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NEUE FONDS: Wissen zum Spartarif


Guter Rat - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 06.12.2018

GELDANLAGE Indexfonds gelten als passive, eigentlich unintelligente, aber kostengünstige Geldanlage. Seit Kurzem gibt es einen neuen Fondstyp, der mehr verspricht


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Bildquelle: Guter Rat, Ausgabe 1/2019

Raffaele Zingone Der Portfoliomanager im US-Aktienteam steuert den neuen ETF, der amerikanische Aktien kauft


Piera Elisa Grassi Gilt als Kopf hinter dem neuen global investierenden ETF von J.P. Morgan Asset Management


Ido Eisenberg Ist der Mann für die europäischen Aktienmärkte und lenkt den neuen europäischen Aktien-ETF


E inen klugen Kopf, der sich um Ihre Geldanlage kümmert, gibt es nicht umsonst. Bei einem klassischen Aktienfonds muss man ...

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... dafür Kosten von jährlich etwa 1,5 Prozent bezogen auf seine Fondsanteile einkalkulieren. Vom Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent ganz zu schweigen. Als Alternative haben sich seit 18 Jahren sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs) in Deutschland etabliert. Im Vergleich zu aktiv geführten Fonds sind sie mit Kosten von jährlich etwa 0,2 bis 0,4 Prozent deutlich günstiger. Denn anders als die aktiv gemanagte Konkurrenz kommen sie ohne teuren Fondsmanager aus. Sie bilden lediglich einen Aktien-Index wie zum Beispiel den DAX oder den Dow Jones nach.

NEUES ANGEBOT Das Beste aus beiden Welten will jetzt die Vermögensverwaltung der J.P.-Morgan-Bank bieten. Und zwar in Form dreier neuer ETFs, deren Zusammensetzung nicht auf einem Index, sondern auf den Recherchen eines globa- len Analystenteams basiert. Bei J.P. Morgan spricht man in diesem Zusammenhang von indexähnlichen Portfolios. Im Unterschied zu reinen Indexfonds profitieren die drei neuen ETFs von einer aktiven, hauseigenen Titelauswahl, hausintern »Research Enhanced Index (REI) Investmentprozess« genannt. Davon konnten bei J.P. Morgan Asset Management bislang nur teure, aktiv gemanagte Fonds profitieren.

Sachverstand weltweit

Das Team, das den Input für die drei neuen ETFs liefert, besteht aus 65 sogenannten Buyside-Analysten, die, rund um den Globus verstreut, in verschiedenen Finanzzentren arbeiten. An ihrer Spitze stehen Piera Elisa Grassi für den globalen Fonds, Raffaele Zingone für den US-Markt und Ido Eisenberg für Europa.

Buyside-Analysten gelten als Fachleute für Regionen oder Branchen, die hinter verschlossenen Türen vor Ort Informationen sammeln und auswerten, die nicht jeder bekommt. Mit ihren Kontakten versuchen sie, wie sonst bei aktiv gemanagten Fonds üblich, einen Informationsvorsprung gegenüber dem Markt zu erarbeiten, um so für ihre Anleger einen Mehrwert zu generieren. Solche Informationen sind an der Börse die Währung, die in der Regel über Erfolg oder Misserfolg einer Geldanlage entscheiden.

Darüber hinaus bieten die drei neuen Indexfonds noch einen weiteren Vorteil. Die gängigen Aktienindizes wie DAX oder EuroStoxx basieren meist auf der Marktkapitalisierung der einzelnen Aktien. Die Marktkapitalisierung einer Aktie ergibt sich aus dem Produkt aus Kurswert mal Anzahl der handelbaren Aktien. Dadurch sind in den klassischen ETFs vor allem größere Unternehmen vertreten, profitable kleine bleiben außen vor.

»Mit den Analysen und Daten, die unsere Teams erarbeiten, lösen wir uns von der formalen Abhängigkeit von gängigen Aktienindizes und können dadurch für unsere Anleger auch kleinere, verborgene Perlen aus der zweiten Reihe heben«, verspricht Morgan-Sprecherin Annabelle Düchting. Dem Anleger werde auf diese Weise eine Art Stockpicking geboten.

Solche unentdeckten Perlen, die an der Börse mitunter ein Schattendasein führen, können in einem Depot zu regelrechten Stars werden. Das zeigt das Beispiel der Apple-Aktie. Wer vor zwanzig Jahren, Ende November 1998, die Aktie für 1,10 Euro gekauft hatte, kann sich heute über 171 Euro pro Aktie freuen.

NIEDRIGE KOSTEN Was kostet eine solche intelligente Geldanlage? Kommt man damit günstiger als mit einem klassischen, aktiv gemanagten Fonds? Ja. Bei allen drei ETFs, dem JPM Europe Research Enhanced Index Equity, dem JPM US Research Enhanced Index Equity und dem JPM Global Research Enhanced Index Equity, betragen die jährlichen Kosten 0,25 Prozent. Diese Gesamtkostenquote ist selbst für die ETF-Branche vergleichsweise günstig. Für einen normalen Aktien- ETF muss man in der Regel 0,3 bis 0,4 Prozent einplanen. Kostengünstiger sind meistens nur sogenannte Core-ETFs, also Fonds, bei denen die Kapitalanlagegesellschaften allein aufgrund ihrer schieren Größe auch mit niedrigen Kostenquoten Geld verdienen.


Mit den neuen ETFs kommen Anleger auch an kleinere, verborgene Perlen aus der zweiten Reihe.


Annabelle Düchting ,
J.P. Morgan Asset Management

Die Neuen ETfs liegen im Trend

Wer sich fragt, ob es sich bei diesen neuen ETFs von J.P. Morgan Asset Management um eine Eintagsfliege handelt oder ob mehr dahintersteckt, sollte daran denken, dass Indexfonds bereits seit einiger Zeit in Richtung aktives Management mutieren. Vor fünf oder sechs Jahren bekamen die ersten, simpel konstruierten ETFs mit den sogenannten Faktor-ETFs oder Smart-Beta-ETFs erstmals Konkurrenz aus dem eigenen Lager. Die versuchen mit weniger Risiko besser als der Markt abzuschneiden. Dafür investieren sie beispielsweise in Aktien, die ein bestimmtes Merkmal besitzen. Das können Aktien mit einer hohe Dividendenrendite oder unterbewertete Papiere sein. Andere setzen auf Aktien, die niedrigen Wertschwankungen unterliegen. Und das zahlt sich aus. Mit Blick auf die beiden Kurskorrekturen an den Börsen im Februar und im Oktober diesen Jahres bescheinigt die Ratingagentur Morningstar den »Risikominimierern « ein besseres Abschneiden.

J.P. Morgan Asset Management Der Vermögensverwalter gehört zur J.P. Morgan Chase Bank. Die gilt, gemessen am Börsenwert, als die größte Bank der Welt


Insider bleiben skeptisch

Im Unterschied zu den Smart-Beta-ETFs setzen die neuen Fonds auf den Sachverstand ihrer Analysten. Die können Unternehmen identifizieren, die eine hohe Dividendenrendite bieten und außerdem unterbewertet sind. Dem Vernehmen nach spielt die Qualität des Managements dabei eine besondere Rolle.

Doch Branchen-Insider sind skeptisch. Sie argumentieren, dass es für Privatkunden bei diesem ETF-Typ schwerer ist, Risiken und Vorteile abzuschätzen. Zudem gehe ein Alleinstellungsmerkmal – die Transparenz – vollständig verloren.

Denn bei einem ETF, zum Beispiel auf den Euro Stoxx 50, wüssten Anleger genau, in welche Aktien sie ihr Geld investieren. Außerdem, so kritisieren sie, würden klassische ETFs für diese drei Zielmärkte teilweise kostengünstiger angeboten.

Tatsächlich gibt es beispielsweise mit dem Xtrackers-Euro-Stoxx-50-UCITSETF einen Indexfonds bereits für 0,09 Prozent (ISIN LU0274211217). Der US-ETFAnbieter Vanguard verlangt für seinen Vanguard-S&P-500- UCITS-ETF auf den US-Aktienmarkt sogar nur 0,07 Prozent pro Jahr. Die Regel sind solche niedrigen Kostenquoten jedoch nicht.

Ideales Umfeld

Niemand kann heute sagen, ob sich dieser neue Investmentansatz durchsetzt. Aber ein de facto aktiv gemanagter Fonds für 0,25 Prozent p. a. klingt interessant. In dem derzeitigen Umfeld – sprich hohe Bewertungen und stagnierende Kurse – könnten sich professioneller Sachverstand und Erfahrung auszahlen. In Phasen, in denen die Kurse nur steigen, wäre es schwieriger, den Mehrwert der Neuen einzuschätzen.

Jörg Baumgarten joerg.baumgarten@guter-rat.de


FOTOS: J.P. MORGAN ASSET MANAGEMENT