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Neue Rollen, neue Jobs: So sehen IT-Karrieren in fünf bis zehn Jahren aus


TecChannel Compact - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 28.02.2020
Artikelbild für den Artikel "Neue Rollen, neue Jobs: So sehen IT-Karrieren in fünf bis zehn Jahren aus" aus der Ausgabe 3/2020 von TecChannel Compact. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

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Künstliche Intelligenz, Datenwissenschaftler und die Ansprüche der Millennials verändern die IT. Branchen-Insider wagen Prognosen.

Wie verändern sich IT-Karrieren? Ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit wagen Praktiker einen Blick in die Glaskugel. Für die kommenden fünf bis zehn Jahre geben sie ihre Einschätzungen ab.

Sicherheit wird zur Kulturfrage: Joy Belinda Beland ist Senior Director of Cybersecurity Business Development bei Continuum. Sie entwirft eine neue Rolle: den Chief Cybersecurity Culture Officer. Ihrer Beobachtung nach haben die Unternehmen verstanden, ...

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Sicherheit wird zur Kulturfrage: Joy Belinda Beland ist Senior Director of Cybersecurity Business Development bei Continuum. Sie entwirft eine neue Rolle: den Chief Cybersecurity Culture Officer. Ihrer Beobachtung nach haben die Unternehmen verstanden, wie stark die Nutzung der Sicherheits-Tools vom Bewusstsein der Anwender abhängt. Ein Chief Cybersecurity Culture Officer vereint die gewohnten Vorgaben aus der Personalabteilung mit Firmenkultur und IT-Security.

Einen anderen Aspekt nennt Jim O‘Gorman von der Firma Offensive Security. Er sagt: „Früher war man ein Exploit Developer. Dann sagte man, Ich schreibe Browser Exploits‘ und jetzt, Ich schreibe Exploits für diesen oder jenen Browser‘. Es ist entscheidend, sich in spezifische Gebiete hineinzuknien.“

Verteiltes Arbeiten erfordert Spezialisten: Arbeiten von zu Hause aus, Arbeiten in verteilten Teams und die sogenannte Gig Work (Gig Worker ziehen von Projekt zu Projekt und von Firma zu Firma wie Musiker, die einen Gig spielen und dann weiterziehen) - diese Entwicklung muss organisatorisch und technologisch umgesetzt werden. Konkret braucht man dafür Projekt-Manager, die auf das Einhalten der Ziele achten, und IT-Fachkräfte mit Schwerpunkt Kollaborations-Lösungen, sagt Chris McGugan, Senior Vice President Solutions und Technology bei Avaya.

Jeder Anwender ist ein potenzieller Datenwissenschaftler

Daten und Apps demokratisieren sich: Von einer „De-Industrialisierung und De-Zentralisierung der IT“ spricht Steven Hall, Partner und Präsident von ISG. Software- as-a-Service (SaaS) und Microservices ermöglichen immer mehr Anwendern, selbstständig Datenvisualisierung zu nutzen und sich in ihrem jeweiligen Arbeitsgebiet zum Datenwissenschaftler zu entwickeln.

Der Bedarf an Automatisierungs-Spezialisten steigt: Bei der Einstellung neuer Mitarbeiter, beim Zuweisen von Software oder beim Password-Reset nutzen immer mehr Unternehmen Automatisierung. Cathy Southwick, CIO bei Pure Storage, sieht nicht nur bei Konzernen, sondern auch bei kleinen und mittelständischen Firmen wachsenden Bedarf. Chatbots entlasten nicht nur das IT-Team, sondern kommen auch den Sachbearbeitern zugute, die solcherlei Aufgaben dank technischer Unterstützung schnell und einfach lösen können, sagt Southwick. Laut Wendy Pfeiffer, CIO von Nutanix, lösen Machine-Learning-Tools in ihrer Firma bereits knapp jede dritte Helpdesk-Anfrage.

Künstliche Intelligenz erfordert Fachexperten: Ben Lorica, Chief Data Scientist bei O‘Reilly, sieht im Zuge der Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) neue Aufstiegsmöglichkeiten für Fachexperten, die sich in KI einarbeiten können. Er stützt das auf die Beobachtung, dass viele Unternehmen für KI und Machine Learning schlicht keine Use Cases finden. Technologisch versierte Fachexperten sollen helfen.

Millennials wollen mehr Zusammenarbeit und mehr Einfluss

Ben Gaines, Director Produkt-Management bei Adobe Analytics, rechnet mit einer Verschiebung in Sachen Data Science. Zurzeit konzentrieren sich Datenwissenschaftler stark auf Marketing, sagt er. Damit nutzen sie aber nur einen Teil der Daten. Gaines spricht von „IT Data Scientists“, deren Aufgabe es künftig sein wird, solche Daten in den Gesamtkontext des Unternehmens zu stellen.

Millennials wollen anders arbeiten: Neben allen technologischen Entwicklungen nennt Neerja Sabharwal, Head of Cloud und Big Data bei Xavient Information Systems, die Mentalität der jüngeren Mitarbeiter als eine der wichtigsten Einflussgrößen. Diese Mentalität kennzeichne der Wunsch nach stärkerer Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen, nach mehr Einflussnahme, und nach der Entwicklung der eigenen Karriere durch Lernangebote, sagt Sabharwal.

Christiane Pütter ist Journalistin aus München und schreibt hauptsächlich über IT, Business und Wissenschaft.