Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 3 Min.

NATUR:Herrscher der SAVANNE


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 33/2018 vom 10.08.2018

Ganz nah dran am König der Tiere: Acht Jahre lang begleitete Filmemacher Owen Prümm mehrereLöwenrudel in Tansania. Jetzt läuft die aufwendige Doku des Südafrikaners im Fernsehen


Artikelbild für den Artikel "NATUR:Herrscher der SAVANNE" aus der Ausgabe 33/2018 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 33/2018

AUSGESCHLAFEN
Wenn die Sonne untergeht, erwacht der Jagdinstinkt: ein Löwenrudel im Ruaha-Nationalpark


GUT GEBRÜLLT
Auch Fauchen will gelernt sein: Der Rudelführer macht es schon mal vor


Arglos beugt sich die Giraffe hinunter zum Flussbett, trinkt – und merkt nicht, wie der Killer näher rückt. Erst als die Löwin zum Angriff ansetzt, schreckt die Giraffe auf. Bis zu 60 Stundenkilometer schnell können die Riesen sprinten, doch ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 1,09€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von HÖRZU. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 33/2018 von FOTO DER WOCHE: Ein Abend in den Dolomiten: GIPFELGLÜCK. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FOTO DER WOCHE: Ein Abend in den Dolomiten: GIPFELGLÜCK
Titelbild der Ausgabe 33/2018 von TV -THEMA DER WOCHE: Show der Geheimnisse. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TV -THEMA DER WOCHE: Show der Geheimnisse
Titelbild der Ausgabe 33/2018 von Flop-TV. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Flop-TV
Titelbild der Ausgabe 33/2018 von Raus aus der Plastikfalle!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Raus aus der Plastikfalle!
Titelbild der Ausgabe 33/2018 von Hallo, Doktor!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Hallo, Doktor!
Titelbild der Ausgabe 33/2018 von Ein Königreich voller Schätze. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ein Königreich voller Schätze
Vorheriger Artikel
Raus aus der Plastikfalle!
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Hallo, Doktor!
aus dieser Ausgabe

... das hilft dem Langhals jetzt nicht. Als die Löwin ihre Kräfte aufgebraucht hat, löst eine Artgenossin sie bei der Hatz ab, kurz darauf kommt eine weitere Raubkatze hinzu. Schließlich beißen sie sich an den Hinterbeinen ihres erschöpften Opfers fest, bringen es zum Stehen. Schnell ist die Giraffe von einem ganzen Rudel Löwen umringt, kann sich nicht mehr auf den Beinen halten. Ihr Schicksal ist besiegelt.

Was im Ruaha-Nationalpark in Tansania alltäglich ist, hat als Filmmaterial Seltenheitswert. Deshalb gehört die Giraffenjagd zu den herausragendsten Szenen der Doku „Das Reich der Löwen“ (siehe TV-Tipp). „Die erfolgreiche Löwenjagd auf eine ausgewachsene Giraffe zu filmen ist keinem Kameramann zuvor gelungen“, sagt der, dem das geglückt ist: Tierfilmer Owen Prümm. „Dieses koordinierte Verhalten wollte ich unbedingt festhalten.“ Der gebürtige Südafrikaner filmt seit acht Jahren im Ruaha-Nationalpark, dem größten Schutzgebiet Ostafrikas. 3000 Löwen sollen hier durch die Wildnis streifen.

VIEL GEDULD
Wer den Tieren im Ruaha-Nationalpark so nah kommen will wie Owen Prümm in seinem Jeep, muss viel Zeit und Ausdauer mitbringen


GANZ ENTSPANNT
Selbst der König der Tiere muss sich mal ausruhen


DAS GRÖSSTE SCHUTZGEBIET OSTAFRIKAS
Der 20.000 Quadratkilometer große Ruaha-Nationalpark liegt in Zentraltansania


ALLE GEGEN EINEN
Erfolgreiche Gruppenjagd: Löwinnen sind sehr geschickt darin, Büffel aus ihrer Herde zu isolieren


UMRINGT VON 28 LÖWEN

Als Prümm mit den Dreharbeiten begann, stand er vor gewaltigen Herausforderungen: Er musste das Vertrauen der Löwen gewinnen und sie an seine Anwesenheit gewöhnen. „Das erste Jahr war eher frustrierend, weil sie sich sehr scheu verhalten haben“, erinnert er sich. Der Tierfilmer folgte den Raubkatzen in seinem Jeep auf ihren Streifzügen und rückte über Monate langsam näher an sie heran. „Irgendwann schien es sie nicht mehr zu stören, dass ich da bin“, sagt er. „Ich glaube, sie sehen mein Auto mittlerweile als Lebewesen, das für sie keine Gefahr darstellt.“ Das ist wichtig, weil jeder Beutezug eines Rudels unvorhersehbar verläuft – und es passieren kann, dass sich der Filmemacher plötzlich mitten im Geschehen befindet. „Es kommt schon vor, dass sich die Tiere im Schatten meines Wagens erholen und dann 28 Löwen ein oder zwei Meter um mich herum liegen“, erzählt Prümm. Welche Sicherheitsvorkehrungen er trifft? „In meinem Jeep liegt ein Stock, aber den musste ich noch nie benutzen. Und ich verlasse das Auto natürlich nie, wenn Löwen in der Nähe sind.“

Die Nächte verbringt Prümm in einem kleinen Zeltcamp. Ein Leben nicht nur in freier Wildnis, sondern auch in absoluter Abhängigkeit von den Löwen. „Die Darsteller halten sich ja nicht an Regieanweisungen“, scherzt er. „Es können Wochen vergehen, ohne dass etwas Nennenswertes passiert. Das kann schon zermürbend sein.“ Der Filmer braucht Geduld – und wird dafür letztlich belohnt. Denn tatsächlich gewinnt er neue Einblicke in das Leben der Raubkatzen. „Ich habe hier gelernt, wie sehr sich einzelne Rudel unterscheiden.“ Während das eine fast nur Büffel jagt, ist das nächste auf Giraffen spezialisiert. Einige Rudel jagen morgens, andere nur nachts. Eine Gruppe paktiert sogar mit Pavianen: Eigentlich schlagen die Affen auf ihren Bäumen lautstark Alarm, sobald sie Löwen erblicken, und warnen so andere Tiere. In einer Region in Ruaha aber bleiben sie einfach still. So erleichtern sie den Raubkatzen ihre Jagd, im Gegenzug lassen die Löwen die Paviane in Ruhe.

KAMPF UM DEN THRON

Prümm rückt auch das Image der Löwenmännchen zurecht. „In vielen Filmen werden sie als faule Herrscher des Rudels dargestellt“, sagt er. Zwar sind Weibchen das Rückgrat jeder Gruppe: Sie beschaffen die meiste Nahrung, ziehen die Jungen auf. Aber: In jedem Rudel ist nur Platz für einen König. Väter verbannen ihre Söhne, sobald diese geschlechtsreif sind. Dann müssen die sich erst einmal allein durchschlagen. Prümm folgte solch einem verstoßenen Männchen und berichtet: „Um Rudelführer zu werden, muss ein Löwe zahllose Kämpfe bestehen.“ Die Raubkatzen zögern dabei nicht, Konkurrenten zu töten. Doch wer nicht zum König eines Rudels aufsteigt, bleibt Einzelgänger – und fristet ein sehr viel härteres Leben.


FOTOS: S. 12-13: SWART/BIOSPHOTO (GR.), VAN ZANDBERGEN/THE AFRICA IMAGE LIBRARY; S. 14: VAN ZANDBERGEN/THE AFRICA IMAGE LIBRARY, KNIPFER/SHIBUMIFILMS, MARC MOL; KARTE: HÖRZU