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Neue Therapien bei Katzenhaarallergie


Geliebte Katze - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 10.03.2020

Eine Katzenhaarallergie kann heute noch bedeuten, dass sich die Betroffenen von ihrer geliebten Katze trennen müssen. Es gibt Hoffnung, dass das in Zukunft nicht mehr sein muss


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Bildquelle: Geliebte Katze, Ausgabe 4/2020

Ohne zunächst erkennbaren Anlass jucken und tränen die Augen, ein Niesanfall jagt den nächsten und die Nase läuft. Was sich so anfühlt wie der Beginn einer Erkältung, kann auch eine Katzenhaarallergie sein. Anders als die Erkältung, die meist rasch überstanden ist, kommen Schniefnase und Augenjucken bei einer Allergie immer wieder. Weitere Symptome einer Katzenhaarallergie können juckende Hautrötungen und hartnäckiger Husten sein. ...

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... Es ist sehr wichtig, dass der Verdacht auf eine Allergie frühzeitig abgeklärt wird, weil unbehandelte Allergien sich verschlimmern können und schwere, mitunter lebensbedrohliche Erkrankungen wie Asthma verursachen können.

Fragwürdig
Die Devon Rex soll für Allergiker geeignet sein


Nicht Fell, sondern Proteine lösen die Allergie aus

Anders als der Name Katzenhaarallergie vermuten lässt, sind gar nicht die Katzenhaare, sondern winzige Proteine die Auslöser der allergischen Reaktion (Katzenallergene). Es gibt verschiedene Katzenallergene, das wichtigste ist jedoch ein Protein namens Fel d1. Fel d1 wird in den Speichel-, Tränen- und Hautdrüsen der Katze gebildet. Das heißt: Auch Nacktkatzen können allergische Reaktionen auslösen! Es gibt zwar Katzen, die von Natur aus wenig Fel d1 bilden – man weiß aber noch nicht, wie es dazu kommt und wie man diese Tiere ohne aufwendige Untersuchungen erkennt. Daher sollte man vorsichtig sein, wenn Katzen als für Allergiker geeignet (hypoallergene Katzen) angeboten werden, und genau nachfragen, wie die Anbieter zu solchen Aussagen kommen und ob sie sie beweisen können.

Beim Putzen verteilt die Katze die Allergene auf Fell und Haut. Häufig schweben die winzigen Proteine auch durch die Luft und setzen sich erst nach Stunden irgendwo ab. Wenn Katzenhaarallergiker mit einer gewissen Menge an Allergenen in Kontakt kommen, löst ihr Abwehrsystem plötzliche und zum Teil sehr heftige Entzündungsreaktionen aus. Ein direkter Kontakt mit einer Katze ist dabei nicht nötig. Eine Katzenhaarallergie kann sich dabei bei jedem entwickeln – auch bei Menschen, die bereits seit Jahren oder Jahrzehnten eng mit Katzen zusammenleben und zuvor niemals Beschwerden hatten.

Was tun, wenn die Allergie aus dem Nichts zuschlägt?

Für Katzenbesitzer ist es ein Schock, wenn sie die Diagnose Katzenhaarallergie von ihrem Arzt erhalten. Im Allgemeinen raten Allergologen und Hausärzte den Allergikern dazu, für die Katze ein neues Zuhause zu suchen und fortan den Kontakt zu Katzen zu meiden. Aus rein medizinischem Blickwinkel ist das ein vernünftiger Rat – für die Besitzer jedoch häufig ein undenkbarer Schritt. Schließlich ist die Katze ein Freund und ein Familienmitglied, von dem man sich nicht einfach trennt.

Wer seine Katze trotz Katzenhaarallergie behalten möchte, muss eine ganze Reihe von Maßnahmen ergreifen, um eine Verschlimmerung der Allergie zu verhindern. Hierzu gehören Maßnahmen, die die Allergenbelastung in der Wohnung verringern (s. Kasten) und eine spezi sche Immuntherapie (SIT), auch als Hyposensibilisierung bekannt. Im Zuge der Hyposensibilisierung verabreicht der Arzt eine Lösung mit geringen Mengen an Katzenhaarallergen per Spritze oder als Tropfen unter die Zunge, um den Organismus des Allergikers daran zu gewöhnen. Wenn die Kombination aller Maßnahmen gut wirkt, darf die Katze bleiben. Wenn sich die Allergie trotz aller Bemühungen verschlimmert, gebietet es die Vernunft, die Katze in gute Hände abzugeben. Das ist hart und traurig, aber hier sollte die Gesundheit des betroffenen Menschen vorgehen.

Im Speichel
Durch Putzen verteilen Katzen das Allergen Fel d1 im Fell


Weg mit dem Staub
Regelmäßiges Saugen ist ein Muss im Allergiker-Haushalt


Innovation: Behandlung der Katze, nicht des Menschen

Doch es gibt auch Hoffnung: In Zukunft könnte es möglich sein, dass die Katze bei ihrem allergischen Menschen und in ihrem vertrauten Zuhause bleiben darf, denn derzeit wird intensiv an der Entwicklung eines Impfstoffes und eines Katzenfutters gearbeitet, die das Allergen Fel d1 bei der Katze stark reduzieren.

Bürsten raus
Regelmäßige Fellpflege hilft Katze und Mensch


Das Interessante an den neuen Lösungsansätzen ist, dass dabei die Katze und nicht der Mensch behandelt wird. Auf diese Weise kann die Katzenhaarallergie des Menschen zwar nicht geheilt werden und er wird weiterhin allergisch auf andere Katzen reagieren, aber eben nicht mehr auf seine eigene Katze. Er kann also trotz Katzenhaarallergie seine geliebte Katze behalten und das Tier darf in seinem vertrauten Umfeld bleiben.

Das kann funktionieren, weil die meisten Katzenhaarallergiker tatsächlich auf Fel d1 als Allergen reagieren, während die anderen Katzenallergene eine untergeordnete Rolle spielen. Man weiß außerdem, dass die meisten Allergiker erst ab einer gewissen Menge von Fel d1 in ihrer Umgebung allergisch reagieren. Das heißt, wenn die Katze weiterhin ein bisschen Fel d1 auf ihrem Fell herumträgt und in der Umgebung verbreitet, stört das die meisten Allergiker nicht, solange die Gesamtbelastung unter einer Höchstgrenze bleibt.

Genauso wichtig ist, dass man der Katze mit dem Anti-Fel-d1- Impfstoff und dem Anti-Fel-d1-Futter nicht schadet. Nach heutigem Wissensstand erfüllt das Protein Fel d1 keine lebenswichtigen Aufgaben für die Katze. Sie kann auf dieses Hauptallergen verzichten. Erste erfolgreiche Studien zur Wirksamkeit und Verträglichkeit bei der Katze haben sowohl die Schweizer Firma HypoPet, die den Impfstoff entwickelt, und die Firma Nestlé Purina, die das Futter herstellt, bereits in Fachzeitschriften veröffentlicht. Die Ergebnisse waren in beiden Fällen ermutigend. Bis die beiden Produkte tatsächlich Marktreife erlangen, müssen noch einige wissenschaftliche Fragen geklärt und wohl auch bürokratische Hürden genommen werden – doch das kann leider noch einige Zeit dauern.

Allergene verringern

Der Allergieinformationsdienst des Deutschen Forschungszentrums für Gesundheit und Umwelt empfiehlt folgende Maßnahmen, um Katzenhaarallergene zu verringern:

• Tägliches Abwischen aller Böden und Möbel

• Waschbare Bezüge für Polster und Sitzmöbel

• Entfernen von Vorhängen, Teppichböden, Teppichen und „Staubfängern“

• Händewaschen nach Kontakt mit der Katze

• Häufiges Waschen der Kleidung und von Haushaltstextilien

• Entstauben und „Enthaaren“ von Kleidung mit dem Kleiderroller

• Häufiges Wechseln der Bettwäsche

• Antiallergene Staubsauger und Luftreiniger

• Die Katze nicht ins Schlafzimmer lassen

• Fellpflege außerhalb der Wohnung durchführen


Fotos: Shutterstock (8)