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NATUR: Australiens Fabeltier


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 34/2019 vom 16.08.2019

Kuriose Erscheinung, faszinierende Fähigkeiten: Das Schnabeltier wirkt wie eine wunderbare Laune der Natur

Artikelbild für den Artikel "NATUR: Australiens Fabeltier" aus der Ausgabe 34/2019 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 34/2019

HEIMATSchnabeltiere leben nur im östlichen und südöstlichen Australien sowie auf den vorgelagerten Inseln


40.000 Elektrosensoren befinden sich auf dem Schnabel. Sie ermöglichen das Aufspüren von Beute unter Wasser

BALZBei der Paarung im Winter oder Frühling packt das Männchen mit seinem Schnabel den Schwanz des Weibchens


JAGDSchnabeltiere jagen unter Wasser. Hier muss ein Wurm dran glauben


Die Natur ist reich an kuriosen Kreaturen. Das Schnabeltier aber würde auf der Rangliste der ...

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... ungewöhnlichsten Tiere der Welt ganz weit vorn liegen. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Biber, dem jemand einen Entenschnabel aufs Gesicht gesetzt hat. Auf den zweiten scheint es aus noch mehr verschiedenen Tieren zusammengesetzt. Das Schnabeltier hat ein dichtes Fell, einen platten Schwanz – und an den Füßen Schwimmhäute. Es ist ein Säugetier, legt aber Eier. Eine Legende der australischen Ureinwohner erklärt seine Existenz so: Einst schwamm ein junges hübsches Entenweibchen namens Tharalkoo, die Warnungen seiner Eltern missachtend, ganz allein einen Fluss hinab, wo es prompt von dem Schwimmrattenmännchen Bigoon verführt wurde.

Fest steht: Das Schnabeltier verblüffte sogar den großen Charles Darwin. Als der Naturforscher 1836 zum ersten Mal eines dieser Mischwesen sah, notierte er in seinem Tagebuch: „Gewiss müssen hier zwei verschiedene Schöpfer am Werk gewesen sein.“ Heute weiß man es genauer: 82 Prozent der Schnabeltier-DNA sind ein Mix aus Säugetier-, Vogel- und Reptiliengenen. Die restlichen 18 Prozent bildeten sich unabhängig von modernen Wirbeltieren heraus: Vor etwa 166 Millionen Jahren entwickelte sich das Schnabeltier aus den ersten säugetierähnlichen Reptilien. Von der Art in ihrer heutigen Form fand man bis jetzt keine Hinweise, die älter als 100.000 Jahre sind. Den Lebensraum der Tiere bilden die Süßgewässer im Osten und Südosten Australiens sowie die dortigen vorgelagerten Inseln.

25Millimeter messen Schnabeltierebei der Geburt. Ausgewachsene Exemplare erreichen eine Körperlänge von etwa 40 Zentimetern

BABYDer Nachwuchs bleibt etwa fünf Monate lang im Bau der Mutter


DieBesonderheiten des Schnabeltiers

Der Schnabel alsBeutesensor

Schnabeltiere haben eine ganze Reihe von höchst erstaunlichen Fähigkeiten und Eigenschaften. So sind sie exzellente Schwimmer und verbringen den Großteil ihres Lebens im Wasser. Ihr Pelz hält sie dabei verlässlich warm, sie können zehn Stunden und länger in eiskaltem Wasser schwimmen. Auf die Jagd gehen die Einzelgänger nachts. Dabei haben sie es auf Krabben, Insektenlarven und Würmer abgesehen, die sie vor allem unter Wasser finden. Ungefähr zwei Minuten lang kann jeder ihrer Tauchgänge dauern.

Was Forscher zunächst überraschte: Bei der Nahrungssuche unter Wasser werden die Augen und Ohren durch Hautfalten verschlossen. Doch wie können die Schnabeltiere dann ihre Beute orten? Des Rätsels Lösung lautet: mit ihrem Schnabel. Dieses Wunderding verfügt über zwei grandiose Ausstattungen. Zum einen ist es mit empfindlichen Elektrorezeptoren versehen. Diese registrieren die elektrischen Felder, die bei der Bewegung von Tieren unter Wasser entstehen. Zum anderen befinden sich auf dem Schnabel Tastkörperchen, die auf Wellenbewegungen reagieren. Dank dieser beiden bemerkenswerten Wahrnehmungsfunktionen können Schnabeltiere ihre Beute aufspüren.

Die Männchen verfügen zudem über eine ganz besondere Waffe. An ihren Hinterbeinen befinden sich rund 15 Millimeter lange Giftsporne. Kein anderes Säugetier hat solch einen toxischen Stachel. Weil das Gift ausschließlich während der Paarungszeit produziert wird, geht die Wissenschaft davon aus, dass es vor allem bei Kämpfen um die Gunst der Weibchen ein gesetzt wird. Aber auch Menschen sollten Vorsicht walten lassen: Das Gift führt zu schmerzhaften Schwellungen, die monatelang andauern können. Wer hätte gedacht, dass dieses kurios aussehende Fabelwesen so wehrhaft ist.SVEN SAKOWITZ

UNTERSCHLUPFDer Eingang zum Bau liegt knapp über der Wasseroberfläche


EIER Die Weibchen legen Eier, die aufgrund ihrer pergamentartigen Schale an Reptilieneier erinnern


WASSERWELTDie meiste Zeit ihres Lebens verbringen die hervorragenden Schwimmer im Wasser


DI 27.8. TV-TIPP

20.15 ARD ALPHA
AUSTRALIENS NATIONALPARKS DOKU Die Artenvielfalt Australiens


FOTOS: S. 12-13: GIMESY/NATUREPL (GR.), PARER & PARER-COOK/DPA PICTURE-ALLIANCE, PARER & PARER-COOK/MINDEN PICTURES; W S. 14-15: JÜRGEN FREUND, GIMESY/WATTS/NATUREPL (8), DE OLIVEIRA/OKAPIA; KARTE: HÖRZU