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NATUR: Rettet die Geparden!


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 40/2018 vom 28.09.2018

TV-Star und Tierschützer Hannes Jaenicke besuchte die Raubkatzen in Afrika. Hier sein Exklusivbericht


Artikelbild für den Artikel "NATUR: Rettet die Geparden!" aus der Ausgabe 40/2018 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 40/2018

MUTTERLIEBE
Ein Weibchen mit Jungen im Cheetah-Schutzgebiet. Cheetah ist der englische Name für Gepard


»In Namibia leben etwa 3500 Geparden, die Hälfte des globalen Bestands. Das ist Rekord!«

Hannes Jaenicke, Schauspieler


JAGDINSTINKT
Typische Haltung: Gepard auf der Suche nach Beute


NAH DRAN
Jaenicke mit seinem Lieblingstier, dem Geparden


EXKLUSIV IN HORZU

Der neueste Film aus Hannes Jaenickes Dokureihe „Im Einsatz für …“ dreht sich um das Schicksal der schnellsten Landsäuger der Erde: der Geparden. Für ...

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... den Star die eleganteste aller Raubkatzen – und eines seiner Lieblingstiere. Leider steht es schlecht um die Art. Weltweit leben nur noch rund 7000 Exemplare in Freiheit. Jaenicke warnt: „Geparden sterben aus, wenn nicht bald etwas passiert!“ Ein Schicksal, das sie mit vielen Tieren der Savanne teilen, etwa mit Nashörnern oder Elefanten. Doch das Sterben der Geparden findet weitestgehend abseits der Öffentlichkeit statt. „Fast jeder, dem ich von unserem neuen Filmprojekt erzähle, hört zum ersten Mal davon“, sagt Jaenicke. „Vielleicht, weil der Hauptgrund für ihr Aussterben so abstrakt ist: Sie sterben, weil sie keinen Platz mehr haben. Der Mensch macht ihnen langsam, aber sicher den Lebensraum streitig. Immer mehr Siedlungen fressen sich in die Savanne. Immer mehr Busch wird zu Farmland. Wildnis hat heute kaum noch Platz. So wird auch Geparden der Garaus gemacht.“ In HÖRZU veröffentlicht Hannes Jaenicke exklusiv sein Reisetagebuch aus Afrika:

Otjiwarongo, Namibia » 5. Februar 2018

Mein erstes Ziel auf dieser Drehreise: Namibia. Wir landen in Windhuk, der Hauptstadt des Landes. Von dort aus sind es noch mal knappe drei Stunden zu unserem ersten Drehort: Otjiwarongo. Hier liegt das Hauptquartier des Cheetah Conservation Fund, abgekürzt CCF. Eine Organisation zum Schutz von Geparden, gegründet vor rund 30 Jahren von der US-Wissenschaftlerin Dr. Laurie Marker. Eine beeindruckende Frau, die vor Enthusiasmus und Leidenschaft sprüht. Ich freue mich darauf, die nächsten Tage Lauries Geparden-Schutzprojekt kennenzulernen.

RAUBEN
Die Läufe der Geparden sind grazil, aber kraftvoll. Bei der Jagd erreichen die Tiere bis zu 93 km/h


» 6. Februar 2018

Momentan leben 37 der Raubkatzen auf dem CCF-Gelände. Eine davon ist die wunderschöne Gepardendame Rohini. Sie kam im Alter von vier Monaten in Lauries Obhut. Das Baby wurde von einem Bauern in der Nähe seiner Ziegenherden gefangen. Er brachte es zum namibischen Umweltministerium, das es an Lauries CCF weiterreichte. Manche der Tiere können wieder ausgewildert werden. Rohini aber wird ihr restliches Leben auf dem riesigen Schutzgebiet des CCF verbringen. Nicht als Schmusekätzchen: Der Kontakt zu Menschen wird auf ein Minimum beschränkt. Ihr und den anderen Geparden stehen riesige Gehege zur Verfügung – in ihrem natürlichen Lebensraum, der Savanne. Der CCF kalkuliert mit einem Hektar Auslauffläche – pro Gepard. Die schnellen Läufer müssen fit bleiben. Für manche Katzen steht ein tägliches Lauftraining mit einer Seilzuganlage auf dem Programm, andere müssen sich ihre tägliche Fleischration in hohem Tempo selbst „erlaufen“ – per Verfolgungsjagd mit einem Pick-up-Truck.

» 7. Februar 2018

In Namibia leben 95 Prozent der Geparden außerhalb von Schutzgebieten. Allzu oft überschneiden sich ihre Reviere mit Farmland und den Weideflächen von Nutztierherden. Konflikte sind programmiert. Oft geht das für die Raubkatzen tödlich aus. Laurie Marker und ihr Team werden zum Einsatz gerufen. Über die Cheetah-Hotline hat sich ein Farmer gemeldet, der einen Geparden in der Nähe seiner Viehherden gesehen haben will. Gemeinsam mit Laurie, Quentin und Spürhund Levi mache ich mich auf den Weg zu der Farm. Der Hund ist darauf trainiert, den Kot von Geparden zu erschnüffeln. Und tatsächlich, Levi wird fündig. Durch die Kotprobe kann später eindeutig bestimmt werden, was der Gepard gefressen hat. Das Ergebnis: Es war ein Steinböckchen, keine Ziege. In den allermeisten Fällen zeigt die Untersuchung, dass die Raubkatzen Wild verzehrt haben. Dieses neue Wissen über ihr Fressverhalten hat zum Umdenken in Namibias Bevölkerung geführt. Das Land ist Rekordhalter in Sachen Gepardenpopulation, hier leben geschätzte 3500 Tiere. Das ist fast die Hälfte des globalen Bestands.

FRESSEN
In den meisten Fällen reißen die Raubkatzen Wild und keine Nutztiere


» 8. Februar 2018

Was Laurie Marker und das Team des CCF im Busch leisten, ist beeindruckend. Das Schutzgebiet umfasst mehr als 46.000 Hektar. Neben dem Hightechlabor gibt es eine Modellfarm inklusive Biogärtnerei, eine Ziegenzucht, eine eigene Käserei. Die Anlage ist eine Art Schulungszentrum für lokale Farmer. Zudem wird hier eine spezielle Hunderasse zu Herdenschutzhunden ausgebildet: anatolische Kangals. Auch dieses Programm hat dazu beigetragen, dass Konflikte zwischen Mensch und Raubkatze in Namibia auf ein Minimum reduziert werden. Die Bauern bezahlen für die Hunde einen symbolischen Betrag von 80 US-Dollar. Der Gegenwert aber ist enorm. Laut Statistik haben Farmer mit Herdenschutzhunden zwischen 80 und 100 Prozent weniger Verluste an Vieh. Das beweist: Die Koexistenz mit wilden Tieren ist sehr wohl möglich.

Heute ist unser letzter Abend im Busch. Es gibt Busch-BBQ. Auch ich als Vegetarier komme auf meine Kosten: mit Biogrillgemüse und dem ungemein leckeren Ziegenkäse aus eigener Herstellung. Es ist ein tolles Team, das sich hier beim CCF versammelt hat. Eine große, inspirierende Community von Wissenschaftlern, Studenten und Arbeitern. Ich habe selten ein ähnlich ganzheitliches, sinnvolles Projekt kennengelernt. Übrigens braucht auch der CCF Unterstützung. Wer spenden will, kann das etwa über die deutsche Partnerorganisation des CCF tun: die Aktionsgemeinschaft Artenschutz e. V. (AGA), im Internet unter aga-artenschutz.de.

Phinda Private Game Reserve, Südafrika

» 10. Februar 2018

Unser nächster Drehort ist in Südafrika: Das Phinda Private Game Reserve an der Ostküste des Landes, in der Provinz Kwa-Zulu-Natal. Hier wollen wir Geparden in freier Wildbahn filmen. Resortmanager Les Carlisle, seit Jahrzehnten im südafrikanischen Wildtier-Management aktiv, unterstützt uns. Noch vor 30 Jahren wurde dort, wo sich jetzt kilometerweit Wildnis erstreckt, intensiv Landwirtschaft betrieben. Weit und breit gab es keine ursprüngliche Natur, keine Wildtiere. Les Carlisle und sein Team haben durch kluge Planung ein kleines Paradies erschaffen. Heute finden hier bedrohte Tierarten ein sicheres Zuhause. Auch rund 30 Geparden. Für mich ist Phinda ein Musterbeispiel dafür, wie man Tourismus mit Umwelt- und Tierschutz verbinden kann. Am Ende ist das eine Win-win-Situation für alle Seiten.

SCHMUSEN
Enge Bindung: Die Mütter ziehen ihre Jungen ganz allein auf – ohne Vater


SPIELEN
Beim Toben messen Jungtiere ihre Kräfte, in Namibia meist noch in freier Wildbahn


»Gepardenweibchen sind Freigeister, die Single-Moms der Savanne.«


Noch in der Dunkelheit machen wir uns auf die Suche und treffen bald auf eine junge Gepardenmutter mit ihren drei Kindern. Glück muss man haben! Die kleine Familie werden wir jetzt jeden Tag ein Stück begleiten. Bereits nach wenigen Stunden ist mir das Quartett ans Herz gewachsen. Gepardenweibchen sind übrigens wahre Freigeister. Sie sind Einzelgängerinnen und leben nomadisch. Sie sind die Single-Moms der Savanne. Ganz allein beschützen und versorgen sie ihren Nachwuchs. Bewundernswert!


FOTOS: S. 12-13: GOVINDARAJ/CAVALLI/GETTY IMAGES (2), STROBEL/ZDF; S. 14-15: WISNIEWSKI/DU TO/DPA PICTURE-ALLIANCE (2), LANTING/NATIONAL GEOGRAPHIC STOCK, ANDBEYOND