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NETZWERKEN MACHT FAST ALLES MÖGLICH


Businessart - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 23.05.2019

Derzeit sprießen Frauen-Business-Clubs nur so aus dem Boden. Der Bedarf ist da – Frauen haben hier einiges aufzuholen und Netzwerken auf professioneller Basis kann nicht falsch sein. Vor einem Beitritt lohnt der genaue Blick auf die Unterschiede .


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Bildquelle: Businessart, Ausgabe 2/2019



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In den Vorstandsetagen der an der Wiener Börse im wichtigsten Aktienindex (ATX) gelisteten Unternehmen gibt es mehr Männer, die Peter heißen, nämlich sieben, als Frauen – von denen es nur vier gibt. Dies ist eines der Ergebnisse des ...

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... Frauen-Management-Reports 2019 der Arbeiterkammer. Von 203 Vorstandsposten in allen börsennotierten Austro-Unternehmen waren im Jänner 2019 gerade einmal zehn von Frauen besetzt (4,9 %, 2018: 5,1 %). In Deutschland ist es nicht anders: Nach dem Prinzip der „Selbstähnlichkeit” – bei der Besetzung von Führungsjobs gibt den Ausschlag, wer gemäß Geschlecht, Alter etc.am besten zur „Mannschaft“ passt – unterliegen die deutschen Börsefirmen offenbar einem „ewigen Thomas-Kreislauf”; der häufigste Vorname der deutschen Vorstände ist Thomas.

So verhält es sich in den großen wirtschaftlichen Strukturen, im Kleinen vollzieht sich allmählich ein Umdenken – vor allem bei den Frauen selbst. Männer halten schon seit langem die Tradition des Netzwerkens, ob in Vereinen oder Business-Zirkeln bis hin zu Männerbünden und elitären Seilschaften hoch und verhelfen einander so zu Posten und Positionen. An den klassischen Seilschaften scheitern Frauen zwar meist noch immer. Doch sie bilden zusehends eigene, andere Bündnisse, die explizit nur (oder fast nur) für Frauen gedacht sind. Auch in Österreich ist dieser Trend unzweifelhaft zu bemerken.

„Wir leben nicht mehr in der Wissensgesellschaft”, erklärt Petra Polk, die Gründerin von W.I.N Women in Network, nach Eigendefinition das Frauennetzwerk für Unternehmerinnen und Karriere-Frauen. Frauen machten häufig eine Ausbildung nach der anderen, ohne dass es sie wesentlich weiter gebracht hätte. Männer dagegen leben es uns schon lange vor: Ein Anruf und sie bekommen, was sie wollen. Es klappt über Gemeinschaft, Vernetzung, Empfehlung – für Frauen genauso wie für Männer. Die Globalisierung, Digitalisierung, die sozialen Medien wirken dabei durchaus unterstützend. Studien zufolge ist man von jedem Kontakt auf der Welt nur sechs Kontakte entfernt. Online-Vernetzung allein reicht aber nicht aus, die gelebte Digitalisierung lässt das Bedürfnis und die Notwendigkeit nach persönlichen Kontakten wieder aufleben. „Netzwerken macht, fast‘ alles möglich – mit den passenden Kontakten. Denn unsere Kontakte von heute sind unser Business von morgen”, so Polk.

NETZWERKE: ANDERS ALS SEILSCHAFTEN

Nur: Frauen sind vielfach noch nicht gewohnt, so zu denken und handeln. Das Frauenwahlrecht wurde erst 1918 eingeführt, bis dahin galt auch das Vereinsgesetz, das das politische Vereins-und Versammlungsverbot für Frauen beinhaltete. Es scheint fast so, als stecke es Frauen noch in der DNA, nicht auf die Idee zu kommen, nach Hilfestellung, Kontakten, Tipps zu fragen oder konkret um Weiterempfehlung zu bitten. So ist es nicht verwunderlich, dass Frauen eher unter sich bleiben wollen, wo sie das Gefühl haben, sich nicht verstellen zu müssen, authentischer sein zu können. Die USA, sogar Deutschland haben uns einiges voraus. In Österreich ist noch einiges an Aufklärungsarbeit nötig, die Vorstellungen, was Netzwerken eigentlich ist, sind vielfach noch vage. Es geht darum, „welche meiner Kontakte der anderen helfen könnten”, meint Polk, ohne Neidoder Konkurrenz-Denken. Expertinnen sagen häufig, dass Frauen anders netzwerken.

„Frauen haben den Ruf, gute Netzwerke zu pflegen, diese sind das bessere Modell für erfolgreiche Führungspersönlichkeiten”, schreibt der deutsche Coach Ralf Zöbisch in seinem Blog. Netzwerke seien viel weitreichender und effektiver als Seilschaften und würden immer stärker, je mehr Mitglieder, Knoten und Maschen es habe.

Kommunikation und Emotion haben einen höheren Stellenwert auch beim Netzwerken unter Frauen, meint Coach Barbara Jascht, die vor kurzem den smart ego©business club ins Leben gerufen hat. Naturgemäß unterscheiden sich viele der Frauen-Netzwerke von den klassischen Business-Clubs, die es bereits länger gibt, und die Frauen und Männern gleichermaßen offen stehen, wie etwa Business Network International (BNI). Den monatlichen BNIMeetings wird nachgesagt, straff organisiert und durchgetaktet zu sein.

„Für Männer ist der starke Fokus auf Business und Karriere selbstverständlich, die kommen nicht zum Plaudern“, lässt Jascht leise Kritik an so mancher Frauen-Initiative durchklingen. „Frauen haben immer noch vielfach Hemmungen, offen über ihre Leistungen und Geld zu sprechen, das wird in etlichen Frauen-Business-Clubs komplett ausgeklammert”. Jascht geht es immer auch um die ethische Komponente, Frauen stünden den Themen Spiritualität und Ethik im Business viel offener gegenüber. In ihrem smart ego©business club will Jascht Business, Geld, Erfolg, Ethik und Spiritualität in professioneller Atmosphäre zusammenbringen.

HAUPTSACHE KEIN KAFFEEKRÄNZCHEN

Natürlich gibt es auch sehr elitäre Unternehmerinnen-Zirkel, doch diese sind selten öffentlich zugänglich, Zugang findet frau über eine Einladung. Zu den eher „toughen” Clubs wird der Global Women Club der Albanierin Mirela Sula, einer Selfmade-Business-Frau mit 20 Jahren Erfahrung in der Medien-und Wissen-Branche gezählt.

Um also aus den mittlerweile zahlreichen und weiterhin aus dem Boden sprießenden Frauen-Business-Clubs jenen zu finden, in dem frau heimisch wird, ist es wichtig, die Ziele vorab zu definieren (Details zu den Clubs siehe Tabelle): Reichen Online-Vernetzung und -Austausch oder -Workshops für‘s Erste? Hat man ausreichend Zeit, um an Terminen teilzunehmen? Wie viel Präsenz ist erforderlich oder erwünscht? Gibt es den gewählten Club in der Nähe? Strebt man auch überregionale oder gar internationale Geschäftsaktivitäten an?

Es ist zweifellos eine gute Idee, einige abzuklappern, um einen Geschmack der Gepflogenheiten zu bekommen. Die meisten bieten Schnupper-oder Kennen-lern-Abende an, erst ab dem zweiten oder dritten Mal ist eine Einschreibung oder Mitgliedsgebühr nötig. Spätestens dann ist es ganz wichtig zu kommunizieren, welchen Kontakt frau braucht, um ihrem persönlichem Ziel näher zu kommen. Jascht: „Im persönlichen Gespräch kann man prüfen, ob nicht nur heiße Luft versprochen wird.”

BUSINESS-FRAUEN-CLUBS IN ÖSTERREICH

SPEZIFISCHER MEHRWERT

Viele Netzwerke bieten das, was man als Mehrwert bezeichnen kann: Bei den Treffen wird nicht nur miteinander gesprochen, es hält z.B. immer eine andere Expertin einen Impuls-oder Fachvortrag. Es werden konkrete Anleitungen und Tipps für spezifische Problemstellungen gegeben, das kann z.B. von Marketing-oder Work-Life-Balance-Themen mit Übungen bis hin zum Schreib-Workshop reichen. Nützlich sind auch Vorstellrunden, wo jede innerhalb einer gewissen Zeit „ihren Pitch“ platzieren darf. Das ist einerseits ein gutes Training, andererseits bekommen alle Teilnehmerinnen kompakt die wesentlichen Infos darüber, was die jeweils andere macht. Interessanterweise öffnen sich derzeit einige Frauen-Netzwerke Richtung Männer. So zählt etwa PWN Vienna heuer erstmals männliche Mitglieder und Jascht schließt Männer von vornherein nicht aus: „Ich empfinde es sehr wohl als Bereicherung, aber ich sehe mir die Menschen sehr genau an, die dabei sein wollen.“ Oberste Prinzipien: Verlässlichkeit, Schnelligkeit beim Herstellen von versprochenen Kontakten, professioneller Auftritt im Innen wie im Außen, ethische Haltung, Spaß am Netzwerken, hohe Ansprüche an die eigene Qualität und das Kundenservice.


Grafik: istockphoto.com/lushik