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NATUR: Auf STREIFZUG


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HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 24/2019 vom 07.06.2019

Wenn in ihrem Refugium in Botsuana Dürre herrscht, brechen die Zebras zu einer 18 gefahrvollen Wanderung auf


Artikelbild für den Artikel "NATUR: Auf STREIFZUG" aus der Ausgabe 24/2019 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 24/2019

GRUPPENREISEAm Traumziel Okavango-Delta wartet üppiges Grün auf die Tiere


TODESFALLELöwen wittern ihre Chance und treiben Zebras am Zaun in die Enge


Sie folgen dem Ruf des Wassers. Extreme Dürre kann den Makgadikgadi-Pans-Nationalpark monatelang heimsuchen, dann ...

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... brechen die Zebras auf – zu den grünen Weiden im Okavango-Delta. Eine Doku (siehe TV-Tipp) begleitet sie auf der abenteuerlichen Reise. „Big Nothing“ wird die öde Landschaft Makgadikgadi im Nordosten Botsuanas genannt: das große Nichts. Nur von November bis März, wenn Regen fällt, finden die Grasfresser dort genügend Nahrung. Kein Paradies, aber eine sichere Zuflucht: Das Gebiet des Nationalparks ist aufgrund des Wassermangels nie besiedelt worden. Ein letztes Mal stärken sich die Tiere mit dem mineralreichen Gras der Salzflächen, dann sammeln sie sich zu riesigen Herden. Zebras leben sonst in kleinen Familienverbänden. Die bestehen aus einem Hengst und etwa sieben Stuten mit ihren Fohlen. Ein Harem? Fast. Denn die ranghöchste Stute hat das Sagen. Sie gibt das Signal zum Aufbruch, sie weist den Weg. Von ihren Erfahrungen und ihrem Spürsinn hängt das Schicksal der Herde ab. Verfehlt sie die Wasserstellen, sind alle verloren.

Die Reise fordert Opfer

Vor allem Fohlen leiden unter den Strapazen. Sie können zwar schon kurz nach ihrer Geburt stehen, doch unterwegs sind sie auf den Schutz und die Milch der Mutter angewiesen. Jedes zweite überlebt die Wanderung nicht. Auch die erwachsenen Tiere darben. Zebras fressen ausschließlich Gräser. Anders als etwa Giraffen sind sie jedoch keine Wiederkäuer und können die Nahrung schlecht verwerten. Der Streifzug führt die Tiere durch drei Lebensräume: die Wüste, den Busch voller Raubtiere, die Sümpfe. Größtes Hindernis aber sind Zäune. Sie wurden einst von Farmern errichtet, um ihr Vieh zu schützen. Allein der Boteti Fence windet sich 250 Kilometer am Flussufer entlang. Er versperrt den Weg und wird zur Falle, wenn Löwen die Zebras in die Enge treiben.

Zum Glück haben viele Zäune inzwischen ausgedient, werden eingerissen und geben die uralten Wanderpfade der Tiere wieder frei. So erreichen die meisten Zebras zumindest die Leben spendenden Fluten des Boteti, andere ziehen weiter bis ins Okavango-Delta – ein Paradies mit Nahrung im Überfluss.


FOTOS: STEVE BLOOM/MAURITIUS IMAGES (GR.), SHAH/GETTY IMAGES