Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 6 Min.

NEUES IM BESTAND


TASPO GARTEN-DESIGN - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 20.07.2021

Artikelbild für den Artikel "NEUES IM BESTAND" aus der Ausgabe 4/2021 von TASPO GARTEN-DESIGN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO GARTEN-DESIGN, Ausgabe 4/2021

Nach der Eröffnung der Gartenschau am 23. April bleibt noch bis zum 10. Oktober Zeit für einen Besuch. Inspirationen versprechen die beiden Ausstellungsteile ega-Park und Petersberg. Die Verbindung alter Stilelemente, Architektur und gewachsener Parkanlage mit neugestalteten Schaubeeten und modernen Themengärten bietet den Besuchern eine gelungene Symbiose.

Erfurt hat eine lange Tradition als Blumenstadt und Wiege des Gartenbaus. Hier fand im Jahr 1865 die erste internationale Gartenschau statt. Das große Ausstellungsgelände ega-Park, ein Garten- beziehungsweise Flächendenkmal im Stil der Bauhaus-Moderne, bietet eine ansehnliche Vielfalt an Gartenbereichen und Schaubeeten. Er entstand mit der iga 1961 (Internationale Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder) und umfasst 36 Hektar Fläche, inklusive 13 Hallen.

„ Im Jahr 2010 nahm man sich dem Investitionsstau auf dem Gelände an und diskutierte ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 17,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von TASPO GARTEN-DESIGN. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 4/2021 von HÖHERE KLIMAZIELE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
HÖHERE KLIMAZIELE
Titelbild der Ausgabe 4/2021 von STABILE BRANCHE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
STABILE BRANCHE
Titelbild der Ausgabe 4/2021 von ZEIT FÜR BEWEGUNG. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ZEIT FÜR BEWEGUNG
Titelbild der Ausgabe 4/2021 von LANGFRISTIGE PREISERHÖHUNGEN?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
LANGFRISTIGE PREISERHÖHUNGEN?
Titelbild der Ausgabe 4/2021 von VERWIRRENDES LICHT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
VERWIRRENDES LICHT
Titelbild der Ausgabe 4/2021 von RESSOURCEN SPAREN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
RESSOURCEN SPAREN
Vorheriger Artikel
GELUNGENER QUEREINSTIEG
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel GEMEINSAMER „STUFENPLAN“
aus dieser Ausgabe

... intensiv über die Zukunft des Parks“, berichtet Christine Karpe, bei der BUGA zuständig für die Unternehmenskommunikation. „Wir hatten in den Jahren vor Corona auch schon immer um die 500.000 Besucher pro Jahr, immer mit Eintritt“.

Im Zuge der BUGA Bewerbung wurden viele Flächen saniert, wobei typische Elemente der 1960–70er Architektur erhalten blieben. Zu den vertrauten Details gesellen sich neue Highlights, nicht nur das Wüsten- und Tropenhaus Danakil (siehe TASPO GARTENDESIGN 02/ 2021), sondern auch weitere Hallen und Schaubeete wurden komplett neugestaltet. „Und wir sind wirklich nachhaltig“, betont Karpe, „etwa 80 Prozent der Anlagen bleiben nach der BUGA erhalten und sind weiterhin für die Erfurter und Besucher erlebbar“.

FGL THEMENGÄRTEN

Sieben Themengärten plus Ausstellerpavillion des Fachverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen (FGL), angesiedelt im vorderen Teil des ega-parks in der Nähe des Haupteinganges, laden dazu ein, sich Ideen für den persönlichen Traumgarten zu holen. Die Gärten mit einer Größe von bis zu 150 Quadratmetern wurden von Thüringer Fachbetrieben geplant und umgesetzt. Die Vergabe der Plätze fand im Rahmen eines Wettbewerbs des FGL statt. Dafür mussten einige Vorgaben erfüllt werden, so zum Beispiel die Anlage der Themengärten in Kreisform als wiederkehrendes Motiv, wie es überall auf dem BUGA-Gelände umgesetzt wurde.

„Wir sind bisher unter den gegebenen Bedingungen mit der Resonanz zufrieden und hoffen natürlich auf noch mehr Besucher nach Ende der Testpflicht“, so Antje Sauter, Referentin für Veranstaltungen und Events des FGL anlässlich einer Presseführung, die Mitte Mai stattfand. Die Themengärten werden nach dem Ende der BUGA zwar wieder rückgebaut, aber bis dahin sollen die Besucher erleben, wie vielfältig Gartengestaltung sein kann. Ein Angebot, das offensichtlich gut angenommen wird: Viele Besucher probieren Sitzmöbel und Bänke oder begutachten eingehend die vorgestellten Outdoorküchen. Die Themengärten zeigen: Selbst auf kleinstem Raum lassen sich tolle Ideen verwirklichen.

1 Genuss für alle Sinne

1 Unter Bäumen dösen, Rückenschonend gärtnern und die Ernte draußen gleich genießen, diese Möglichkeiten bietet der Themengarten der Gärten der Panknin GmbH aus Apolda. Eine hochwertige Metall-Outdoorküche ist das bestimmende Element, umgeben von Hochbeeten aus Fiberglas, in denen Kräuter und Gemüse parat stehen. Eine breite Holzgartenliege, umgeben von Amur-Kirschen und Blaseneschen bieten Gelegenheit zum Entspannen.

2 Natur im Wandel

2 Den Mittelpunkt des Beitrags des Unternehmens Fichter aus Magdala bildet eine Esskastanie mit auffälliger roter Bank. Über die Wege wird das Niederschlagswasser in die Pflanzbeete abgeleitet, denn Wasserressourcen schonen ist definitiv ein Zukunftsthema. Mediterrane und besonders trockenheitsverträgliche Pflanzen sollen auch die Thüringer Gärten erobern.

3 Familie und Garten

3 Eher ungewöhnlich für einen Privatgarten, aber optisch ansprechend: Bätzoldt’s Garten- und Landschaftsbau aus Bad Frankenhausen verwirklichte einen aufwendigen Spiel- und Entdeckergarten, konzipiert von Katja Wittmann. Schief, aber fest verankert, steht das Wahrzeichen der Stadt, ein Kirchturm, in Kleinformat in der Mitte; Skulpturen und ein kleiner Wasserlauf laden zum Spielen ein. Foto: FGL HT

4 Form und Farbe

4 Artenvielfalt und Harmonie möchte der Garten von Gartenbau Eberhardt aus Erfurt vermitteln. Dafür setzt die Firma gerne farbliche Akzente, in diesem Themengarten dominieren Rot-, Orange- und Gelbtöne das Bild. Schon die Blumen-Namen, wie „Papageien-Tulpe“ (Caribbean parrot) oder „Daydream“ (Davis hybrid Tulpe), die das Holzdeck und die Natursteinkreise umgeben, verbreiten gute Laune. Eingefasst von einer halbrunden Hainbuchen-Hecke, strahlt der Garten Ruhe und Gemütlichkeit aus.

5 Lounge-Garten

5 Der Lounge Garten, geplant von Landschaftsarchitektur Katja Wittmann (Kyffhäuserland) und ausgeführt von Galabau Killat aus Artern will Treffpunkt und Ruhepol zugleich sein. Mit Rundmauer abgeschirmt, ist er dezent bepflanzt mit Kräutern, Stauden und Gräsern. Ein Wasserspiel rundet den Gartenentwurf ab. Foto: FGL HT

6 Draußen daheim

6 Der Garten als Zuhause für Mensch, Pflanze und Tier, so plante Vanessa Bornemann (Bornemann Gartengestaltung, Weimar) den Themengarten, ausgeführt wurde er von der Lindenlaub GmbH aus Weimar-Legefeld und Außengestaltung Vogt (Sikerode). Die sehr ansprechende Bepflanzung – Lavendel, Salbei und Katzenminze umspielen Rosen, Tulpen und Pfingstrosen – geht eine gelungene Symbiose mit einer hochwertigen Gartenausstattung ein. Highlight: Die großen Hängesessel über der kleinen Wasserfläche.

7 Der „Rund-umgelungen“-Garten

7 Der Rund-um-gelungen-Garten von BTS Gartenwerk aus Erfurt verbindet hochwertige Materialien mit Pflanzen. Zum Garten gehört eine flache, mit verschiedenen Stauden bepflanzte Cortenstahl-Schnecke, verbunden mit einem halbrunden Wasserbecken. An den Rändern lockern ein Quittenbaum und mehrere Topfpflanzen, wie Oleander und Hortensien, die Atmosphäre auf.

GRABGESTALTUNG UND DENKMAL

Friedhöfe als Orte der Erinnerung, jedoch auch als Park- und Grünanlage mit hohem gestalterischem, kulturellem und ökologischem Wert. Die großzügige Präsentation des BdF (Bund deutscher Friedhofsgärtner), des Bundesverbandes Deutscher Steinmetze, des ZVG, sowie Alkewitz Landschaftsarchitekten (Erfurt) und GaLabau Görbing (Großrudestedt) stellte einen sehr gelungenen Part im Rahmen der Ausstellung dar.

Gezeigt werden Urnen-, Einzel- und Doppelgrabstellen, kreativ bepflanzt und harmonisch abgestimmt mit einer überraschenden Vielfalt an Steinmetzarbeiten. Die über Monate gewachsene und abgestimmte Anlage fügt sich so harmonisch in das bewachsene BUGA-Gelände ein, dass viele Besucher sich auf einem wirklichen Friedhof wähnten.

Dazu trug sicherlich auch die Verwendung einer großen Vielfalt von Bodendeckern bei, die die farbreichen Blumenbepflanzungen und Grabsteine wirkungsvoll hervorheben (wie Spindelstrauch, Cotoneaster, Farne und Moose, Fingerstrauch, Stechpalme oder Teppich-Wacholder). Die gezeigten Entwürfe boten eine anschauliche Übersicht für jeden Geschmack. Die Bepflanzung für den Sommer und Herbst erfolgt während der BUGA unter den Augen der Besucher. In den Friedhofsteil wurde ebenfalls ein neugestalteter Memoriam-Garten integriert, eine natürlich gestaltete Freianlage, die Grabstellen unterschiedlicher Bestattungsarten in eine Fläche vereint.

JAPANISCHER FELS- UND WASSERGARTEN

Während die FGL-Themengärten und die Grabpräsentation nach der BUGA wieder abgebaut werden, können andere Parkbereiche weiterwachsen und gedeihen. Ein großer Anziehungspunkt ist und bleibt definitiv der Japanische Garten, der Mitte Mai mit blühenden Azaleen bezauberte. Nach den vielen Schaubeeten und Infostationen lädt er zu einer Pause ein. Die grauen Felsen entspannen das Auge nach all der Farbenpracht des großen Blumenbeets, die plätschernden Wasser beruhigen das Gemüt.

Der japanische Fels- und Wassergarten wurde im Jahr 2002 angelegt, ist nun 19 Jahre alt und „jetzt erst so richtig schön“, findet Landschaftsgärtner Wolfgang Moyzio. „Die Farne auf den Felsen hat die Natur eingefügt, da mache ich gar nichts“. Moyzio ist mit zwei Kollegen schwerpunktmäßig für den Japanischen und den Karl Foerster Garten zuständig. Behutsam zieht er mit der Harke einen Kreis um einen großen Stein. Nicht alle Besucher respektieren die Flächen des Zen-Gartens, also muss er zwischendurch immer mal wieder das „Wasser“ rund um die Felsen nachhaken.

Kiefern, Kirschbäume in Blüte und Fächerahorn umgeben den Kare San Sui, den Trockenlandschaftsgarten, den der Besucher eigentlich nicht betreten, son-dern nur von einem besonderen Punkt aus betrachten soll.

PARADIESGÄRTEN – GARTENPARADIESE

Auf dem Petersberg, hoch oben über den Dächern der Altstadt mit Blick auf den Dom, beeindruckt die sieben Hektar große Festungsanlage: Die Zitadelle zählt zu den am besten erhaltenen und größten Stadtfestungen in Europa.

In der teilsanierten Klosterkirche St. Peter und Paul ist eine Ausstellung zu sehen, die den Besucher auf eine Zeitreise durch die Gartenepochen einlädt. Unter dem Titel „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ würdigt sie die Thüringer Gartenkunst und zeigt die historischen Stile nebeneinander – ein faszinierender Überblick über Gartenkultur und -geschichte in elf Stationen.

In jeder Zeit spiegeln sich Wünsche und Ideale, vom Paradies- und Selbstversorgungsgarten der Klosterzeit zu den Gärten des Barocks und der Renaissance, bis zum Landschaftsgarten des 19. Jahrhunderts. Sie werden in den Seitenschiffen mit einem reizvollen Licht- und Schattenspiel dargestellt. Die moderne Technik bietet auch in dem romanischen Kirchenbau neue Erlebniselemente: Über Bewegungssensoren können die Besucher virtuell auf der Kirchenwand Blumen und Bäume wachsen lassen.

FAZIT

Den Machern der BUGA ist die Überarbeitung auf jeden Fall gelungen und die Leitung hat es verstanden, das Potenzial beider Ausstellungsorte in Szene zu setzen und neue Akzente zu setzen. Besonders erfreulich ist, dass der Großteil dessen, was gebaut und überarbeitet wurde, weiterhin zu sehen sein wird. Und ebenfalls positiv: an verschiedenen Stellen greift die BUGA auch Zukunftsthemen (beispielsweise Klimawald, Recycling, Danakil) auf.

Den Besuchern war anzumerken, wie sehnsüchtig Ereignisse wie diese Gartenschau mit ihren „schönen“ Themen aktuell aufgenommen werden. Dies, obwohl im Mai leider ein Großteil der Ausstellungen (noch) nicht zugänglich war und die schönen Blumenhallen nur durch die Scheibe bewundert werden konnten.