Lesezeit ca. 5 Min.

Neue Freunde seit der Flut


Logo von Frau im Spiegel
Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 16.02.2022

SERIE

DEUTSCHLANDS STERNE-KÖCHINNEN IM PORTRÄT

Artikelbild für den Artikel "Neue Freunde seit der Flut" aus der Ausgabe 8/2022 von Frau im Spiegel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 8/2022

SUSANNE ?SU? VÖSSING erkochte sich mit 27 Jahren den ersten Michelin-Stern und steht noch heute gerne am Herd

Garnelen im Pastak leid

ZUTATEN FÜR 10 -11 STÜCK:

10 -11 Garnelen

150 g Capellini (Pasta)

1 Eiweiß

2,5 - 3 Liter Öl zum Frittieren

■  süßscharfe Chilisauce

■  Meersalz

■  10-11 Holzspieße

Zubereitung:

1. Garnelen schälen und den Darm entfernen.

2. Holzspieße einölen und längs durch die Garnelen stechen. Leicht salzen.

3. Die Pasta in kochendem Salzwasser nach Packungsangabe garen. Auf ein Sieb abgießen, kurz unter kaltes Wasser halten und 2–3 Minuten abtropfen lassen.

4. Nudeln in 10 bis 11 länglichen Portionen auf ein Backpapier legen.

5. Garnelen mit leicht angeschlagenem Eiweiß einstreichen. Jede Garnele mit einer Portion Nudeln umwickeln und auf das Backpapier legen. Noch einmal leicht mit Eiweiß einstreichen und 10 Minuten ruhen lassen.

6. Öl in der Fritteuse auf 175 °C erhitzen. Die Spieße in drei Partien je 2-3 Minuten lang ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 0,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Frau im Spiegel. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 8/2022 von Mehr als nur eine Königin der Herzen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Mehr als nur eine Königin der Herzen
Titelbild der Ausgabe 8/2022 von Märchenhafte Reise in den Orient. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Märchenhafte Reise in den Orient
Titelbild der Ausgabe 8/2022 von Brutaler Überfall!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Brutaler Überfall!
Titelbild der Ausgabe 8/2022 von Nanu, wer bist denn du?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Nanu, wer bist denn du?
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Keine Lust auf einen Mann
Vorheriger Artikel
Keine Lust auf einen Mann
„JA“ ZUM ZWEITEN JA-WORT!
Nächster Artikel
„JA“ ZUM ZWEITEN JA-WORT!
Mehr Lesetipps

... frittieren und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Mit süßscharfer Chilisauce servieren.

Nicht immer verlief alles geradlinig in ihrem Leben, doch davon hat sich Susanne „Su“ Vössing, 57, nie beirren lassen und erfolgreich neue Wege eingeschlagen. Ende 2005 gab sie ihr eigenes Restaurant auf – die Leidenschaft fürs Kochen ist geblieben. Das Ergebnis sind zahlreiche Bücher, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, Food-Fotograf Burkhard „Bui“ Vössing, 56, herausgebracht hat (mehr Informationen auf www. susanne-voessing.de). Das Paar lebt seit 2013 im rheinländischen Stolberg. In ihrem neuesten Werk geht es um Frittiertes.

Sterneköchin und Fritteuse – wie geht das zusammen?

Es war eine Herausforderung, aber in der Sterneküche hatte ich auch immer mit Fritteusen zu tun. Ich habe vor über 30 Jahren zum ersten Mal frittierten Ingwer gemacht. Das ist sensationell und sucht geschmacklich bis heute seinesgleichen. Frittieren ist durchaus eine hohe Kunst.

Welches Öl verwenden und empfehlen Sie?

Mir gefallen Rapsöl und Olivenöl am besten. Beide duften schön. Achten Sie aber darauf, dass Sie Olivenöl verwenden, das man bis 220 Grad erhitzen kann. Sie können zum Frittieren ruhig auf ein preisgünstiges Öl zurückgreifen. Ich habe Öle gekauft, die teurer als eine gute Flasche Riesling waren, und konnte keinen Unterschied feststellen.

Wie viele Kartoffeln haben Sie durchprobiert, um die perfekten Pommes herzustellen?

Mein Mann fühlte sich zwischenzeitlich bei uns wie auf einem Bauernhof. Wir hatten den Keller voll mit Fünf-Kilo-Sä-cken. Bui hat mir tapfer zugearbeitet – dabei hasst er es, Kartoffeln zu schälen. Mein Mann ist eher ein Leckermäulchen. Er liebt alles, was süß ist.

Fleischtäschchen

Zutaten für 16 Stück

Für den Teig

250 g Weizenmehl Typ 550

■  4g Trockenhefe

■  100 ml handwarme Milch

■  40 ml Olivenöl

■  1 Ei (Größe M)

■  6g Steinsalz

Für die Füllung

■  500 g Hackfleisch halb und halb

■  50 g gewürfelte Zwiebeln

■  2 Knoblauchzehen

■  1 gehäufter TL getrockneter Majoran

■  1⁄2 TL Paprikapulver edelsüß

■  1 Msp. Kreuzkümmel

■  1 Msp. Zimt

■  1 Msp. Backpulver

■  50 g Pankomehl

■  1 Ei (Größe M)

Außerdem

■  1 Eiweiß

■  2,5 – 3 Liter Öl zum Frittieren

Zubereitung:

1. Backofen auf 40 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

2. Die Teig-Zutaten in einer Schüssel gut verkneten. Abdecken und 1 Stunde lang in den Backofen stellen.

3. Zutaten für die Füllung miteinander vermengen und mit einem Eisportionierer 16 Kugeln ausstechen. Mit feuchten Händen daraus 6 bis 7 cm lange ovale Fleischröllchen formen und kalt stellen.

4. Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Mit einem Ring 16 Kreise ausstechen. Jeden Teigkreis sechsbis siebenmal parallel in der Mitte einschneiden, aber nicht durchschneiden.

5. Fleischröllchen schräg auf die Kreise setzen. Den Teig von beiden Seiten zur Mitte hin darüberfalten, so dass er leicht überlappt. Die Kante andrücken.

6. Die Fleischtaschen auf ein Backblech setzen, mit Eiweiß einstreichen und 10 Minuten lang ruhen lassen.

7. Öl in der Fritteuse auf 170 °C erhitzen. Je vier Fleischtäschchen 4 Minuten lang frittieren und zwischendurch im Öl drehen, damit sie von beiden Seiten schön knusprig werden. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Warm oder kalt genießen.

Rosenküchle mit heißem Kirschkompott

Zutaten für 10 bis 11 Stück

Für den Teig

300 g Weizenmehl Typ 405

■  4 Eier (Größe M)

■  250 ml Milch

■  1 EL Zucker

■  1⁄2 TL Vanillepaste

■  1 Prise Salz

■  3 Liter Öl zum Frittieren

Außerdem

■  600 –700 g Schattenmorellen mit Saft

■  1 EL Speisestärke

■  20 g Zucker

■  1 Msp. Zimtpulver

■  Puderzucker

■  Rosenküchle-Eisen (Ø 15 cm; ca. 35 Euro)

Zubereitung:

1. Die Teig-Zutaten in einer Rührschüssel erst auf niedriger, dann auf hoher Stufe cremig rühren. Teig anschließend 30 Minuten lang ruhen lassen.

2. Kirschen abgießen, Saft in einen Topf geben. 2–3 EL Saft abnehmen und die Stärke damit anrühren. Saft mit Zucker und Zimt aufkochen und mit der Stärke sämig abbinden. Kirschen dazugeben und kurz vor dem Servieren erhitzen.

3. Öl in der Fritteuse auf 170–180 °C erhitzen.

4. Das Rosenküchle-Eisen 10 Minuten lang im heißen Öl gut erhitzen.

5. Das heiße Eisen bis zur Hälfte in den Teig tauchen, ins Öl geben und bewegen. Nach 1–2 Minuten mithilfe eines Löffels den Teig vorsichtig vom Eisen lösen und die Rosenküchle goldgelb ausbacken. Mit einer Schaumkelle herausnehmen und auf ein Backblech geben.

6. Rosenküchle mit Puderzucker bestäuben und mit den heißen Kirschen servieren.

Hatten Sie auch andere Testesser?

Und ob. Wir waren in Stolberg ja auch von der Flut betroffen. Es war wirklich drama- tisch, uns trennten nur noch 50 Meter vom Wasser. Wir hatten zeitweise Angst, dass wir nicht mehr rechtzeitig aus unserem Haus rauskommen, falls das Wasser weiter steigen sollte. Es gab keinen Strom mehr, das elektrische Tor ging nicht mehr auf – wir hätten nicht einfach wegfahren können. Die Lage hat sich dann zum Glück beruhigt, aber nach der Flut waren alle Zufahrtsstraßen gesperrt. Die ganze Nachbarschaft hatte keinen Strom – nur ich hatte einen Herd, der auch ohne läuft. Bui und ich haben danach lange Zeit mit unserem Nachbarn Manfred Blumberg vom „Weißen Rößl“ die ganze Nachbarschaft versorgt. Wir haben jeden Tag 50 Liter Suppe gekocht. Zum Dank mussten später alle meine Fritteusen-Rezepte probieren und sie bewerten.

Die Flut hatte also auch etwas Gutes?

Es gab viele berührende Momente, die mir noch immer Gänsehaut bereiten. Die- se Zeit hat zusammengeschweißt. Ich bin mir sicher, dass meine Nachbarn uns jetzt mehr schätzen. Dabei hat man meinen Mann und mich vor der Flut kaum gegrüßt. Wir waren auch nach Jahren immer noch die Zugezogenen. Wir ha- ben es auch nie wirklich darauf angelegt, das zu ändern und viele haben uns wahrscheinlich für abgehoben und unnahbar gehalten. Das alles hat sich seit dem Hochwasser komplett gewandelt. Das spüre ich jeden Tag, wenn ich aus dem Haus gehe. Wir sind jetzt Stolberger – ob wir es wollen oder nicht.

Sie mussten sich nach der Schließung Ihres Restaurants neu erfinden. Was vermissen Sie an der Sterneküche?

Ich vermisse es, nicht mehr jeden Tag am Herd zu stehen und für Gäste zu kochen. Die Sterneküche an sich fehlt mir nicht. Wäre ich in der Gastronomie geblieben, hätte ich sicher nicht so viele Rezepte entwickelt wie heute. Mein Mann und ich haben in den letzten zehn Jahren über 40 Kochbücher geschrieben. Pro Buch entwickle ich um die 100 Rezepte. Das ist harte Arbeit. Zur Motivation schenkt mir mein Mann nach jedem 2000. Rezept ein neues Schreibwerkzeug meiner Wahl.

Sie arbeiten eng mit Ihrem Mann zusammen. Geht das immer gut?

Wir machen alles zu zweit und ich möchte es auch gar nicht anders. Ich bin sehr dankbar, dass wir einander haben. Wir gehören beide nicht zu dieser Sorte Mensch, die engstirnig und lustlos durchs Leben geht. Wir haben viel Spaß zusammen und nehmen uns gerne auch selbst auf die Schippe.

Privat und beruflich klingt das nach großer innerer Zufriedenheit ...

Die Zeiten, wo ich Sachen getan habe, weil sie dazugehören oder von mir erwartet werden, sind vorbei. Ich mache nur noch das, wofür mein Herz brennt. ◼

SYLVIA PETERSEN