Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 2 Min.

NEUE SERIE: SAGEN & LEGENDEN: Der deutsche Nationalschelm


daheim - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 06.12.2019

Wer war Till Eulenspiegel, über dessen Streiche wir heute noch lachen?


Artikelbild für den Artikel "NEUE SERIE: SAGEN & LEGENDEN: Der deutsche Nationalschelm" aus der Ausgabe 1/2020 von daheim. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: daheim, Ausgabe 1/2020

Till Eulenspiegel verspottet die Bürger von Magdeburg, die ihm glaubten, er könne vom Rathaus fliegen


Vor 500 Jahren erschien ein Buch, das sich rasch zum Bestseller entwickelte. 96 Geschichten sind darin zusammengetragen, die von einem fahrenden Gesellen erzählen, der – ja was eigentlich war? Respektloser Querulant, gesellschaftspolitischer ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von daheim. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2020 von WILLKOMMEN: Liebe Leserinnen und Leser. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WILLKOMMEN: Liebe Leserinnen und Leser
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von IHR WEG ZU UNS: Unsere Leser schreiben …. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
IHR WEG ZU UNS: Unsere Leser schreiben …
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von DAS LIEBEN WIR!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DAS LIEBEN WIR!
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von BADEKUR: Heilende Quellen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BADEKUR: Heilende Quellen
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von PARK: Palmen in Pyrmont. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PARK: Palmen in Pyrmont
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von HEILMETHODEN: DAS TUT GUT!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
HEILMETHODEN: DAS TUT GUT!
Vorheriger Artikel
STOLLENKUR: Aufatmen
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel HANDWERK: Wie das duftet!
aus dieser Ausgabe

... Kritiker, durchtriebener Hochstapler? Alles in einem: Till Eulenspiegel. Über seine Streiche lachen wir noch heute.

Angeblich wurde er um 1300 im Braunschweiger Land geboren und starb 1350 in Mölln, wo er begraben sein soll. Als sicher gilt, dass ein Dil Ulenspegel in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wirklich gelebt hat. Der Legende nach war er ein Schelm, der alle möglichen Berufe ausübte, von denen er keine Ahnung hatte: Turmwächter, Bäcker, Schneider, Schmied, Arzt.

Lachend hielt er seinen Zeitgenossen den Spiegel vor
Keiner war vor seinen Streichen sicher, mit denen er Adel und Klerus, eitle Bürger und das abergläubische Volk verspottete. Unter boshaftem Gelächter hielt er ihnen den Spiegel vor und prangerte Missstände an.

Viele seiner Späße beruhen auf Wortwitz, dem wörtlichen Befolgen von Befehlen und Redensarten. Als Bäckergeselle etwa fragte er den Meister, was er denn backen solle. Dieser schrie: „Was pflegt man denn zu backen? Eulen oder Meerkatzen!“ Genau das buk Till. Ein andermal nahm ein Barbier ihn auf und sagte: „Sieh, das Haus gegenüber, wo die hohen Fenster sind, da geh hinein!“ Und Till ging mitten durchs Fenster.

Wo Eulenspiegel auftauchte, hinterließ er verbrannte Erde, daher führte er ein rastloses Leben. Als der Herzog von Lüneburg ihm verbot, sein Land zu betreten, erwarb der Schelm einen Karren mit Erde, setzte sich hinein und behauptete frech, dass er sich nun auf eigenem Land befinde.

Ziemlich sicher ist die Figur des Till Eulenspiegel eine dichterische Gestalt und ein Sammelbecken für Scherze aller Art. Sogar sein Name ist eine zweideutige Posse. In „Eulenspiegel“ steckt die Weisheit der Eule und die Selbsterkenntnis im Spiegelbild. Im Niederdeutschen aber meint „ulen“ wischen, und der „Spegel“ ist das Hinterteil. Ulenspegel bedeutet also auch „Leck mich am Arsch“. Als die Eulenspiegeleien Kinderliteratur wurden, sind viele allzu derbe Späße allerdings aus den Büchern verschwunden.

Als scharfsinnigen Kopf, der unter dem Vortäuschen von Dummheit und mit Gelächter die Wahrheit sagt, lieben ihn auch die Karnevalsnarren. Bis heute ist Till Eulenspiegel unter uns, und es gibt ihn gleich zwei Mal. In Mölln und in seinem Geburtsort Schöppenstedt hat er jeweils ein eigenes Museum. So viel Narrenfreiheit darf sein.