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Naschgarten der Natur


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 32/2021 vom 06.08.2021

Artikelbild für den Artikel "Naschgarten der Natur" aus der Ausgabe 32/2021 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 32/2021

VERFÜHRERISCH Bitte zugreifen! Die Äpfel locken zur Ernte. Je nach Sorte von August bis Oktober

Die Arche Noah für alte Obstsorten

Landauf, landab gedeihen auf unseren Streuobstwiesen über 1200 Apfel-, 1000 Birnen-, 250 Kirsch- und 320 Zwetschgensorten. 2019 gab es eine kleine Sensation, als der verschollen geglaubte Napoleonsapfel in den Elbtalauen wiederentdeckt wurde. Viele Vereine und Initiativen bieten Infos und Mitmachprojekte: von Baumpatenschaften bis zu Erntekollektiven: nabu.de, hoch stamm-deutschland.de, bund.net, dewist.de

Ein Paradies der Artenvielfalt

Ohne Dünger, ohne Pestizide, gemäht wird zweimal im Jahr: Traditionelle ...

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... Obstwiesen mit ihren nährstoffarmen Böden sind sehr Hier fühlt sich der Eremit wohl, ein seltener Käfer. Es sprießen Wilde Möhre, Schafgarbe, Wiesenknopf.

Typische Charakterarten sind Steinkauz und Grünspecht. Auch Rotschwanz, Gartenschläfer, Siebenschläfer, Hermelin und Igel schätzen den mit Insekten und Früchten reich gedeckten Tisch im Schatten der Bäume

Sie heißen Schlotterapfel, Himmelfahrtsbirne oder Blutpf laume. Die Namen klingen verheißungsvoll. Aber die Früchte in hohen alten Obstbäumen haben bisweilen Flecken, Dellen oder schmecken mehr sämig als süß. Dennoch sind sie für Apfelkundler, Naturschützer und Historiker von unschätzbarem Wert. Im Frühjahr 2021 bestätigte die Kultusministerkonferenz Streuobstwiesen als Immaterielles Kulturerbe der Unesco in Deutschland. Denn der Obstbau ist auch eine wichtige Tradition: Zahlreiche Feste, Gedichte und Lieder ranken sich um Blüte, Ernte und regionaltypische Speisen und Getränke wie Äppelwoi oder Viez. Die Kulturform entwickelte sich ab dem 17. Jahrhundert. „Damals lebten viele Menschen als Selbstversorger“, erklärt Michael Tetzlaff, Artenschutzexperte der Deutschen Wildtierstiftung auf Gut Klepelshagen. „Obstwiesen waren typische Nahrungslieferanten für Gutshöfe.“ In den 1960er-Jahren setzte mit dem Siegeszug großer Spalierobstplantagen massiver Flächenfraß ein.

Helfende Hände gesucht!

Streuobstwiesen werden hingegen ohne Dünger und Pestizide bewirtschaftet. „Sie sind nicht rentabel, aber ein wichtiger Genpool für alte Sorten“, so Tetzlaff. Über 3000 historische Sorten wachsen bei uns, viele sind an Mikroklima und Böden einer Region angepasst. Auf Gut Klepelshagen stehen 250 Apfel-, Pf laumen-, Birnen- und Kirschbäume. Schafe beweiden die 3,5 Hektar. „Besucher sind immer wieder erstaunt über die ökologische Vielfalt“, so Tetzlaff. „Fachleute haben bis zu 5000 verschiedene Tiere und Pflanzen auf einer Wiese gezählt. Damit ist die Streuobstwiese das artenreichste Biotop Mitteleuropas.“

Heute wollen viele Menschen wieder wissen, woher ihr Obst kommt. Der Flächenfraß scheint gestoppt. Bundesweit gibt es rund 300.000 Hektar Streuobstwiesen, wobei einige unter dem Klimawandel leiden, vor allem unter Trockenheit. Auch sind helfende Hände gefragt – für Mahd, Ernte und Baumschnitt, der Sachkenntnis erfordert. Wer sich für die „süße“ Form des Ehrenamts interessiert, findet links auf dieser Seite Webadressen.

DAGO WEYCHARDT

DO 19.8. TV-TIPP

12.15 PHOE- NIX

PLAN B: OBST OHNE GIFT MAGAZIN Wenn Natur die Chemie ersetzt. Von Torsten Mehltretter