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NATUR : Ein Meer VOLLER Wunder


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 30/2018 vom 20.07.2018

Der größte Ozean der Erde steckt noch voller Rätsel und bizarrer Bewohner. Für eine spektakuläre TV-Doku wagten sich jetzt mehrere Kamerateams in die unergründlichen Tiefen


Artikelbild für den Artikel "NATUR : Ein Meer VOLLER Wunder" aus der Ausgabe 30/2018 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 30/2018

KAMPFKOLOSS Das Salzwasserkrokodil gilt als größte lebende Krokodilart und dringt weit in die Weltmeere vor


1000 Kilo kann ein Salzwasserkrokodil wiegen

RIFFPARTNER Der Clownfisch lebt in Symbiose mit den giftigen Seeanemonen


UNTERWASSERMONSTER Riesen-Anglerfische werden bis zu 38 Zentimeter groß und tarnen sich geschickt als bizarre Schwämme


W o das Blau keine Grenzen kennt: Der Pazifik ist das größte, wasserreichste und tiefste Meer. ...

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... Ein Ozean der Rekorde! Auf 166.000.000 Quadratkilometern erstrecken sich die Wassermassen von China bis Costa Rica, von Sibirien bis zum Südpol. Die gesamte Landfläche des Planeten hätte hier Platz. Im pazifischen Marianengraben liegt 10.984 Meter unter dem Meeresspiegel sogar der tiefste Punkt der Erde. Kein Wunder, dass diese Weiten überwiegend unerforscht sind. Für eine Doku (siehe TV-Tipp S. 15) begaben sich internationale Kamerateams auf die Spur der größten Rätsel.

Urzeitriesen auf Wanderschaft

Der Pazifik ist voller Herausforderungen. Vor den Philippinen folgten die Naturfilmer riesigen Salzwasserkrokodilen. Sie gehen vor allem in Flussmündungen und Sümpfen auf die Jagd. Doch die beliebten Reviere sind meist schon besetzt: von Artgenossen. Gegen sechs Meter lange, eine Tonne schwere Rivalen hat der Nachwuchs keine Chance. Die Lösung: auswandern! Dafür überwinden die prähistorischen Reptilien immense Distanzen. Bis zu 16 Kilometer schaffen sie pro Tag, ihre Reise dauert mehrere Wochen. Fürs ausdauernde Schwimmen sind Krokodile gar nicht gebaut, trotzdem wurden schon Exemplare 1000 Kilometer vom Land entfernt auf hoher See gesichtet. Warum können sie eine Stunde lang tauchen und sogar unter Wasser schlafen? Wie kommen sie wochenoder monatelang ohne Nahrung aus? Vieles ist bislang noch ungeklärt.

SANFTER RIESEDer Walhai ist der größte Fisch der Welt. Beim Filtern des Wassers nach Nahrung steht er oft senkrecht im Meer


Der Pazifik ist voller Überraschungen. Ein Tier, das bei Bedarf einfach sein Geschlecht wechselt? Für Clownfische, bekannt durch den Filmhit „Findet Nemo“, ist das kein Problem. Die farbenprächtigen Riffbewohner kommen männlich zur Welt. Was sich da im Indopazifik zwischen Anemonen tummelt, sind also reine Männer- WGs, regiert jeweils von einer deutlich größeren Königin! Die hält ihren Harem in Trab, scheucht alle durchs Riff, prügelt sogar auf sie ein. Solange dieser Stress anhält, bleiben die Mitbewohner männlich. Stirbt jedoch die Königin, verwandelt sich der Größte und Stärkste innerhalb einer Woche in eine Frau und besteigt selbst den Thron. Geschlechterwechsel, weil plötzlich der soziale Stress fehlt, so vermuten Forscher.

Ein Fisch als Punktsieger

Der Pazifik ist voller Riesen. Im Golf von Kalifornien tauchten die Teams mit dem größten Fisch der Erde: Der Walhai wird bis zu 15 Meter lang! Anmutig gleitet er durchs Wasser. Ein einzigartiges Muster aus silbernen Punkten glitzert auf seiner Haut, unverwechselbar wie unser Fingerabdruck. Der sanfte Riese ernährt sich von Plankton und kleinen Fischen. Dazu saugt er Wasser in sein gewaltiges Maul, eine schwammartige Membran vor seinen Kiemen filtert das Futter heraus. Walhaie sind Nomaden. Deshalb weiß die Wissenschaft so wenig über diese Bewohner warmer Gewässer. Satellitendaten zeigen, dass sie vom Golf von Kalifornien aufs offene Meer schwimmen, stets auf der Suche nach den reichsten Planktonvorkommen. Einige Exemplare wurden später sogar am Bikini-Atoll gesichtet – 9000 Kilometer entfernt.

166Millionen Quadratkilometer bedeckt der Pazifische Ozean Das entspricht 33 Prozent der gesamten Erdoberfläche

Der Pazifik ist voller Dramen. Wie an der Westküste Costa Ricas. Dort dokumentierten die Naturfilmer ein Spektakel, das sich Jahr für Jahr ab September am Strand von Ostional abspielt. Dann schleppen sich Hunderttausende Oliv- Bastardschildkröten an Land, um ihre Eier dort abzulegen, wo sie vor Jahren selbst geboren wurden. Arribada nennen die Einheimischen das Ereignis. Einige der 70 Zentimeter langen Wasserschildkröten

HEIMKEHR Oliv-Bastardschildkröten legen ihre Eier genau dort ab, wo sie selbst einst zur Welt kamen


GEFÄHRLICHE SCHÖNHEIT Die Nesselzellen der Nomura-Qualle können Menschen Schmerz zufügen


FOTOS: S. 12-13: RADVANER/GETTY IMAGES (GR.), ZDF ENTERPRISES, COLEMAN/DPA PICTURE-ALLIANCE; S. 14-15: MUSTARD/PERRINE/NATURE PICTURE LIBRARY (2), ZDF ENTERPRISES

haben dafür den halben Pazifik durchquert. Wie orientieren sie sich? Wie finden sie ihren genauen Geburtsort wieder – alle zur gleichen Zeit? Rund 100 Eier vergräbt jedes Weibchen im Sand. Darauf haben Feinschmecker wie die Rabengeier nur gewartet. Der Tisch ist reich gedeckt. Trotzdem schlüpft noch genügend Nachwuchs, denn im Lauf der Brutsaison wird der Strand bedeckt von mehr als einer Million Schildkrötennestern mit 100 Millionen Eiern. Die Masse macht’s!

Fressen wird zum Lebenszweck

Der Pazifik ist voller bizarrer Kreaturen. Im Norden Indonesiens spazieren Riesen- Anglerfische über den Meeresgrund. Ihre breiten Flossen dienen als Füße! Gut getarnt lauern die bis zu 38 Zentimeter großen Fische auf Beute – neben Schwämmen, die genau so aussehen wie sie selbst.

Vor Chinas Ostküste kennen Nomura- Quallen nur ein Ziel: fressen! Zunächst treiben sie unscheinbar durchs Gelbe Meer, winzig wie ein Reiskorn. Ihr Mund misst lediglich einen Millimeter, aber ihr Appetit ist bereits monströs. Was ihr in den Weg kommt, wird verschlungen. Sechs Monate währt die Fressorgie, dann misst das Nesseltier zwei Meter im Durchmesser und wiegt bis zu 200 Kilo. Eines aber wächst nicht mit: der Mund. Deshalb erschafft es neue. Um den Hunger auf mikroskopisch kleines Plankton zu stillen, hat die Nomura-Qualle schließlich Hunderte winziger Münder am Leib. Ein weiterer Rekord im Meer der Rekorde.