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NATUR : Sanfte RIESEN


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 18/2019 vom 26.04.2019

Ihr Anblick ist respekteinflößend. Doch Mantarochen sind friedlich und harmlos. Der Wissenschaft allerdings bieten sie Überraschungen


7METER Spannweite können Riesenmantas erreichen

Artikelbild für den Artikel "NATUR : Sanfte RIESEN" aus der Ausgabe 18/2019 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 18/2019

FINGERABDRUCKDie Bauchzeichnung jedes Riesenmantas ist einzigartig


Die dunkle, bedrohliche Silhouette. Die teuflischen Hörner. Dazu die schiere Masse: Bis zu sieben Meter groß, bis zu zwei Tonnen schwer kann ein Riesenmanta werden. Obendrein ist er ein ziemlich naher Verwandter der Haie. Eine furchteinflößende Erscheinung. Angst ist dennoch unbegründet, denn der gewaltige Gleiter der Meere ist in Wahrheit ein ziemlich ...

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... harmloser Planktonfresser. Nicht einmal einen giftigen Stachel hat er, wie so viele der anderen Rochenarten. Fast zutraulich schwimmt er neben Tauchern, mit geradezu eleganter Gelassenheit.

Fototermin im Ozean

Im warmen Wasser vor der Seychelleninsel D’Arros kommt die Schweizer Biologin Ornella Weideli bei ihren Tauchgängen den riesigen Tieren ganz nah. Weideli ist für ein Projekt der Genfer Save Our Seas Foundation unterwegs: Sie fotografiert die faszinierenden Tiere dabei vor allem von unten. Diese „belly shots“ macht sie aus einem besonderen Grund: Die Bauchzeichnung aus hellen und dunklen Flecken ist bei jedem Riesenmanta absolut einzigartig, eine Art Fingerabdruck der Knorpelfische. An diesem Muster kann die Forscherin die Rochen wiedererkennen und so versuchen, ihre Wanderungen nachzuvollziehen.

Tatsächlich sind die großen Teufelsrochen, zu denen der Riesenmanta und der etwas kleinere Riffmanta gehören, nicht unmittelbar in ihrer Existenz bedroht, aber immer in Gefahr. Die Tiere vermehren sich extrem langsam. Nur ein Junges bringen die Weibchen nach einer Tragzeitvon 13 Monaten zur Welt, dazu sind sie erst mit fünf Jahren geschlechtsreif und werden nur alle zwei bis drei Jahre trächtig. Unter diesen Voraussetzungen kann die Population schnell aussterben. Ein Grund dafür, dass sich heute nicht nur internationale Organisationen, sondern auch örtliche Projekte für ihren Schutz einsetzen. Die Doku „Trauminsel Bora Bora“ (siehe TV-Tipp) berichtet etwa über eine Initiative in Französisch-Polynesien.

ZUTRAULICHDie riesigen Tiere zeigen keinerlei Scheu vor den Tauchern, die sie fotografieren


Tauchen Mantas in die Tiefe?

Bislang ging man davon aus, dass die großen Mantas und vor allem Riffmantas sich bevorzugt in eher flachen, küstennahen Gewässern aufhalten, wo sie das Wasser nach Plankton durchsieben. Dazu fächeln sie sich mit ihren beiden Kopfflossen, die in einer bestimmten Stellung an Teufelshörner erinnern, Wasser ins Maul und durch Reusen, in denen die Kleinstlebewesen hängen bleiben wie in einem Filter.

Neue Forschungsergebnisse legen jetzt aber den Schluss nahe, dass die Riesenmantas durchaus auch in größere Meerestiefen vorstoßen. Für den Nachweis entnahmen Wissenschaftler der University of Queensland im australischen Brisbane Gewebeproben aus der Haut der Tiere, die sie auf bestimmte Bestandteile untersuchten. Das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff-Isotopen in der Probe lässt Rückschlüsse auf die Tiefe zu, aus der die Nahrung der Mantas kommt. Überraschenderweise stammten bei den Tieren nur 27 Prozent aus Oberflächenplankton, der Rest aus weitaus tieferen Regionen. „Beobachtungen deuten darauf hin, dass diese Mantarochen bis auf 1400 Meter hinabtauchen, möglicherweise sogar bis in 2000 Meter Tiefe“, so Katherine Burgess, die an der Studie beteiligt war. Dort unten, so wird vermutet, könnten die Mantas größere Krebse und Fische aus dem Wasser angeln. Ihr Maul wäre dazu durchaus in der Lage.

Doch der Manta fasziniert nicht nur Forscher, sondern auch Designer, wie der Opel Manta aus den 1970ern beweist. Angeblich hatten die Autobauer Aufnahmen des Tierfilmers Jacques Cousteau gesehen. Dass Rochen bis zu zwölf Stundenkilometer Tempo erreichen, war eine schöne Vorlage: Sie sind eben nicht nur große Fische, sondern auch schnelle.

GESELLIGRiesenmantas leben in kleinen Gruppen zusammen, es gibt aber auch Einzelgänger


2TONNEN kann ein ausgewachsenes Tier wiegen


SPIELERISCHEin paar Sekunden können Mantas nach einem Sprung auch durch die Luft segeln


HUNGRIGMit seinen Filterlappen fischt der Manta Plankton aus dem Meexrwasser


FOTOS: S. 14-15: BRANDON COLE; S. 16: BRANDON COLE, VILLOCH/MAURITIUS IMAGES, SKERRY/NATIONAL GEOGRAPHIC STOCK, DAVID FLEETHAM