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NETZTEST: WER HAT DAS BESTE NETZ?


Smartphone - epaper ⋅ Ausgabe 7/2020 vom 09.10.2020

Wir nehmen unser Mobilfunknetz unter die Lupe - im großen SMARTPHONE-Netztest!


Artikelbild für den Artikel "NETZTEST: WER HAT DAS BESTE NETZ?" aus der Ausgabe 7/2020 von Smartphone. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Smartphone, Ausgabe 7/2020

Im Moment sind wahrlich keine leichten Zeiten. Die Covid- 19-Pandemie belastet unsere Wirtschaft, unser Leben, unser Wohlbefinden und zwingt uns zu zahlreichen Einschränkungen. Natürlich stehen in Zeiten von Home Office und Videocalls auch die Mobilfunker unter besonderer Belastung - und müssen abliefern. Drei große Mobilfunker buhlen seit Jahren um die Gunst der Smartphone-Besitzer. Die Telekom, Vodafone und O2 teilen sich mehr als 90 Prozent des Marktanteils der Republik unter sich auf. Doch welcher Anbieter verfügt über das ...

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... beste, das potenteste Netz? Dieser Frage gehen wir in unserem großen Netztest auf den Grund. Unser Fokus liegt dabei nicht auf klassischen Provider-Messungen, wie sie oftmals von den Mobilfunkern selbst durchgeführt werden. Wir messen aus Sicht des Nutzers, wollen abbilden, wie die Netzqualität im Alltagseinsatz aussieht. Daher handelt es sich bei unserem Messwerkzeug nicht um Hightech-Geräte, die extra auf Messerhebungen ausgelegt sind. Wir messen stattdessen mit ganz gewöhnlichen und handelsüblichen Smartphones, wie sie der Durchschnittsbürger besitzt.

Quer durch die Republik

Für unseren Netztest haben wir mit den eingesetzten Messfahrzeugen mehr als 15.000 Kilometer in ganz Deutschland zurückgelegt, sind dabei durch Stadt und Land gefahren, entlang von Hauptverkehrsrouten und durch die Dörfer. Von der Großstadt bis zum Urlaubshotspot, von der Küste bis ins Gebirge hat uns der Netztest geführt. Das Erbegnis ist brauchbar - den Deutschen steht ein solides Netz und eine großteils überzeugende Netzabdeckung zur Verfügung, wie wir Ihnen auf den nächsten Seiten zeigen werden.


„DEN DEUTSCHEN STEHT EIN SOLIDES MOBILFUNKNETZ ZUR VERFÜGUNG!“


Interview mit unserem technischen Sachverständigen

Jürgen Dalmus: Managing Director Dalmus Commercial Agency


Lieber Herr Dalmus, würden Sie sich unseren Lesern kurz vorstellen? Was macht Ihre Firma konkret?

Ich bin Geschäftsführer einer Handelsvertretung, die seit über 20 Jahren Messsysteme für Mobilfunkanbieter vertreibt. Im Laufe der Zeit haben wir uns auf Systeme spezialisiert, die neben den klassischen Optimierungsmessungen verstärkt aus Kundensicht messen. Da interessiert es nicht, ob eine Zelle hohe Downloadgeschwindigkeiten bietet, sondern wie viele User gleichzeitig mit zufriedenstellender Leistung in dieser Zelle online sein können.

Wie schätzen Sie die Qualität des vorhandenen Netzes in Deutschland ein?

Die Netze in Deutschland sind ausgereift und leistungsstark. Woran es hapert, ist der flächendeckende Ausbau. Unsere Messungen 2019 und 2020 haben gezeigt, dass die Netzabdeckung besser ist als ihr Ruf. Aber das bedeutet nur, dass wir ein Signal empfangen haben. Wenn es dann darum geht, z.B. Datendienste zu nutzen, stoßen wir unerwartet häufig auf Probleme.

Wo gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten für die Mobilfunker?

Dieses Jahr habe ich während der Messfahrt in einem Hotel im Schwarzwald übernachtet, in dem keines der drei Mobilfunknetze empfangsbereit war. Und das war nicht in der Einöde, sondern an einer Bundesstraße an einem Ortsrand. Also steht der Netzausbau unabhängig von Rentabilitätserwägungen im Vordergrund. Gibt es ein leistungsstarkes Netz, wachsen auch die Kunden nach.

DIE MESSFAHRTEN

Für den Smartphone-Netztest haben wir keinerlei Kosten, Mühen und Aufwände gescheut. Mit zwei Messfahrzeugen haben wir insgesamt rund 15.000 Kilometer zurückgelegt, dabei mehr als 550.000 Messungen zur Netzabdeckung, 5.500 Anrufe, 15.000 Datentransfers, 6.000 YouTube-Videos, 6.000 allgemeine Streams und 6.000 Aufrufe von Webseiten getätigt. Während unserer Fahrten haben wir den Fokus gleichermaßen auf die Metropolen und die ländlichen Gebiete in Deutschland gelegt und uns häufig auf den Autobahnen im gesamten Bundesgebiet bewegt. Uns war es wichtig, die Republik sehr gut abzubilden und unsere Fahrten führten uns sogar in die abgelegensten Gebiete Deutschlands

Uns ging es vor allem um die reale Nutzererfahrung, die die Deutschen auch im richtigen Leben machen. Daher haben wir bei unseren Fahrten auch auf diverse Unterstützer wie Außenantennen, Dämpfungsglieder oder kontrollierte Server verzichtet. Die Messungen erfolgten mit herkömmlichen Smartphones (Samsung Galaxy S7 und Galaxy S8) und wir nutzten öffentlich zugängliche Dienste und Server. Auf den Telefonen lief eine Software der Firma Metricell Ltd. aus Großbritannien, die auch von den Netzbetreibern im Bereich Customer Care und Messungen aus Kundensicht eingesetzt wird. Die technische Leitung des Netztestes übernahm, wie auch bereits in der Vergangenheit, die Dalmus Commercial Agency, die sich im Bereich Mobilfunkmessungen bereits einen Namen gemacht hat.

EMISSIONSFREI UNTERWEGS

Auch in diesem Jahr haben wir einen Teil der Netztest-Fahrt CO2-neutral zurückgelegt. Wir waren unter anderem mit einem BMW i3 unterwegs.

UNSER MESS-SETUP

Auf den ersten Blick wirkt unsere Messausstattung ziemlich schlicht, doch sie verfügt über alles, was man braucht, um ideale Ergebnisse zu liefern. Drei baugleiche Smartphones hängen an einem USB-Verteiler, der über den 12 V-Adapter des Fahrzeugs mit Strom versorgt wird. Im Einsatz hatten wir zwei unterschiedliche Telefone der Samsung Galaxy-Reihe, S7 und S8. Diese Smartphones wurden zu Beginn der Fahrt eingeschaltet und führten im Anschluss so lange die im Vorfeld definierten Messungen automatisch durch, bis wir sie wieder vom Strom trennten.

DIE ERGEBNISSE IM DETAIL

Unser Gesamtergebnis setzt sich aus sechs Unterkategorien zusammen. Konkret überprüften wir die Qualität von YouTube-Darstellung, Videostreaming, einer herkömmlichen Browsernutzung, den Datentransfer im Allgemeinen, die Erfolgsquote beim Telefonieren sowie die Netzabdeckung der unterschiedlichen Betreiber in der gesamten Republik.

Neben den sechs unterschiedlichen Kategorien, die wir ausgewertet haben, finden Sie jeweils eine Interpretation der erhobenen Messwerte. Damit möchten wir Ihnen einen detaillierten Eindruck geben, wie die drei Mobilfunker in den Unterkategorien abgeschnitten haben, wo sie bereits sehr gut aufgestellt sind und wo eventuell noch Raum für eine Verbesserung besteht.

INTERPRETATION

In der Kategorie „Streaming You-Tube“ zeigt sich die gute Allgemeinqualität der unterschiedlichen Netze. Unterschiede sind nur marginal festzustellen, aber dazu ist ein solcher Netztest ja da, um diese aufzuzeigen. Beim schnellstmöglichen Start des Videos liegt die Telekom knapp vorne, dafür ist der 4G-Anteil bei Vodafone am besten. Da der Anbieter auch bei der allgemeinen Erfolgsrate vorne liegt, geht der Kategoriesieg knapp an Vodafone.

INTERPRETATION

Der nächste Teilbereich unseres Netztestes umfasst allgemeines Videostreaming. In dieser Kategorie trennen die Telekom und Vodafone nur Nuancen, O2 liegt etwas dahinter. Vodafone hat beim 4G-Anteil sogar die Nase vorne, dafür starteten die Videos im Telekom-Netz einen Hauch schneller. Unter dem Strich kommen beide Anbieter auf 47 Punkte, O2 auf 41.

INTERPRETATION

In der Kategorie „Browsernutzung allgemein“ liefern sich die Telekom und Vodafone ein Kopfan-Kopf-Rennen, wenngleich die Telekom doch zumeist die Nase vorne hat. Der prozentuelle Anteil im 4G-Bereich sowie die Ladezeiten im 3G- und 4G-Netz geht jeweils an die Telekom. Dafür hat Vodafone bei den erfolgreichen Aufrufen die Nase knapp vorne.

INTERPRETATION

In Sachen „Datentransfer“ spielt die Deutsche Telekom seine Stärken gekonnt aus. Die Downloadgeschwindigkeit liegt mit 14,7 MBit/s klar über der der Konkurrenz und auch der Anteil an 4G liegt mit knapp 96,8 % vor dem der Mitbewerber. Vodafone positioniert sich mit Respektabstand dahinter, wenngleich im Netz des Zweiten die höchsten Uploadwerte erreicht wurden. O2 kommt als Dritter ins Ziel. Wir weisen darauf hin, dass In Zeiten von Homeoffce die erhobenen Zahlen dennoch mit Vorsicht zu genießen sind.

INTERPRETATION

Eine Erfolgsrate von mindestens 98 Prozentpunkten zeigt ganz klar, dass alle drei Netzanbieter in der Kategorie „Telefonie“ auf Topniveau agieren. Vodafone hat in dieser engen Wertung knapp die Nase vorne, die Telekom einen Punkt dahinter, O2 zwei. Dies ergibt das knappste Teilergebnis aller Kategorien.

INTERPRETATION

In der finalen Kategorie „Netzabdeckung“ zeigt sich das, was sich auch schon in den vorangegangenen Teilbereichen abgezeichnet hat. Vodafone verfügt über die beste Netzabdeckung im 4GSegment, diese liegt bei mehr als 95 %. Die Deutsche Telekom kommt auf knapp 89,5 %, O2 auf rund 84 % Abdeckung.

GESAMTERGEBNIS

DAS TEST-TEAM

LUKAS WENZEL

Lukas bot technische Unterstützung und kümmerte sich um die grafische Umsetzung der Messergebnisse.

FRANZISKA POINTNER

Franziskas Aufgabe war es, unseren Netztest online zu begleiten und die zahlreichen Routen festzulegen.

CHRISTOPH LUMETZBERGER

Christoph koordinierte die Zusammenarbeit mit der Firma Dalmus und sorgte für die redaktionelle Umsetzung.

LISA REITHNER

Lisa war auf den Straßen der Republik unterwegs, um einen Teil der Messergebnisse einzufahren.

LEGENDE

Die hier abgebildete Karte wurde aus unserem Messtool gezogen und zeigt die gefahrene Route. Die unterschiedlichen Farben und Formen der Felder spiegeln nur grob das am jeweiligen Ort erhobene Messergebnis aus allen Kategorien wieder, während die konkrete Analyse der gesammelten Daten erst im Nachgang passierte.

DIE TABELLE

• Sechs Kategorien Die Auswertung gliedert sich in sechs Kategorien, wo wir YouTube, Streaming allgemein, Browsernutzung, Datentransfer, Telefonie und Netzabdeckung erhoben haben.

• Gesamtpunkte Insgesamt konnten in den fünf erhobenen Kategorien 350 Punkte erreicht werden.

• Richtwert Wir haben in jeder Messung den besten Mobilfunker mit 10 Punkten eingestuft, Platz zwei erhält 9 Punkte, Platz drei 8 Punkte. Die aussagekräftigsten Kategorien wurden mit Faktor zwei bewertet, was dazu führt, dass in diesen Wertungen bis zu 20 Punkte pro Mobilfunker erreichbar sind.