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NATUR: Lautloser Jäger


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 26/2019 vom 21.06.2019

Gut getarnt und mit gewaltiger Sprungkraft gehenPumas auf die Jagd. In den USA leben sie heute sogar in der Nähe von Menschen


Artikelbild für den Artikel "NATUR: Lautloser Jäger" aus der Ausgabe 26/2019 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 26/2019

ALLES IM BLICK
Fast scheint es, als könnte der Puma notfalls auch mit seinem durchdringenden Blick töten


KRAFTPAKET
Dank ihrer starken Hinterbeine gehören Pumas zu den besten Springern im Tierreich


72 KM/H
schnell sind manche Pumas auf kurzen Strecken, wenn sie richtig Tempo aufnehmen

KILLERINSTINKT
Mit seinem kräftigen Gebiss erlegt der Jäger seine Beute durch einen Biss in den Nacken

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Morgendämmerung in den Bergen Patagoniens. In der kargen Felslandschaft im Süden Chiles schleicht sich ein Puma an eine Guanakoherde heran. Er bewegt sich wie in Zeitlupe, getarnt durch Sträucher und kleine Felsen. Den Blick immer auf ein Jungtier gerichtet. Die Guanakos, die aus der Familie der Kamele stammen, haben keine Chance, den Angreifer kommen zu sehen. Riechen können sie ihn auch nicht. Denn das Raubtier nähert sich geschickt gegen den Wind. Dann geht alles ganz schnell: Der Puma läuft ein paar Schritte, fällt ein Guanako an und tötet es mit einem Biss in den Nacken. „Pumas jagen allein und setzen auf den Überraschungseffekt“, sagt Urs Breitenmoser, Vorsitzender der IUCN Cat Specialist Group. Das weltweite Expertennetzwerk beobachtet den Erhaltungszustand von Katzenarten und hilft bei der Planung von Schutzprojekten. „Der Puma nähert sich dem Beutetier bis auf eine Distanz, bei der er es mit einem Sprung oder kurzen Sprint erreicht. Pumas sind nicht auf lange Verfolgung ausgerichtet. Allerdings sind sie auf kurzen Strecken sehr schnell und profitieren zusätzlich von ihrer enormen Sprungkraft.“

KAMPF UMS ÜBERLEBEN

Rund 5,50 Meter hoch können Pumas problemlos springen. Bei ihren Sprints erreichen sie eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 72 Kilometer in der Stunde. Schon äußerlich sieht man dem Puma seine Kraft an, er gilt als viertgrößte Katze der Welt. Die beeindruckendsten Exemplare werden bis zu 100 Kilogramm schwer, haben eine Kopf-Rumpf-Länge zwischen 105 und 195 Zentimeter und eine Schulterhöhe zwischen 60 und 90 Zentimeter.

Bei der Wahl der Nahrung sind sie nicht wählerisch, sie fressen alles: von Mäusen bis zu Elchen. Und sie nagen ihre Beute bis auf die Knochen ab. Flexibles Fressverhalten und radikale Futterverwertung: Diese zwei Faktoren sicherten ihnen laut einer Studie von US-Paläontologen aus dem Jahr 2014 am Ende der letzten Eiszeit vor 12.000 Jahren auch das Überleben. Die These: Weil damalige Zeitgenossen wie Riesenfaultier, Mammut und Säbelzahnkatze zu wählerisch waren, starben sie aus. Der anspruchslose Puma dagegen fand auch unter veränderten klimatischen Bedingungen immer ausreichend Nahrung.

Ohnehin gelten Pumas als Meister der Anpassung. „Der Puma ist die Katzenart, die weltweit die größte Nord-Süd-Verbreitung hat“, erklärt Urs Breitenmoser. „Sie reicht von Alaska über Mittelamerika bis zur Südspitze des kontinentalen Südamerikas. Er kommt fast überall zurecht: etwa in Halbwüsten, Regenwäldern, Gebirgen und den Sumpfgebieten Floridas.“

In manchen Regionen des amerikanischen Westens scheuen Pumas sogar die Nähe von Menschen nicht mehr. In Los Angeles lebt seit 2012 ein Puma im Griffith Park nahe dem Hollywood-Schriftzug. Er wurde auf den Namen „P22“ getauft und gilt vielen Anwohnern als Maskottchen von Hollywood. Wer weiß: Vielleicht wird „P22“ ja noch ein Filmstar.


FOTOS: RAMOS/GETTY IMAGES (GR.), KAREN KANE, DELIMONT/MAURITIUS IMAGES