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NATUR: Ein Rehkitz zum Verlieben


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 41/2018 vom 05.10.2018

Die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft: Wie das verwaisteBambi bei Menschen und Hunden eine neue Familie fand


Artikelbild für den Artikel "NATUR: Ein Rehkitz zum Verlieben" aus der Ausgabe 41/2018 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 41/2018

FAMILIE
Die Bretonische Vorstehhündin Zola (Foto r.) zog das Rehkitz als Ersatzmutter auf. Auch der Parson Russell Terrier Tequila (Foto u., M.) kümmerte sich um Bambi


WALDERSATZ
Das Kitz machte sich über frisches Grün aus der Einkaufstasche her (l.). Ein Besen half, die Basthaut vom Geweihansatz zu fegen


Ein Rehkitz im Reihenhaus? Was wie ein Disney-Märchen klingt, wurde im südhessischen ...

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... Groß-Zimmern Wirklichkeit. Zehn Monate lebten Anja Pahlen und Peter Göbel mit dem wilden Findelkind unter einem Dach. Sie tauften es Bambi. Sogar ihre Jagdhunde Tequila und Zola schlossen Freundschaft mit der Waise.

„Wie jeden Abend ging ich mit den Hunden spazieren, als ich plötzlich dieses seltsame Piepsen hörte“, so erinnert sich die Altenpflegerin Anja an den Anfang dieser wundervollen und zugleich traurigen Geschichte. „Ich konnte zunächst gar nicht erkennen, was da vor mir lag. Aber dann bewegte sich aus dem Schlamm hervor ein kleines Köpfchen, und Rehaugen schauten mich Hilfe suchend an.“ Wahrscheinlich war das Kitz im Schlamm des Flussufers stecken geblieben. Normalerweise sollte man scheinbar verwaiste junge Rehe nicht berühren. Doch das Kitz war so schwach und abgemagert, dass seine Mutter schon lange nicht mehr in der Nähe gewesen sein konnte. Also beschloss Anja, es mit nach Hause zu nehmen und aufzupäppeln.

Tierisch gute Freunde

„Alle drei Stunden fütterten wir unser neues Pflegetier mit Ziegenmilch“, berichtet Anja Pahlen. „Wir wechselten uns dabei gegenseitig ab. Mit einem Gefühl, als würden wir unser eigenes Baby mit der Flasche füttern.“ Die Hunde wichen dem Kitz nicht von der Seite, legten sich abwechselnd zu ihm ins Körbchen. Zola übernahm sogar die Rolle der Ersatzmama. „Es war unübersehbar, dass Bambi sich vieles von den Hunden abschaute und immer wieder ihre Nähe und ihre Zuneigung suchte“, so Anja.

Drei Tiere – ein Herz und eine Seele: Zusammen spielten sie im Garten, tobten später bei Waldspaziergängen durch die Wildnis. Wenn die Hunde einmal am Tag ihre Leckerlis bekamen, bettelte natürlich auch das kleine Kitz. „Für Bambi gab es Weintrauben, die er schmatzend genoss“, erzählt Apotivmutter Anja Pahlen. „In der Ruhezeit, wenn ich mich zum Mittagsschlaf niederlegte, kuschelten sich nicht nur beide Hunde, sondern auch das Rehkitz zu mir, schlossen ihre Augen und genossen mit mir zusammen die Ruhezeit.“

BUCHTIPP
Anja Pahlen, Peter Göbel Rehkitz ganz nahBLV, 96 Seiten, 15 Euro


Doch Wildtier bleibt Wildtier. Je mehr Bambi zum „Halbstarken“ reifte, umso klarer wurde: Der Abschied naht. Rehböcke, die auf Menschen geprägt sind, können diese als Kampfpartner sehen und angreifen. Pahlen und Göbel beschlossen, Bambi im Bergwildpark Meißner eine neue Heimat zu geben. Dort hat sich ihr ehemaliger Schützling inzwischen gut eingelebt und tobt mit seinen Artgenossen. „Wenn wir uns nach einem Besuch im Wildpark verabschieden, kommt Bambi stets mit bis ans Eingangstor. Der Abschied fällt ihm schwer“, sagt Anja Pahlen. „Die Hunde dürfen wir nicht aufs Gelände mitnehmen, aber ihr Geruch hängt ja an unseren Kleidern.“ Bambi erschnuppert seine alten Freunde. Und Tequila und Zola? Sie trauerten noch lange vor Bambis Lieblingsplatz auf dem Sofa.


FOTOS: ANJA PAHLEN UND PETER GÖBEL/BLV BUCHVERLAG