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Neuer Pflanzenpass kommt


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 26.01.2019

Am 14. Dezember 2019 treten die neuen Regeln zur Pflanzengesundheit in Kraft


BdB-Wintertagung NRW

Zum 14. Dezember 2019 treten neue Regeln zur Pflanzengesundheit in Kraft. Gerhard Renker vom Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW berichtete über den aktuellen Stand bei der Wintertagung der Baumschulverbände NRW in Essen.

Die EU-Verordnung 2017/625/EU – Kontrollverordnung (OCR) regelt als Basisverordnung die Kontrollverfahren und Zuständigkeiten für die Bereiche Lebensmittelsicherheit, Veterinärkontrollen und Pflanzengesundheit. Die EU-Verordnung 2016/2031/EU – Pflanzengesundheitsverordnung ...

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Bildquelle: TASPO, Ausgabe 4/2019

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... (PHR) regelt pflanzengesundheitliche Anforderungen. Beide Verordnungen müssen ab dem 14. Dezember 2019 umgesetzt werden.

So sieht er aus, der neue Pflanzenpass.


Quelle: Renker

Die Registrierung erfolgt auf Antrag beim zuständigen Pflanzenschutzdienst oder der zuständigen Behörde. Bestehende Registrierungen bleiben erhalten, es folgt eine Änderungsmitteilung durch den Pflanzenschutzdienst. Die Registriernummer wird für alle Unternehmer neu vergeben, noch vor dem 14. Dezember 2019. Die Struktur der Registriernummer ist: DE YY XXXXX. Dabei steht DE für den Ländercode, YY für das Bundesland wie 05 für NRW, und XXXXX ist die fünfstellige Betriebsnummer.

Der eigentliche Pflanzenpass ist ein amtliches Dokument für die Verbringung von Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen. Er darf nur ausgestellt werden, wenn folgende Anforderungen erfüllt sind:

◼Pflanzen frei von Unionsquarantäneschädlingen (UQSO),

◼ Pflanzen frei von geregelten Nichtquarantäneschädlingen (RNQP),

◼ Pflanzen frei von neuen Schadorganismen (nach Art 30PHR, § 4a PBVO), gegebenenfalls Schutzgebietsanforderungen beachten.

Den Pflanzenpass gibt es in Schwarz- Weiß oder farbig, er enthält immer oben links die EU-Flagge, muss als Plantpassport gekennzeichnet sein, kann auch zusätzlich die deutsche Bezeichnung enthalten. Hier ist auch eventuell PZ, also Protected Zone, die Schutzzone sowie der Schädling wieErwinia amylovora vermerkt. Es folgen A: der botanische Name, B: Ländercode und Registriernummer sowie C: ein Rückverfolgbarkeitscode, das kann die Lieferscheinnummer, Packzettel oder die Partienummer sein, sowie D: das Ursprungsland. Ein Strichcode oder QR-Code mit weiteren oder zusätzlichen Informationen können aufgedruckt sein.

Pass für alles zum Anpflanzen

Ein Pflanzenpass gilt für alle „Pflanzen zum Anpflanzen“ wie auch Baumschulgehölze und andere. Und „Pflanzen zum Anpflanzen“ umfasst im Sinne der Regelung lebende Pflanzen, lebende Teile von Pflanzen, Überdauerungsorgane wie Stecklinge, Steckhölzer, Knollen, Rhizome, Wurzeln oder Zwiebel und Saatgut für die Weiterkultur, erläuterte Renker. Und das gilt auch für Containergehölze, für Topfpflanzen oder Ballenware.

Weitere Details sind in der EUDurchführungsverordnung geregelt. So ist für Ware, die für den Absatz an den Endnutzer vorbereitet ist, kein Rückverfolgbarkeitscode (C:) erforderlich. Im Unterschied zur bestehenden Regelung ist der Pflanzenpass für Endverbraucherware auf dem Handelsweg bis zum letzten Inverkehrbringer wie die GartenBaumschule oder Gartencenter erforderlich. Und Pflanzenpässe, die vor dem 14. Dezember 2019 ausgestellt wurden, bleiben gültig bis 14. Dezember 2023.

Kein Pflanzenpass ist erforderlich für:

◼den direkten Absatz an den Endnutzer, gemeint ist der private Endverbraucher, nicht Friedhofsgärtner oder Landschaftsgärtner. Dies gilt beispielsweise für GartenBaumschulen. Ausnahme: Gilt nicht für Schutzgebiete und den Fernabsatz wie Versandhandel, Postzustellung, Internethandel, die brauchen einen Pflanzenpass!

◼die Verbringung von Pflanzen innerhalb des Betriebsgeländes und zwischen Betriebsteilen/Betriebsstätten auch im anderen EU-Staat, aber Aufzeichnungen sind zu führen.

Zu den Pflichten der Unternehmer gehört Eigenkontrolle, so Renker. Wie die Untersuchung der Bestände auf Befall mit geregelten Schadorganismen und zumindest die visuelle Kontrolle. Dies wird unterstützt durch Inspektionen, Probennahmen und Tests durch die zuständige Behörde. Das neue Pflanzengesundheitssystem setze aber verstärkt auf Übertragung der Kontrollverantwortung an die Unternehmer, sagte er.

Nur ein Pass je Handelspartie
Die Untersuchungsergebnisse für die Ausstellung von Pflanzenpässen müssen mindestens drei Jahre aufbewahrt werden. Erforderlich ist ein Pflanzenpass je Handelspartie, beispielsweise an einem Paket, Bündel, Behälter. Der Pflanzenpass muss nicht zwingend auf einen einzelnen Topf aufgedruckt werden. Händler, die Lieferungen aufteilen, sind für die Teillieferung zuständig und müssen neue Pässe dafür ausstellen.