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NEUER CONTENT IST GEFRAGT


digit! - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 12.04.2019

„Content is king.“ Dieser oft zitierte Satz stammt aus einem 1996 verfassten Essay des Microsoft-Gründers Bill Gates, in dem er seine Visionen zur Zukunft des Internets niederschrieb. Auch mehr als 20 Jahre später ist er aktueller denn je, denn mit der zunehmenden Zahl von digitalen Displays im öffentlichen und halböffentlichen Raum steigt auch der Bedarf an individuell produzierten Inhalten. Besonders in der Werbung haben Fotos und Videos dabei ganz klar die Nase vorn.


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Bildquelle: digit!, Ausgabe 3/2019

Im Rahmen der Kunstinstallation „The Art on Innovation“ setzte Samsung im März im Berliner Kaufhaus KaDeWe auch seine Digitaldisplays ...

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... ein.


Das ist die erste gute Nachricht für Contentproduzenten. Denn ob es die Fahrschule um die Ecke, der Bäcker im Nachbardorf, die große Lebensmittelkette oder der internationale Bekleidungskonzern ist: Visual-Marketing-Aktivitäten erfordern immer wieder neue Bilder. Aktuell dominieren Flachbildschirme zur Präsentation digitaler Inhalte das Geschehen. Das kann ein für den 24/7-Dauereinsatz konzipiertes B2B-Display ebenso sein wie ein „normales“ TV-Gerät, das nur während der Ladenöffnungszeiten eingeschaltet wird.

Dass digitale Bildschirme mit wechselnden Bildinhalten die Aufmerksamkeit stark anziehen, ist durch etliche Untersuchungen belegt. So gehen manche Marketingexperten beispielsweise davon aus, dass visuelle Inhalte mindestens doppelt so effektiv sind wie reine Textbotschaften, und bewegte Bilder erzielen deutlich mehr Aufmerksamkeit als Stills. Displayhersteller investieren deshalb viel Zeit, Geld und Energie, um die Bildergebnisse und deren Effektivität kontinuierlich zu verbessern und die Bildschirme an die stetig wachsenden Möglichkeiten der Aufnahmegeräte anzupassen. 4K ist inzwischen bei Werbedisplays Standard, und erste Unternehmen wie Samsung haben sogar bereits 8K-Bildschirme im Sortiment.

Das ist die zweite gute Nachricht für Contentproduzenten: Vor allem Profis werden auf längere Sicht die Bilder produzieren können, die die wachsenden Möglichkeiten der Displays optimal ausnutzen. Die hohen Investitionen, die nicht nur für 8KKameras, sondern auch das passende Equipment wie Rechner für Bildbearbeitung und Videoschnitt notwendig sind, werden – zumindest anfangs – die Spreu vom Weizen trennen. Positiv ist mit Blick auf die verbesserte Technik auch, dass sich nach derzeitigem Stand trotz der höheren Auflösung und den damit entstehenden gewaltigen Datenmengen für die Arbeitsweise von Fotografen und Filmemachern in technischer Hinsicht wenig ändern wird – und wenn, dann wird es unter Umständen sogar einfacher – zum Beispiel hinsichtlich der Datenübertragung und der automatischen Qualitätsverbesserung durch HDR- (High Dynamic Range)-Video oder -Imaging. Gegenüber dem bislang üblichen SDR (Standard Dynamic Range) sorgt HDR für einen größeren Farb- und Dynamikumfang. In den meisten neuen Visual-Marketing-Displays ist HDR bereits Standard.

Vor allem Einzelhändler der Bekleidungsbranche nutzen Displays in ihren Verkaufsräumen und Schaufenstern.


Ein weiterer positiver Aspekt der technischen Entwicklungen bei Displays ist die Tatsache, dass neue Bauformen und Konzepte sich direkt auf die Inhalte auswirken. So benötigen etwa Display-Stelen hochformatige Bilder, und die neuen rollbaren TV-Geräte von LG lassen sich sogar in drei verschiedenen Formaten nutzen, darunter auch das Panoramaformat. Gute Nachricht Nummer drei: Für diese Formate warden neue Bilder gebraucht, die speziell auf die Darstellungsmöglichkeiten der Displays abgestimmt werden müssen – wer hat schon in den vergangenen Jahren professionelle Videofilme im Hochformat produziert?

Digitalrahmen wie dieser aus der Business Line von Braun bringen Informationen ohne großen Installationsaufwand in jeden Raum.


Bildschirme wachsen

Ein Trend ist bei digitalen Displays schon seit Langem zu beobachten: Egal, ob es TV-Geräte oder professionelle Werbedisplays sind, die Bilddiagonalen werden immer größer. Als Fernseher noch Röhren hatten, galt eine Bildschirmdiagonale von 32 Zoll (etwa 82 cm) als das Nonplusultra in Sachen Großformat. Heute haben 32-Zöller – selbst als Flatscreens – eher den Ruf des „Mäusekinos“ und fristen ihr Leben in der Regel höchstens zu Hause als Zweitscreen in der Küche oder im Schlafzimmer – für den Einsatz als Visual-Marketing- Medium scheinen sie dagegen mittlerweile gänzlich ungeeignet zu sein.

Heute sind Bildschirme mit 55 bis 65 Zoll, vor wenigen Jahren noch Exoten für Heimkinofans mit üppigem Budget, im Alltag der Konsumenten ebenso angekommen wie in den Schaufenstern und Showrooms von Dienstleistern, Gewerbetreibenden, Gastronomen und Einzelhändlern. Und das Größenrennen geht weiter: 75 Zoll (190 Zentimeter) rücken derzeit als neues High-End- Format nach, und auch Bildschirme mit noch eindrucksvolleren Diagonalen bis zu 98 Zoll (248 Zentimeter) stoßen auf steigendes Interesse, sowohl im privaten Bereich als auch bei beruflichen Anwendern.

Ultrafeine Pixelraster

Große Bildflächen sind die Voraussetzung für einen anderen Bildschirmtrend, die weitere Verfeinerung des Pixelrasters bis zu aktuell 8K. Einige Filmstudios und Contentproduzenten haben diesen Trend inzwischen erkannt und bereits als neues Geschäftsmodell aufgegriffen. Dennoch wird individuell produziertes Bildmaterial vorerst nur in homöopathischen Dosen zur Verfügung stehen. Hier bieten sich für Bildermacher aktuell noch hervorragende Möglichkeiten, als „Early Birds“ in die Thematik einzusteigen. Solange 8K-Inhalte nur begrenzt angeboten werden, helfen eingebaute, effiziente Skalierer dabei, konventionelle Auflösungen mithilfe von künstlicher Intelligenz an 8K-Bildschirme anzupassen. So bringt die neue, hochauflösende Technik in jedem Fall einen sichtbaren Gewinn an Klarheit und Schärfe.

Neue Displayformate fordern ein Umdenken bei den Contentproduzenten. Bild oben: Auf der CES 2019 in Las Vegas zeigte LG neue rollbare Signature-TV-Geräte, die sogar im Panoramaformat genutzt werden können. Bild rechts: (Werbe-)Filme für Display-Stelen werden auch im Hochformat benötigt.


Neue Technik, neue Bauformen

Weitere Innovationen der Hersteller sollen die Displays zukunftsfähig machen. Dazu gehören Weiterentwicklungen flexibler Displays: Schon jetzt gibt es OLED-Bildschirme, die aufgerollt in einem schmalen Gehäuse verstaut und bei Bedarf ausgefahren werden können. Darüber hinaus macht die Rollbarkeit komplett neue Anwendungsszenarien vorstellbar, zum Beispiel den Einsatz eines Displays über Eck oder auf gebogenen Flächen. Hier werden ebenfalls neue Bildinhalte gebraucht, um diese neu entstehenden Möglichkeiten voll ausschöpfen zu können.

MicroLED, auch MikroLED, MLED, mLED oder μLED genannt, schickt sich an, zur Bildschirmtechnik der Zukunft zu werden. Bei dieser Technik bestehen die Bilder aus selbstleuchtenden, kristallinen Leuchtdioden. Gegenüber Flüssigkristallanzeigen (LCDs) bieten MLED-Anzeigen deutlich höhere Kontraste und niedrigere Schwarzwerte, wesentlich schnellere Reaktionszeiten, deutlich bessere Farbwiedergabe, einen höheren Wirkungsgrad bezüglich Lichtstrom pro Leistung und bessere Betrachtungswinkel.

MLEDs gelten als Nachfolger der organischen Leuchtdioden (OLED) und haben auch gegenüber diesen Vorteile: Sie weisen eine höhere Lebensdauer auf, haben keine Einbrenneffekte, sind bei Neugeräten heller und behalten diese Helligkeit auch bei langfristigem Gebrauch. Da die kostengünstige Miniaturisierung der LED-Bildpünktchen aber nur langsam voranschreitet und sich großformatige Displays noch nicht an einem Stück herstellen lassen, müssen MLED-Displays in Großformaten derzeit noch aus kleinen, randlosen Einheiten zusammengesetzt werden.

Aber gerade diese Einschränkungen könnten die Basis künftiger Displayideen werden – etwa für Bildschirme aus MicroLEDs, die sich wie Kacheln zu beliebigen Formen und Größen kombinieren lassen. Dann wäre es denkbar, über eine zentrale Einheit beliebige Inhalte auf jede einzelne Kachel aufzuspielen. Das würde für kreative Bildgestalter neue, bislang unbekannte Möglichkeiten mit sich bringen.