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Nachsaison für Genießer


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essen & trinken - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 07.12.2022

REISE

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Bildquelle: essen & trinken, Ausgabe 1/2023

Gent, zart beschneit: Auch im Winter empfehlen wir, die Altstadt auf dem Wasserweg zu erkunden

Roots, Gent

„Wir wollen Karten mit Ihnen spielen“, flachsen die Betreiber Kim und Nele auf ihrer Speisekarte. Was das heißt? Der Gast bestellt das 4-Gänge-Abendmenü für 69 Euro und bekommt „Full House“: frische Regionalküche mit innovativer Spielfreude. So wie hier: Kabeljau, Spinat, Koriander und Rettich. Vrouwebroersstraat 5,

1898 The Post

Allein das alte Postgebäude mit seinen Giebeln und Türmchen ist ein Erlebnis und passt perfekt zur Stadtkulisse. Innen dunkelgrün getünchte Zimmer, alte Holzdielen und gemütliche Samtsessel. In „The Kitchen“ erfreuen sich Hotelgäste und Besucher an dem üppig bestückten Frühstücksbuffet nach amerikanischem Vorbild. Graslei 16,

GENT

Ja, es ist verdammt eisig. Und ja, es ist eigentlich kein Wetter, um mit einem offenen Boot unter Brücken hindurch die romantische Altstadt zu erkunden. Aber man muss wissen: Käpt’n Marcel hat Decken für alle dabei, außerdem stehen ...

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... Snacks und feine Weine parat – insofern ist die Stimmung an Bord trotz Kältewölkchen vor dem Mund prächtig. Wer die zweitgrößte Stadt Flanderns von der Wasserseite her kennenlernen will, kann kulinarische Touren über buchen. Am schönsten ist das abends, wenn man an beleuchteten Traumwohnungen vorbeigleitet – die Belgier sind wie die Holländer keine großen Fans von Vorhängen. Außerdem geht es gleich danach wieder in die Wärme: Genießern sei im Anschluss eines der kreativen Restaurants von Flanderns jungen wilden Köchen, empfohlen. Ob „Roots“ (siehe Seite 101) oder „Cochon de luxe“ (rechts) – hier ist jedes Gericht ein Lichtblick. Unbedingt probieren sollten Sie auch zwei (oder drei) der 150 Biersorten im „Waterhuis aan de Bierkant“ (Groentenmarkt 9) an der Leie, dann geht’s zurück ins Hotel. Wohlig warme Träume!

Cochon de luxe

Hier werden deftige flämische Klassiker wie Blumenkohl in weißer Sauce kreativ und mit großer Freude neu aufgelegt. Humor sollte man übrigens mitbringen: Vom Dessertküchlein grüßt gern mal ein grüner Laubfrosch. Vier- bis Sechs-Gänge-Menü, ab 89 Euro. Brabantdam 113,

Brot & Bier

Das Konzept ist einfach und funktioniert auf Sylt genauso wie in Hamburg oder München: raffiniert belegte Stullen wie etwa das Friesenbrot mit Matjes-Tatar, Sherry-Matjes, Rucola und Hausfrauensauce. Wer lieber etwas Warmes möchte, wählt die Kalbsfrikadellen mit Kartoffel-Specksalat oder die Bouillabaisse à la Chef. Gurtstig 1, Keitum,

SYLT

Sylt im Sommer, das sind Radfahrerkolonnen, ausgebuchte Strandkörbe und nie ein freier Platz im Garten der Café-Legende „Kupferkanne“ (Stapelhooger Wai 7). Das ist der Preis, den man zahlt, wenn man den angesagten Flecken im Meer in den warmen Monaten erleben will. Dann lieber die größte nordfriesische Insel mal für sich haben. Im Winter hat nicht nur die Natur eine ganz eigene Magie, auch in den Inselorten findet echtes Dorfleben statt: In der Turnhalle probt der Sylter Tanzverein, und in den Traditionsgasthöfen riecht es nach Grünkohl. Einfach dick eingemummelt den Strand entlanglaufen, den Seevögeln lauschen und auf einen Tee in „Nielsens Kaffeegarten“ (Am Kliff 5, Keitum) einkehren. Hier guckt man direkt aufs Watt, das das fahle Licht wie eine wellige Spiegelfläche aussehen lässt. Erst im Februar wird es dann wieder voller, zum Biikebrennen, der rituellen Geistervertreibung mittels großer Feuer. Wer auf den Rummel gut verzichten kann, sitzt stattdessen bei „Brot & Bier“ (links) in Keitum und lässt sich das selbst gebraute Craft Beer schmecken. Auch ein schönes Ritual.

Tipkens im Landhaus Severin’s Morsum Kliff

Das klinkerrote, reetgedeckte Gasthaus liegt abgeschieden zwischen Dünen und Wattenmeer mitten im Naturschutzgebiet Morsum Kliff. So exklusiv wie die Lage sind auch die Gerichte im Restaurant „Tipken’s“, wo Fine Dining auf eine entspannte Weise zelebriert wird. Das kreative Küchenteam legt Wert auf regionale Produkte und gibt bekannten Klassikern einen neuen Dreh. Schönstes Beispiel: Nordsee-Steinbutt auf Sepiarisotto, Pulpo, Fenchel-Confit und Beurre Blanc. Am Tipkenhoog 18, Keitum,

VENEDIG

Wenn der Nebel sich wie ein klammes Tuch über die Lagune legt, beginnt die Zeit der melancholischen Gemütlichkeit. In den Tagen vor Weihnachten gehört die Stadt wieder den Einheimischen. Die Touristenströme sind verebbt, die Kreuzfahrtriesen, die sich sonst am Zattere-Ufer entlangschieben, sind in sonnigeren Gefilden unterwegs. Auf den Kanälen hört man das Stampfen der Vaporetti – nun sind die Wasserbusse wieder der öffentliche Nahverkehr der Locals; auf dem Fischmarkt am Rialto feilschen Hausfrauen mit den Händlern um den besten Sepia für ihre Spaghetti nero. Wer den Alltag der Venezianer hautnah erleben will, sollte in der Dämmerung in ein Bacaro einkehren. In den kleinen Weinkneipen trinkt man nach der Arbeit einen Ombre (Schatten), ein 0,1-l-Glas Wein, und nascht dazu ein paar Cicchetti: Häppchen mit Stockfischpaste oder Polenta. Und nicht wundern, wenn der Typ neben einem zum Nadelstreifenanzug Gummistiefel trägt: Wahrscheinlich ist mal wieder Acqua alta, Hochwasser. Darauf noch ein Gläschen Lugana, per favore.

Venissa

Venedigs wilde Schwester ist die Insel Mazzorbo. Hier beschloss die Winzerfamilie Bisol, nicht nur die Weinproduktion wiederzubeleben, sondern auch einen einzigartigen Gemüse- und Obstgarten anzulegen — bald folgten Restaurant und Osteria. Mit ihren Gerichten bringen die beiden Küchenchefs Chiara Pavan (oben links im Bild) und Francesco Brutto den Geschmack der Insel auf den Teller, ein Favorit der Gäste sind die grünen Gnocchi. Fondamenta Santa Caterina 3, Mazzorbo,

Osteria Da Codroma

Leibspeisen der Venezianer sind Fisch und Krustentiere in allen köstlichen Spielarten. Nicola Bettina, Besitzer der geschichtsträchtigen „Osteria Da Codroma“, bereitet viele davon nach alten Rezepten zu. Etwa das schneeweiße Stockfischpüree, eingelegte Sardinen und Pulpo in Olivenöl, getoppt mit geröstetem Brot. Dorsoduro 2540, Fondamenta Briati, Venedig 

Gastrobar Blind

Für das Hotel „Torel Palace“ wurde ein Herrenhaus mustergültig renoviert. Die Zimmer sind hell und gemütlich, viele bieten sensationelle Ausblicke auf die Altstadt oder auf den Innenhof mit Pool. Hier können auch Nicht-Hotelgäste Platz nehmen und sich auf die Gerichte der Küchenchefin Rita Magro freuen. Zu den Highlights zählen die Fischteller — Bacalhau, also Stockfisch, gibt es hier auch. Er kommt als Eintopf aus der Küche. Ebenfalls unbedingt probieren sollten Sie die karamellisierte Banane (Foto). Rua de Entreparedes 42,

PORTO 

Um es vorwegzunehmen: Der Traum, den Sommer durch ein paar Sonnenstunden auf einer Café-Terrasse zu verlängern, wird in Porto selten wahr, denn der atlantische Wind pfeift hier kalt. Doch genau das ist das Wunderbare. So hat man endlich mal die Muße, der Schönen am Douro intensiver in die Augen zu schauen. Allein der Bahnhof Porto São Bento, durch den man sonst eher hetzt, gehört studiert. An den Wänden des alten Klosters wird die Stadtgeschichte anhand der blauen Azulejo-Kacheln nacherzählt. Mit einem Galão to go geht es nun in aller Ruhe zum Shopping-Bummel, für den es im Sommer zu heiß ist. Porto ist voller kleiner Designshops – da muss sich die große Schwester Lissabon warm anziehen. Von „Ó! Galeria“ bis „Coração de Alecrim“: Weihnachtseinkäufe auf die individuelle Art. Ein Highlight für stylishe Retro-Produkte ist „A Vida Portuguesa“. Wenn danach die Ponte Dom Luís I in der Winterdämmerung dank unzähliger Leuchten adventlich funkelt, hat man sogar noch einen Paris-Moment: Das Wahrzeichen Portos wurde von einem Schüler Gustave Eiffels entworfen.

L’avant Port 

Rund um das pittoreske Hafenbecken von Saint-Martin-de-Ré reiht sich ein nettes Restaurant ans nächste. Wir empfehlen dieses zauberhafte Bistro: Hier kommen Meeresfrüchte und Co. direkt vom Fischerboot und sind zudem so hübsch angerichtet, dass es das idyllische Panorama dagegen definitiv schwer hat. Quai Daniel Rivaille 8, Saint-Martin-de-Ré,

ÎLE DE RÉ

Das „Sylt Frankreichs“ soll das sein? Ja, und wo bitte sind dann all die Porsches und Camp-David-Westen? Nun muss man wissen: Frankreichs schönste Atlantikinsel mag lässiges Understatement. Zwar haben viele reiche Pariser hier ihre Ferienhäuser, doch die mondäne Haltung überlässt man lieber der Côte d’Azur. Auf Ré gondelt man mit dem Hollandrad durchs Naturschutzgebiet Lilleau des Niges, kehrt mittags in den Austernzüchterhütten auf einen Chablis und ein paar Crevetten ein und radelt dann hübsch angedingelt an den Salzfeldern vorbei wieder nach Hause. Links und rechts die typischen weißen Häuschen mit Fensterläden in den Farben des Meeres: graugrün, graublau, grau. Unaufgeregt schön wie Natur und Stille. Selbst in der Inselhauptstadt St. Martin keine Schlangen vor den Geschäften. Noch ein Blick in den tollen Interior-Laden „Migration“ am Hafen und dann rauf aufs Rad und retour. Salzluft und der Duft der Pinien wehen vorbei, ein Reiher stakst übers Feld. Das ist Winter auf der Ile de Ré. Nicht mehr und nicht weniger.

Le Clos Saint-Martin

Zuerst ein wenig in den hellen, eleganten Zimmern verweilen? Tea Time in der Orangerie (Bild)? Oder gleich ins Spa? Zum Glück dürfte es jetzt zu kalt für die Outdoor-Pools sein, die in einem französischen Landhausgarten warten. Das Resort am Rande der Hauptstadt ist genauso unaufgeregt schön wie die Insel selbst. Cours Pasteur 87, Saint-Martin de Ré,

Restaurant Kindling 

Saisonales Soulfood, viele vegetarische Gerichte, aber auch Fleisch und Fisch von nachhaltig arbeitenden Produzenten stehen auf der Karte — und über allem schwebt immer der Duft von Kräutern. East Street 69,

Terre à terre

Ein elegantes und landesweit geschätztes vegetarisches Restaurant, das viele Küchen der Welt auf den Tisch bringt und jeder eine eigene raffinierte Note verleiht. Der vegane, heiß servierte Ingwerpudding mit einer Kugel Hafereis (Foto) macht auch Skeptiker glücklich und zufrieden. East Street 71,

BRIGH TON

Auch wenn das „kleine London am Meer“ zum Winter hin ein wenig melancholisch wird – mit heiseren Möwenschreien über den bunten Badekabinen an der Promenade und Raureif auf dem rostigen Gerüst des abgebrannten West Piers –, überwiegt die Freude der Brightoner am bunten Leben. Hier trifft man zu jeder Saison auf eine große Portion Exzentrik und Kreativität. Die zauberhaften „Lanes“, kleine Fußgängerzonen mit zahlreichen Boutiquen und Cafés, in denen riesige Stücke Sponge Cake in allen Farben des Regenbogens serviert werden, sind zwar jetzt nicht so trubelig wie im Sommer. Doch am 21. Dezember verabschiedet das charmante Städtchen am Ärmelkanal die langen Winternächte mit dem „Burning the Clocks“-Festival: das Sonnenwendfest, an dem seit 1993 Papierund Weidenlaternen in Uhrform verbrannt werden. Am Ende der Veranstaltung wird am Brighton Beach dann ein großes Freudenfeuer angezündet. Mitfeiern und hinterher noch auf einen Drink in einen der vielen Pubs ziehen – ein Promenadenbummel gen Nachbargemeinde Hove verscheucht den Kater am nächsten Tag.

The Flint house

Ob für einen kleinen Snack oder ein komplettes Abendessen: Das „Flint House“ hat von Black Pudding mit Pfirsichkompott bis Miso-Makrele mit Fenchel und Granatapfel ganz wunderbare Gerichte im Angebot. Wer danach noch nicht nach Hause gehen mag, wechselt einfach in die Cocktailbar im ersten Stock. 13 Hanningtons Lane,

Restaurant Rigiblick 

Die Köchin Vreni Giger, die als Vorreiterin der regional geprägten Bioküche in der Schweiz gilt, setzt auf erstklassige Grundprodukte. Ihre Gerichte sind von der klassischen französischen Küche geprägt (Genuss-Menü), es gibt aber auch verfeinerte Wirtshausklassiker wie gebratene Kalbsleber mit Röstzwiebeln oder Käsespätzli mit Apfelmus. Germaniastr. 99,

Bauernschänke

Keine Vor-, Zwischen- oder Hauptgerichte. Denn, so das entspannte Motto: „Jeder bestellt genau das, was er oder sie mag.“ Die Bauernschänke soll auf Wunsch des umtriebigen jungen Teams ebenso wie die alte ein Quartiertreff bleiben. Doch auch für Zürich-Besucher ist dieser sympathische Laden eine Entdeckung! Rindermarkt 24,

ZÜRICH

Zürich? Na freilich, da muss man im Sommer hin. Dann ist die Stadt an der Limmat ein einziges feierfreudiges großes Schwimmbad. Die sogenannten Badis (Freibäder) feiern mit eigenen DJs und mittlerweile sehr gutem Club-Food ein rauschendes Sonnenanbetungsfest, und wer die Traute hat, springt einfach in den Fluss und lässt sich entspannt zur nächsten Location treiben. Doch auch im Winter hat Zürich einen ganz besonderen, lässigen Spirit. Die Open-Air-Bar „Frau Gerold“ (Geroldstrasse 23/23a) verwandelt sich dann kurzerhand in ein muckeliges Fondue-Stübchen mit bunten Strickkissen und hoher Hipster-Dichte und der Montagsmarkt zum Design-Shopping-Spaß „Heiliger Bimbam“ (Birchstrasse 150). Das alles natürlich eingebettet in die nostalgische Stadtkulisse und die verschneiten Berggipfel drum herum. Letztere kann man übrigens ganz unkompliziert per S-Bahn ab Hauptbahnhof erreichen, so etwa die Flumserberge oder die Rigi. Damit ist das Gesamtpaket aus kreativer Entdeckungslust und Winterromantik mit Schnee perfekt geschnürt.

Text: Natali Michaely, Claudia Muir