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NATIONAL: AGIT KABAYELNeue Planspiele


BoxSport - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 04.03.2020

Nach seinem geplatzten US-Debüt wird Agit Kabayel zunächst wieder in Deutschland boxen. Doch sein „ American Dream“ könnte nach einem Sieg gegen einen prominenten Namen sogar noch größer werden.


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Bildquelle: BoxSport, Ausgabe 4/2020

Agit Kabayel hat sein Auge auf Amerika geworfen - auch wenn er im März in der Heimat boxt


AGIT KABAYEL

Geboren am: 23. September 1992 in Leverkusen
Gewichtsklasse: Schwergewicht
Größe: 1,91 Meter
Auslage: normal
Profidebüt: 23. Juni 2011

Mega-Deal! Kabayel unterschreibt mit ESPN und Top Rank“, titelte BOXSPORT Anfang September 2019. Es war eine der Top-Nachrichten im vergangenen Spätsommer und sollte ...

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... Schwergewichtler Agit Kabayel auf die ganz große Boxbühne hieven. Doch in den folgenden Monaten wurde es ruhig um den ehemaligen Europameister in der Königsklasse. Eigentlich sollte Kabayel noch Ende 2019 wieder in den Ring steigen. Dann wurde der 18. Januar als fester Termin für das US-Debüt des Bochumers ins Auge gefasst. Der Plan: Kabayel boxt den Co- Main-Event auf einer Card von Bob Arums Promotion Top Rank in Verona, New York, gegen den Puertoricaner Victor Bisbal. Im Hauptkampf des Abends war ein Spitzenduell im Halbschwergewicht zwischen Ex-Weltmeister Eleider Alvarez und dem harten Puncher Michael Seals angesetzt.

ESPN Plus, der Streaming- Dienst des Sportmediengiganten, übertrug die Veranstaltung. Mit rund 6,6 Millionen Abonnenten hätte man Kabayel hier eine große Plattform für seinen ersten Fight in den Vereinigten Staaten bieten können. Doch nur knapp eine Woche vor dem Termin der Schock: „Agit Kabayel hat das Visum für seinen Kampf am 18. Januar nicht rechtzeitig erhalten“, schrieb USBoxjournalist Dan Rafael Anfang des Jahres. Der Kampf gegen Bisbal konnte nicht stattfinden.

KEIN RINGROST

Ein herber Rückschlag für den Fighter aus dem SES-Stall, der nun seit fast einem Jahr nicht mehr im Ring stand. Doch Kabayel lässt sich nicht unterkriegen. Der 27-Jährige ist ein Kämpfer, sowohl im- wie außerhalb des Rings. „Wenn dein Plan nicht funktioniert, dann ändere deinen Plan, aber niemals dein Ziel“, verkündete er nach der Absage auf seinem Instagram-Kanal. Und dieser neue Plan steht jetzt.

„Da ich nun seit fast einem Jahr nicht geboxt habe, wird mein nächster Kampf doch nochmal in Deutschland stattfinden“, verrät Kabayel gegenüber BOXSPORT. „Am 28. März werde ich gegen Mariusz Wach boxen.“ Der Pole ist deutschen Boxfans vor allem als ehemaliger WMHerausforderer von Wladimir Klitschko bekannt. 2012 war Wach (35-6, 19 K.o.) in Hamburg gegen „Dr. Steelhammer“ zwar klar unterlegen, schaffte es aber über die Runden. Seinen letzten Ringauftritt hatte der 40 Jahre alte 2,02-Meter-Hüne am 7. Dezember, im Vorprogramm des Rematches zwischen Anthony Joshua und Andy Ruiz jr.

„Wach hat zuletzt gegen Dillian Whyte geglänzt und eine richtig starke Leistung gezeigt“, sagt Kabayel. Ein Duell auf europäischem Boden hält er für „einen sehr interessanten Kampf“. Der Fight wird in der Magdeburger Getec-Arena steigen. Die Besonderheit: Der Kampfabend markiert das Box-Comeback der ARD, nach über fünf Jahren heißt es dann wieder „Boxen im Ersten“. „Der Wiedereinstieg der ARD ist ein großer Schritt in die richtige Richtung und eine Riesenchance für uns“, betont Kabayel, der das SES-Event in Magdeburg neben WBA-Interimsweltmeister Dominic Bösel „headlinen“ wird. In den USA wird zudem ESPN live übertragen.

Möglichen „Ringrost“ erwartet der Ex-Europameister trotz seiner langen Ringpause nicht. „Der entsteht nur, wenn man kein Sparring absolviert und nicht wettkampforientiert trainiert“, weiß Kabayel. Das sei bei ihm nicht der Fall. „Bei mir sind nun mehrere Kämpfe hintereinander ausgefallen. Aber ich war immer im Training und habe locker 100 Runden Sparring hinter mir. Das ist kein Problem für mich.“ Zudem seien die Sparringseinheiten des gebürtigen Leverkuseners sowieso zumeist „härter als die Kämpfe“, wie er betont. „Von daher glaube ich nicht, dass ich gegen Wach mit Ringrost zu kämpfen haben werde.“

„WER WILL DAS SEHEN?“

Agit Kabayel ist bereit, endlich wieder die Fäuste im Ring fliegen zu lassen. „Ich hoffe, dass ich Wach überzeugender besiegen kann, als es Whyte im Dezember gelang. Damit die Deutschen merken, dass wir hier jede Menge Potenzial haben und dass Boxen in Deutschland alles andere als tot ist“, so der SES-Fighter. Er bekomme in letzter Zeit häufiger mit, dass viele deutsche Fans ganz heiß auf ein Duell zwischen Arthur Abraham und Felix Sturm sind. Ein Umstand, der Unverständnis beim Bochumer hervorruft. „Wer will das sehen? Wenn man mal ehrlich ist, dann boxen da zwei alte Herren gegeneinander. Wir sind die nächste Generation und wir sollten mehr Support bekommen“, stellt Kabayel klar.

Doch eine Frage bleibt noch offen: Wie ist es um das US-Debüt des deutschen Hoffnungsträgers bestellt? „Damit rechne ich erst im Spätsommer, vielleicht im August“, erklärt Kabayel. Klar ist, dass es von Seiten seines Co-Promoters Top Rank für die Zukunft nicht an potenziellen Gegnern mangeln wird. Neben Superstar Tyson Fury hat der Stall von Bob Arum auch die ehemaligen WM-Herausforderer Bryant Jennings, Carlos Takam und Kubrat Pulev unter Vertrag. Dazu kam im Januar die Neuverpflichtung von Dopingsünder Jarrell „Big Baby“ Miller.

„Wenn ich Wach schlage, dann könnte Miller durchaus ein möglicher Gegner für mich sein, vielleicht sogar in einem Eliminator. Ich hoffe natürlich, dass Miller dann sauber ist“, betont Kabayel. Ansonsten sei auch ein IBF-Eliminator gegen den Polen Adam Kownacki, der bei Al Haymons Premier Boxing Champions (PBC) unter Vertrag steht, denkbar, „wenn wir beide unsere nächsten Kämpfe gewinnen“. Eines ist bei Agit Kabayel aber gewiss: Auch durch Rückschläge lässt er sich nicht aus der Bahn werfen und verfolgt sein Ziel mit eisernem Willen: der erste deutsche Schwergewichtsweltmeister seit Max Schmeling zu werden.

In seinem bisher letzten Kampf verteidigte Kabayel (r.) seinen EM-Titel gegen Andriy Rudenko (r.), legte den Gürtel aber danach nieder


Fotos: imago images/ Christian Schroedter (1), Andreas Kerschgens (1)