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Neues aus der Musicalwelt


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blickpunkt musical - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 15.11.2022

• Musical am Theater Hof

Für die erfolgreiche Uraufführung des Musical-Thrillers »Jack the Ripper« (Topthema dieser Ausgabe) von Frank Nimsgern (Musik, Liedtexte) und Reinhardt Friese (Buch, Liedtexte) sind neue Termine im nächsten Jahr in Planung, nachdem der Zusatztermin am 3. Dezember mit zwei Vorstellungen sofort ausverkauft war. Der Darsteller des Inspektor Abberline, Dominique Bals, festes Theater-Mitglied, überrascht mit der Uraufführung von »Paris, mon Amour!«, einem musikalischen Bummel durch Paris am 18. Dezember im Studio des Theaters: Bals weiß über bekannte und nicht so bekannte Orte in Paris Amüsantes zu berichten und wird voller Flair und Esprit mit Musik von Édith Piaf, Charles Aznavour, Georges Brassens, Jacques Brel und vielen anderen verzaubern.

Am 29. April 2023 steht die Deutschlandpremiere der neuen deutschen Fassung des märchenhaften Musicals »Brigadoon« auf dem ...

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Das Ensemble von »Brigitte Bordeaux« in Mayen
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... Programm. Das Musical von Frederick Loewe (Musik) und Alan Jay Lerner (Buch und Liedtexte) wurde von Roman Hinze neu adaptiert. Tommy und Jeff aus New York sind auf einer Wanderung durch die schottischen Highlands und geraten mitten in das Dorf Brigadoon, das nur alle 100 Jahre für 24 Stunden aus dem Nebel auftaucht. Verlässt einer der Bewohner seine Heimat, wird es für immer verschwinden. Es geht um Abenteuer, Freundschaft, Sehnsucht und die wundervolle Kraft der Liebe. Interessant ist, dass ein verschwundenes deutsches Dorf in Thüringen, Germelshausen, Pate für die Idee stand.

Brigitte kämpft um Anerkennung im Ort und Sohn Sebastian sucht nach Antworten für das »Warum?« Allmählich fühlt er sich und seine Verlobung von dem Trubel um Brigitte in den Schatten gestellt. Als die Wahl der Weinkönigin bevorsteht, stellt er Maike als Gegenkandidatin zu seinem Vater auf. Tom van Hasselts Musik ist von französischen Chansons inspiriert und bildet sowohl die dörfliche Provinz als auch die große weite Welt ab. Dazu kommen Sergej Gößners mit Wortwitz angereicherte intelligente Dialoge. Regie führt – wie schon in Mayen – Intendant Alexander May. Die musikalische Leitung hat Sebastian Kern, für Bühnenbild und Kostüme zeichnen Dirk Seesemann bzw. Gerd Friedrich verantwortlich. Es choreographiert Morris Perry. Es spielen Tobias Bode, Tom C. Büning, Tobias Loth, Klau Philipp, Mirjam Smekjal und Milena Weber. Im neuen Jahr folgen noch Vorstellungen im Januar und im April.

• Wittenbrink-Uraufführung von »Jeder stirbt für sich allein« in Wien

Hans Falladas Roman »Jeder stirbt für sich allein« kommt am 10. Dezember als musikalisches Schauspiel in der Josefstadt zur Uraufführung. Die Musik schrieb Franz Wittenbrink, der in seinen Kompositionen Elemente aus Jazz, Tango, Blues und Gassenhauer mit klassisch dramatischen Klängen mischt. Das Libretto zur Romanvorlage verfassten Susanne Lütje und Anne X. Weber. Im Mittelpunkt der Geschichte, die unter Regie von Josef E. Köpplinger auf die Bühne kommt, steht das Ehepaar Quangel (gespielt von Susa Meyer und Michael Dangl), das, nachdem der Sohn an der Front gestorben ist, auf ganz persönliche Art Widerstand gegen das Nazi-Regime leistet und dabei sein Leben aufs Spiel setzt. Insgesamt umfasst das Ensemble 19 Personen.

Die Geschichte ist inspiriert vom authentischen Fall des Ehepaares Otto und Elise Hampel, das 1940 bis 1942 in Berlin Postkarten-Flugblätter gegen Hitler ausgelegt hatte und denunziert wurde. Die Postkarten beweisen: Zivilcourage und Humanität lassen sich nicht ausrotten. Fallada schrieb den Roman, sein letztes Werk, Ende 1946 in knapp vier Wochen. Nachdem der Roman zum ersten Mal ins Englische übertragen und in einer wiederhergestellten Fassung neu veröffentlicht wurde, avancierte er knapp 60 Jahre nach seinem Erscheinen überraschend zum Weltbestseller und wurde unter dem Titel »Alone in Berlin« mit Emma Thompson und Daniel Brühl verfilmt.

• Musical am Landestheater Linz 2023

Den Anfang macht die europäische, deutschsprachige Erstaufführung von Dave Malloys »Natascha, Pierre und der große Komet von 1812«, die am 11. Februar 2023 Premiere im Großen Saal des Musiktheaters feiert. Die deutsche Fassung stammt von Roman Hinze, die musikalische Leitung übernimmt Tom Bitterlich und die Regie Matthias Davids. Nach dem Rachmaninow-Stück »Préludes« bringt Linz das zweite Stück des unkonventionellen Autors und Komponisten auf die Bühne.

2017 machte die Inszenierung seines auf Tolstois »Krieg und Frieden« basierenden Musicals oder eher die »Electropop-Oper« am Broadway auf sich aufmerksam. Das riesige Imperial Theater wurde für die Show komplett umgebaut, sodass sich das Publikum mitten im musizierenden Ensemble und schauspielenden Orchester wiederfand.

Die junge und impulsive Natascha kommt nach Moskau, um dort die Rückkehr ihres Verlobten von der Front abzuwarten. Als sie in den Bann des skrupellosen Verführers Anatol gerät, ist es an Pierre, einem Freund der Familie, die Scherben ihres Rufs aufzusammeln. Und das, obwohl Pierre selbst in einer existenziellen Krise steckt. Die nächste deutschsprachige Erstaufführung ist das psychologische Kammerspiel »Fun Home« von Jeanine Tesori (Musik) und Lisa Kron (Buch und Liedtexte) in der deutschen Adaption von Roman Hinze, das am 14. April in der BlackBox Premiere feiert. Regie führt Nicole Claudia Weber, die musikalische Leitung hat Juheon Han.

Die Vorlage, Alison Bechdels Graphic Novel »Fun Home – eine Familie von Gezeichneten« von 2006, brachte ein neues Erzählelement in ihr Genre. Bechdel erzählt darin von ihrem eigenen Erwachsenwerden im familieneigenen Bestattungsinstitut (»Funeral Home«, scherzhaft von der Familie als »Fun Home« abgekürzt), ihrem Coming-Out, der schwierigen Beziehung zu ihrem bisexuellen Vater, der (vermutlich) Selbstmord beging, als sie 19 war. Entstanden ist ein schonungsloser und doch liebe- und humorvoller Bericht über die eigene Familie. Die Musicalfassung entwickelte sich über fünf Jahre, bevor die Broadway-Produktion 2015 mit fünf Tony Awards (darunter: »Bestes Musical«, »Bestes Buch«, »Beste Musik«) ausgezeichnet wurde. Die Rolle der Alison wurde auf drei Darstellerinnen aufgeteilt: die Erzählerin, die an ihrer Graphic Novel arbeitet, die junge College-Studentin, die ihr Coming-Out hat, und die 10-Jährige, die mit ihren Brüdern eine zugleich unbeschwerte wie ungewöhnliche Kindheit im »Fun Home« verbringt, ohne zu ahnen, wie problembeladen die Ehe ihrer Eltern ist.

Am 13. Mai feiert das Linzer Musicalensemble 10-jähriges Bestehen mit dem Jubiläumskonzert »Bäm!«.Konzipiert wurde es von Musicalleiter Matthias Davids und dem musikalischen Leiter Tom Bitterlich. Im April 2013 begann alles mit dem Engagement von Davids durch den damaligen Intendanten Rainer Mennicken, um am Linzer Landestheater eine Musicalsparte aufzubauen. Auf »Die Hexen von Eastwick« folgte die Vorstellung der »Seven in Heaven«, aus denen inzwischen 12 Darstellende geworden sind. Nach zehn Jahren schauen sie zurück auf über 45 Musical-Premieren, darunter 4 Uraufführungen, 9 deutschsprachige und 5 österreichische Erstaufführungen. Mehrfach ausgezeichnet durch den Deutschen Musical Theaterpreis der Deutschen Musical Akademie wurde die Linzer Musicalsparte überdies. Dieser Erfolg soll gemeinsam mit dem Bruckner Orchester, dem Chor des Linzer Landestheaters und Überraschungsgästen gefeiert werden.

• »Bat Out of Hell« erstmals in Österreich

Das Rock-Musical »Bat Out of Hell«, basierend auf dem gleichnamigen Hitalbum des Rockmusikers Meat Loaf, mit Musik von Jim Steinman, feierte am 8. November 2018 seine deutschsprachige und deutsche Erstaufführung in Oberhausen. Im April 2023 ist es nun, dank Allegria und BB Promotion, erstmals in Österreich zu sehen und gastiert vom 13. bis 16. April in der Wiener Stadthalle –Halle F. Das Musical erzählt das romantische Abenteuer einer rebellischen Jugend und leidenschaftlicher Liebe vor dem Hintergrund einer postapokalyptischen Stadt, die sich vom Festland gelöst hat. Strat, der unsterbliche Anführer der Verlorenen, ist Raven, der Tochter von Falco, dem tyrannischen Herrscher von Obsidian, verfallen.

Das Stück, das im Londoner West End und auf Tournee große Erfolge feiern konnte, beinhaltet Titel aus der Feder von Jim Steinman wie etwa ›You Took the Words Right Out of My Mouth (Hot Summer Night‹), ›Bat Out of Hell‹, ›I’d Do Anything for Love (But I Won’t Do That)‹ oder die bislang unveröffentlichten Balladen ›What Part of My Body Hurts the Most‹ und ›Not Allowed to Love‹.

• »Rent« am Theater St. Gallen

Kürzlich erschien eine Auditionausschreibung des Theater St. Gallen für eine deutschsprachige Premiere des Musicals »Rent« von Jonathan Larson, die am 17. Februar 2023 gefeiert wird. Regie führt Matthew Wild, die musikalische Leitung hat Christoph Bönecker. Die deutsche Fassung stammt von Wolfgang Adenberg. Basierend auf der Oper »La Bohème«, wird von den Bewohnern eines Hauses im East Village von New York erzählt, die um ihre Existenz kämpfen, gegen Mieterhöhung, gegen latenten Rassismus, die Ausgrenzung und Unterdrückung von Homosexualität und nicht zuletzt gegen die bedrohliche Krankheit AIDS. Das mit dem Tony Award als »Bestes Musical« ausgezeichnete Stück wurde überdies für den schonungslosen Umgang mit gesellschaftskritischen Themen mit dem Pulitzer Preis als »Bestes Drama« ausgezeichnet. Die rockigen Songs haben seit der Uraufführung 1996, die Larson nicht mehr erlebte, weil er an Aids starb, schon früh ein junges Publikum angezogen, weil hier echte Menschen und ihre Probleme gezeigt werden.