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Neue Lohntarife im Garten-und Landschaftsbau: BGL: Tarifergebnis liegt an der „Belastungsgrenze“


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 32/2019 vom 10.08.2019

Andererseits wurde aus Sicht der Arbeitgeber aber auch Planungssicherheit für 23 Monate erreicht


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Bildquelle: TASPO, Ausgabe 32/2019

Laut BGL zählte 2018 der GaLaBau 120.576 Beschäftigte. Für sie gelten nun neue Tarife.


Bereits in derTASPO 31/19 berichteten wir kurz über das neue Tarifergebnis für die rund 120.000 gewerblichen und angestellten Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner. Aus Sicht der Arbeitgeber sorgt das Verhandlungsergebnis einerseits für Planungssicherheit in der Ga-LaBau-Branche, anderseits stoße man aber auch an seine Grenzen, macht der Bundesverband Garten-, Landschaftsund Sportplatzbau (BGL) deutlich. ...

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Bereits in derTASPO 31/19 berichteten wir kurz über das neue Tarifergebnis für die rund 120.000 gewerblichen und angestellten Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner. Aus Sicht der Arbeitgeber sorgt das Verhandlungsergebnis einerseits für Planungssicherheit in der Ga-LaBau-Branche, anderseits stoße man aber auch an seine Grenzen, macht der Bundesverband Garten-, Landschaftsund Sportplatzbau (BGL) deutlich.

Aspekt Fachkräftemangel spielte bei den Verhandlungen mit
Die Gewerkschaft hat bei ihrer Wertung des Ergebnisses naturgemäß weniger die Belastungen für die Betriebe im Blick als das Erreichte für die Beschäftigten. „Mit diesem Ergebnis haben wir die Attraktivität der Branche gesteigert“, betont Dietmar Schäfers, Stellvertretender IG BAU-Bundesvorsitzender. „Die Frauen und Männer im GaLaBau leisten gute Arbeit und haben deswegen auch faire Einkommen verdient. Besonders freut es mich, dass die Ost-West-Angleichung fast vollzogen werden konnte. Nach 30 Jahren Wiedervereinigung wurde das auch endlich Zeit.“
Erzielt wurde der Tarifabschluss laut BGL nach intensiven Verhandlungen mit der Gewerkschaft in der zweiten Verhandlungsrunde. „Bei den Verhandlungen haben wir uns davon leiten lassen, die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen des Tarifabschlusses für die GaLaBau-Branche in Zeiten des Fachkräftemangels vertretbar zu gestalten. Um es aber klar zu sagen: Angesichts der aktuellen Lage in Europa und den damit nicht absehbaren politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten, sind wir bis an unsere Grenzen gegangen“, so Uwe Keller-Tersch, Verhandlungsführer des BGL und Vorsitzender des Tarifausschusses.

Erhöhung in zwei Stufen
Wie in derTASPO 31/19 schon angeklungen, ist der neue Tarifvertrag im Garten-, Landschafts-und Sportplatzbau in zwei Laufzeiten aufgeteilt. Im Einzelnen nennt der BGL:
Ab 1. August 2019 erhalten die gewerblichen Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer und Angestellte in Deutschland für elf Monate eine Lohn-beziehungsweise Gehaltserhöhung von 3,0 Prozent. Der Ecklohn (Fachkraft Landschaftsgärtner mit mindestens 18 Monaten Tätigkeit als solche) beträgt dann 16,39 Euro
ab 1. Juli 2020 eine weitere Erhöhung von 2,75 Prozent für dann zwölf Monate. Der Ecklohn erreicht dann 16,84 Euro.
„Wir haben damit die Belastungsgrenze der Firmen erreicht. Denn trotz der guten Umsätze im Garten-und Landschafsbau erwirtschaften noch immer nicht alle Betriebe im Garten-und Landschaftsbau die notwendigen Renditen. Nichtsdestotrotz haben wir jetzt für 23 Monate Planungssicherheit für die Betriebe erzielen können“, erklärt Uwe Keller-Tersch.
◼ Zudem läuft die bereits früher vereinbarteOst-West-Angleichung weiter. Die bisherigen Angleichungsschritte von 0,5 Prozent pro Jahr werden fortgeführt, sodass die Löhne der ostdeutschen Bundesländer zum 1. August 2019 auf 98,5 Prozent und zum 1. Juli 2020 auf 99 Prozent des Westniveaus angehoben werden. Die Sonderregelung für Berlin bei den Löhnen bleibt erhalten.
◼ Für dieunterste Lohngruppe 7.6 (einfachste, schematische Arbeiten) wurde für die ersten elf Monate ein Stundenlohn von 10,70 Euro vereinbart, ab 1. Juli 2020 steigt der Stundenlohn auf 10,90 Euro.

Weitere Erhöhung der Ausbildungsvergütungen
Die Attraktivität des Berufs für junge Menschen wurde mit dem Tarifabschluss ebenfalls weiter gestärkt. So vereinbarten die Tarifparteien BGL und IG BAU in den Verhandlungen eine weitere Anhebung in der Ausbildungsvergütung ab 1. August 2019 um 35 Euro und ab 1. Juli 2020 dann um weitere 40 Euro. Dadurch beträgt sie ab dem 1. Juli 2020
◼ im ersten Ausbildungsjahr ab 1. August 2019 860 Euro und ab 1. Juli 2020 900 Euro im Monat,
◼ im zweiten ab 1. August 2019 960 Euro und ab 1. Juli 2020 1.000 Euro,
◼ im dritten ab 1. August 2019 1060 Euro und ab 1. Juli 2020 1.100 Euro.
Uwe Keller-Tersch vom BGL begrüßte das Ergebnis mit Blick auf den Nachwuchs: „Damit ermöglichen wir den GaLaBau-Betrieben, in Zeiten des Fachkräftemangels qualifizierte und motivierte Auszubildende zu beschäftigen, und gleichzeitig bieten wir den jungen Menschen eine starke berufliche Perspektive. Wir sind überzeugt, dass die GaLaBau-Branche von dieser Regelung sehr profitieren wird.“ Thema in den Tarifgesprächen war den Angaben zufolge auch die Höhe einer Überstundenregelung für volljährige Auszubildende. Die Tarifparteien waren sich einig, dass auch in dieser wichtigen Frage tragfähige Lösungen entwickelt werden müssten und vereinbarten, darüber im Rahmen der Sozialpartnergespräche weiter zu beraten.
(hlw)