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NEIL PEART (1952 - 2020: »Millionen von Leuten BERÜHRT«


drums & percussion - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 07.02.2020

Kaum ein Superlativ, der nicht zu Rush und deren Drummer/Texter NEIL PEART passen würde: rund 40 Millionen verkaufte Tonträger, Aufnahme in die »Rock and Roll Hall of Fame«, ein Hollywood- Stern - eine eigene Briefmarke gar. Obwohl sich die Band offiziell getrennt hatte, hofften viele auf eine Reunion. Diese Hoffnung macht der Tod von NEIL PEART am 7. Januar zunichte.


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Foto: Ingo Baron

Neil Ellwood Peart wurde am 12.

Schmuckverkäufer in London

Der junge Neil Peart war stark beeinflusst von der britischen Musikszene. So beschloss er als Achtzehnjähriger, nach der Highschool und seiner Mitwirkung in diversen ...

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... lokalen Bands, sein Glück in London zu suchen, der Heimat seiner Idole Keith Moon, John Bonham und Ginger Baker. Doch statt als Rock-’n’- Roll-Durchstarter fand er sich alsbald als Schmuckverkäufer in einem Laden namens »The Great Frog« auf der Carnaby Street wieder. In dieser Zeit bekam Peart jedoch durch die russische Schriftstellerin Ayn Rand Zugang zu Philosophie, Ethik und Liberalismus, was auf seine spätere Tätigkeit als Texter für die Songs von Rush Einfluss haben sollte.

Baldiger Durchbruch mit Rush

Nach 18 Monaten erkannte Peart, dass er sich im Vereinigten Königreich in einer Sackgasse befand Er ging nach Kanada zurück und verkaufte zunächst Ersatzteile für Traktoren. Dann ergab sich die Möglichkeit, an einer Audition für die Nachfolge für John Rutsey bei der Band Rush teilzunehmen. Menschlich sah man sich sofort auf gleichem Level, und auch sein britisch angehauchter Oldschool-Style à la Keith Moon wurde nach einigen Diskussionen akzeptiert. Das erste gemeinsame Album »Fly By Night« [1975], zu dem Peart bereits einige Texte beisteuerte, kam bei Kritikern wie Fans gut an. Zwei Alben später gelang der Band Rush mit »2112« im Jahr 1976 der internationale Durchbruch.

Als Drumidol allmählich gereift

Tatsächlich wirkte Pearts Drumming auf frühen Rush-Aufnahmen noch etwas abenteuerlich und eine Spur zu hektisch, aber spätestens auf dem Album »Moving Pictures« [1981] gewann sein Spiel deutlich an Präzision und Dynamik. Der Drumpart des Songs »Tom Sawyer« hat sicher Tausende von Drummern in der ganzen Welt inspiriert. Ein fester Bestandteil der Rush-Show war immer auch ein extensives Schlagzeugsolo. Was sein Spiel anging, so arbeitete Peart ständig an seiner Technik und nahm auch in seiner späteren Karriere Unterricht bei Freddy Gruber und Peter Erskine. Dem »Modern Drummer «-Magazin sagte er 1983, dass er hoffe, einen Punkt zu erreichen, an dem sein Spiel sein gesamtes Potenzial ausschöpfen könne. 1989 sagte er an gleicher Stelle, dass er nun das Gefühl habe, diesen Punkt erreicht zu haben. Auch Rush arbeiteten als Band am absoluten Limit, was sowohl Studio- als auch Live-Performance anging. Das Trio verschmolz auf progressive Art verschiedene Rockmusikstile, wobei sich der eigene Stil mehrfach veränderte.


ER BEKAM DEN TITEL »PROFESSOR «, WEIL ER DIE DRUMPARTS KOMPLETT AUSARBEITETE


»The Professor«

Um live keine Gastmusiker beschäftigen zu müssen, setzte Rush viel Elektronik ein. Die Drumtracks arbeitete Peart komplett aus, was ihm den Titel »The Professor« einbrachte. In Sachen Equipment startete Peart in Reminiszenz an sein Idol Keith Moon mit einem Doublebassdrum-»Chrome «-Set von Slingerland. Nachdem er in den 1980er-Jahren Tama und nachfolgend Ludwig-Drums gespielt hatte, wechselte er ab 2002 zu DW-Drums, wobei seine atemberaubenden Set-ups immer wieder Maßstäbe an Ästhetik und Design setzten. Anfang der 2000er-Jahre entwarf Sabian Pearts eigene »Paragon«-Beckenlinie.

Schicksalsschläge

Mit Rush stieg er in den Musikerolymp auf, doch privat kämpfte Peart mit Schick- salsschlägen: 1997 kam seine 19-jährige Tochter Selena durch einen Autounfall ums Leben, zehn Monate später erlag seine Lebensgefährtin einem Krebsleiden. Peart nahm eine Auszeit von der Band und reiste Zehntausende von Meilen per Motorrad durch Nord- und Südamerika. Seine gewonnenen Eindrücke verarbeitete er in verschiedenen Büchern und Songs. Rush ging ab 2002 wieder auf Tour, und Peart fand auch erneut privates Glück.

Rückzug und Tod

Im Dezember 2015 gab Neil Peart seinen Rückzug aus der Band aus privaten Gründen bekannt. Fünf Jahre später, am 7. Januar 2020, starb er nun mit 67 Jahren in Santa Monica in seiner Wahlheimat Kalifornien an einer aggressiven Form eines Hirntumors. Der US-Drummer Rod Morgenstein schreibt darauf in einem Facebook-Post: »Neil Peart ist für mich die Definition von ›carpe diem‹ [›Mach’ was aus deinem Leben!‹]. Er nutzte jeden Moment seines Lebens, um etwas Nützliches zu tun. Er war ein großer Einfluss für uns alle, der mit seiner menschlichen Art Millionen von Leuten berührt hat.«

Auf Augenhöhe mit den Idolen

Einzigartig ist auch, dass Neil Peart gelang, sich in die Riege seiner Idole einzureihen: Das »Rolling Stone«-Magazin notiert Peart 2016 in seiner Liste der 100 besten Rockdrummer auf Platz 4, nach John Bonham, Keith Moon und Ginger Baker. Und die haben nicht einmal eine eigene Briefmarke!

Die »Rush«- Briefmarke der kanadischen Post von 2013