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National: ClubFokus


FFussball Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 07.05.2020

Nach den Anfängen bei Victoria Gersten hofft man jetzt beim SV Meppen auf den Aufstieg in die Frauen-Bundesliga.


Meppens großer Traum

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Bildquelle: FFussball Magazin, Ausgabe 3/2020

Der Fußball im Emsland boomt: Während die Herrenmannschaft des SV Meppen im Jahr 2017 nach einer spannenden Relegation im Elfmeterschießen gegen Waldhof Mannheim den Aufstieg in die 3. Liga perfekt machte, spielt die Frauenmannschaft des SVM in der 2. Bundesliga schon seit Längerem im Konzert der Großen mit. Nur ein Punkt hatte am Ende der Saison 2018/19 gefehlt, um den Gang ins Oberhaus des deutschen Frauenfußballs anzugehen. Auch in dieser Saison spielt die Mannschaft von ...

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... Trainer Theodoros Dedes ganz oben mit.

Der Grundstock wurde allerdings rund 22 Kilometer von Meppen entfernt gelegt. Genauer gesagt beim 1947 gegründeten SV Victoria Gersten. Im Jahr 1993 feierte die Frauenmannschaft der Victoria den Aufstieg in die damals zweitklassige Oberliga Nord. Sieben Jahre später stand man vor dem größten Sprung der Vereinsgeschichte. Nach einer starken Saison und der damit einhergegangenen Vizemeisterschaft standen die Gerstenerinnen in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga. Dort reichte es allerdings nur zu einem einzigen Punktgewinn gegen den Hamburger SV (1:1). In der bis dahin zur Regionalliga reformierten Spielklasse zählte Victoria über die kommenden Jahre zu den Topteams. Meisterschaften und Vizemeisterschaften wechselten sich ab – aber die Bundesliga blieb dem Team aus dem Emsland verwehrt. Nach der Meisterschaft im Jahr 2004 wurde gänzlich auf die Aufstiegsrunde verzichtet. Im Sommer darauf zählte Victoria Gersten dann zu den Gründungsmitgliedern der 2. Frauen-Bundesliga Nord.

Langezeit Meppens Heimspielstätte der Männer und Frauen: Die Hänsch- Arena wurde 1924 eingeweiht und ermöglicht seit 1996 eine fernsehgerechte Austragung internationaler Pflichtspiele unter Flutlicht.


Jahrzehnte lang erfolgreich: Schon der Vorgänger Victoria Gersten wäre fast in der Bundesliga gelandet.

Meppens Frauenfußball geht aus dem 1947 gegründeten SV Victoria Gersten hervor. Vor 20 Jahren spielte der Verein mehrmals um den Bundesliga-Aufstieg, scheiterte aber stets in der Aufstiegsrunde. 2004 gehörten die Gerstenerinnen zu den Gründungsmitgliedern der 2. Bundesliga Nord. Sechs Jahre später trat die Frauenfußballabteilung dem SV Meppen bei. Eine angedachte Spielgemeinschaft wurde verworfen, da der DFB dies in der 2. Liga nicht zulässt. Während die erste Mannschaft für Meppen aufläuft, bleiben alle anderen Mannschaften in Gersten. 2013 verzichtete der Verein aus finanziellen Gründen auf eine Bundesliga- Lizenz. Sieben Jahre später ist man in Meppen nun bereit fürs Oberhaus.

Duell um den Aufstieg: Meppens Thea Fullenkamp (l.) und Lisa-Marie Weiss im Zweikampf mit 34 National mit Bremens Torjägerin Selina Cerci.


Obwohl man finanziell schwächer als viele andere Vereine aufgestellt war, etablierte sich Victoria nicht nur im Mittelfeld der Tabelle, sondern belegte in der Saison 2009/10 den dritten Platz hinter dem Herforder SV und der Reserve von Turbine Potsdam.

Den wohl größten Einfluss beim Aufbau der Frauenabteilung zu dieser Zeit hatten Trainerin Maria Reisinger und Heinz Speet. Sie waren es auch, die sich an den SV Meppen wandten, um im Bereich der Infrastruktur und Organisation noch besser aufgestellt zu sein. Beim SVM rannte man mit der Idee, eine Frauenabteilung aufzubauen, offene Türen ein. Um also die wachsenden Anforderungen zu bewältigen, trat die Frauenmannschaft zur Saison 2010/11 dem SV Meppen bei. Eine Spielgemeinschaft aus Victoria Gersten und dem SVM wurde vom Deutschen Fußball Bund ausgeschlossen. Während Reisinger heute das Amt der Sportlichen Leiterin innehat, ist Speet Vorstand der Frauenabteilung beim SVM. „Es gibt keine andere Person, die den Frauenfußball im Nordwesten Deutschlands so geprägt hat wie Maria Reisinger. Und das auch noch neben ihrer Arbeit. Da kann man einfach nur den Hut ziehen“, betont der heutige Meppen-Trainer Theodoros Dedes, der sein Amt gemeinsam mit Roger Müller und der Co-Trainerin Katharina Börger ausübt. „Auch durch ihr Engagement beim NFV und beim DFB hat Sie viele Talente gefördert und Ideen angestoßen.“ Ein weiterer wichtiger Punkt war zudem die Eingliederung der Jugendabteilung in das Jugendleistungszentrum Emsland, das beim SV Meppen seinen Sitz hat, um eine stärkere Förderung zu gewährleisten. So spielt die B-Jugend des SVM bereits seit einigen Jahren in der B-Juniorinnen Bundesliga Nord/Nordost äußerst erfolgreich mit. In der Saison 2012/13 spielte der SV Meppen in der 2. Bundesliga Nord lange oben mit, gab allerdings bekannt, auf die Bundesliga-Lizenz aus finanziellen Gründen zu verzichten. Um diesen Traum jedoch eines Tages wahr werden zu lassen, wurde die Frauenabteilung mehr und mehr professionalisiert.

Während in der vergangenen Saison nur ein Punkt für den Aufstieg fehlte, stehen die Meppenerinnen in dieser Spielzeit auf dem vierten Rang. Da die zweiten Mannschaften vom VfL Wolfsburg und der TSG Hoffenheim nicht aufsteigen dürfen, würde der SVM gemeinsam mit Spitzenreiter Werder Bremen in Liga eins gehen. Aufgrund der Corona- Krise müssen aber alle Teams abwarten, wie es in den nächsten Wochen und Monaten weitergeht. „Ich würde gerne die letzten Spiele noch mitnehmen“, sagt Dedes und hofft auf eine Fortsetzung der Saison und gleichzeitig eine faire Lösung.

Der SVM musste im vergangenen Sommer die Abgänge von Elisa Senß (SGS Essen) und Jalila Dalaf (USV Jena) hinnehmen. Das Team wurde verjüngt. „Dass wir wieder so gut mitspielen, haben nicht alle geglaubt. Wir haben ja auch ein neues Trainerteam“, so Dedes, der im Sommer als Trainer der B-Juniorinnen zur Frauenmannschaft stieß. Zuvor trug Roger Müller alleine die Verantwortung. „Wir haben uns natürlich einige Ausrutscher erlaubt, aber das hat eben auch mit Erfahrung zu tun“, berichtet der Coach, der unter anderem das 0:8 bei der Reservemannschaft vom 1. FFC Frankfurt anspricht. „Sollte die Saison weitergehen, nehmen wir den Aufstiegskampf an. Sollten wir aufsteigen, ohne weiterzuspielen, bin ich der Meinung, dass wir mit einigen Verstärkungen die Bundesliga auch halten können.“ Die erste Verstärkung kam bereits mit der Rückkehr von Dalaf im Winter. „Sie ist gemeinsam mit unserer Kapitänin Sarah Schulte und Lisa-Marie Weiss eine Führungsspielerin. Sie gehen vorne weg und ziehen die jüngeren Mitspielerinnen mit.“

Für Dedes liegt die Entwicklung von daher auch weniger im sportlichen Bereich. „Viele sagen, dass wir gemeinsam mit Werder Bremen den besten Fußball in der 2. Bundesliga spielen. Auch in den Testspielen gegen Bundesligisten oder Twente Enschede haben wir teilweise sehr gut ausgesehen.“ Dedes spricht vor allem den mentalen Bereich an. „Da müssen wir mehr Konstanz aufbauen. Es geht darum, dass jede einzelne Spielerin besser mit Drucksituationen umgehen kann. Da sehe ich einen größeren Bedarf als im Sportlichen.“ Beim SVM trainieren die Spielerinnen mit einem Tracking-System, das dem Trainerteam viele Daten liefert, um das Training optimal für die jeweilige Spielerin zu erstellen – auch im Athletikbereich. Gleichzeitig fordert Dedes eine professionelle Einstellung seiner Spielerinnen. „Der Verein und die Trainer wollen immer die höchste Qualität anbieten, aber in der 1. Liga müssen auch die Spielerinnen eine komplett professionelle Mentalität und Einstellung an den Tag legen. Dabei geht es vor allem auch um das Essen und Schlafen. Ich nenne es „unsichtbares Training“. Es geht um die Frage: Wie lebe ich, um am Ende der Woche die beste Leistung zu bringen?“ Aber auch die Werte, die der SV Meppen vermittelt, will Dedes an seine Spielerinnen weitergeben: „Jeder packt an. Wir spielen füreinander. Wir sind eine Gemeinschaft.“ Diese Philosophie trägt auch der Partnerverein SV Union Meppen, auf deren Gelände die SVM-Frauen seit kurzem ihre Heimspiele austragen, mit. Die Hänsch-Arena des SV Meppen erschien einfach als zu groß. Gegen die Topteams aus der Bundesliga dürfte aber sicherlich wieder auf das ehemalige Emslandstadion ausgewichen werden. Allerdings ist auch die Sportstätte im Meppener Ortsteil Esterfeld ein wahrer Hingucker. Erst im September 2019 weihte Union Meppen die für 3,8 Millionen Euro erbaute Anlage ein.

Ein kleiner Dorn im Auge des Trainers ist die teilweise große Entfernung der Spielerinnen zum Trainingsort. Aufgrund der teilweise langen Distanzen muss er das Training flexibel gestalten. „Wenn mehr Spielerinnen in der Nähe wohnen, können wir auch mehr trainieren. Es müssen jetzt aber nicht alle nach Meppen ziehen. Sie sollen ja auch ihre Ausbildung oder ihr Studium durchziehen.“ Aufgrund der Corona-Krise sei aber derzeit eh nicht an Training zu denken. Alle Sportplätze im Emsland sind gesperrt. „Jeder versucht sich während der Kurzarbeit selber zu motivieren. Aber das ist natürlich nicht leicht. Fußball ist nun mal eine Mannschaftssportart.“

Henning Harlacher

UNION MEPPEN

Das ist Meppens neue sportliche Heimat

Wie der Esterfelder Sportpark zwei Vereine zusammenbringt.

Als die Gründerväter des SV Union Meppen am 17. Mai 1947 im Saal Kamp den Verein aus der Taufe hoben, war an ein eigenes Stadion noch nicht zu denken. Im Zentrum des Interesses stand zum damaligen Zeitpunkt allein der Sport. Und so lautete auch das Motto zu jener Zeit: „Der Sinn des Sports liegt nicht im Siegen, sondern im Teilnehmen; nicht zu erobern, sondern ritterlich zu kämpfen.“

Für ihre Spiele mussten die Unioner damals ins städtische Hindenburgstadion ausweichen. Der Wunsch nach einem eigenen Spielfeld erfüllte sich erst 1954, als nach großen Bemühungen und einer Vielzahl an Eigenleistungen an der Stelle des heutigen Waldstadions eine erste Spielfläche errichtet werden konnte. Diese stieß jedoch nach kurzer Zeit bereits an ihre Kapazitätsgrenze und so wurde im Jahr 1966 das um zwei Nebenplätze erweiterte und aufgewertete Waldstadion feierlich eröffnet. Über 50 Jahre diente es als Heimat des SV Union und zentraler Anlaufpunkt des ganzen Stadtteils.

Als sich städtische und vereinseigene Gremien 2015 zusammensetzten, entstand schnell die Idee, statt einer umfangreichen Sanierung am alten Standort, einen Neubau an der Versener Straße zu errichten. Dieser ist eine „Win- Win“-Situation für Esterfeld. Die Sportler des SV Union Meppen erhalten eine neue Heimstätte, der stetig wachsende Stadtteil weiteres Bauland in zentraler Lage und den Sportfans wird schließlich gar Zweitliga-Frauenfußball vom Partnerverein geboten. Das neue Sportgelände umfasst ca. 54.000 Quadratmeter. Es entstand ein neuer Hauptplatz mit Tribüne, die an das Funktions- und Sanitärgebäude anschließt. Ein Kunstrasenplatz und 2 weitere Rasenspielfelder gehören ebenso dazu wie ein Beachvolleyball- und ein Basketballfeld.

Quelle: Der Meppener

FF USV JENA

Jena vor Blitz- Hochzeit im Sommer

Schon im Sommer könnte der FC Carl Zeiss das FF-Spielrecht übernehmen.

Erst der Flirt, dann das erste gemeinsame Date (Übernahme der Dritten Mannschaft des FF USV durch den Nachbarverein 2017) und nun die Hochzeit? Männer-Drittligist FC Carl Zeiss Jena und Frauen- Bundesligist FF USV Jena kooperieren schon seit Längerem miteinander. Beide Klubs haben mit dem Abbe-Sportfeld die gleiche Spielstätte, teilen sich das wichtige Nachwuchsleistungszentrum und haben im Belgier Roland Duchâtelet einen gemeinsamen Geldgeber. Nun sollen die Frauen des Universitätssportvereins komplett in den großen Nachbarn übergehen – unter dem Dach des FC Carl Zeiss sollen die Kräfte nun gebündelt werden. Der Grundstein des möglichen Zusammenschlusses wurde damit gelegt, dass beide Vereine beim DFB die Lizenz für die 1. und 2. Frauen-Bundesliga beantragt haben. Jetzt könnte alles ganz schnell gehen: Bei einem Zusammenschluss könnte der FCC schon im Sommer das Spielrecht des FF USV erhalten. Der Ball liegt nun in Frankfurt beim DFB, dessen Zustimmung im Lizenzierungsund Zulassungsverfahren maßgeblich für die nächsten Schritte ist. Die Entscheidung des DFB steht noch aus.

VFL WOLFSBURG

Der Rekord-Poker hat begonnen: Auch Harder im Sommer zu Chelsea?

Pernille Harder spielt seit 2017 in Wolfsburg. Nun steht die Dänin offenbar vor dem Absprung.


Sie gehört zu den besten Spielerinnen der Bundesliga und ist aus dem Wolfsburger Offensivspiel nicht wegzudenken. Pernille Harder ist eine von wenigen internationalen Weltstars im deutschen Frauenfußball, doch auch die dänische Nationalspielerin könnte bald in England spielen. Ihren Vertrag beim deutschen Meister hat sie vor einem Jahr bis 2021 verlängert, aber dennoch ist ihre Zukunft in Wolfsburg fraglich. Denn mit Chelsea und Manchester United buhlen gleich zwei englische Top-Klubs um die Dänin!

Hinter den Kulissen soll der Poker um Harders Zukunft längst begonnen haben. Meldungen aus England, nach denen die 27-Jährige eine Ausstiegsklausel in ihrem VfL-Vertrag hat, bleiben unbestätigt. „Zu Vertragsinhalten äußern wir uns nicht“, so Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen gegenüber der Wolfsburger Allgemeinen.

Nach Informationen des Sportbuzzer hat Chelsea in der Personalie Harder bereits Kontakt zum VfL aufgenommen und soll bereit sein, rund 300.000 Euro Ablöse zu bezahlen – dies wäre eine neue Rekordsumme für Vereinswechsel im Frauenfußball. Dem VfL droht damit nach Sara Björk Gunnarsdóttir und Noelle Maritz (Verträge laufen aus) bereits der dritte Abgang einer Leistungsträgerin.

1. FC KÖLN

Der FC macht nun Ernst

Während Fußballdeutschland in Zeiten der Coronakrise stillsteht, basteln die Verantwortlichen des 1. FC Köln weiter an ihren Kader für die Zukunft. Zunächst gab der Aufsteiger die Verpflichtung der 24-jährigen Offensivspielerin Sharon Beck bekannt, dann folgte mit Lena Lotzen der nächste hochkarätige Neuzugang. Ein weiterer Coup, der den Kölnern gelungen ist und der beweist, dass man den Frauenfußball mittlerweile nach jahrelanger stiefmütterlicher Behandlung ernst nimmt im Verein und nachhaltige Strukturen schaffen möchte.

Beim FC hat man damit zwei starke Ausrufezeichen in Richtung Bundesliga- Konkurrenz gesetzt. Schon im vergangenen Sommer hatten die Verantwortlichen der Frauenabteilung Unterstützung signalisiert, um in dieser Saison erstmals die Klasse in der Bundesliga halten zu können.

BAYERN MÜNCHEN

Leupolz-Abgang im Sommer: Folgt nun ein Top-Transfer?

Jordyn Huitema (hier während der U20-WM 2018) war 2017 U17-Spielerin des Jahres in Kanada.


Die Bayern verlieren zum Saisonende ihre Spielführerin Melanie Leupolz. Wie der Bundesligist im März mitteilte, wechselt die 25 Jahre alte Nationalspielerin zum FC Chelsea nach London. Die Mittelfeldspielerin war vor sechs Jahren zum FC Bayern gekommen und hatte mit der Mannschaft in ihrer ersten Saison die erste Meisterschaft seit 39 Jahren nach München geholt. Auf der Suche nach adäquatem Ersatz könnte der FCB erneut in der Bundesliga fündig werden. Für die 22-jährige TSG-Mittelfeldspielerin Isabella Hartig wäre ein Wechsel zu den Bayern ein logischer Schritt. Ebenfalls denkbar wäre ein Transfer von Essens Marina Hegering an die Isar. Sie könnte Teamkollegin Lea Schüller nach München folgen und bei den Bayern an der Seite von Ex-SGS-Spielmacherin Linda Dallmann auflaufen.

Insgeheim wünschen wir uns doch aber alle einen internationalen Top-Transfer für die Liga – nachdem Leupolz, Naomoto, Riley oder Gunnarsdottir die Liga verlassen haben bzw. werden. Vielleicht findet doch noch Offensiv- Allrounderin Jordyn Huitema den Weg nach München – und damit an die Seite ihres Ehemannes Alphonso Davies, der ebenfalls kanadischer Nationalspieler ist. Top-Einkäufe, wie sie der FC Chelsea derzeit tätigt, scheinen in Deutschland aber nicht machbar zu sein.

TURBINE POTSDAM

Auszeit während der Auszeit

Nationalspielerin Anna Gasper wird in dieser Saison nicht mehr für Turbine Potsdam spielen – wenn denn auf Grund der Corona- Krise überhaupt noch einmal gespielt wird. Wie der Bundesligist Anfang März mitteilte, wird die 23 Jahre alte Außenspielerin bis zum Sommer aus persönlichen Gründen eine Auszeit erhalten. In dieser Zeit hält sich Gasper in ihrem privaten Umfeld auf und wird sich individuell und eigenverantwortlich fit halten. Turbine steht im Kontakt mit der Spielerin und deren Berater, um die Vorgehensweise einer angestrebten Wiedereingliederung in den Trainingsbetrieb für die Spielzeit 2020/21 abzustimmen.

Gasper stand seit der Winterpause nicht mehr im Kader von Turbine. Im Sommer 2019 verlängerte die gebürtige Kölnerin ihren Vertrag in Potsdam um drei Jahre bis Juni 2022.

BAYER 04 LEVERKUSEN

Video-Challenges: Das Training in Corona-Zeiten

Die Bayer-Frauen nutzen die Zwangspause, um sich per Video- „Challenge“ fit zu halten und auch Trainer Achim Feifel weigert sich, die Einschränkungen für ihn und seine Schützlinge als Problem zu werten. So überrascht er seine Spielerinnen neben dem konditionellen Programm immer wieder mit individuellen Einheiten und regelmäßigen Challenges: Zuletzt mussten die Spielerinnen etwa daheim ein 50 mal 50 Zentimeter großes Quadrat auf dem Boden abkleben, in dem es dann galt, in drei Varianten den Ball bis auf Kniehöhe zu jonglieren. Jeweils eine Minute galt es so, möglichst viele Ballkontakte zu erreichen. Zeit hatten die Leverkusenerinnen dazu den ganzen Tag bis 21 Uhr. „Und diese Zeit haben sie auch ausgenutzt. Die letzte halbe Stunde ist das Netz fast zusammengebrochen, weil so viele Videos kamen“, sagt der Trainer schmunzelnd. Er muss nun die Videos sichten, um dann eine Siegerin zu küren.

Sechste Auflage des WDFV-FrauenÜ 35-Turniers

Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) richtet am 27. Juni ein Qualifikationsturnier für den DFB-Ü 35-Frauen-Cup aus. Der Erstplatzierte und der Zweitplatzierte des WDFV-Turniers qualifizieren sich direkt für den nationalen Vergleich, der am 26. und 27. September 2020 in Berlin stattfinden wird. Hier nehmen auf Einladung des DFB die Siegermannschaften aus den fünf Regionalverbänden des DFB sowie eine zusätzliche Mannschaft aus dem Westdeutschen Fußballverband teil (insgesamt sechs Mannschaften).

Das Turnier steigt im Rahmen des FVN „Festival des Breitenfußballs“ auf der Platzanlage des FC Büderich (Meerbusch, Rhein-Kreis Neuss) unter Vorbehalt. Eine Absage aufgrund der Corona-Pandemie gab es bis Redaktionsschluss noch nicht.

Das Bewerbungsformular kann via QR-Code-Scan heruntergeladen werden.

Info

Künftig sind virtuelle Mitgliederversammlungen möglich, zu denen sich Vorstand und Mitglieder zusammenschalten können. Bisher konnten dies nur die Vereine wirksam tun, die dies in ihrer Satzung geregelt haben. Die neuen Regelungen sollen auch Vereinen, die keine entsprechenden Satzungsbestimmungen haben, ermöglichen, ihre Mitgliederversammlungen so abzuhalten.

Mitgliederversammlungen: Ausnahmen für 2020

Die Bundesregierung plant Erleichterungen im Hinblick auf Beschlussfassungen außerhalb von Präsenzversammlungen, um die Handlungsfähigkeit von Vereinen sicherzustellen und wichtige unaufschiebbare Beschlüsse zu ermöglichen. Ein Gesetzesentwurf zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie sieht vor, dass der Vorstand auch ohne Satzungsgrundlage es den Mitgliedern ermöglichen können soll, an der Mitgliederversammlung ohne Anwesenheit am Versammlungsort teilzunehmen und die Mitgliederrechte im Wege der elektronischen Kommunikation (z.B. per E-Mail oder Telefax) auszuüben. Es soll ebenfalls möglich sein, die Stimme vor der Durchführung der Mitgliederversammlung schriftlich abzugeben. Außerdem soll es möglich sein, einen Beschluss der Mitglieder ohne Versammlung fassen zu können. Voraussetzung hierfür soll sein, dass alle Mitglieder beteiligt wurden, bis zu dem vom Verein gesetzten Termin mindestens die Hälfte der Mitglieder ihre Stimmen in Textform abgegeben haben und der Beschluss mit der erforderlichen Mehrheit gefasst wurde. Die Regelungen wurden Ende März durch Bundestag und Bundesrat beschlossen und sollen nur für Mitgliederversammlungen gelten, die im Jahr 2020 stattfinden.

Dresdner Saxony Cup wurde abgesagt

Der für den 27. Juni 2020 geplante Saxony Cup wurde in Anbetracht der derzeitigen Situation rund um das Coronavirus abgesagt. „Die Entscheidung ist uns äußerst schwer gefallen, hat sich das Turnier in den letzten Jahren doch zu einem absoluten Höhepunkt der Dresdner Fußball-Saison entwickelt“, heißt es von Seiten des Dresdner Verbandes. Das Turnier hat als Begegnungsstätte für Kinder- und Jugendliche aus den verschiedensten Teilen Deutschlands, Tschechiens und Polens einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Nachwuchsfußballs geleistet. Alle Mannschaften, die bereits ihre Startgebühr bezahlt haben, erhalten selbstverständlich ihr Geld zurück.

Trainerwechsel im Hessenligateam

Berufsbedingt verlässt die bisherige Trainerin der zweiten Frauenmannschaft, Gritt Bröning, Eintracht Frankfurt in Richtung Schweiz und wird künftig bei der UEFA in Nyon eine neue berufliche Aufgabe übernehmen.

Nach dem Aufstieg mit der zweiten Frauenmannschaft in die Hessenliga führte die 26-jährige Trainerin das Aufsteigerteam bis zur Winterpause auf einen sicheren Mittelfeldplatz. „Es ist schade, dass uns Gritt verlässt. Sie ist eine junge talentierte Trainerin. Sie hat in den vergangenen zwei Jahren erfolgreich mit unseren Frauenteams gearbeitet. Ich wünsche ihr bei der neuen beruflichen Herausforderung bei der UEFA viel Erfolg“, so Ottmar Ulrich, Abteilungsleiter Fußball. Das Hessenligateam übernimmt Andreas Arr-You. Der 48-jährige Trainer hat bisher die Eintracht-Torhüterinnen trainiert und ist nun zusätzlich für die Zweite Mannschaft verantwortlich.

Im Sommer wird Eintracht Frankfurt zudem den großen Nachbarn aus dem Frauenfußball, 1. FFC Frankfurt übernehmen. Für die genaue Eingliederung des FFC wird zeitnah ein gemeinsames Konzept bekanntgegeben.


Fotos: imago, foto2press, Canada Soccer

Fotos: WDFV, Archiv