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NATUR: König der Lüfte


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 41/2020 vom 02.10.2020

Der Steinadler hat sich sein Reich in den Alpen zurückerobert. Trotzdem braucht er weiter Schutz: Neue Gefahren lauern


Artikelbild für den Artikel "NATUR: König der Lüfte" aus der Ausgabe 41/2020 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 41/2020

ZUGRIFF Die Krallen des Steinadlers sind bis zu acht Zentimeter lang – bei der Jagd eine tödliche Waffe


NESTBAU Steinadlerpaare nutzen oft mehrere Horste. Diese werden über Generationen hinweg bewohnt und gepflegt


FEDERKLEID Jungvögel wärmen weiße Daunen. Nach etwa 80 Tagen ...

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... sind die braunen Deckfedern gewachsen


BEIM STEINADLER UMFASST DIE FLÜGELSPANNWEITE BIS ZU 2,30 METER


Seine Majestät sorgt für Wirbel. Kein Wunder bei diesen Schwingen. Und bei dieser Landung: kühn auf einem Fels. Ein würdiger Auftritt für den König der Lüfte. Ein bedrohlicher für den, dem er gilt. Diesmal vielleicht ein Murmeltier. Hoch vom Himmel hat der Steinadler es erspäht. Selbst aus 1000 Metern Entfernung kann er Beute orten. „Sein Sehsinn ist außergewöhnlich und unterscheidet sich von dem anderer Arten“, erklärt Henning Werth, Diplom-Biologe im Zentrum Naturerlebnis Alpin (ZNAlp) in Obermaiselstein. Ebenso genial ist der Flugstil: Der Adler gleitet elegant durch die Luft, ohne Mühe, ohne Laut. Auf seinen Streifzügen hat er nichts zu fürchten: Im Tierreich gibt es keine natürlichen Feinde. Nur einer kann ihm gefährlich werden: der Mensch. Vor 200 Jahren war der Raubvogel fast ausgerottet, weil er als Jagdkonkurrent galt. Sein Überlebenstrick war der Rückzug in Regionen, die der Mensch schwer erreicht: In den bayerischen Alpen brüten die Raubvögel in bis zu 3000 Metern Höhe.

Seine größte Bedrohung ist Bleimunition

Doch selbst dort macht ihnen heute die Zivilisation zu schaffen: Drohnen, Gleitschirme und Drahtseilbahnen stören ihren Luftraum. „Die größte Gefahr geht aktuell aber von Bleimunition aus“, weiß Werth. Menschen verwenden sie zur Jagd, Adler fressen anschließend Aas, das Bleikugeln enthält, und nehmen so das giftige Metall auf. Wie stark die Adler heute durch menschliche Einflüsse gefährdet sind, ist schwer zu erforschen: „Die Chance, einen toten oder verletzten Steinadler zu finden, ist extrem gering“, so Werth. Doch diese Funde bräuchte man für Studien.

Naturschützer kämpfen nun weiterhin für ein Verbot von Bleimunition. Und ihr Einsatz zeigt Erfolg: „Der Steinadler ist nicht mehr gefährdet“, berichtet Experte Werth. „Es gibt 1300 Reviere in den Alpen.“ Jedes ist bis zu 100 Quadratkilometer groß und wird von einem Paar beherrscht. Die Raubvögel leben monogam. Und sie können, ohne menschliche Störung, ziemlich alt werden, nämlich 30 Jahre. Lang lebe der König!


FOTOS: WISNIEWSKI/GETTY IMAGES (GR.), WILDLIFE, IMAGO