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Naturheilkunde & Medizin: Allergie-Auslöser: gängige Hypothesen


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Gesundheits-Nachrichten - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 20.03.2020

Pflanzen, Tiere und andere Stoffe können Allergien auslösen. Bestimmte Umweltbedingungen verstärken zudem allergische Reaktionen. Umweltbedingungen


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Bildquelle: Gesundheits-Nachrichten, Ausgabe 4/2020

Klimawandel-Hypothese

Je wärmer es wird, desto länger und intensiver ist die Pollensaison. Hasel, Birke und Esche z.B. blühen rund zwei bis drei Wochen früher als noch vor 30 Jahren. Höhere Temperaturen begünstigen, dass neue Pflanzen einwandern, deren Pollen ebenfalls Heuschnupfen auslösen können.

Genetische Hypothese

Wichtig ist hier der Begriff der «Atopie » (altgriech. atopía für Ortlosigkeit). Diese ist definiert als eine erbliche Neigung, in Form von ...

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... bestimmten allergischen Reaktionen (insbesondere vom Sofort-Typ/Typ I) auf den Kontakt mit Stoffen aus der Umwelt mit der Bildung von IgE-Antikörpern zu reagieren

Hygiene-Hypothese

Wohlstand führt zu mehr Hygiene; das Immunsystem ist deshalb möglicherweise unterfordert. Natürliche Keime fehlen; folglich sucht sich die Immunabwehr eigentlich harmlose Substanzen als Gegner und attackiert diese über Gebühr.

Lebensweise-Hypothese

Falsche Ernährung (Fertigprodukte) sowie ungesunde Lebensweise (Rauchen, Alkohol) erhöhen das Risiko, eine Allergie zu entwickeln. Exotische Nahrungsmittel und die Dauerverfügbarkeit eigentlich saisonaler Lebensmittel können eine Rolle spielen.

Umwelt-Hypothese

Luftschadstoffe, z.B. Feinstaubpartikel verändern die Eiweisse der Pollenkörner, dadurch werden diese aggressiver und allergener. Das kann die Atemwege zusätzlich reizen. Ozon kann die Schleimhäute ebenfalls reizen und Symptome von Allergie und Asthma verschärfen. Je höher die Ozonbelastung, desto stärker die Belastung für die Lunge. Auch Mikroplastik steht im Verdacht, mit Allergien im Zusammenhang zu stehen.

Peter F. Aldermann und Dr. Thomas Bohrer sprechen in ihrem Buch «Allergien. Die wahren Ursachen» infolgedessen von «Killer-Enzymen» (siehe Buchtipp). Bei Beschäftigten in der Waschmittelindustrie sind die Zusammenhänge deutlich: Asthma, chronische Bronchitis und Rhinitis (Entzündung der Nasenschleimhaut) treten gehäuft auf. Nicht umsonst ist Ganzkörperschutzkleidung an diesen Arbeitsplätzen Pflicht. Gleichwohl können feinste Mikrostäube z.B. aus Waschmittelpulver tief in die Schleimhäute eindringen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine Studie, die untersuchte, weshalb die Kinder der Amischen (eine zurückgezogene Religionsgemeinschaft im ländlichen Amerika) vier- bis sechsmal seltener an Asthma und anderen Allergien erkranken als die Kinder von Hutterern. Letztere leben ebenfalls abgeschieden, betreiben im Gegensatz zu den Amischen jedoch industrielle Landwirtschaft. Die Forscher vermuteten die Ursache in der unterschiedlichen Form der Viehzucht der beiden Gemeinschaften und infolgedessen einer anderen Bakterienbesiedlung bei den Menschen («Hygiene-Hypothese»). Für Prof. Akdis ist ein anderer Umstand jedoch viel evidenter: Die Amischen halten einen gemeinschaftlichen Waschtag pro Woche ab und verwenden dabei unschädliches «baking soda», also Backnatron. Die Hutterer hingegen nutzen moderne Waschmittel.

Aufgepasst, was auf den Teller kommt

Die zweite Allergie-Epidemie in der eingangs erwähnten Kurve zeichnet sich in den 2000er-Jahren ab «und das ist die Nahrungsmittel-Allergie», so Prof. Akdis. Er und sein Team verschafften sich einen Literaturüberblick zur Verwendung von Lebensmittel-Emulgatoren (allesamt zugelassene Stoffe!), die für eine cremige Konsistenz und längere Haltbarkeit sorgen. Letztere ergibt sich durch antibakterielle Zusatzstoffe. Das, so Prof. Akdis, lasse sich gut beim Brot erkennen - schimmelte es früher bereits nach drei Tagen, so könne man es heute viel länger liegen lassen. Immunologen erhielten durch Maus-Versuche Hinweise darauf, dass Emulgatoren schon in geringer Konzentration massiv in die Darmflora eingreifen. Auch hier kommen dann wieder die tight junctions ins Spiel, die in ihrer Funktion als Teil der Darmbarriere gestört und dann beispielsweise für Allergene durchlässig werden. Die Forscher des SIAF werden in Kürze weitere Forschungsergebnisse zu Ursachen bzw. Auslösern von Allergien veröffentlichen, u.a. zu Ozon und Mikroplastik, so Prof. Akdis. Man darf gespannt sein.

Infos zu gut verträglichen Reinigungsmitteln finden Sie auf unserer Webseite unter: www.allergien.avogel.ch

Buchtipp: «Allergien. Die wahren Ursachen» von Peter F. Aldermann und Dr. Thomas Bohrer, book-network.com, 2015 Best.-Nr: 483

Wo Patienten profitieren

Seit 2019 sind das Schweizerische Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF), das Christine Kühne-Center for Allergy Research and Education (CK-CARE) und die Hochgebirgsklinik (HGK) in Davos Wolfgang auf einem Campus vereint. Davon profitieren die Patienten unmittelbar: «Wir sind gut vernetzt, das aktuelle Wissen über neueste Forschungsdaten und Therapiemethoden kommt direkt unseren Patientinnen und Patienten zugute, das ist ein grosses Plus», sagt Dr. Georg Schäppi, Direktor der HGK. Erkenntnisse über möglicherweise problematische Inhaltsstoffe von Waschmitteln schlagen sich längst in den Abläufen der Hochgebirgsklinik nieder: «Die HGK verwendet seit jeher sehr sorgfältig ausgewählte Waschmittel, die erwiesenermassen hautverträglich sind.» Auch die Küche ist allergikersensibel zertifiziert.