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Neue SSD: Turbo für betagte Rechner


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TecChannel Compact - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 04.10.2021

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Bildquelle: TecChannel Compact, Ausgabe 10/2021

Derzeit arbeiten alle im Haushalt vorhandenen Rechner auf Hochtouren. Denn nach wie vor sitzen Sie im Homeoffice, die Kinder hängen im Homeschooling fest und viele Geschäfte lassen sich nur online erledigen. So manchen etwas angestaubten Desktop-PC oder eigentlich schon aussortierten Laptop haben Sie dafür wieder hervorgeholt. In den meisten Fällen meistern Komponenten wie Arbeitsspeicher oder Prozessor die Videokonferenz, das Online-Banking und andere Alltagsaufgaben. Nur die Magnetfestplatte oder die kleine SSD kommen nicht mehr hinterher: Entweder rödelt die HDD bereits endlos beim Surfen im Internet, weil Webseiten zu komplex geworden sind. Oder die SSD ist deutlich langsamer, weil sie an ih re Kapazitätsgrenze gekommen ist und deshalb ausgebremst wird.

Das beste Mittel, um diese Ärgernisse zu beseitigen: Sie investieren in eine neue SSD. Da Sie für den wiederbelebten Rechner ...

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... nicht allzu tief in die Tasche greifen wollen, stellen Flash-Datenträger ab 480 GB einen sehr guten Kompromiss aus Tempo, Kapazität und Preis dar. So erhalten Sie den perfekten Ersatz für die langsame HDD oder die zu kleine SSD – im besten Fall schon ab 50 Euro.

Damit das neue Laufwerk genau ins vorhandene System passt und das maximale Tempo erreichen kann, müssen Sie vor dem Kauf einige Fakten zum eingebauten Datenträger kennen. Hierzu gehören der Formfaktor genauso wie die Schnittstelle und das verwendete Protokoll der SSD. Systemtools wie et wa Speccy oder Hwinfo (beide auf Heft-DVD) sind patente Helfer bei Ihrer Recherche der technischen Daten. Sind die Details zum derzeitigen internen Laufwerk klar, finden Sie in den Übersichtstabellen abder nächsten Seite die Modellvorschläge für das SSD-Upgrade.

Preisunterschiede aufgrund verschiedener Flash-Typen

Auch innerhalb derselben Kapazitätsgruppe zeigen SSD-Laufwerke häufig deutliche Preisunterschiede. Ein Grund dafür ist der eingesetzte Flash-Speicher-Typ. Im Consumer-Bereich kaum zu finden ist SLC oder Single Level Cell. Hier speichert eine Zelle ein Bit. SLC ist besonders schnell und haltbar, aber teuer in der Herstellung.

Verbreitet ist dagegen MLC oder Multi Level Cell. In der Regel steht der Speichertyp für Zellen, die zwei Bit speichern können. Genau genommen verdeutlicht er jedoch nur, dass mehrere Bit pro Zelle möglich sind. Einen guten Kompromiss zwischen Langlebigkeit, Tempo und Preis bieten SSDs mit TLC-Flash-Speichern (Triple Level Cell), die sich mit drei Bit pro Zelle belegen lassen. Immer populärer wird QLC – Quadruple Level Cell oder einfacher Quad Level Cell, bei dem vier Bit pro Zelle möglich sind. Die höhere Speicherfähigkeit pro Zelle schraubt die Kapazität nach oben, erhöht allerdings ebenfalls den Aufwand, um die Daten zu sichern. Die Folge: Schreibgeschwindigkeit und Haltbarkeit sinken.

Nicht immer geben die Hersteller an, welcher Speichertyp beim SSD-Modell eingesetzt wird – ein Beispiel ist das Lexar NS100 2,5‘‘ SATA III 512 GB für etwa 50 Euro. In diesem Fall hilft Ihnen die garantierte Gesamtschreibleistung TBW (Total Bytes Written oder auch Terabytes Written) weiter, da sie mit höherer Speicherdichte abnimmt. Ein Wert von 256 TB wie bei diesem Modell ist ordentlich, aber nicht übermäßig hoch. Für den Alltagsgebrauch und als günstige Upgrade-SSD kommt sie trotzdem infrage.

Sollte sich auch keine Angabe zur TBW finden, dann können Sie sich an der Herstellergarantie orientieren: SSDs mit fünf Jahren Garantie haben normalerweise eine höhere Gesamtschreibleistung als Laufwerke mit drei Jahren. Es gilt entweder das eine oder das andere Kriterium: Sollte die SSD den TBW-Schwellenwert vor Ablauf des Garantiezeitraums überschreiten, erlischt damit die Garantie des Herstellers.

Kosten für die SSD sparen per Cache-Management

Neben dem Flash-Speichertyp bestimmen Controller und Cache, wie teuer eine SSD ist. Ein extra DRAM-Cache (Dynamic Access Memory) ist bei einer SSD nicht zwingend erforderlich. Wenn der Speicher vorhanden ist, dann enthält er die Mapping-Tabelle, über die der Controller das Datenmanagement durchführt, indem er die logischen und physikalischen Daten abgleicht. Das kommt dem SSD-Tempo zugute, verteuert als extra Baustein jedoch den Datenträger. Um Kosten zu sparen, ersetzen die Hersteller den DRAM-Cache durch einen Pseudo-SLC-Puffer – insbe-sondere bei SSDs mit TLC- und QLC-Flash-Modulen. In einem bestimmten Bereich auf dem Flash-Speicher werden die Zellen lediglich mit einem Bit beschrieben, um Schreibvorgänge zu beschleunigen. Sobald die SSD ruht, sichert der Controller die Informationen in den regulären Zellen. SLC-Cache ist mittlerwei le weit verbreitet.

Sie finden ihn neuerdings sogar bei Samsung-Modellen – wie etwa bei dem aktuellen M.2-NVMe-Laufwerk Samsung SSD 980 500 GB für rund 70 Euro. Lesen Sie in den technischen Daten zu einer SSD den Hinweis „Host Memory Buffer“, dann kommt für das Beschleunigen von Schreibvorgängen sogar der Arbeitsspeicher des Computers zum Einsatz.

SATA-SSDs im 2,5-Zoll-Format – Push für betagte Rechner

Bei den meisten Rechnern, die bereits fünf oder mehr Jahre auf dem Buckel haben, ist ein 2,5-Zoll-SSD-Laufwerk die richtige Wahl. Die Modellvielfalt mit rund 500 GB Kapazität ist groß. Der Trend geht allerdings zu höheren Kapazitäten, was sich wiede rum an Samsung zeigen lässt. Denn die Süd koreaner bieten die aktuelle Serie Samsung 870 QVO SATA III erst ab einem Terabyte Speicherplatz (rund 100 Euro UVP) an. Diese Modellreihe gibt es bis acht TB – die derzeit größtmögliche Kapazität. Dafür müssen Sie aber auch mit 720 Euro (UVP) sehr tief in die Tasche greifen.

Alle 2,5-Zoll-SSDs nutzen SATA III als Standardanschluss. Er ist auch gemeint, wenn Ihnen in der Beschreibung der Ausdruck „6 Gigabit pro Sekunde“ begegnet. In der Theorie lassen sich über SATA III Transferraten von bis zu 550 MB pro Sekunde erreichen. Das tatsächliche Übertragungstempo hängt aber auch von anderen Kriterien ab – etwa von den bereits genannten Punkten des eingesetzten Flash-Speichertyps und des verwendeten Cache-Managements. Besonders bei Notebooks kann das bestimmende Kaufkriterium ein möglichst niedriger Stromverbrauch sein. Diese Eigenschaft hält das 2,5-Zoll-SSD-Modell WD Green bereits seit einigen Jahren im Rennen. Die Festplatte ist auf Leseprozesse optimiert und mit rund 55 Euro für die 500-GB-Variante durchaus günstig.

SATA-SSDs für den M.2-Steckplatz – etwas teurer als 2,5 Zoll

Gerade bei besonders flachen Mobilrechnern benötigen Sie einen SATA-Datenträger im kompakten M.2-Format. Er kann sich in der Länge unterscheiden. M.2-SA-TA-SSDs gibt es in den Kennungen 2230, 2242, 2260, 2280 und 22110. Dabei steht die 22 für die Breite in Millimetern. Die anderen Ziffern bezeichnen die Länge des Moduls – im gängigsten Fall 80 Millimeter. Deshalb beziehen sich die Beispiel-M.2- SSDs in den Tabellen auch auf 2280-Kärtchen.

Mit einer SATA-M.2-SSD erreichen Sie dieselben Tempowerte wie mit einem 2,5-Zoll-Flash-Laufwerk. Allerdings ist sie im Schnitt einen Tick teurer. Als preisgünstiges Modell zum Aufrüsten erweist sich die WD Blue 3D NAND SATA SSD, für die Sie mit 500 GB Speicherplatz etwa 56 Euro zahlen. Gleichzeitig sind M.2-SATA-SSDs teils auch in der maximal möglichen Kapazität eingeschränkter als ihre 2,5-Zoll-Verwandten. Erneut können Sie dies an dem erwähnten WD-SSD-Modell nachvollziehen. Während es als 2,5-Zoll-Da tenträger mit bis zu vier TB erhältlich ist, ist bei der M.2-Baureihe bei 2 TB das maximale Platzangebot ausgeschöpft.

Weil es bei manchen Ultrabook-Gehäusen auch in der Höhe um jeden Millimeter geht, beachten Sie außerdem, wie dick die neue M.2-SATA-SSD sein darf. Eine mit nur 1,35 Millimeter besonders dünne Variante finden Sie in der Kingston A400 SATA 480 GB für etwa 60 Euro. Allerdings gibt es dieses Modell auch nur bis maximal 480 GB.

NVMe-SSDs für den M.2-Steckplatz – meist passt PCIe 3.0

Die Bezeichnung NVMe-SSD ist verkürzt, sie bezeichnet Flash-Speicher, die das NV- Me-Übertragungsprotokoll (Non-Volatile Memory Express) nutzen, im M.2-Steckplatz sitzen und über die PCI-Express-Schnittstelle angebunden sind. Sie haben die gleichen Maße wie SATA-M.2-SSDs – am häufigsten kommt das 2280-Modul vor.

Welches Arbeitstempo maximal möglich ist, bestimmt der PCIe-Standard zusammen mit der Anzahl der Lanes, die die SSD verwenden kann. Die entsprechenden Details zu Ihrem Steckplatz lesen Sie am besten vor dem Kauf im Mainboard-Handbuch nach.

Bei einem etwas betagteren Computer ist PCIe 3.0 sehr wahrscheinlich. Für diese Version finden Sie eine sehr große Auswahl an Laufwerken. Die maximal möglichen Datenraten liegen bei etwa 3,5 GB pro Sekunde – sowohl beim sequentiellen Lesen als auch Schreiben. Günstige SSD-Modelle erreichen dieses Transfertempo jedoch nicht immer – vor allem dann nicht, wenn ein QLC-FlashSpeicher zum Einsatz kommt, wie bei der Seagate Barracuda Q5 SSD 500 GB für rund 64 Euro. Sie schafft laut Herstellerangaben 2400 MB pro Sekunde beim Lesen und 1800 MB pro Sekunde beim Schreiben. Doch auch damit bringt sie einen deutlichen Tempopush für den PC – und das zum fairen Preis.

NVMe-SSDs für PCIe 4.0: Top-Tempo-Klasse, die ins Geld geht

NVMe-SSDs mit PCIe-4.0-Anbindung sind derzeit die schnellsten M.2-Laufwerke und werden aktuell bereits von AMD unterstützt – beispielsweise durch die CPUs der Serien Ryzen 3000 und 5000 sowie Mainboards mit X570- oder B550-Chipsätzen. Bei Intel tut sich ebenfalls etwas in Sachen PCIe 4.0, denn mit der elften Core-i-CPU-Generation (Rocket Lake-S) liefert der Hersteller den Support für die Schnittstelle nun nach.

Die passenden SSDs sind grundsätzlich teurer als die PCIe-3.0-Pendants und für das Power-Gaming oder andere sehr schreibintensive Tätigkeiten gedacht. Selbst für ein Modell mit 500 GB müssen Sie rund 100 Euro investieren – wie zum Beispiel für die Gigabyte Aorus Gen4 SSD. Hierfür sollen sich im Idealfall auch die Transferraten im Vergleich zur Vorversion verdoppeln. Das hat Folgen für die Hitzeentwicklung.

Deshalb sind diese M.2-SSD-Kärtchen oft mit einem Kühlkörper versehen oder lassen sich damit nachrüsten. Für den Einbau in den Computer müssen Sie deshalb die Höhe im Auge behalten. Meist bestehen die passiven Kühlungen aus Aluminium. Neu ist der Einsatz des Materials Graphen, das besonders dünne Kühlkör -per ermöglichen soll, wie das Modell Transcend MTE240S 500 GB als eines der ersten Beispiele zeigt. Es ist jedoch zum Recherchezeitpunkt mit 140 Euro auch entsprechend teuer.

Fürs Rechner-Upgrade sind diese SSDs lediglich dann eine Wahl, wenn Sie das Laufwerk perspektivisch in einen neuen PC einbauen wollen. Denn PCIe 4.0 ist abwärtskompatibel, wodurch Sie jedoch den Tempovorteil wieder einbüßen.

Ines Walke-Chomjakov

Ines Walke-Chomjakov kümmert sich um alles Wissenswerte zu IT-Peripheriegeräten. Zu ihren Spezialgebieten gehören Drucker und 3D-Druck. Weitere Themenbereiche sind Displays und kommende Technologien wie selbstfahrende Autos.