat die Bahnsparte im Vergleich zum Vorjahr um 3,27Mio.t (+17,4%) zugelegt. Zu der positiven Bilanz hat auch der 2019 neu etablierte Geschäftsbereich »Werks- und Industriebahnen« beigetragen. So führt die seit über einem Jahr Rangierdienst und Infrastrukturbetrieb für die Kokerei Prosper des Stahlweltmarktführers arcelorMittal in Bottrop durch. trotz den zumeist stabilen Wasserverhältnissen musste die Hafen-Sparte 2019 hingegen einen rückgang beim wasserseitigen Umschlag um 2,1% hinnehmen. Insgesamt wurden in den sieben rheinCargo-Häfen in Düsseldorf, Köln und Neuss 15,99Mio.t umgeschlagen. Unter Einbeziehung der landseitigen Umschläge lag das Gesamtgütervolumen in den Häfen bei 24,26Mio.t (-4,7%).

SCHWEIZ: Schärfere Emissionsgrenzwerte für Binnenschiffe

Die gewerbliche Schifffahrt auf Schweizer Seen und Flüssen soll sauberer werden. Der Schweizer Bundesrat hat jetzt entsprechende Vorschriften verschärft. Für Fahrgastschiffe und Frachtschiffe gelten ab dem 1. april 2020 strengere Abgasvorschriften. Der Grenzwert für Stickoxide (NOx) wird so stark gesenkt, dass der Einbau von Katalysatoren erforderlich wird, wie sie bei lkw bereits üblich sind.

Der Bundesrat hat dafür eine teilrevision der Verordnung über die Anforderungen an Schiffsmotoren auf schweizerischen Gewässern (VaSm) beschlossen. Damit erreicht die Schweiz das gleiche Schutzniveau wie die EU. Diese hat anfang 2020 neue Grenzwerte für abgasemissionen und den Partikelausstoß (NrMM) in Kraft gesetzt. Für die internationale rheinschifffahrt gelten seit Jahresbeginn die gleichen regeln. Neu ist in der EU außerdem die Partikelfilterpflicht für größere Motoren - diese ist laut Mitteilung des Bundesrates in der Schweiz bereits seit 2007 für alle Motoren in Kraft.

Schiffsmotoren, die in der Schweiz bereits zugelassen oder in Betrieb sind, fallen unter den Bestandsschutz und dürfen weiter betrieben werden. Für den Einbau von Dieselmotoren ohne Abgasnachbehandlungssystem gilt eine Übergangsfrist von zwei Jahren.

RHEIN: Spijk bekommt Übernachtungshafen

Der Staatsrat der Niederlande hat seine Zustimmung zum neuen Übernachtungshafen Spijk bei lobith am rhein nahe der deutsch-niederländischen Grenze gegeben. Er wird für Schiffe mit einer maximalen länge von 135 m ausgestattet und über etwa 50 liegeplätze verfügen. Zudem wird der bestehende Übernachtungshafen in tuindorp modernisiert. Die arbeiten umfassen die Vertiefung sowie die Erweiterung der Hafenmündung, zudem werden neue liegeplätze bereitgestellt. Dieser Nachthafen wird dann über etwa 20 liegeplätze für Schiffe bis zu einer länge von 110 m und einen autosteg verfügen.

DE HOOP: »RheinGalaxie« hat Wasser unter dem Kiel

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Bildquelle: Binnenschifffahrt, Ausgabe 3/2020

© De Hoop

Auf der niederländischen Werft De Hoop ist die »rheinGalaxie« der reederei Köln-Düsseldorfer zu Wasser gelassen worden. Das neue Flagschiff ist 85m lang, 14m breit bei einem tiefgang von nur 1,20m. Es bietet bis zu 1.000 Personen Platz. Der Stapellauf für den gleich drei riesige Schwimmkrane zu Hilfe genommen wurden, erfolgte in lekkerland.

Unmittelbar danach wurde das noch unfertige Schiff zur De Hoop-Werft in lobith geschleppt, wo die »rheinGalaxie« ihre drei Motoren (1.320 kW) erhält und auch Endausrüstung und Innenausstattung erfolgen sollen. Die ablieferung und Indienststellung ist im Mai geplant.

An Bord soll es modernste Veranstaltungstechnik sowie eine hochwertige Ausstattung geben. Zum innovativen Design des Eventliners mit dem axtbug gehören bodentiefe Fenster, ein »Skywalk« über der Freideck-Bar sowie die aussichtsplattform »Star rock«. Die »rheinGalaxie« folgt auf den letzten Neubau aus dem Jahr 2011, die »rhein Fantasie«. 2004 war das erste Flaggschiff des Veranstalters, die »rheinEnergie«, vom Stapel gelaufen.

NEUE TRANSPORTKONZEPTE: 9 Mio. € für Forschung am Rhein-Alpen-Korridor

Die EU stellt fast 9Mio. € Euro für die Entwicklung neuer transportkonzepte für die Binnenschifffahrt entlang des Korridors bereit. Das Geld stammt aus dem Horizont-2020-Forschungsprogramm und soll »Neuartige Konzepte für die Binnenschifffahrt zur effektiven Beförderung von Gütern« (NoVIMoVE) fördern. Der Schwerpunkt der Forschung liegt auf der Verbesserung des transports über den rhein-alpen-Wasserkorridor von rotterdam/antwerpen nach Basel. Der offizielle Startschuss erfolgt im Juni 2020.

Koordiniert wird das Vorhaben von der tU Delft, beteiligt sind insgesamt 21 Partner aus sechs europäischen ländern. langfristig soll die transportmenge entlang des Korridors um 30% gesteigert werden, heißt es. Dafür sollen innovative Strategien in großen, vernetzten Verkehrssystemen entwickelt werden.

Das logistische System der Binnenschifffahrt auf dem alpenkorridor gilt als ausbaufähig. Probleme sind Containerschiffe, die nicht voll beladen sind, überfüllte Schleusen, eine suboptimale Schiffsführung oder auch niedrige Wasserstände. Daher soll zu neuen Schiffstypen, intelligenten Management- und Navigation.

NEBENWASSERSTRASSEN: Bund will mehr Tourismus

Mit einem Maßnahmenplan will das Verkehrsministerium die Infrastruktur der Nebenwasserstraßen und damit die touristischen angebote ausbauen. »Gerade im Nordosten hat sich der Wassertourismus zu einem entscheidenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Dabei stellen uns die teils historischen Schleusen und Wehre außerhalb des Kernnetzes vor große Herausforderungen«, sagte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aber: »Wir stehen zu unserer Verantwortung für eine nachhaltige Wasserstraßeninfrastruktur.« Darum werde jetzt gemeinsam mit ländern, Verbänden und Kommunen an einem Maßnahmenplan zur Verbesserung der Sport- und Freizeitschifffahrt auf den Nebenwasserstraßen gearbeitet.

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