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Nebenwerte – Unternehmensmeldungen


AnlegerPlus - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 09.05.2020

01: HUGO BOSS

Krisenende im Anzug

Artikelbild für den Artikel "Nebenwerte – Unternehmensmeldungen" aus der Ausgabe 4/2020 von AnlegerPlus. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: AnlegerPlus, Ausgabe 4/2020

Die Aktie des Modekonzerns HUGO BOSS wurde im Zuge der Coronakrise stark gebeutelt. Kein Wunder, wer braucht schon Ausgeh-Roben, wenn sämtliche Feste, Veranstaltungen oder Geschäftstermine ausfallen? Doch irgendwann geht auch diese Krise vorbei und dann werden die Feste nicht nur gefeiert, wie sie fallen, sondern viele werden nachgeholt. Davon könnte die BOSS-Aktie dann profitieren.

Mehr als Herrenanzüge

HUGO BOSS wurde 1924 gegründet und gehört zu den weltweit führenden Unternehmen im gehobenen Premiumsegment des Bekleidungsmarktes. Der Konzern beschäftigt weltweit rund ...

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... 14.700 Mitarbeiter. Neben den beiden Kernmarken „BOSS“ und „HUGO“, die sowohl Herren- als auch Damenmode im Bereich Business-Bekleidung, lässige Freizeitoutfits und Athleisurewear (sportliche Trendmode) abdecken, positioniert sich der Konzern auch im Bereich von Schuhen und Accessoires. Ebenso gehören in Lizenz vertriebene Produkte wie Düfte, Brillen und Uhren zum Geschäftsmodell.

Das Modeunternehmen kann eine beeindruckende Wachstumsstory vorweisen. In den letzten zehn Jahren legte der Umsatz von 1,73 Mrd. Euro im Jahr 2010 auf 2,88 Mrd. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 zu. Das Konzernergebnis war in diesem Betrachtungszeitraums immer positiv und betrug meist über 200 Mio. Euro. 2019 wurde ein Konzernergebnis von 205 Mio. Euro erzielt. Und man zeigte sich bisher spendabel, HUGO BOSS schüttete nämlich einen Großteil des Jahresüberschusses als Dividende an die Aktionäre aus.

Investoren im Anmarsch

Doch mit der großzügigen Ausschüttungspolitik wird es wegen der Coronakrise in diesem Jahr nichts. Mitte März unterbreitete der Konzern aus dem baden-württembergischen Metzingen zwar noch einen Dividendenvorschlag von 2,75 Euro je Aktie. Aber in der Einladung zu der danach auf den 27.5.2020 verschobenen Hauptversammlung, die als virtuelles Aktionärstreffen abgehalten wird, wurde der Dividendenvorschlag kassiert. Als Begründung wurde ein „erheblicher Rückgang von Umsatz, Profitabilität und Cashflow“ in den letzten Wochen genannt. „Die Thesaurierung des Bilanzgewinns soll die finanzielle Stabilität und Flexibilität des Unternehmens zusätzlich stärken“, erläuterte der Vorstand in einer Ad-hoc-Meldung Anfang April.

Vor ziemlich genau fünf Jahren notierte die Aktie bei 120 Euro, heute bei nur noch 25 Euro. Dieses Niveau scheint nun größere Investoren anzulocken. 83 % der Aktien befinden sich im Streubesitz, 15 % gehören dem italienischen Aktionär Marzotto. Das manager magazin berichtete nun in einer der letzten Ausgaben, dass angeblich die Schweizer Großbank UBS den verdeckten Einstieg eines Investors vorbereiten und mittlerweile Optionen auf über 9 % der Stimmrechte halten soll. Möglicherweise, so wird kolportiert, könnten sich der aktivistische Investor Elliott, der chinesische Mischkonzern Fosun oder der ehemalige Mehrheitsaktionär Permira für einen Einstieg interessieren. Möglicherweise hat die bevorstehende Änderung der Aktionärsstruktur auch mit dem angekündigten Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden Mark Langer zum 30.9.2020 zu tun.

Quelle: investing.com│Kurs am 29.4.2020: 24,81 Euro

Aktie spannend

Auf dem aktuellen Kursniveau von 25 Euro wird das Unternehmen mit 1,75 Mrd. Euro und somit dem 8,4-Fachen des 2019er- Jahresüberschusses bewertet. Wenn die Pandemie in absehbarer Zeit endet und die Konsumlaune der Menschen zurückkehrt, erscheint diese Bewertung günstig und Einstieg könnte sich für spekulativ orientierte Anleger lohnen. Ein mittelfristiges Kursziel ist bei günstigen Rahmenbedingungen bei 50 Euro vorstellbar, ein Stop-Loss-Limit sollte bei 20 Euro platziert werden.

02: Kulmbacher Brauerei

Noch steht die Dividende

Hoffentlich bald wieder zu genießen: frisch gezapftes Bier


Keine Gaststätten geöffnet, keine Volksfeste, keine Publikumsveranstaltungen, kein geselliges Beisammensein mit Freunden: Dass auch Brauereien um ihre Existenz fürchten, ist nicht verwunderlich. Der Aktienkurs der Kulmbacher Brauerei, die sich auf unserer Nebenwerteliste befindet, hält sich dafür aber sehr gut, sogar eine Dividendenzahlung wurde jüngst avisiert.

Ergebnis über den Erwartungen

Trotz eines harten Preis- und Wettbewerbsdrucks sowie Überkapazitäten auf dem deutschen Bier- und Getränkemarkt konnte die Kulmbacher Gruppe im Geschäftsjahr 2019 eine über den Erwartungen liegende Ergebnisentwicklung vermelden. Dank Absatzmengenzuwächsen der Marke Mönchshof und einer allgemeinen Preiserhöhung zum 1.11.2018 lagen die Umsatzerlöse des vergangenen Jahres mit 232,9 Mio. Euro 0,5 % über den Erlösen 2018. Das EBIT von 12,6 Mio. Euro übertrag den prognostizierten Wert von 10,0 Mio. Euro deutlich.
Doch Covid-19 bringt auch die Planung der fränkischen Brauerei durcheinander. Die ursprünglich für den 13. Mai angesetzte Hauptversammlung wurde verschoben, voraussichtlich auf Juli. Damit müssen die Anleger länger auf die Dividende warten, als eigentlich gedacht. Immerhin plant das Management, annähernd den gesamten Bilanzgewinn in Höhe von 5,23 Mio. Euro an die Aktionäre auszuschütten. Geplant ist eine Dividende von 1,50 Euro je Aktie. Bezogen auf den aktuellen Aktienkurs von 61,50 Euro errechnet sich daraus eine Dividendenrendite von 2,44 %.

Aktie halten

Eine existenzgefährdende Lage bei der Kulmbacher Brauerei können wir derzeit nicht erkennen, der Dividendenvorschlag stammt vom 18. März. Aufgrund der Substanzstärke der Gesellschaft und dem Großaktionär Paulaner, der sicher auch eine längere Durststrecke bewältigen kann, sollten Anleger, die diese Einschätzung teilen, die Aktie weiterhin halten. Das mittelfristige Kursziel sehen wir weiterhin bei 80 Euro, der Stop-Loss bei 54 Euro bleibt bestehen.

Quelle: investing.com│Kurs am 29.4.2020: 61,50 Euro

03: InterCard

Hoffnungsträger im Gepäck

Mit einem Ausweis, den alle Menschen erhalten, die das Coronavirus bereits durchlebt haben und somit immun geworden sind, will die InterCard AG punkten. Dies könnte dem Aktienkurs des Technologieunternehmens Auftrieb verleihen.

Das Geschäftsmodell

Die InterCard-Gruppe bietet Bezahl- und Abrechnungssysteme für geschlossene Nutzergruppen sowie Identifikationssysteme für die Zutrittskontrolle und Zeiterfassung von Personen. Die Nutzer der Intercard-Systeme, u.a. 1,6 Millionen Studierende an Universitäten und Hochschulen in Deutschland und in der Schweiz, identifizieren sich mit ihrer Chipkarte, dem Schlüsselchip oder dem Smartphone an einem Intercard-Terminal. Sie können dann z.B. Dokumente vertraulich ausdrucken, sicher bezahlen, Daten abrufen, Schließfächer nutzen, Räumlichkeiten betreten oder Arbeitszeiten erfassen. Die Tochtergesellschaft Multicard ist zudem im Bereich der Kundenkarten und Mitarbeiterausweise für industrielle Großkunden vertreten.

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 war laut den vorläufigen Zahlen erfolgreich. Die Umsatzerlöse wurden gegenüber dem Vorjahr um knapp 33 % auf 19,1 Mio. Euro gesteigert, wobei der Anstieg mit 2,7 Mio. Euro auf die erstmalige Konsolidierung der Mehrheitsbeteiligung Polyright seit Mai 2019 zurückzuführen ist. Das EBITDA stieg im Konzern auf 1,8 Mio. Euro, nach 0,99 Mio. Euro 2018, das EBIT lag mit 0,79 Mio. Euro mehr als doppelt so hoch wie im Jahr zuvor.

Die Zeichen für 2020 standen zunächst ebenfalls gut. Die InterCard-Gruppe hatte das Geschäftsjahr 2020 mit einem hohen Auftragsbestand und hohen freien Mitteln unter Berücksichtigung freier Kreditlinien begonnen. Vor dem Hintergrund der Corona- Situation ist allerdings von einer Beeinträchtigung des Geschäfts auszugehen, wie das Unternehmen mitteilte. Es kommt aktuell zu Verschiebungen bei Terminen und Projekten, deren Dauer im Moment noch nicht eingeschätzt werden kann. Die daraus resultierenden nachteiligen Effekte werden im Moment teilweise durch Sonderbestellungen kompensiert.

Hoffnungsträger Sonderausweis

Und man hat eine neue Geschäftsidee. Eine Ausweiskarte soll künftig zeigen, wer Covid-19 bereits durchlebt hat und immun geworden ist. Mit diesem Instrument will InterCard eine Sicherung zur schrittweisen Wiederbelebung der Wirtschaft schaffen. „Die Idee ist, dass Krankenhäuser und testende Stellen direkt vor Ort jedem Patienten einen Ausweis erstellen können, bei dem Antikörper im Blut nachgewiesen wurden“, so der Geschäftsführer der InterCard Kartensysteme GmbH, Gerson Riesle. Mit diesem würden sie sich dann bei ihrem Arbeitgeber, öffentlichen Einrichtungen und im alltäglichen Leben als Nicht-Gefährdungsquelle ausweisen. Auf diese Weise könnten Betriebe schrittweise wieder anlaufen, Kindergärten wieder öffnen und die Menschen im Alltag ein erhöhtes Sicherheitsgefühl erhalten.

Ob der Corona-Ausweis ein Erfolg wird, bleibt abzuwarten. Beim derzeitigen Aktienkurs von 3,60 Euro ist die Gesellschaft aber auch nicht übermäßig hoch bewertet. Der Börsenwert beträgt 6,08 Mio. Euro und damit über 20 % weniger als der Buchwert des Eigenkapitals zum 30.6.2019, der bei 7,8 Mio. Euro zu verorten ist. Auch aus diesem Grund könnte sich ein Einstieg bis 4 Euro für risikoaffine Anleger lohnen. Unser mittelfristiges Kursziel liegt bei 6 Euro, ein Stop-Loss-Limit sollte bei 3 Euro platziert werden.

Quelle: investing.com│Kurs am 29.4.2020: 3,60 Euro

AnlegerPlus Tipp

In den letzten AnlegerPlus News (Ausgabe 4/2020) stellten wir Unternehmen vor, die Erfolg versprechende Impfstoffe und Medikamente gegen das Coronavirus entwickeln. Außerdem haben wir die VERBIO AG in unsere Nebenwerteliste aufgenommen. Die Aktie konnte sich im jüngsten Börsencrash vergleichsweise gut behaupten. AnlegerPlus-Leser können sich kostenfrei unter www.anlegerplus.de/news für das Online-Magazin registrieren und verpassen dann keine Berichterstattung mehr. Ältere Ausgaben finden sich im umfangreichen News-Archiv.


Bild: © entrechat – istockphoto.com; Icon: © da-vooda – istockphoto.com

Bild: © www.intercard.org; Icon: © pixabay.com