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NATUR: Die Winter tricks der Tierkinder


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 50/2019 vom 06.12.2019

Wie meisternSchneebabys die kalte Jahreszeit? Jede Tierart hat dafür eigene clevere Strategien entwickelt


Artikelbild für den Artikel "NATUR: Die Winter tricks der Tierkinder" aus der Ausgabe 50/2019 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 50/2019

EISBÄR Bei Mama ist’s am wärmsten

Wenn der Winter kommt, gräbt das trächtige Weibchen eine Höhle ins Eis. Gut geschützt vor Kälte und Wind bringt es dort den Nachwuchs zur Welt. Die Babys, anfangs nur meerschweinchengroß, nackt und blind, wachsen schnell. Sie nuckeln nahrhafte Milch, während die Mutter nur von ihren Fettreserven lebt. Im Alter von rund drei Monaten verlässt die Familie die Wurfhöhle. Jetzt beginnt das Abenteuer: die Wanderung ans Packeis. Auch unterwegs kuscheln sich die Kleinen ...

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... immer wieder in Mamas dichtes Fell.

Frieren die denn gar nicht? Wir Menschen bibbern schon beim Anblick der verschneiten Landschaft. Wildtiere jedoch müssen dem Frost trotzen. Für den Nachwuchs sind Eis und Schnee die erste große Herausforderung ihres Lebens. „Viele Jungtiere wurden bis vor Kurzem noch gesäugt“, sagt Jenifer Calvi von der Deutschen Wildtier Stiftung. „Sie brauchen bei Minusgraden ein dickes Fell.“ Dafür hat die Natur im Lauf der Evolution gesorgt. Meist arbeitet diese „Winterkleidung“ wie unsere Funktionsjacken nach dem Schichtenprinzip mit Luftkammern. „Fette helfen obendrein, die Körperwärme zu halten“, erklärt Jenifer Calvi. „Zur Überlebensstrategie gehört außerdem der Rückzug. Hektik und Stress verbrauchen in der nahrungsarmen Zeit viel zu viel Energie.“

Für den Nachwuchs heimischer Wildtiere wie Reh, Feldhase oder Fuchs wird es der erste Winter. Wenn die Schneeflocken fallen: Was für ein Abenteuer! Eisbär und Pinguin kommen bereits im ewigen Eis der polaren Gebiete zur Welt und erlernen rasch die wichtigsten Fähigkeiten zum Überleben. Jede Tierart muss so ganz eigene Gefahren meistern. Und hat dafür clevere Tricks entwickelt.

FELDHASE Ich hab ein dickes Fell

Behagliche Kinderstube? Von wegen! „Junghasen leben nicht wie Kaninchen im Bau, sondern im Freien auf dem Feld“, erklärt Jenifer Calvi von der Deutschen Wildtier Stiftung. Deshalb werden sie früh zur Selbstständigkeit erzogen. Um gegen Kälte gewappnet zu sein, wachsen dem Feldhasen zusätzliche Wollhaare. Nur zu feucht darf es im Winter nicht sein. Denn Nässe gilt als tödliche Gefahr für die Kleinen.

ALBATROS Ausdauernde Nesthocker

Flauschig sehen sie aus, die Albatrosküken. So kann ihnen das raue Klima am Rand der Antarktis wenig anhaben. Fast ein Jahr vergeht vom Nestbau bis zur Selbstständigkeit der Jungvögel. Sicher hocken sie in Mulden aus Erde und Gras. Doch der Klimawandel fordert Opfer: Sturmböen wehen immer wieder Küken aus dem Nest. Dann werden sie von den Eltern ignoriert. So ist es von der Natur seit jeher vorgesehen. Da hilft auch kein cleverer Trick.

FUCHS Her mit dem Wintermantel

Eis und Schnee? Na und? Jungfüchse sind schon lange selbstständig. Sie haben gelernt, wie man Mäuse fängt und einen schützenden Bau anlegt. Geruchssinn und Gehör sind so gut entwickelt, dass die Raubtiere ihre Beute unter der dicksten Schneedecke wittern. Im Oktober hat sich das Winterfell gebildet: dichte Unterwolle und längere Deckhaare, die den Fuchs viel größer und massiger erscheinen lassen.

REH Es bleibt in der Familie

Im Mai haben Rehkitze das Licht der Welt erblickt. Jetzt erleben sie den ersten Schnee. Sie bleiben den Winter über bei ihrer Mutter und lernen so, in der Kälte selbst nach Nahrung zu suchen. Ein toller Trick: Die Haare der Rehe sind im Winter hohl, um besser zu isolieren.

EICHHÖRNCHEN Im warmen Nest

Kobel heißt das gemütliche Zuhause der Nager: ein Nest in der Astgabel, gebaut aus Zweigen, weich gepolstert mit Moos, Gras, Blättern. Auch Jungtieren wächst ein Winterfell. Das ist sehr viel buschiger und dunkler. Dazu kommen die langen Haarpinsel an den Ohren, die beim Fellwechsel im Frühling ausfallen.

KEGELROBBE Mehr Fett, bitte!

Der Nachwuchs der Kegelrobben wird mitten im Winter geboren. Da gibt es nur einen Trick zum Überleben: fix fett werden. Noch fehlt die dicke Speckschicht, die vor Kälte schützt. Dafür hält das weiße flauschige Fell, Lanugo genannt, eisigen Wind ab.

WILDSCHWEIN Winterharte Rabauken

Die ersten Frischlinge werden schon im Winter geboren. „Sie liegen in einem warm ausgepolsterten Wurfkessel aus Zweigen, Farn und Gras“, erklärt Jenifer Calvi. „Dicht an dicht gekuschelt, um sich gegenseitig zu wärmen.“ Nach rund zwei Wochen sind sie stark genug, um mit Mama und der ganzen Rotte loszuziehen.

POLARWOLF Nur im Rudel sind wir stark

Rau ist das Klima auf Kanadas Arktisinseln. Monatelang zeigt sich die Sonne nicht. Ein einzelnes Tier wäre hier verloren. Zum Rudel gehören Jungtiere, die geschützt aufwachsen und in den kurzen Sommern genug fressen müssen, um zu überleben. Auch mit ihrem dichten weichen Fell haben sich Polarwölfe gut an die Kälte angepasst.

KAISERPINGUIN Liebe zum Herzerwärmen

Eng, ganz eng rücken Kaiserpinguine zusammen. Es sind Tausende in einer Brutkolonie! Erst wärmen sie in ihrer Bauchfalte das Ei, später das geschlüpfte Junge zwischen ihren Beinen. Beim Fischfang im fernen Meer lösen sich die Partner ab. Die Kleinen müssen stets gut behütet werden: Ihr graues Flaumfederkleid ist noch nicht wasserdicht.


FOTOS: S. 8-9: QUINN CHAN; 10-11: SAWER/INTERFOTO, OSBORNE/MR.TWISTER/GETTY IMAGES (2), HIROKI INOUE/NORTHERN-ISLAND-COLORS.COM, ALAMY (2); S. 12: ZIVKOVIC/MOUSSEAU/GETTY IMAGES (2), MILSE/DPA PICTURE-ALLIANCE