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NATUR: Echte Spaßvögel


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 39/2019 vom 20.09.2019

Bunt, sympathisch und zu Späßen aufgelegt:Tukane erobern die Herzen aller Tierfreunde im Sturm


Artikelbild für den Artikel "NATUR: Echte Spaßvögel" aus der Ausgabe 39/2019 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 39/2019

GESELLIG
Diese Fischertukane scheinen sich angeregt zu unterhalten


Es gibt rund45 Tukan-Arten in den verschiedensten Farben

AUSNAHME
Riesentukane sind die einzige Art, die dichte Wälder meidet


Was für liebenswert schräge Vögel! Die schillernden Tukane tragen ein mehrfarbiges Gefieder, sind verspielt und wahnsinnig laut. Vor allem aber fällt ihr außergewöhnlich großer, ebenfalls oft farbenfroher Schnabel ins Auge. Bei den meisten der rund 45 bekannten Arten macht der kuriose Schnabel mehr als ein Drittel ...

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... der Körperlänge aus. Und er ist ein Wunderwerk.

Der Schnabel dient alsKlimaanlage

„Eine besonders wichtige Eigenschaft des Tukanschnabels ist die Thermoregulierung“, sagt Diplom-Biologin Anne Densow vom Weltvogelpark Walsrode, in dem die Besucher zehn Tukanarten aus nächster Nähe erleben können. „Wenn es besonders heiß ist und Tukane zu viel Hitze im Körper haben, wird ihr Blut verstärkt durch den Schnabel geführt – und über diesen Wärme abgeführt. Bei besonders kalten Temperaturen wird weniger Blut in den Schnabel geleitet, sodass mehr Wärme im Körper bleibt.“ Da der Rand des Schnabels nicht glatt, sondern gezackt ist, können Tukane ihre Nahrung gut festhalten und durchtrennen. Sie besteht vor allem aus Früchten, bei größeren Arten mitunter aus Insekten, Eiern und kleinen Reptilien. Wenn Tukane fressen, sieht es so aus, als würden sie eine kleine Show abziehen: Sie schleudern die Früchte in die Luft und lassen sie in den geöffneten Schnabel fliegen. Ulkig, aber für die Vögel aufgrund ihrer Schnabellänge auch die einzige Möglichkeit, die Nahrung überhaupt runterzuschlucken.

BAUMBEWOHNER
Ein Paar Blautukane in Ecuador an seiner Nisthöhle


SCHNABELTIERE
Ein Weißbrusttukan verspeist eine kleine Frucht


MARKENZEICHEN
Jede Art hat ihre eigene Schnabelfärbung. Der Küstentukan trägt Schwarz und Gelb


Spielereien undSchnabelkämpfe

Bei der Futtersuche sind Tukane außerhalb der Brutzeit in Schwärmen unterwegs. So verwirren sie potenzielle Angreifer, für die es schwieriger wird, einen einzelnen Vogel auszumachen. Wenn die Tukane gemeinsam durch ihr Revier fliegen, spielen sich faszinierende Szenen ab: Hin und wieder werfen sie sich gegenseitig Beeren und andere Früchte zu. Außerdem duellieren sie sich gern mit ihren Schnäbeln. Dabei sitzen zwei Exemplare auf einem Ast und kämpfen scheinbar im Spaß so lange, bis einer von ihnen aufgibt und den Ast verlässt. Aufgrund solcher Verhaltensweisen und ihres Erscheinungsbilds werden Tukane auch als „Clowns der Tierwelt“ bezeichnet. Doch das für Menschen amüsante Verhalten hat einen wichtigen Grund, erklärt die Expertin Anne Densow: „Wenn Tukane Fechtkämpfe mit dem Schnabel austragen oder sich Früchte zuwerfen, dann trainieren sie damit ihre Fähigkeiten. Das ist zum Beispiel wichtig für die Nahrungsaufnahme, aber auch für Revierkämpfe oder die Verteidigung der Jungtiere. Beim Schlüpfen ist der Schnabel noch ganz klein. Die Tukane müssen also lernen, den länger werdenden Schnabel in allen möglichen Situationen richtig einzusetzen. Vor allem darin besteht der Sinn ihrer vermeintlichen Spielereien.“

Tukane werden zwischen 35 und 65 Zentimeter groß und wiegen maximal um die 800 Gramm. Bis auf wenige Ausnahmen leben sie in den tropischen Wäldern Mittelund Südamerikas. Trotz ihrer auffälligen Färbung sind sie für ihre Feinde, die Greifvögel, schwer auszumachen, denn die dichten Urwälder sind bunt: grüne Blätter, exotische Blüten, farbenfrohe Früchte. Für dieses Umfeld haben sich die Tukane exzellent getarnt. Sie halten sich in den Baumwipfeln auf und bewegen sich selten in niedrigere Regionen. Besonders gute Flieger sind sie indes nicht. „Tukane haben kurze, abgerundete Flügel“, erklärt Anne Densow. „Diese eignen sich besonders gut, um kurze Strecken zu fliegen. Da die Tukane im dichten Blätterwerk der Regenwaldkronen leben, bewegen sie sich auch viel von Ast zu Ast hüpfend fort.“ Oft werden die Tiere den Papageien zugeordnet, aber sie gehören zur Ordnung der Spechtvögel. Wie unsere heimischen Spechte nisten sie in Baumhöhlen – die sie allerdings nicht selbst in den Baum hämmern. „Sie suchen natürliche Baumhöhlen auf oder übernehmen verlassene Spechthöhlen“, so Anne Densow. „Wenn sich eine Höhle als geeignet erweist, nutzen sie diese ein paar Jahre lang.“ Nistende Tukanpaare kümmern sich gemeinsam um den Nachwuchs und bleiben ein Leben lang zusammen.

Stellt sich nur noch eine Frage: Warum kippen Tukane mit ihren Riesenschnäbeln nicht ständig vornüber? Antwort: Der Schnabel ist überraschend leicht. „Er besteht aus einer mit Luft gefüllten wabenartigen Knochenstruktur“, so Anne Densow. „Dadurch hat er ein geringes Gewicht und ist gleichzeitig stabil und kräftig.“ Eine geniale Idee der Natur.

KURZSTRECKE Tukane haben kleine Flügel und sind nur kurze Strecken in der Luft. Hier ein Riesentukan


FOTOS: S. 16-17: FITZHARRIS/DPA PICTURE-ALLIANCE (GR.), GARBUTT/NATUREPL; S. 18: DE ROY/GEISELER/DPA PICTURE-ALLIANCE (5), YUFERA/BIOSPHOTO, WILDLIFE