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NATUR: Expedition: WILDNIS


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 5/2020 vom 24.01.2020

Für vier neue Folgen „Faszination Erde“ reiste Dirk Steffens durch trockene Wüsten und eisige Weiten - immer den Naturgewalten auf der Spur


Artikelbild für den Artikel "NATUR: Expedition: WILDNIS" aus der Ausgabe 5/2020 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 5/2020

TRÜGERISCHES IDYLL
San Francisco liegt auf einem gewaltigen Riss unter der Erde. Dirk Steffens zeigt die stete Gefahr, mit der die Menschen hier leben


Rote Steinwüsten, eisige Tundra, Salzseen, sturmgepeitschte Ebenen am Ende der Welt: Für vier neue Folgen seiner Reihe „Faszination Erde“ wagte Dirk Steffens die abenteuerlichsten Reisen seines Lebens (siehe TV-Tipp S. 17). Die Expedition führte ihn nicht nur in entlegene Gebiete, sondern sogar in die Eiszeit! ...

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In Nordamerika war Steffens den Gewalten auf der Spur, die das Land bis heute prägen. An kaum einem anderen Ort sind die Kräfte der Natur so gnadenlos spürbar. Wie Wind, Regen, Hitze, Kälte die Landschaft formen, zeigt sich eindrucksvoll an den grotesken Felsen des Colorado-Plateaus und den Steinbögen des Arches National Park in Utah. Im Sommer klettern die Temperaturen auf über 40 Grad Celsius, im Winter herrscht bitterer Frost. Größte Bedrohung aber wird zukünftig die Veränderung des Klimas sein. An der Ostküste prallen bereits gefährliche Stürme auf den Kontinent, an der Westküste wüten Waldbrände. Und was macht Dirk Steffens? Er zündet einen Wald an. „Allerdings unter Aufsicht von Brandexperten, die mit ‚Feuer auf Rezept‘ Schlimmeres verhindern wollen“, erklärt der aktive Umweltschützer. „Unterholz wird abgefackelt, bevor es zu dicht wird und Feuern so viel Nahrung bietet, dass sich zerstörerische Großbrände entwickeln. Die Technik ist uralt.“ Der Klimawandel und die damit einhergehende Trockenheit machen das fast vergessene Konzept wieder aktuell.

USA
Die Expedition führte Dirk Steffens zu den mächtigen Steinbögen des Arches National Park im US-Bundesstaat Utah (So., 2.2., 19.30, ZDF)


Einst beherrschten gewaltige Bisonherden ganz Nordamerika


Sibirische Tiger trotzen Eis und Schnee. Es gibt noch rund 500


SIBIRIEN
Im frostigen Norden Russlands besuchte Dirk Steffens einen Eiszeitpark und fand die Überreste eines Mammuts. Der tauende Permafrostboden gibt immer mehr Relikte frei (So., 9.2., 19.30, ZDF)


Bei einem Abstecher nach Antelope Island im Großen Salzsee begegnete Steffens einer der letzten wilden Bisonherden. 1893 wurden zwölf dieser mächtigen Wildrinder auf die Insel gebracht, inzwischen ist die Herde auf rund 500 Tiere angewachsen. Kaum zu glauben: Bisons nutzten einst dank ihrer Anpassungsfähigkeit den gesamten Kontinent und wurden so zum zahlenstärksten Landsäugetier der Erde. Von den bis zu 50 Millionen Tieren waren im Jahr 1902 noch rund zwei Dutzend in Freiheit übrig. Nur dank strenger Schutzmaßnahmen hat sich der Bestand erholt.

ARGENTINIEN
Dirk Steffens besuchte die Iguazú- Fälle, die wasserreichsten der Erde. Sie liegen an der Grenze zwischen Brasilien und Argentiniens Provinz Misiones (So., 16.2., 19.30, ZDF)


In Nordost-Sibirien erlebte Dirk Steffens das Auftauen des Permafrostbodens. Das Ausmaß ist unvorstellbar: Ganze Städte werden verlassen, weil sich Löcher im Boden auftun, in denen vollständige Fabriken verschwinden. „In den Permafrostböden des Planeten, hauptsächlich in Sibirien, stecken bis zu 1600 Gigatonnen Treibhausgase“, warnt Steffens. „Ein großer Teil davon könnte freigesetzt werden, wenn wir unseren Planeten noch ein kleines bisschen mehr aufheizen. Das nicht mehr ganz so ewige Eis könnte dann zum Kipppunkt für das Weltklima werden.“

Ein Ausflug in die Eiszeit

Hoch oben im Norden Sibiriens möchten Forscher ein Refugium für Eiszeittiere schaffen - eine Welt wie vor 15.000 Jahren. „Rentiere, Wildpferde, Wisente und andere Großsäuger sollen in diesem Pleistozän- Park grasen und dadurch die Vegetation verändern“, erklärt Steffens. „Am Ende soll eine Tundralandschaft entstehen, wie es sie zur Zeit der Mammuts gab.“ Hier könnte der bedrohte Sibirische Tiger eine neue sichere Heimat finden. Sogar das Mammut selbst soll zurückkehren - gezüchtet aus genveränderten Elefanten.

In Argentinien wagte Moderator Steffens eine einzigartige Kletterpartie: Er seilte sich an den berühmten Iguazú-Fällen ab, einem 2700 Meter langen Spektakel aus donnernden Wassermassen, Sprühnebeln und Gischt. In dieser Hölle folgte er mutigen, nur rund 80 Gramm schweren Vögeln. „Die Rußsegler übernachten und brüten nämlich an und oft sogar hinter dem Wasservorhang“, sagt Dirk Steffens. „Es sieht aus wie ein Vogelmassenselbstmord, wenn sich Tausende Rußsegler in der Abenddämmerung mitten in die Wassermassen stürzen.

Doch dahinter sind sie sicher vor Feinden.“

Was für ein Kontrast: Im Salar del Hombre Muerto, einem Salzsee der argentinischen Anden, stand Steffens plötzlich mitten in einer weißen Einöde. „Das Wasser unter dem Salz enthält Lithium, das für Batterien gebraucht wird“, erklärt er. „Die Förderung ist ziemlich umweltschädlich, weil für eine Tonne über eine Million Liter Wasser verbraucht wird. Und das in einer wüstentrockenen Gegend. In den umliegenden Dörfern fehlt Trinkwasser, Flüsse trocknen aus, Felder verdorren.“ Was Steffens vor Ort erlebte, erschreckt.

Die letzte Etappe der Reise führte den „Terra X“-Experten und sein Filmteam auf den „Kontinent der Forscher“: Nirgends ist es kälter, nirgends fegen heftigere Stürme übers Land als in der Antarktis. Minus 50,2 Grad Celsius meldete etwa die deutsche Station Neumayer III am 8. Juli 2010. Sie steht auf dem Ekström-Schelfeis, auf Stelzen wie ein riesiges Insekt mit langen Beinen. Hier blickte Dirk Steffens den Forschern des Alfred-Wegener-Instituts an ihrem Arbeitsplatz über die Schulter. Sie beobachten alles: Wetter, Umwelt, Luftqualität, Erdmagnetfeld, Sonneneinstrahlung. Besiedelt wurde der eisige Kontinent jedoch nie. „Genau so fühlt es sich auch an“, schwärmt Dirk Steffens. „Man spürt hier, wie groß die Natur ist - und wie klein der Mensch.“

ANTARKTIS
Auf dem kältesten Kontinent der Welt traf Steffens nur Pinguine und deutsche Polarforscher (So., 23.2., 19.30, ZDF)



FOTOS: S. 14-15: SHUTTERSTOCK (GR.), ROETZ/ZDF, NATIONAL GEOGRAPHIC IMAGE COLLECTION; S. 16-17: GETTY IMAGES (2), ROETZ/ZDF, SHUTTERSTOCK